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Fasten und Fastopfer
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Fasten und Fastopfer

Das Fasten und das Fastopfer stellen eine Möglichkeit dar, uns der Armen und Bedürftigen anzunehmen. Der Erretter Jesus Christus hat gelehrt, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Wenn wir nun ein Opfer bringen und anderen dienen, wie der Heiland es getan hat, werden sowohl der Gebende als auch der Empfangende mit Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und Liebe gesegnet, die zu Erhöhung und ewigem Leben führen.

Überblick

Der Erretter Jesus Christus hat gelehrt, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Wenn wir nun ein Opfer bringen und anderen dienen, wie der Heiland es getan hat, werden sowohl der Gebende als auch der Empfangende mit Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und Liebe gesegnet, die zu Erhöhung und ewigem Leben führen.

Bischof Dean M. Davies hat gesagt: „Für die Armen und Bedürftigen zu sorgen, ist eine der Kernlehren des Evangeliums und ein wesentliches Element im ewigen Erlösungsplan.“ („Das Gesetz des Fastens – eine persönliche Verantwortung, für die Armen und Bedürftigen zu sorgen“, Herbst-Generalkonferenz 2014.)

In den heiligen Schriften wird uns immer wieder geboten, unserem Nächsten zu dienen.

„Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem notleidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.“ (Deuteronomium 15:11.)

Das Fasten und das Fastopfer stellen eine Möglichkeit dar, uns der Armen und Bedürftigen anzunehmen.

„Der Herr hat das Gesetz des Fastens und das Fastopfer eingeführt, um sein Volk zu segnen und ihm eine Möglichkeit zu bereiten, den Bedürftigen zu dienen (siehe Jesaja 58:6-12; Maleachi 3:8-12). Wenn die Mitglieder fasten, sind sie aufgefordert, der Kirche ein Fastopfer zu geben, das mindestens dem Wert der Lebensmittel entspricht, die sie normalerweise verzehrt hätten. Wenn möglich, sollen sie großzügig sein und mehr geben. Die mit dem Fasten verbundenen Segnungen bestehen unter anderem in der Nähe zum Herrn, in vermehrter geistiger Kraft, zeitlichem Wohlergehen, mehr Mitgefühl und einem stärkeren Wunsch zu dienen.“ (Handbuch 2, 6.1.2.)

Was versteht man unter Fasten?

Das Fasten ist ein Gebot des Herrn. Wir beweisen ihm unsere Demut und verzichten aus freien Stücken auf Essen und Trinken (siehe Lehre und Bündnisse 88:76).

Heute ist in der Kirche ein Sonntag im Monat als Fastsonntag vorgesehen. Die Mitglieder der Kirche verzichten innerhalb von 24 Stunden auf zwei aufeinanderfolgende Mahlzeiten und spenden dann das dadurch gesparte Geld für die Bedürftigen (siehe Alma 34:28).

Das Fasten ist schon seit alters ein Brauch bei den Propheten und den Mitgliedern der Kirche Gottes. Im Alten Testament fasteten etwa Mose und Elija (siehe Exodus 34:28; 1 Könige 19:8). Die Israeliten fasteten häufig zu bestimmten Anlässen oder auch, um göttliche Hilfe zu erbitten. Im Neuen Testament fastete Jesus Christus in Vorbereitung auf sein geistliches Wirken vierzig Tage und vierzig Nächte (siehe Matthäus 4:1-4). Er lehrte seine Jünger, welche Macht dem Fasten innewohnt und wie bedeutend es ist. Das Gebot zu fasten ist auch in unserer Zeit noch in Kraft.

Wie erreiche ich, dass mein Fasten für den Herrn ein annehmbares Opfer ist?

Elder Joseph B. Wirthlin hat festgestellt: „Ohne das Gebet ist das Fasten nicht vollständig, man hungert nur. Wenn wir wollen, dass unser Fasten mehr ist als einfach nichts zu essen, müssen wir unser Herz, unseren Sinn und unsere Stimme dem himmlischen Vater zuwenden. Das Fasten ist machtvoll, wenn es mit mächtigem Gebet gekoppelt ist. Es kann uns den Sinn mit den Offenbarungen des Geistes füllen. Es kann uns für Zeiten der Versuchung stärken.“ („Das Gesetz des Fastens“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2001.)

Elder L. Tom Perry hat gesagt: „Je länger ich lebe, desto mehr beeindruckt mich das System des Herrn, wie für die Armen und Bedürftigen gesorgt wird. Gewiss könnte sich kein Mensch eine so einfache und doch tiefgreifende Methode zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse ausdenken: Das regelmäßige Fasten gereicht uns in geistiger und zeitlicher Hinsicht zum Segen; zugleich spenden wir den Gegenwert der eingesparten Mahlzeiten dem Bischof, der ihn für die Armen, Kranken und Notleidenden verwendet, die Hilfe und Unterstützung benötigen, um ihr Leben zu meistern.“ („The Law of the Fast“, Frühjahrs-Generalkonferenz 1986.)

