Handbücher und Berufungen
Eine Atmosphäre des Lernens schaffen


Lektion 7

Eine Atmosphäre des Lernens schaffen

Teil 2

Ziel

Jeder Teilnehmer soll die Grundsätze aus Lektion 6 anwenden lernen.

Hinweis für die Lehrkraft

Am Ende der Lektion 6 haben Sie die Teilnehmer gebeten, sich vorzubereiten und Vorschläge zu nennen, wie man Ablenkungen vermeiden und disziplinäre Probleme lösen kann. (Siehe Seite 218.) Weil jedem Lehrer daran liegt, praktische, konkrete Lösungsmöglichkeiten kennenzulernen, sollen Sie den Unterricht diesmal so planen, dass Sie viel Zeit für die Aktivität zum Anwenden haben.

Vermitteln Sie den Teilnehmern im Unterrichtsgespräch, dass sie eine Atmosphäre des Lernens schaffen können.

Vorzubereiten

  1. Lesen Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 12:8. Bemühen Sie sich, diese Schriftstelle zur Erreichung des Lernziels einzusetzen.

  2. Bereiten auch Sie sich vor, darüber zu sprechen, wie sich ein konkretes Problem mit Ablenkung oder Disziplin vermeiden oder lösen lässt. Achten Sie darauf, dass Ihr Vorschlag auch durchführbar ist.

  3. Vergewissern Sie sich, dass sich die Teilnehmer vorbereitet haben, ebenfalls darüber zu sprechen, wie sich Ablenkungen vermeiden und disziplinäre Probleme lösen lassen. (Siehe Aufträge auf Seite 218.) Schärfen Sie ihnen ein, dass sie konkrete, durchführbare Lösungsvorschläge nennen sollen.

  4. Befassen Sie sich auch weiterhin in diesem Buch mit „Eine Atmosphäre des Lernens schaffen“ (Seite 75–87).

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Wie sehr wir andere beeinflussen können, hängt davon ab, wie demütig und liebevoll wir sind.

Darbietung der Lehrkraft und Besprechen der heiligen Schrift

Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass in Lektion 2 besprochen wurde, wie wichtig es ist, dass wir diejenigen, die wir unterweisen, auch lieben. Von diesem Grundsatz müssen wir uns bei allem leiten lassen, was wir unternehmen, um eine Atmosphäre des Lernens zu schaffen, besonders im Umgang mit dem einzelnen Schüler.

Lassen Sie Lehre und Bündnisse 12:8 vorlesen.

• Warum sind Demut und Liebe so wichtig, wenn wir einen anderen zum Guten beeinflussen wollen?

Regen Sie an, dass die Teilnehmer in ihren Gesprächen über das Vermeiden von Ablenkung und die Lösung disziplinärer Probleme immer im Auge behalten, wie wichtig die Liebe ist.

Zitat

Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Howard W. Hunter vor:

„Gottes Mittel sind in erster Linie überzeugende Rede, Geduld und Langmut und nicht Zwang oder Konfrontation. Er handelt, indem er uns sanftmütig auffordert und lenkt. Er tut es immer voll Achtung vor unserer Freiheit und Selbständigkeit. Er möchte uns helfen und bittet darum, uns helfen zu dürfen, aber er wird dabei nie unsere Entscheidungsfreiheit einschränken. Er liebt uns zu sehr, als dass er dies tun … würde.“ (Der Stern, Januar 1990, Seite 16.)

Wir können mithelfen, dass die anderen erkennen, dass auch sie zu einer Atmosphäre des Lernens beitragen müssen, und wir können ihnen helfen, auch tatsächlich dazu beizutragen.

Darbietung der Lehrkraft

Verweisen Sie auf die Aufträge, die Sie den Teilnehmern letzte Woche gegeben haben. Sagen Sie ihnen, dass auch Sie sich auf diesen Auftrag vorbereitet haben. Sprechen Sie sodann über das Problem, mit dem Sie sich befasst haben, und über Ihren Lösungsvorschlag. Sprechen Sie auch darüber, welcher der drei Punkte, die zu einer Atmosphäre des Lernens gehören, sich durch Ihren Lösungsvorschlag verbessern lässt. (Zur Wiederholung der drei Punkte siehe Seite 214). Nachdem Sie Ihre Lösung vorgeschlagen haben, fragen Sie:

  • Wie gut ist dieser Lösungsvorschlag?

  • Worauf muss man dabei achten?

  • Gibt es auch andere Lösungen?

Präsentation der Teilnehmer

Bitten Sie nun die Teilnehmer, reihum die Probleme zu besprechen, über die sie sich Gedanken gemacht haben, und Lösungsvorschläge zu nennen. Stellen Sie sicher, dass jeder Teilnehmer zu Wort kommen kann. Besprechen Sie, falls Sie Zeit genug haben, jedesmal die drei Fragen weiter oben.

