Liahona
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Was wäre, wenn Britt nicht mehr Camilles Freundin sein wollte?

„Gott wird dich schützen, drum tu, was ist recht!“ (Gesangbuch, Nr. 157)

Ich hab gestern eine total lustige Sendung im Fernsehen gesehen. Die musst du unbedingt auch mal anschauen. Vielleicht können wir sie dann mal zusammen sehen!“, sagte Britt.

Camille war glücklich, dass sie auf dem Heimweg von der Schule immer mit ihrer besten Freundin reden konnte. Es war toll, dass sie so viel gemeinsam hatten.

„Klingt gut!“ Camille winkte zum Abschied und ging ins Haus.

Nach ihren Hausaufgaben schaltete sie den Fernseher an und suchte den Kanal mit der Sendung. Es würde so viel Spaß machen, morgen mit Britt darüber zu reden!

Die Sendung war lustig. Die Figuren machten viel Blödsinn und erzählten Witze. Camille lachte viel. Aber nicht alles war witzig. Es kamen auch Wörter vor, von denen Camille ein flaues Gefühl im Magen bekam. Das waren keine guten Wörter.

Was soll ich tun?, fragte sie sich. Camille wusste, dass diese Wörter schlecht waren. Aber sie wollte wissen, wie die Geschichte ausging. Und was sollte sie sagen, wenn Britt sie morgen danach fragen würde?

Mit einem Seufzer schaltete Camille den Fernseher aus.

Als ihre Mama nach Hause gekommen war, half Camille ihr, den Tisch für das Abendessen zu decken. „Wie war es in der Schule?“, fragte Mama.

Camille legte die Gabeln und Löffel hin. „Es war richtig toll! Aber … Britt hat mir von einer Sendung erzählt, die ich mir anschauen soll. Ich hab damit auch angefangen, aber es wurden schlechte Wörter gesagt. Ich hab mich dabei nicht wohlgefühlt, also habe ich sie ausgeschaltet.“

„Das klingt, als hättest du eine sehr gute Entscheidung getroffen.“

„Aber Britt möchte sie mit mir zusammen anschauen. Wir sind doch beste Freundinnen! Wir mögen die gleiche Musik, die gleiche Eiskrem, dieselben Bücher …“

Mama stellte einen Topf Nudeln auf den Tisch. „Stimmt schon, aber das heißt nicht, dass ihr immer dasselbe machen müsst. Besonders, wenn es etwas ist, wobei du dich nicht wohlfühlst. Es ist in Ordnung, andere Entscheidungen zu treffen als seine Freunde.“

„Was meinst du damit?“, fragte Camille.

„Wir entscheiden uns dafür, keine schlechten Wörter anzuhören oder zu sagen, damit wir den Heiligen Geist spüren können“, erklärte Mama. „Doch nicht alle haben dieselben Regeln wie wir. Deswegen sind sie aber keine schlechten Menschen.“

Camille machte sich immer noch Sorgen darüber, was passieren würde, wenn Britt sie auf die Sendung ansprechen würde. Sie redeten ja über alles! Was, wenn Britt meinte, sie stelle sich an wie ein Baby? Oder noch schlimmer, wenn sie dann nicht mehr ihre Freundin sein wollte?

Camille sprach ein Gebet, bevor sie ins Bett ging. Lieber Vater im Himmel, bitte hilf mir, wenn ich morgen mit Britt rede. Bitte hilf mir, mutig zu sein. Camille legte sich ins Bett und hoffte, dass in der Schule alles gut laufen würde.

„Camille!“, rief Britt vom anderen Ende des Spielplatzes. Sie rannte über die Wiese auf Camille zu. „Wie fandest du die Sendung? War sie nicht lustig?“

Camille holte tief Luft. „Ich hab eigentlich gar nicht viel davon gesehen.“

Britt sah ihre Freundin verwundert an. „Warum nicht?“

Camille überlegte kurz. Sollte sie einfach sagen, sie hätte keine Zeit gehabt? Was würde Britt dazu sagen? „Naja … Ich hab nicht weitergeschaut, weil Wörter gesagt wurden, die ich nicht mochte. Ich habe mich dabei nicht wohlgefühlt.“

„Oh“, sagte Britt leise. Dann meinte sie: „Das ist nicht schlimm. Wir müssen sie ja nicht zusammen anschauen. Wir können uns eine Sendung suchen, die wir beide mögen, oder etwas ganz anderes machen.“

„Klingt gut.“ Camille lächelte. Dann gingen die beiden Freundinnen zusammen zum Unterricht. Auf dem Weg dorthin redeten und lachten sie die ganze Zeit. ●

Die Verfasserin lebt in Utah.