Zusätzliche Schriftstellen: Omni 1:26; Lehre und Bündnisse 59:12-16; Alma 17:3

Wie kann ich aus dem Fasten vermehrt Nutzen ziehen?

Das Fasten kann eine noch tiefere Erfahrung geistiger Natur sein und Sie Gott näherbringen. Einige Anregungen dazu:

„Viele sind körperlich schwach, andere gesundheitlich angeschlagen, und wieder andere stillen noch ihr Kind – von ihnen soll nicht verlangt werden, dass sie fasten. Die Eltern sollen auch ihre kleinen Kinder nicht zum Fasten zwingen.“ (Gospel Doctrine, Seite 244.)

Präsident Joseph F. Smith hält uns dazu an, auch selbst beim Fasten Umsicht walten zu lassen. „Man kann alles auch übertreiben. Man kann fasten und beten, bis man umkommt, aber das ist weder notwendig noch klug. … Der Herr erhört ein einfaches, glaubensvolles, kurzes Gebet und nimmt ein Fasten, das nicht länger als vierundzwanzig Stunden andauert, genauso bereitwillig an und es ist genauso wirksam wie ein Gebet, das aus tausend Worten besteht, und ein Fasten, das einen Monat andauert. … Der Herr nimmt das, was ausreichend ist, mit sehr viel mehr Freude und Zufriedenheit an als das, was zu viel und unnötig ist.“ (Herbst-Generalkonferenz 1912.)

Worin bestehen die Segnungen, wenn man das Gesetz des Fastens hält?

Elder L. Tom Perry hat gesagt: „Das Gesetz des Fastens verfolgt ein dreifaches Ziel. Erstens werden mit dem Fastopfer, das den Gegenwert der Mahlzeiten darstellt, auf die wir verzichten, die Bedürftigen unterstützt. Zweitens nutzt das Fasten unserem Körper. Drittens macht es den Menschen demütiger und stärkt seine geistige Gesinnung.“ („The Law of the Fast“, Frühjahrs-Generalkonferenz 1986.)

„Wenn die Armen hungern, dann sollen diejenigen, die genug haben, einen Tag fasten und das, was sie sonst gegessen hätten, dem Bischof für die Armen geben, und jeder wird eine lange Zeit im Überfluss haben. … Solange die Heiligen mit fröhlichem Herzen und Angesicht nach diesem Grundsatz leben, werden sie immer im Überfluss haben.“ (History of the Church, 7:413; siehe auch Joseph B. Wirthlin, „Das Gesetz des Fastens“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2001.)

„Seien Sie beim Geben großzügig, damit auch Sie daran wachsen. Geben Sie nicht nur den Armen zuliebe, sondern auch wegen Ihres eigenen Wohlergehens. Geben Sie genug, damit Sie in das Reich Gottes kommen können, indem Sie Ihre Mittel und Ihre Zeit weihen. Wollen Sie die Segnungen des Himmels erlangen, zahlen Sie ehrlich den Zehnten und ein großzügiges Fastopfer. Ich verheiße jedem, der das tut: Sowohl Ihr geistiger als auch Ihr zeitlicher Wohlstand wird zunehmen. Der Herr wird Sie für Ihre Taten belohnen.“ (Marion G. Romney, Welfare Agricultural Meeting, 30. September 1967; siehe auch Marion G. Romney, „The Blessings of the Fast“, Ensign, Juli 1982.)

Zusätzliche Schriftstellen: Jesaja 58:6-12; Maleachi 3:10; Alma 17:1-3

Wofür wird das Fastopfer verwendet?

Elder Joseph B. Wirthlin hat erklärt: „Das Fastopfer wird nur zu einem Zweck verwendet, nämlich, um den Bedürftigen Gutes zu tun. Jeder Dollar, den der Bischof als Fastopfer bekommt, wird eingesetzt, um den Armen zu helfen.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 2001.)

