Liahona
Die beste Steinschleuder Jamaikas
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Die beste Steinschleuder Jamaikas

Donovan zielte mit seiner Steinschleuder auf die leere Suppendose auf dem Baumstumpf.

Er zog das Gummiband der Steinschleuder nach hinten.

„Was machst du da?“, fragte seine kleine Schwester Dana.

„Schau zu!“, sagte er.

Schnapp!

Als Donovan das Gummiband losließ, schnellte es nach vorn und der kleine Stein schoss heraus. Einige Blätter in einem Baum in der Nähe raschelten. Aber die Dose hatte sich nicht bewegt. Donovan stopfte die Steinschleuder wieder in seine Hosentasche. Er hatte danebengeschossen. Schon wieder!

Dana neigte den Kopf zur Seite. „Was soll ich mir anschauen?“

„Nichts“, sagte Donovan. „Komm, wir gehen nach Hause.“ Sie gingen zum Haus zurück.

Donovan kickte einen Ast aus dem Weg. Egal, wie sehr er sich anstrengte, er traf mit Papas Steinschleuder nie. Dabei fand er sie klasse! Er nahm sie gern mit, wenn Papa wegen der Arbeit von zuhause fort war, wie jetzt gerade. Dadurch fühlte er sich Papa nah, auch wenn er nicht da war.

Er holte die Steinschleuder wieder aus der Hosentasche und drehte sie langsam in der Hand herum. Die raue Rinde war schon seit langem glattgerieben. Papa hatte die Steinschleuder aus einem starken Zweig gemacht und jahrelang benutzt, bevor er sie Donovan gab.

Damals hatte Papa auf die Suppendose gezeigt. „Wenn du dich konzentrierst, kann Erstaunliches geschehen.“ Donovan konnte sich noch gut daran erinnern, was dann passierte. Papa zielte auf die Dose und traf sie. Auf Anhieb! Bei ihm sah es so leicht aus. Donovan vermisste ihn sehr.

Beim Einschlafen dachte er immer noch an Papa.

Am nächsten Morgen ging Donovan mit der Steinschleuder an seinen Lieblingsort im Wald und versuchte es wieder.

„Konzentriere dich!“, sagte sich Donovan, während er auf die Dose auf dem Baumstumpf starrte. Er legte einen weiteren kleinen Stein in die Schleuder und zog das Band nach hinten.

Papa versucht es immer weiter, auch wenn es nicht gleich klappt, dachte Donovan.

Er versuchte, nicht mehr daran zu denken, wie oft er das Ziel verfehlt hatte. Er schloss ein Auge, wie Papa es ihm beigebracht hatte. Er konzentrierte sich sehr. Donovan sah nichts anderes mehr als die rote Suppendose.

Er atmete tief durch und ließ das Band los.

Schnapp!

PING!

Erstaunt sah Donovan zu, wie die Dose vom Baumstumpf flog. „Ich hab es geschafft!“, rief er. „Hurra!“

Am Abend setzte sich Donovan nach dem Abendessen neben Mama. Er zeigte ihr die Steinschleuder.

„Ich hab heute endlich die Dose getroffen“, sagte er mit einem breiten Lächeln.

„Gut gemacht!“, lobte Mama.

„Weißt du, ich glaube, diese Steinschleuder habe ich von allen Sachen am liebsten“, sagte Donovan.

„Tatsächlich?“, fragte Mama.

„Ja. Weil ich dann an Papa denke und das Gefühl habe, er ist bei mir.“

Mama lächelte. „Ich glaube, er würde sich sehr darüber freuen, wenn du ihm das erzählst. Und weißt du was? Papa kommt schon in drei Tagen nach Hause. Dann kannst du ihm zeigen, was du kannst.“

Donovan konnte es kaum erwarten! „Ich hab eine Idee“, sagte er.

Er lief schnell zu Dana. Er konnte ihr beibringen, wie man die Steinschleuder benutzt, wie Papa es ihm beigebracht hatte!

„Hey, Dana“, sagte er. „Möchtest du lernen, wie man die beste Steinschleuder Jamaikas benutzt?“ ●

Wenn du dich konzentrierst, kann Erstaunliches geschehen.