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Geisterwelt

Die Geisterwelt nach dem Tod ist jener Ort, wo die Geister der Verstorbenen bis zur Auferstehung leben. Die Geisterwelt besteht aus dem Paradies, wo die Rechtschaffenen wohnen, und dem Gefängnis der Geister, wo jene wohnen, die im Erdenleben schlecht gewesen sind.

Überblick

Die Geisterwelt nach dem Tod ist jener Ort, wo die Geister der Verstorbenen bis zur Auferstehung leben. Die Geisterwelt besteht aus dem Paradies, wo die Rechtschaffenen wohnen, und dem Gefängnis der Geister, wo jene wohnen, die im Erdenleben schlecht gewesen sind.

Präsident Brigham Young hat erklärt, dass sich die Geisterwelt auf der Erde befindet und uns umgibt (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 279).

Geistige Wesen haben dieselbe körperliche Form wie Sterbliche, allerdings ist der Geistkörper von vollkommener Gestalt (siehe Ether 3:16). Der Geist nimmt von der Erde seine Einstellung mit, also seine Hingabe an das, was rechtschaffen ist, oder seinen Widerstand dagegen (siehe Alma 34:34). Man hat dieselben Gelüste und Wünsche, die man im Erdenleben hatte. Alle Geister haben die Gestalt von Erwachsenen. Sie waren vor ihrem Erdenleben erwachsen, und sie haben nach dem Tod die Gestalt eines Erwachsenen, selbst wenn sie als Säugling oder Kind sterben (siehe Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, Seite 131f.).

Der Prophet Alma aus dem Buch Mormon hat zwei verschiedene Bereiche oder Zustände in der Geisterwelt angesprochen:

Das Paradies. Dem Propheten Alma zufolge ruhen die rechtschaffenen Geister von irdischen Sorgen und Kummer aus. Sie sind aber auch damit beschäftigt, das Werk des Herrn zu tun. Präsident Joseph F. Smith sah in einer Vision, dass Jesus Christus unmittelbar nach seiner Kreuzigung die Rechtschaffenen in der Geisterwelt besuchte. Er bestimmte Boten, gab ihnen Macht und Vollmacht und beauftragte sie, „das Licht des Evangeliums denen zu bringen, die in Finsternis waren, ja, zu allen Menschengeistern“ (Lehre und Bündnisse 138:30).

In der Geisterwelt gibt es die Kirche, und die Priestertumsträger setzen dort ihre Arbeit fort (siehe Lehre und Bündnisse 138:30). Präsident Wilford Woodruff hat gesagt: „Dasselbe Priestertum existiert auf der anderen Seite des Schleiers. … Jeder Apostel, jeder Siebziger, jeder Älteste und so weiter, der im Glauben gestorben ist, tritt in den geistlichen Dienst ein, sobald er auf der anderen Seite des Schleiers angekommen ist.“ (Deseret News, 25. Januar 1882, Seite 818.)

Auch die Familienbeziehungen sind wichtig. Präsident Jedediah M. Grant, ein Ratgeber Brigham Youngs, sah die Geisterwelt und beschrieb Heber C. Kimball die Organisation, die dort besteht:

„Er sagte, die Leute, die er dort sah, seien in Familiengruppen organisiert. … Er sagte: ‚Als ich die Familien anschaute, sah ich, dass es bei einigen Lücken gab, … denn ich sah Familien, die nicht zusammenkommen und miteinander leben durften, weil sie ihre Berufung hier nicht ernst genommen hatten.‘“ (Deseret News, 10. Dezember 1856, Seite 316f.)

Das Gefängnis der Geister. Der Apostel Petrus bezeichnete die Geisterwelt als Gefängnis, und das ist sie für manche auch (siehe 1 Petrus 3:18-20). Im Gefängnis der Geister befinden sich die Geister derer, die das Evangelium Jesu Christi noch nicht empfangen haben. Diese Geister haben ihre Entscheidungsfreiheit und können vom Guten wie auch vom Bösen angezogen werden. Die Geister können Fortschritt machen, wenn sie die Grundsätze des Evangeliums kennenlernen und danach leben. Die Geister im Paradies können den Geistern im Gefängnis das Evangelium verkünden (siehe Lehre und Bündnisse 138). Wenn diese das Evangelium und die heiligen Handlungen, die im Tempel für sie vollzogen werden, annehmen, dürfen sie das Gefängnis verlassen und im Paradies wohnen.

Im Gefängnis der Geister sind auch diejenigen, die das Evangelium abgelehnt haben, als es ihnen auf der Erde oder im Gefängnis der Geister gepredigt wurde. Diese Geister leiden in einem Zustand, der Hölle genannt wird. Sie haben sich der Barmherzigkeit Jesu Christi entzogen, der gesagt hat: „Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren; aber falls sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich, und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden.“ (Lehre und Bündnisse 19:16-18.) Nachdem sie für ihre Sünden gelitten haben, dürfen sie dank des Sühnopfers Jesu Christi den untersten Grad der Herrlichkeit, nämlich das telestiale Reich, ererben.

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David A. Edwards, „Was wissen wir über das Leben nach dem Tod?“, Liahona, Juni 2016

„Was geschieht nach dem Tod?“, Liahona, März 2013

Jay M. Todd, „Salvation for the Dead“, Ensign, Februar 1995

Richard L. Anderson, „Peter’s Letters: Progression for the Living and the Dead“, Ensign, Oktober 1991

Robert L. Millet, „Beyond the Veil: Two Latter-day Revelations“, Ensign, Oktober 1985

Harold Glen Clark, „Four Blessings of the Temple“, Ensign, Oktober 1983

Dale C. Mouritsen, „The Spirit World, Our Next Home“, Ensign, Januar 1977

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