2018
    Folg dem Propheten
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    Folg dem Propheten

    Jede meiner heutigen Segnungen nahm ihren Anfang mit einem Zeugnis davon, dass es neuzeitliche Propheten gibt.

    Follow the Prophet

    Illustrationen von David Malan

    Ich ließ mich im Juni 1977 mit 28 Jahren taufen. Ich nahm das Evangelium an, weil ich Glauben daran entwickelt hatte, dass es neuzeitliche Propheten gibt, und diesbezüglich mehr Erkenntnis erlangt hatte.

    Als ich zwölf Jahre alt war, kamen Missionare zu uns nach Hause. Meine Familie bestand aus meinen Eltern, meinem Bruder, meinen beiden Schwestern und mir. Die Missionare unterwiesen uns in Bezug auf die Familie. Sie erklärten, dass man als Mitglied der Kirche den Familienabend durchführt, und erläuterten dessen Ablauf.

    Mein Vater dankte ihnen für den Besuch, teilte ihnen aber mit, wir hätten kein Interesse. Das machte mich traurig, aber er erklärte mir: „Mein lieber Sohn, wir verbringen sieben Abende in der Woche gemeinsam als Familie, und die sagen, wir bräuchten nur einen einzigen. Was wollen die uns schon beibringen?“

    Fünf Jahre später nahm ich mit 17 Jahren eine Stelle in einer anderen Stadt an. Dort wohnte ich allein. In dieser Zeit, als ich weit weg von daheim lebte, klopften erneut Missionare an die Tür meiner Eltern. Diesmal hörte meine Familie zu und ließ sich taufen. Als meine Eltern mir davon berichteten, hatte ich aber gerade gar kein Interesse an Religion.

    Fünf weitere Jahre vergingen. Ich trat eine neue Stelle an und zog zurück zu meinen Eltern. Mein Vater war Gemeindemissionsleiter. Jeden Nachmittag kamen die Missionarinnen kurz vorbei, und gemeinsam brachten sie ihre Pläne auf den aktuellen Stand und stimmten sie ab. Eines Tages fragten sie ihn, wer denn eigentlich „dieser junge Mann da“ sei.

    Er erklärte, ich sei sein älterer Sohn.

    „Gehört er der Kirche an?“, fragten sie.

    „Nein“, lautete die Antwort.

    „Dann müssen wir mit ihm sprechen!“

    Ich lehnte aber ab, denn ich hatte kein Interesse.

    Joseph Smiths Geschichte

    Eines Tages ließ mein Vater die Missionarinnen eine Frau bei uns zu Hause unterweisen. Sie kamen am späten Nachmittag und begannen mit der Unterweisung – wohl wissend, dass ich mir nebenan ein Sandwich schmierte, bevor ich mich mit Freunden treffen wollte. Sie sprachen von einem sehr jungen Propheten namens Joseph Smith und der ersten Vision. Ich hörte im Nebenzimmer zu.

    Als ich mich schließlich auf den Weg machte, wirkte der Heilige Geist in meinem Herzen. Mir kamen ein paar Fragen: Warum tat ich nicht das, was die Missionarinnen der Frau gesagt hatten? Warum befasste ich mich nicht selbst mit der Geschichte Joseph Smiths und fragte den Herrn, ob er wirklich ein Prophet gewesen war? Ich sagte mir: „Ich bin doch glücklich. Ich bin ein guter Mensch. Ich brauche das nicht.“ Doch der Geist ließ mich nicht ruhen, und so beschloss ich, mich an diesem Abend nicht mit meinen Freunden zu treffen. Ich ging wieder nach Hause.

    Ich fragte meine Mutter, wo ich mehr über die Geschichte Joseph Smiths erfahren könne. Sie gab mir ihre heiligen Schriften und zeigte mir die Lebensgeschichte von Joseph Smith. Ich las sie und betete darüber. Ich las den ersten Absatz, dachte darüber nach und fragte den Vater im Himmel, ob diese Worte wirklich wahr waren. So ging ich mit jedem Absatz vor, bis ich mit der ganzen Geschichte fertig war. Mein Herz sehnte sich nach einer Antwort. Ich las und betete die ganze Nacht bis fast halb zehn Uhr am nächsten Morgen!

    Der Herr offenbarte mir, dass Joseph Smith ein Prophet war. Dies war ein sehr heiliges Erlebnis. Nach dem Gebet versprach ich, die Missionarinnen aufzusuchen und mich taufen zu lassen, denn nun hatte ich diese unerschütterliche Gewissheit.

