Handbücher und Berufungen
BEI INTERVIEWS LEHREN


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BEI INTERVIEWS LEHREN

Präsident Thomas S. Monson hat Folgendes berichtet:

„Als ich kurz vor meinem 18. Geburtstag stand, … wurde ich zum Melchisedekischen Priestertum vorgeschlagen. Ich musste daher meinen Pfahlpräsidenten, Paul C. Child, anrufen, um einen Termin für das Interview zu vereinbaren. Er liebte und verstand die heilige Schrift, und ihm lag daran, dass auch jeder andere diese Liebe und dieses Verständnis entwickelt. Ich wusste von anderen, dass er bei Interviews sehr ins Detail und sehr in die Tiefe ging. Daher verlief unser Telefongespräch etwa so:

„‚Hallo, Präsident Child. Hier spricht Tom Monson. Der Bischof hat mich gebeten, Sie wegen eines Interviews anzurufen.‘

‚Sehr gut, Bruder Monson. Wann können Sie kommen?‘

Da ich wusste, dass seine Abendmahlsversammlung um 18.00 Uhr begann und da ich meine Schriftkenntnis so wenig wie möglich seinem forschenden Auge aussetzen wollte, schlug ich also vor: ‚Wie wäre es mit Sonntag, 17.00 Uhr?‘

Darauf sagte er: ‚Ach, Bruder Monson, da hätten wir ja nicht genug Zeit, uns gründlich mit der heiligen Schrift zu befassen. Kommen Sie doch bitte um 14.00 Uhr, und nehmen Sie Ihre markierten und mit Querverweisen versehenen heiligen Schriften mit.‘“ (Inspiring Experiences that Build Faith [1994], Seite 193.)

Thomas Monson lernte schon damals: Eine Interview mit dem Pfahlpräsidenten ist mehr als bloß ein „Interview“; hier wird das Evangelium studiert und gelernt.

Richtlinien für die Unterweisung beim Interview

Die folgenden Richtlinien können bei Interviews hilfreich sein:

„Häuft in eurem Verstand … die Worte des Lebens auf wie einen Schatz“ (LuB 84:85)

Denken Sie daran: Der Herr kennt die Mitglieder, mit denen Sie ein Interview führen. Er weiß, was sie brauchen, was ihnen Sorgen macht, er kennt ihre Stärken und Schwächen. Häufig werden Sie, wenn Sie einem Einzelnen oder einer Familie helfen wollen, selbst vom Geist unterwiesen und angeleitet.

Der Herr hat gesagt: „Häuft in eurem Ver- stand beständig die Worte des Lebens auf wie einen Schatz, dann wird euch zur selben Stunde das eingegeben werden, was davon einem jeden zugemessen werden soll.“ (LuB 84:85.) Ziehen Sie bei Ihrem Schriftenstudium in Betracht, dass eine bestimmte Schriftstelle vielleicht genau das ist, was jemand bei einem Interview von Ihnen hören soll. Ein Bischof berichtet dazu Folgendes:

„An einem Montagmorgen las ich in Lehre und Bündnisse über Umkehr und Vergebung. Göttliche Wahrheit ergoss sich in mein Herz und meinen Sinn, und insbesondere wurde mir klar, dass man sich auch selbst vergeben muss. Nie zuvor hatte ich daran gedacht, dass diese Wahrheit: ‚Ich, der Herr, vergebe, wem ich will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt‘ (LuB 64:10) auch für mich selbst galt.

Ich beendete mein Schriftenstudium und ging an die Arbeit. Am Abend hatte ich einen Termin mit einem Ehepaar, das Eheprobleme hatte. Dabei erwähnte die Schwester, dass sie in ihrer Jugend einmal gegen das Gesetz verstoßen hatte und damals eigentlich hätte verurteilt werden können. Inzwischen waren schon dreißig Jahre vergangen, der damalige Vorfall hatte heute keinerlei Bedeutung mehr, doch die Schwester litt immer noch unter Schuldgefühlen. Mir kam sofort jener Vers aus Lehre und Bündnisse in den Sinn, der einer bedrängten Menschenseele Frieden gab. Das war ein Zeugnis für mich, dass sich das tägliche Schriftenstudium sehr rasch bezahlt machen kann.“

Von der heiligen Schrift und von den Grundsätzen, die darin gelehrt werden, Zeugnis geben

Stützen Sie sich bei Ihren Interviews auf die Schrift, und geben Sie Zeugnis davon. Sie können auch davon erzählen, auf welche Weise der Grundsatz, der im Interview besprochen wird, Ihnen und anderen zum Segen gereicht hat.