Handbücher und Berufungen
Effektive Methoden verwenden


Lektion 9

Effektive Methoden verwenden

Teil 2

Ziel

Jeder Teilnehmer soll die Grundsätze, die in Lektion 8 gelehrt wurden, anwenden können.

Hinweis für die Lehrkraft

Dies ist die Fortsetzung von Lektion 8. Bitten Sie im Voraus einige Teilnehmer, jeweils einen Evangeliumsgrundsatz anhand einer der folgenden Methoden zu lehren: Eine Geschichte erzählen, Fragen stellen, ein Unterrichtsgespräch führen. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 1, unten.) Achten Sie darauf, dass das eine lohnende Erfahrung für die angehenden Lehrer wird und ihnen hilft, Selbstvertrauen im Umgang mit unterschied- lichen Lehrmethoden zu entwickeln. Sie müssen ganz besonders auf die Bedürfnisse und Gefühle jener Teilnehmer achten, die noch wenig Erfahrung beim Unterrichten haben.

Vorzubereiten

  1. Bitten Sie im voraus drei Teilnehmer, jeweils eine der unten angegebenen Demonstrationen vorzubereiten. Bitten Sie sie, aus der heiligen Schrift und dem Buch Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150) ein Thema für ihre Darbietung auszuwählen und in diesem Buch nachzuschlagen, wie man die Methode, die ihnen aufgetragen worden ist, verwendet.

    • Demonstration 1: Erzählen Sie eine wahre Geschichte, die vermittelt, wie machtvoll das persönliche Gebet ist. Sprechen Sie auch kurz darüber, wie sich Geschichten im Evangeliumsunterricht wirksam einsetzen lassen.

    • Demonstration 2: Erörtern Sie anhand von Fragen die Segnungen, die man erhält, wenn man den Sabbat heilig hält. Sprechen Sie auch kurz darüber, wie sich Fragen im Evangeliumsunterricht wirksam einsetzen lassen.

    • Demonstration 3: Leiten Sie ein Unterrichtsgespräch, aus dem hervorgeht, weshalb wir bereit sein sollen, Opfer zu bringen. Sprechen Sie auch kurz darüber, wie sich ein Unterrichtsgespräch im Evangeliumsunterricht wirksam einsetzen lässt.

  2. Helfen Sie den drei Teilnehmern bei Bedarf bei der Vorbereitung.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Rufen Sie den Teilnehmern in Erinnerung, dass sie in der letzten Lektion gesehen haben, wie sich Anschauungsunterricht, Vergleiche und Tafel im Unterricht einsetzen lassen. Mit Hilfe dieser Methoden wurden Evangeliumsgrundsätze gelehrt. Heute werden dazu beauftragte Teilnehmer vorzeigen, wie sich Evangeliumsgrundsätze durch Geschichten, Fragen und ein Unterrichtsgespräch lehren lassen.

Geschichten erzählen

Demonstration und Unterrichtsgespräch

Bitten Sie den dazu beauftragten Teilnehmer um die erste Darbietung. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 1.) Besprechen Sie anschließend mit den Teilnehmern die folgenden Fragen:

• Wie haben Sie durch diese Geschichte besser verstehen gelernt, wie machtvoll das persönliche Gebet ist?

Bitten Sie den beauftragten Teilnehmer, kurz darüber zu sprechen, wie sich Geschichten einsetzen lassen, um einen Evangeliumsgrundsatz zu lehren.

Darbietung der Lehrkraft

Lassen Sie die Teilnehmer den Abschnitt „Geschichten“ auf Seite 167–169 aufschlagen. Befassen Sie sich mit „Richtlinien dafür, wie eine Geschichte vorbereitet und erzählt wird“ auf Seite 169.

Fragen stellen Demonstration und Unterrichtsgespräch

Bitten Sie den dazu beauftragten Teilnehmer um die zweite Darbietung. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 1.) Besprechen Sie anschließend mit den Teilnehmern die folgenden Fragen:

• Inwiefern haben diese Fragen Ihnen geholfen, besser zu verstehen, welche Segnungen man erhält, wenn man den Sabbat heilig hält?

Bitten Sie den beauftragten Teilnehmer, kurz darüber zu sprechen, wie sich Fragen einsetzen lassen, um einen Evangeliumsgrundsatz zu lehren.

Darbietung der Lehrkraft

Die Teilnehmer sollen lernen, dass Fragen als Werkzeug beim Lehren Folgendes bewirken sollen:

  1. Sie sollen zum Nachdenken und zum Gespräch anregen. Will man wissen, was bereits bekannt ist, was die Leute denken oder fühlen, so eignen sich Fragen mit was, wo, wann, warum, wie oder inwiefern. Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen, sind im allgemeinen weniger gut – außer wenn sie zu einer weiteren Frage oder zu einer Verpflichtungserklärung führen.