Der Bischof ist vom Herrn berufen, in allen zeitlichen Belangen zu amtieren. Hierzu gehört auch die Verteilung der Gelder aus dem Fastopfer (siehe Lehre und Bündnisse 107:68). Als jemand, dem die Gabe des Erkennens übertragen wurde, bestimmt der Bischof, wer materielle Hilfe bekommen und in welcher Form sie gewährt werden soll. Er hat ein wahres Verständnis von dieser ihm anvertrauten heiligen Aufgabe und lässt sich von den grundlegenden Prinzipien der Wohlfahrt leiten. Zu diesen Grundsätzen gehört: liebevoll und mitfühlend beraten; die Eigenständigkeit der Familie fördern; die Mitglieder stärken, damit sie sowohl in geistiger als auch in zeitlicher Hinsicht selbständig werden; zeitlichen Bedürfnissen gerecht werden; für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen sorgen, wie sie die meisten Mitglieder der Gemeinde üblicherweise brauchen; und die Gelegenheit bieten, als Gegenleistung für die erhaltene Unterstützung zu arbeiten, soweit der Empfänger dazu imstande ist.

Präsident Gordon B. Hinckley hat festgestellt: „Wir hoffen, dass durch das Zahlen eines großzügigen Fastopfers mehr als genug da sein wird, um für den Bedarf derer zu sorgen, denen es weniger gut geht. Würde jedes Mitglied dieser Kirche das Gesetz des Fastens befolgen und großzügig spenden, so käme dies den Armen und Bedürftigen – und zwar nicht nur denjenigen, die der Kirche angehören, sondern auch anderen – zugute, und es wäre für viele gesorgt. Jeder, der gibt, würde körperlich und geistig gesegnet, und die Hungrigen würden gespeist und die Nackten gekleidet, jeder gemäß seinen Erfordernissen.“ („Rise to a Larger Vision of the Work“, Frühjahrs-Generalkonferenz 1990.)

Angaben dazu, wie das Fastopfer verwendet wird, findet der Bischof in Handbuch 1, Abschnitt 5.2.4.

Wie kann ich eine Spende zum Fastopfer leisten?

Das Fastopfer wird gespendet, indem man einen Spendenzettel ausfüllt und diesen dann einem Mitglied der Bischofschaft überreicht. Wo die Umstände es erlauben, können Träger des Aaronischen Priestertums vom Bischof beauftragt werden, die Mitglieder monatlich zu besuchen und das Fastopfer einzusammeln. Die Träger des Melchisedekischen Priestertums können ebenfalls um Mithilfe gebeten werden.

Es gibt keinen festgelegten Spendenbetrag für das Fastopfer. Wenn Sie ein großzügiges Fastopfer geben, werden Sie sowohl in geistiger als auch in zeitlicher Hinsicht gesegnet, weil Sie den Wunsch haben, anderen zu helfen (siehe Broschüre Zehnter und Fastopfer, Seite 1–14).

Wie erkläre ich meinen Kindern das Fastopfer?

Wenn Sie Kindern das Fastopfer erläutern, können Sie Matthäus 25:35-40 heranziehen, um zu veranschaulichen, wie wichtig es ist, dass für die Armen und Bedürftigen gesorgt wird. Erklären Sie: Die Gelder, die sie dem Bischof als Fastopfer aushändigen, werden verwendet, um kranken und bedürftigen Mitgliedern der Gemeinde zu helfen. Wenn Ihr Kind schon weiß, was es heißt, bedürftig zu sein – etwa wenn jemand aus der Gemeinde erkrankt ist oder seinen Arbeitsplatz verloren hat –, können Sie diese Umstände als Beispiel dafür anführen, wofür die Opfergaben des Kindes vielleicht eingesetzt werden könnten. Lassen Sie Ihre Kinder überlegen, wie viel sie zum Fastopfer beitragen können. Mehr dazu hier.

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„Das Gesetz des Fastens“,

Grundsätze und Führung im Bereich Wohlfahrt“, Handbuch 2, Kapitel 6

Zeitschriften der Kirche

Cecilie Norrung, „Fasten und Beten für Emma“, Liahona, Oktober 2016

„Zehnter und Opfergaben“, Liahona, Juni 2014

„Wann soll ich damit beginnen, Fastopfer und andere Spenden zu zahlen?“, Liahona, September 2013

„Mit der Stärke von vielen“, Liahona, Juni 2011

„Where Do Fast Offerings Go?“, New Era, Mai 2008

Neil K. Newell, „Fast Offerings: Blessings We Give, Blessings We Receive“, Ensign, Oktober 1998

Karen Ashton, „Sharing Time: Tithes and Offerings“, Friend, November 1996

Larry E. Morris, „Fast Offerings: A Place for the Second Mile“, Ensign, Februar 1979

William O. Nelson, „To Prepare a People“, Ensign, Januar 1979

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Lehrmaterial

Geschichten und Aktivitäten für Kinder

Siehe „Fasting“, Lesson Helps for Teaching Children (Auflistung von Geschichten, Ausmalbildern und anderem Material für Kinder)

Medien

Audiodatei

„The Law of the Fast“, Latter-day Saints Channel Q&A, Episode 60