Darbietung der Lehrkraft

Erklären Sie: Wenn wir Ablenkungen vorbeugen und disziplinäre Probleme lösen wollen, müssen wir oft mit dem einzelnen Teilnehmer arbeiten. Wir können aber auch alle Teilnehmer in ihrer Verantwortung unterweisen. Oft empfiehlt es sich, zunächst einmal über die eigene Berufung und über die Verantwortung des Lehrers zu sprechen. Davon ausgehend kann man die Verantwortung darlegen, die die Teilnehmer tragen, und sie lehren, welche drei Punkte zu einer Atmosphäre des Lernens gehören – so wie das in der vorangehenden Lektion besprochen worden ist. (Siehe Seite 214.) Und schließlich können wir ihnen sagen, dass wir ihre Hilfe brauchen. Der Unterricht kann ja nur dann erfolgreich sein, wenn Lehrer und Lernende zusammenarbeiten. (Eine derartige Präsentation finden Sie in der Geschichte auf Seite 78 in diesem Buch. Sie können die Geschichte mit den Teilnehmern lesen.)

Wir müssen Mittel und Wege finden, um Ablenkungen zu verringern.

Anschauungsunterricht

Bitten Sie einen Teilnehmer, nach vorne zu kommen. Bitten Sie ihn, seine Arme auszustrecken, und legen Sie auf jede Hand ein schweres Buch oder sonst einen schweren Gegenstand. Bitten Sie ihn, den anderen Teilnehmern etwas über die Erste Vision zu erzählen, gleichzeitig aber die Gegenstände immer vor sich zu halten. Wenn er seine Arme zu senken beginnt, erinnern Sie ihn daran, sie ausgestreckt zu halten. Hören Sie nach etwa 30 Sekunden mit dem Experiment auf, und lassen Sie den Teilnehmer an seinen Platz gehen.

Weisen Sie darauf hin, dass sich die Teilnehmer nicht wirklich auf das konzentriert haben, was er sagen wollte, weil ihre Aufmerksamkeit davon in Anspruch genommen war, wie sehr er sich anstrengte, die Bücher hochzuhalten.

Darbietung der Lehrkraft

Weisen Sie darauf hin, dass neben den Problemen, die bereits besprochen wurden, auch die Umgebung vom Lehren und Lernen ablenken kann. Wenn die Teilnehmer in ein Klassenzimmer oder an sonst einen Ort kommen, wo ein Unterricht stattfindet, und es ist dort unaufgeräumt und ungemütlich, so werden sie sich wahrscheinlich nicht ganz auf das konzentrieren, was im Unterricht vermittelt werden soll.

Eine gut geplante äußere Umgebung kann Ablenkung verringern. Stellen wir beispielsweise die Stühle so auf, dass die Lernenden die Lehrkraft, die Tafel und einander sehen können. Durch diese Sitzordnung kann die Lehrkraft besser unterrichten, und die Lernenden können sich besser beteiligen und lernen. Achten Sie möglichst darauf, dass es weder zu kalt noch zu warm ist, so dass sich jeder wohlfühlen kann. Weitere Anregungen dazu, wie man die äußere Umgebung gestaltet, finden Sie unter „Das Klassenzimmer vorbereiten“ auf Seite 76 in diesem Buch.

Wir können disziplinären Problemen verbeugen oder sie dadurch lösen, dass wir grundlegende Prinzipien des Evangeliumsunterrichts befolgen.

Darbietung der Lehrkraft

Wir können dadurch, dass wir eine Atmosphäre des Lernens schaffen und bewahren, Ablenkung vorbeugen und disziplinäre Probleme lösen. Das wichtigste dabei ist, dass wir die Grundsätze des Evangeliumsunterrichts einsetzen, die in diesem Kurs gelehrt werden. Diese Grundsätze sind:

  1. Lieben Sie Ihre Schüler

  2. Lehren Sie durch den Geist.

  3. Lehren Sie die Lehre.

  4. Regen Sie zu eifrigem Lernen an.

  5. Bereiten Sie vor, was notwendig ist.

  6. Verwenden Sie effektive Methoden.

Wir müssen uns und unseren Unterricht immer wieder prüfen und sicherstellen, dass wir alle diese Grundsätze anwenden.

Zum Abschluss

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, wie der Geist Sie dazu drängt.

Aufträge

Bitten Sie die Teilnehmer, Folgendes zu tun:

  1. Sich weiterhin in diesem Buch gründlich mit dem Abschnitt „Eine Atmosphäre des Lernens schaffen“ (Seite 75–87) zu befassen. Sie sollen überlegen, wie sie unterrichten und was sie tun können, um eine Atmosphäre des Lernens zu schaffen.

  2. Noch einmal die Aufstellung auf Seite 210 durchzusehen, in der besprochen wird, wie man zu eifrigem Lernen anregt. Sie sollen einen Punkt auswählen und ihn bei nächster Gelegenheit im Unterricht anwenden. Sie sollen in ihr Heft schreiben, welche Erfahrungen sie dabei machen.