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Eine Grundlage für eure Zukunft
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Eine Grundlage für eure Zukunft

Nach einer Ansprache bei der Herbst-Generalkonferenz 1997

Illustrationen von Dean MacAdam

In eurer Jugendzeit steckt ihr euch viele Ziele, die ihr in eurem Leben erreichen wollt. Zu diesen Zielen gehören vermutlich eine Mission, eine Ausbildung, eine Tempelehe, eine erfolgreiche Karriere und natürlich die sichere Rückkehr in die Gegenwart eures himmlischen Vaters im celestialen Reich.

Eine der großen Herausforderungen bei diesen Zielen ist es, sie in euren Alltag zu integrieren. Das kann schwierig sein, weil eure Zeit von so viel Alltäglichem beansprucht wird. Ihr geht zur Schule und habt Hobbys wie Musik, Tanz, Sport und Ähnliches. Viele von euch arbeiten auch schon nebenbei. Zu diesem vollen Zeitplan kommen noch Aktivitäten am Wochenende hinzu, wie etwa Wettkämpfe, Tanzabende, Gemeindeaktivitäten und Partys. Aber nicht nur das – wo immer ihr seid, versuchen Freunde, die sozialen Medien, Filme, Videospiele und Musik, euch zu vereinnahmen. Wow! Was für ein Abenteuer!

Das Geheimnis, wie man das alles im Gleichgewicht hält, liegt darin, das große, ewige Ganze nicht aus dem Auge zu verlieren. Zum Beispiel: Wie wird sich das, was ihr diesen Freitagabend macht, darauf auswirken, wo ihr in zwei, fünf oder zehn Jahren steht? Ihr denkt vielleicht, dass dieser Freitagabend nicht viel mit euch in zwei Jahren zu tun hat, aber das könnte er – je nachdem, wo ihr hingeht und was ihr macht. Wenn ihr euer Potenzial einmal erreichen und zu dem Menschen werden wollt, zu dem euch der Herr machen will, behaltet ihr besser das große, ewige Ganze im Auge und arbeitet schon heute daran.

Eure Grundlage in einer verkehrten Welt

Der Prophet Jesaja hat unsere Zeit vorausgesehen und davor gewarnt, dass vieles verkehrt herum dargestellt werden würde. Er prophezeite: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.

Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für klug halten.“ (Jesaja 5:20,21.)

Ihr wachst in dieser verkehrten Welt auf, und der Druck des modernen Lebens stellt euch vor eine ziemlich große Herausforderung. Wie könnt ihr euch während eurer Jugend geistig auf die Zukunft vorbereiten?

Ihr müsst erkennen, dass ihr die Grundlage für eure Zukunft, sowohl zeitlich als auch geistig, heute legt. Wenn eure Grundlage durch Sünde brüchig wird und ihr sie nicht repariert, werdet ihr euer Leben auf einer geschwächten Grundlage aufbauen. Eure Zukunft ist dann weniger sicher, aber ganz sicher stressiger.

Das Evangelium Jesu Christi wurde uns unter anderem gegeben, damit wir von unserem ewigen Potenzial wissen. Und ein Zweck der Organisation der Kirche Jesu Christi ist, uns beim Erreichen dieses Potenzials zu unterstützen. Uns wird gesagt: „Unser Erlöser – und das ist Christus, der Sohn Gottes – [ist] der Fels …, auf dem ihr eure Grundlage bauen müsst.“ Unser Erretter Jesus Christus ist „eine sichere Grundlage …, und wenn die Menschen auf dieser Grundlage bauen, können sie nicht fallen“ (Helaman 5:12).

Viele kleine Taten im Alltag können Großes bewirken

Ich habe bisher noch keinen Unternehmer, Lehrer, Künstler oder Sportler getroffen, der Vortreffliches geleistet hätte, ohne die Vision seiner Zukunft in seinen Alltag zu integrieren. Ziele oder Visionen, die wir nicht durch tägliches Handeln in unseren Alltag einbauen, bleiben höchstwahrscheinlich unerfüllte Träume.

Stellt euch zum Beispiel vor, dass ihr demnächst eine Klassenarbeit in Geometrie schreibt. Es ist euer Ziel, in Mathe eine gute Zensur zu bekommen, was macht ihr also, um dieses Ziel zu erreichen? Wartet ihr bis zur letzten Minute und lernt dann alles am Abend vor der Klassenarbeit? Das ist eine riskante Methode. Anstatt den Lernstoff richtig zu verstehen und sich gut vorbereitet und im Stoff sicher zu fühlen, werdet ihr das Klassenzimmer wohl eher nervös betreten und hoffen, dass nur Aufgaben gestellt werden, die ihr lösen könnt. (Ich bin mir sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der dieses unangenehme Gefühl kennt!)

Oder nehmt ihr euch jeden Tag etwas Zeit, um den Stoff gründlich und in Ruhe zu lernen? Bei dieser Methode habt ihr genügend Zeit, um den Lernstoff richtig zu verstehen. Und ihr habt auch noch viel Zeit, um eurem Lehrer Fragen zu stellen, falls euch etwas nicht klar ist. Dadurch versteht ihr alles viel besser und ihr schreibt die Klassenarbeit mit mehr Selbstvertrauen.

An jedem Ziel – und das gilt vor allem für celestiale Ziele – muss man stetig, täglich arbeiten. Werdet ihr euch mit nur zwei Stunden Kirchenbesuch am Sonntag vor dem Druck und dem Schlechten in der Welt schützen können? Das ist unwahrscheinlich. Es ist sehr schwierig, sich noch in letzter Minute auf eine Mission vorbereiten zu wollen. Und genauso schwierig ist das bei einer Tempelehe. Geht dieses Risiko nicht ein. Seid klug. Genau wie beim Lernen könnt ihr nur Erfolg haben, wenn ihr euch täglich darum bemüht. Bereitet euch Tag für Tag vor. Studiert die heiligen Schriften. Sprecht im Gebet mit eurem Vater im Himmel. Nehmt am Seminar teil. Haltet euch rein und macht euch bereit. Wenn ihr das tut, werden ihr Frieden haben, euer Gewissen wird rein sein, euer Selbstvertrauen groß, und ihr werdet im Herzen wissen, dass eure Zukunft strahlend und herrlich sein wird.

Geht mit der Hilfe des Herrn voran

Der Herr möchte, dass ihr Erfolg habt, und er wird euch beistehen. Wenn ihr euch an seinen Plan haltet, wird er euch helfen, unterstützen und in schwierigen Zeiten aufrichten. Wenn ihr ihm jeden Tag nah bleibt, bleibt er auch euch nah, und ihr werdet in allen Aspekten eures Lebens unermessliche Segnungen empfangen – vor allem die wichtigsten Segnungen, die geistigen.

Es wird letztlich eure Liebe zum Herrn sein, die euch helfen wird, euch zu celestialen Zielen zu verpflichten und ihnen treu zu bleiben. Ich weiß, dass der Herr lebt und dass es sein Wunsch und seine Hoffnung ist, dass wir eine celestiale Zukunft haben.