2013
    Ich habe das Rechte gewählt
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    Ich habe das Rechte gewählt

    Vielleicht würde ich samt meiner Familie bestraft werden, wenn ich mich weigerte, den Wein zu trinken.

    „Lerne in deiner Jugend, die Gebote Gottes zu halten.“ (Alma 37:35)

    Ich besuchte mit meiner Familie das Dorf meiner Eltern, um dort Neujahr zu feiern. Wir waren schon drei Jahre nicht mehr dort gewesen und freuten uns sehr darauf, Freunde und Verwandte wiederzusehen. Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich willkommen geheißen.

    Am Silvesterabend kamen wir mit einigen anderen zu einer traditionellen Zeremonie zusammen, bei der man für den ältesten Sohn jeder Familie Schutz, ein langes Leben und Wohlergehen erbittet. In meiner Familie bin ich der älteste Sohn. Ich erfuhr, dass von allen, die an der Zeremonie teilnahmen, erwartet wurde, dass sie Wein tranken. Es war ein Teil der Zeremonie.

    Ich war sehr beunruhigt. Ich wusste ja, dass ich das Wort der Weisheit brach, wenn ich Wein trank. Aber wenn ich den Wein nicht trank, würde ich vielleicht bestraft werden, weil es als respektlos gelten würde. Und vielleicht würde man sogar meine Familie bestrafen. Mir kamen die Worte meiner Mutter in den Sinn: Wenn du dich in einer Situation befindest, die du nicht beeinflussen kannst, bete zum Vater im Himmel und bitte ihn, dir zu helfen.

    Also betete ich im Stillen: „Vater im Himmel, führe mich durch deinen Geist und hilf mir, das Richtige zu tun.“

    Als ich an der Reihe war, den Wein zu trinken, war ich sehr nervös, sagte aber laut und deutlich: „Mein Körper ist ein Tempel. Ich werde das Wort der Weisheit nicht brechen.“

    Der Dorfälteste war sehr überrascht. Er wandte sich mir zu und sagte: „Du scheinst ja genau zu wissen, was du tust. Erzähl uns doch bitte von deinen Ansichten.“

    Meine Familie und ich wurden nicht bestraft. Unser Glaube wurde gestärkt. Ich weiß, dass der Vater im Himmel mir geholfen hat, den Mut aufzubringen, das Rechte zu tun.

    Illustration von Steve Kropp