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Wie die heilende Macht des Erretters bei der Umkehr von sexuellen Sünden wirkt
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Wie die heilende Macht des Erretters bei der Umkehr von sexuellen Sünden wirkt

Als Bischof einer JAE-Gemeinde habe ich junge Erwachsene bei ihrer Umkehr unterstützt und ihnen geholfen, durch das Sühnopfer Jesu Christi geläutert zu werden

Als ich Bischof in einer JAE-Gemeinde war, habe ich viele junge Erwachsene bei ihrer Umkehr unterstützt, damit sie nach sexuellen Sünden wieder rein werden konnten. Wenn du auf dem Weg der Umkehr bist, wirst du hier nichts über die Schritte der Umkehr erfahren, sondern darüber, wie die heilende Macht Jesu Christi und die Segnungen seines Sühnopfers in dir wirken können. Ich bete darum, dass dir das Wissen, wie sehr Christus und der Vater im Himmel dich lieben, Hoffnung schenkt.

Viele der jungen Erwachsenen, die ich begleitet habe, hatten von der Umkehr von sexuellen Sünden eine falsche Vorstellung. Unter anderem bekam ich zu hören: „Niemand wird mit mir ausgehen oder mich heiraten wollen, weil ich schon einmal Sex hatte“, „Ich habe das Gefühl, ich bin nicht würdig genug für einen Partner, weil ich Probleme mit Pornografie hatte“, „Meine Chancen auf eine Tempelehe sind wegen meiner Fehler ruiniert“ oder „Ich werde anderen Mitgliedern oder meinen zukünftigen Kindern nie das Gesetz der Keuschheit richtig vermitteln können, weil ich es gebrochen habe“.

Im Grunde konnten sie nicht glauben, dass der Erretter ihre „scharlachroten“ Sünden tatsächlich „weiß wie Schnee“ machen konnte (siehe Jesaja 1:18). Sie kamen zu der falschen Schlussfolgerung: „Wenn ich umfassend umkehre und der Herr mir umfassend vergibt, kann er meine purpurroten Sünden blassrosa machen.“1

Gedanken wie diese stammen nicht vom Vater im Himmel. Sie stammen vom Satan, der dir einreden will, du hättest deine Zukunft durch deine Fehler verspielt. Im Gegensatz dazu möchte der Vater im Himmel, dass du durch den Erretter Hoffnung spürst. Er möchte, dass du die Lehre so verstehst, wie sie tatsächlich ist: „Weiß wie Schnee werden [die Sünden]“ – nicht rosa.

Was wir über Gottes Liebe lernen können

Wie der Vater im Himmel tatsächlich für dich empfindet, wenn du von sexuellen Sünden umkehrst, kannst du gut anhand des Gleichnisses vom verlorenen Sohn erkennen (siehe Lukas 15:11-32). Dieses Gleichnis ist sehr drastisch, und es geht darin um viele Sünden. Der Erretter führt es als schlimmstmögliches Beispiel an, damit wir alle wissen, dass der Vater im Himmel uns bedingungslos liebt und das Sühnopfer Jesu Christi für jeden von uns gilt.

Hier nun drei Punkte, die wir aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn lernen können:

  1. Werde dir zuerst der Notwendigkeit deiner Umkehr bewusst

Wie der verlorene Sohn hast du vielleicht auch einmal ernsthaft über dich nachgedacht, bist in dich gegangen (siehe Lukas 15:17) und hast erkannt, dass du dich ändern oder umkehren musst. Für solche Einsichten musst du dich nicht schämen. Sie kommen von Gott und können dir die Hoffnung schenken, dass dir vergeben werden kann. Das ist dein erster Schritt auf den Erretter zu.

  1. Mach dir bewusst: Dein Wert nimmt niemals ab

In meiner Vorstellung hat der verlorene Sohn für sich festgelegt, dass sich sein Potenzial, sein Wert und seine Zukunft wegen seiner Sünden geändert haben – weil er die Macht des Erretters und die Segnungen des Sühnopfers Christi nicht verstand. Er nahm an, dass er bei seiner Rückkehr nur noch ein „Tagelöhner“ sein würde. Doch in Wahrheit wurde er immer noch als Sohn geliebt, und genauso wirst du immer eine geliebte Tochter oder ein geliebter Sohn Gottes mit göttlichem Potenzial sein.

