Liahona
Ich soll mich auf das Abendmahl vorbereiten?
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Ich soll mich auf das Abendmahl vorbereiten?

Wenn du dir jede Woche Zeit nimmst, dir die beträchtlichen Segnungen des Abendmahls zu vergegenwärtigen, erlangst du geistige Kraft und machst wunderbare Erfahrungen

Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich am Abendmahl teilnahm. Ich war von den Missionaren zur Kirche eingeladen worden. Dort war ich vorher noch nie gewesen. Leider wusste ich gar nichts über das Abendmahl und seine symbolische Bedeutung, deswegen mussten die Mädchen, neben denen ich saß, mir alles währenddessen erklären.

Zurückblickend ist mir klargeworden, dass es besser gewesen wäre, ich hätte mich schon vorher selbst ein wenig über das Abendmahl informiert. Aber zum Glück waren meine jungen Sitznachbarinnen an jenem Tag gern bereit, mir alles in dem Moment zu erklären. Seitdem hat es in meinem Leben viele Veränderungen gegeben. Heute weiß ich viel mehr über das Evangelium und die Bedeutung des Abendmahls.

Auch bei den letzten Generalkonferenzen gab es viele Veränderungen. In seinen Schlussworten bei der Herbst-Generalkonferenz 2019 gab Präsident Russell M. Nelson bekannt, dass die Fragen des Tempelinterviews überarbeitet worden waren. Er las auch die achte Frage vor: „Sind Sie bestrebt, zuhause wie in der Kirche den Sabbat heiligzuhalten, die für Sie vorgesehenen Versammlungen zu besuchen, sich auf das Abendmahl vorzubereiten und würdig daran teilzunehmen und in Übereinstimmung mit den Gesetzen und Geboten des Evangeliums zu leben?“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Das Wort vorbereiten drang mir ins Herz.

Mir wurde klar, dass es keine ausreichende Vorbereitung auf das Abendmahl ist, wenn man erst ein paar Sekunden, bevor Brot und Wasser ausgeteilt werden, damit anfängt. Man kann sich unter der Woche auf das Abendmahl einstimmen. Dann spürt man den Geist stärker und hat jeden Sonntag ein Gefühl der Erneuerung.

Ich habe seitdem angefangen, mich im Verlauf der Woche auf das Abendmahl vorzubereiten:

  1. Ich studiere die heiligen Schriften in Verbindung mit dem Lehrplan Komm und folge mir nach! und achte auf Gedanken, von denen ich anderen erzählen kann, auch im nächsten Sonntagsschulunterricht.

  2. Ich packe schon Samstagabend alles ein, was ich morgens in der Kirche brauche (Nachtschichten machen mir Spaß!). Ich packe meine heiligen Schriften und für die Abendmahlsversammlung ein Notizbuch ein. Außerdem bete ich darum, in der Kirche Antworten zu finden, wie ich mich in der dann kommenden Woche verbessern kann.

  3. Ich höre am Sonntagmorgen geistliche Musik, bevor ich zur Abendmahlsversammlung gehe. Auch das hilft mir, den Heiligen Geist zu spüren und mich gut einzustimmen.

  4. Ich lese mir den Text der Lieder durch, die wir in der Abendmahlsversammlung singen werden, und schlage die dazugehörigen Schriftstellen auf. Dadurch verstehe ich die Botschaft und Bedeutung der Lieder besser und kann während der Versammlung weiter darüber nachdenken.

  5. Und schließlich denke ich vor dem Austeilen des Abendmahls über dessen Zweck nach. Ich mache mir bewusst, dass ich im Verlauf der Woche nicht vergessen darf, warum es das Abendmahl gibt und warum es wichtig ist: Der Erretter ist der Grund.

Das Abendmahl dient dazu, an Jesus Christus und sein Sühnopfer für uns zu denken (siehe Matthäus 26:26-28). Es bietet uns außerdem die Gelegenheit, unseren Taufbund zu erneuern und uns erneut zu verpflichten, mehr wie der Erretter zu werden, an ihn zu denken und ein besserer Jünger zu werden. Durch das Abendmahl können wir die Woche geistig erfrischt beginnen.

Seit meinem ersten Kirchenbesuch habe ich sehr viel mehr über das Abendmahl gelernt. Jetzt empfinde ich große Freude, wenn ich zur Abendmahlsversammlung komme, weil ich weiß, dass ich gleich an das Opfer des Erretters für mich denken und mir vornehmen werde, meine Bündnisse genauer einzuhalten. Wenn man sich vorbereitet, verspürt man den Heiligen Geist während der Versammlung stärker. Als das Abendmahl noch nicht Bestandteil meines Lebens war, fühlte ich mich oft leer – als würde mir etwas fehlen. Mir war nicht bewusst, dass das fehlende Puzzleteil in meinem Leben eine so einfache und doch machtvolle heilige Handlung war. Durch diese heilige Handlung erlange ich größere Liebe zum Erretter und weiß alles, was er für mich tut, zu schätzen.