  2. Sie sollen den Teilnehmern verständlich machen, wie sich ein Evangeliumsgrundsatz anwenden lässt.

  3. Sie sollen dazu anregen, dass die Teilnehmer über Einsichten und Erfahrungen sprechen, die in Zusammenhang mit dem gelehrten Grundsatz stehen.

Weisen Sie darauf hin, dass wir nicht beunruhigt sein dürfen, falls die Teilnehmer auf eine Frage zunächst einmal nichts sagen. Vielleicht brauchen sie nur etwas Zeit zum Nachdenken.

Erklären Sie: Weitere Anregungen finden die Teilnehmer unter „Durch Fragen lehren“ auf Seite 68–70 in diesem Buch.

Ein Unterrichtsgespräch führen

Demonstration und Unterrichtsgespräch

Bitten Sie den dazu beauftragten Teilnehmer um die dritte Darbietung. (Siehe „Vorzubereiten“, Punkt 1.) Besprechen Sie anschließend mit den Teilnehmern die folgenden Fragen:

• Inwiefern hat Ihnen dieses Unterrichtsgespräch geholfen, besser zu verstehen, warum wir bereit sein sollen, Opfer zu bringen?

Bitten Sie den beauftragten Teilnehmer, kurz darüber zu sprechen, was er über die Leitung eines Unterrichtsgesprächs gelernt hat.

Darbietung der Lehrkraft

Die Teilnehmer sollen lernen, dass zur Leitung eines Unterrichtsgesprächs Folgendes gehört:

  1. Wir müssen den Teilnehmern ein Gefühl der Geborgenheit geben, so dass sie gern über ihr Zeugnis, über Einsichten, Erfahrungen, Fragen und Gedanken sprechen.

  2. Wir müssen jedem Teilnehmer für seinen Beitrag achtungsvoll danken.

  3. Wir müssen rücksichtsvoll sein, wenn sich jemand nicht beteiligen möchte. Vielleicht ist es hilfreich, wenn man mit dem Betreffenden unter vier Augen spricht. So lässt sich etwa herausfinden, warum er nichts vorlesen oder sich im Unterricht nicht beteiligen möchte. Vielleicht hilft es auch, wenn man so jemand die Möglichkeit gibt, sich auf das Unterrichtsgespräch im Voraus vorzubereiten, indem man ihm etwa eine Schriftstelle nennt, die er vor dem Unterricht lesen und über die er nachdenken kann.

  4. Wir können Kommentare und Fragen, statt sie selbst zu beantworten, an die ganze Klasse weiterleiten.

Weisen Sie darauf hin, dass die Teilnehmer weitere Anregungen unter „Ein Unterrichtsgespräch führen“ auf Seite 63–65 in diesem Buch finden.

Zum Abschluss

Zusammenfassung

Danken Sie den drei Teilnehmern für ihre Darbietungen.

Erinnern Sie daran, dass Methoden zwar wichtig sind, dass sich aber im Unterricht keinesfalls alles um die Methode drehen darf. Sie ist unser Hilfsmittel, damit die Schüler besser die errettenden Lehren des Evangeliums lernen und anwenden.

Weisen Sie darauf hin, dass wir mehr Freude am Unterrichten haben, wenn wir uns ständig bemühen, viele unterschiedliche Methoden anwenden zu können. Vielleicht sind wir bei einer neuen Methode anfangs ängstlich oder unsicher. Wir können jedoch darüber hinauswachsen.

Zitat

Präsident Heber J. Grant hat oft Ralph Waldo Emerson zitiert, der gesagt hat: „Das, was wir beständig tun, fällt uns mit der Zeit immer leichter; nicht, weil sich die Sache an sich geändert hat, sondern weil wir mehr Kraft erhalten haben, es zu tun.“ (Gospel Standards, Hrsg. G. Homer Durham [1941], Seite 335.)

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, wie der Geist Sie dazu drängt.

Aufträge

Bitten Sie die Teilnehmer, Folgendes zu tun:

  1. Im Evangeliumsunterricht neue Methoden auszuprobieren. Sie sollen ihre Erfahrungen aufschreiben.

  2. Nächste Woche in der Klasse einen Unterricht zu planen, den sie bald halten werden. Dabei kann es sich um einen Auftrag beim Familienabend, um einen Auftrag für die Kirche oder um sonst einen Lehrauftrag handeln. Die Teilnehmer sollen Unterrichts- material, etwa die heiligen Schriften und den Leitfaden, mitbringen.