  1. Denk an die Vergebungsbereitschaft des Vaters im Himmel und des Erretters

Unser Erretter beschreibt, wie der Vater reagierte, als der verlorene Sohn zurückkehrte, und zeigt damit auf, was der Vater im Himmel empfindet, wenn du dich an ihn wendest: „Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ (Lukas 15:20.)

Ich glaube, die Reaktion des Vaters erstaunte den verlorenen Sohn. Ich stelle mir vor, wie er vor Weinen schluchzte, als er seinen Vater ansah und sagte: „Ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.“ (Lukas 15:21.) Doch der Vater legte ihm ein Gewand um und steckte ihm einen Ring an den Finger. Er rügte seinen Sohn nicht, er war nicht abweisend, er ließ ihn nicht um Gnade betteln, er hielt ihm noch nicht einmal eine Strafpredigt – er freute sich nur, dass sein Sohn eine Herzenswandlung erlebt hatte und zu ihm zurückgekehrt war.

Das ist ein bedeutender Moment, der zeigt, wie der Vater im Himmel reagiert, wenn du den ersten Schritt in Richtung Umkehr gehst. Er wartet auf dich und möchte dir vergeben. Sowohl der Vater im Himmel als auch der Erretter freuen sich über alle Maßen, wenn du dich an sie wendest, um deine Sünden zu überwinden.

Die Segnungen der Umkehr

Als Bischof war es meine Aufgabe, jungen Erwachsenen zu helfen, die Macht des Erretters und die Segnungen seines Sühnopfers in Anspruch zu nehmen. Ich habe mich bemüht, dem liebevollen Beispiel des Vaters im Himmel zu folgen, wenn diese mutigen jungen Erwachsenen (von denen einige für mich Helden sind) zu mir kamen und bereit waren, mit mir über ihre Sünden zu sprechen, und durch den Erretter geläutert werden wollten. Ich war Zeuge dieser Läuterung.

Ich habe aber auch erlebt, wie viele dieser jungen Erwachsenen weiter mit dem Satan kämpften, der ihnen Lügen erzählte, um sie gefangen zu halten. Der Satan gewinnt nicht nur, wenn wir sündigen. Er gewinnt auch, wenn er uns erfolgreich einreden kann, wir wären wertlos, Gott liebe uns nicht und unsere Situation wäre so hoffnungslos, dass das Sühnopfer des Erretters uns nicht erreichen kann. Er gewinnt, wenn er uns einreden kann, unsere Sünden könnten uns niemals vollständig vergeben werden.

Doch so verhält es sich keinesfalls.

Präsident Russell M. Nelson hat gesagt: „Zu viele Menschen sehen Umkehr als eine Bestrafung – etwas, was man vermeiden muss, solange man nicht dazu gezwungen ist. Aber dieses Gefühl der Bestrafung geht vom Satan aus. Er will uns daran hindern, auf Jesus Christus zu blicken, der mit offenen Armen dasteht, voller Hoffnung und bereit, uns zu heilen, zu vergeben, zu läutern, zu stärken, zu reinigen und zu heiligen.“2

Umkehr ist etwas ganz Persönliches – ein Vorgang, der mit gottgewollter Traurigkeit beginnt und mit einer Herzenswandlung und einer Verhaltensänderung endet. Dieser Vorgang ist weder mechanisch noch gibt es Checklisten. Er steht jedem offen.

Wenn du von sexuellen Sünden umkehren musst, bitte ich dich eindringlich, als Erstes zum Vater im Himmel zu beten und mit deinem Bischof oder Zweigpräsidenten zu sprechen. Geh mit einer positiven Einstellung an die Umkehr heran. Das Sühnopfer Jesu Christi ist das größte Geschenk, das je gemacht wurde. Mit Christus kannst du deine Sünden hinter dir lassen und wieder „weiß wie Schnee“ werden. Mit Christus kannst du besser werden, als du vorher warst. Mit Christus kannst du voller Hoffnung und Vertrauen auf ein schönes Leben vor dir voranschreiten.