    Ich verkündete den Missionarinnen, ich müsse mich umgehend taufen lassen. Sie erklärten mir, welche Lektionen sie mit mir durchgehen würden und welche Verpflichtungen ich eingehen musste. Ich entgegnete jedoch: „Der Herr hat mir die Erkenntnis gegeben, dass Joseph Smith ein Prophet war, und ich will keinen einzigen weiteren Tag verlieren!“

    Die Missionarinnen fragten ihren Zonenleiter. Er genehmigte, dass wir die Lektionen schneller durchnehmen konnten. Wir setzten einen Termin für das Taufinterview, und er informierte mich, dass ich auch mit dem Gemeinde-missionsleiter sprechen müsse. „Keine Sorge“, erwiderte ich. „Mit dem spreche ich schon. Er ist schließlich mein Vater. Er betet schon seit Jahren darum, dass ich mich taufen lasse.“

    Meine Taufe werde ich niemals vergessen. Ich fühlte mich einfach wunderbar! Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch. Ich war rein. Ich fühlte mich Gott nahe und war rundum glücklich.

    Der Rat des lebendigen Propheten

    Weil ich ein festes Zeugnis von dem habe, was sich 1820 im heiligen Hain zutrug, blieb ich im Evangelium und in der Kirche stets aktiv. Ich engagierte mich, erfüllte Berufungen und widmete der Kirche alles, was ich besaß.

    Zwei Wochen nach meiner Taufe berief mich der Pfahlpräsident als Repräsentant der jungen Alleinstehenden im Pfahl (allerdings musste ich erst nachfragen, was ein Pfahl eigentlich ist). Zwei weitere Wochen später organisierte ich eine JAE-Tagung auf regionaler Ebene. Es war die beste JAE-Tagung in der Geschichte der Kirche, denn dort lernte ich meine Frau kennen.

    Wir heirateten ein Jahr später und sind nun seit 38 Jahren glücklich verheiratet. Wir haben vier Kinder und zehn Enkel. All unsere Segnungen verdanken wir einer Entscheidung: Vor der Hochzeit fragte ich meine Frau: „Hilfst du mir, den lebenden Propheten in allem vollständig zu gehorchen?“ Sie bejahte.

    Nach meiner Taufe ging es in der ersten Ansprache, die ich vom damaligen Propheten, Präsident Spencer W. Kimball (1895–1985), hörte, um Eigenständigkeit und klugen Umgang mit Geld. Auch forderte er uns dazu auf, unseren Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen.1 Diese beiden Punkte setzten wir in der Familie um und wurden reichlich gesegnet. Meine Kinder leben heute in guten wirtschaftlichen Verhältnissen – und zwar nicht, weil ich klug wäre, sondern weil ich auf die Propheten gehört habe.

    Ich diene dem Herrn und meinen Mitmenschen gern, denn dies haben mich die Propheten gelehrt.

    Dein eigenes Zeugnis

    Follow the Prophet

    Folg den Propheten. Beherzige ihre Worte und tu, was sie sagen, dann bist du glücklich. Meinem Glauben und meiner Erkenntnis von der Kirche und vom Evangelium lag mein Zeugnis zugrunde, dass Joseph Smith ein Prophet war.

    Ich habe den Vater im Himmel und Jesus Christus sehr lieb. Es ist mein Herzenswunsch, für immer bei ihnen zu sein. Deshalb ist es wichtig, auf die Propheten zu hören, denn sie kennen den Weg, der in die Gegenwart Gottes zurückführt.

    Alle jungen Leute sollten sich mit der Lebensgeschichte von Joseph Smith mit aufrichtigem Vorsatz befassen, Herz und Sinn dafür öffnen und dann den Vater im Himmel dazu befragen. Gewiss gibt der Herr dir eine Antwort, so wie er auch mir eine gegeben hat. Wenn du die Version in unseren heiligen Schriften liest, kannst du ein starkes Zeugnis erlangen. Anschließend kannst du auch die weiteren Versionen lesen.2

    Joseph Smith hat wirklich ein Licht gesehen, er hat Gottvater und Jesus Christus gesehen und sie haben zu ihm gesprochen. Diese göttliche Kenntnis kommt von Gott durch den Heiligen Geist.

    Wenn du diese innere Bestätigung verspürt hast, setz dir zum Ziel, die Worte der lebenden Propheten zu erfahren. Befasse dich mit ihren Worten in den heiligen Schriften, bei der Generalkonferenz, in der Broschüre Für eine starke Jugend, in den Zeitschriften der Kirche und auf LDS.org. Befasse dich beim Seminar, in der Sonntagsschule und in den Priestertumsklassen oder bei den Jungen Damen mit dem, was sie dir ans Herz legen. Richte deine Ziele an dem aus, was die Propheten als Priorität vorschlagen. Und dann setz es einfach um.

    Du wirst dich dem Herrn näher fühlen. Deine Intelligenz in schulischen und allen weiteren Belangen nimmt zu. Und denk daran, dass du niemals allein bist. Dir stehen Menschen zur Seite, die dir gern helfen, darunter auch dein Bischof oder Zweigpräsident. Und auch der Herr und sein Geist werden bei dir sein.