2018
    Mein Traum wurde wahr
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    Mein Traum wurde wahr

    Valencia Hung

    Neusüdwales, Australien

    Ich wurde in Hongkong geboren. Als Kind träumte ich davon, in einem wunderschönen Land zu leben, inmitten der Natur.

    Als ich dann erwachsen und verheiratet war, zogen mein Mann und ich nach Australien. Er war ausgebildeter Mechaniker und erhielt ein Arbeitsvisum, mit dem wir vier Jahre lang in Australien bleiben konnten. Als wir beide eine Anstellung fanden, wurde unser Visum um weitere vier Jahre verlängert.

    Während dieser Zeit bemühten wir uns, unsere Situation zu verbessern, damit wir eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen konnten. Wir konnten uns keinen Englischunterricht leisten, aber ein Bruder und eine Schwester in unserer Gemeinde halfen uns, Englisch zu lernen. Dennoch sah es nach acht Jahren so aus, als müssten wir Australien verlassen. Wir fasteten und beteten darum, wir mögen eine Möglichkeit finden, wie wir dort bleiben konnten. Auch unsere Gemeinde fastete und betete für uns.

    Unsere Situation schien jedoch aussichtslos. Wir fingen an zu packen und unsere Rückkehr nach Hongkong zu planen. Eines Abends rief ein Bekannter an und erkundigte sich nach unseren Visa. Wir erklärten ihm unsere Situation. Daraufhin meinte er, er kenne einen Beamten bei der Einwanderungsbehörde, der vielleicht helfen könne.

    Am nächsten Tag trafen wir uns mit dem Beamten. Er beruhigte uns gleich. Er wollte die Papiere zur Verlängerung eines anderen Visums einreichen – ein Visum für einen unbefristeten Aufenthalt, das erforderte, dass wir aus Sydney weg in eine ländlichere Gegend ziehen.

    Wir zogen in einen Ort etwa eineinhalb Stunden nördlich von Sydney. Wir fanden ein von üppigem Grün umgebenes Haus in der Nähe eines Gemeindehauses. Unser neues Zuhause und unsere neue Gemeinde gefielen uns sehr gut.

    Bald erhielten wir vorläufige Visa. Mein Mann und ich beteten weiterhin. Er fastete sechs Monate lang jeden Sonntag. Wir lasen jeden Tag in den heiligen Schriften und gingen jede Woche in den Tempel.

    Eines Tages erhielten wir einen Anruf von dem Beamten bei der Einwanderungsbehörde. Wir mussten noch einmal zur Behörde nach Sydney und unsere Pässe dort abgeben. Als wir sie zurückbekamen, waren sie mit einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung versehen. Wir dankten dem Vater im Himmel für diesen Segen. Wir hatten Glauben ausgeübt, dass unsere Gebete erhört werden würden, und das wurden sie auch. Und mein Traum davon, in einem anderen Land, irgendwo inmitten der Natur zu leben, war wahr geworden.