2016
Herrliche Momente als Missionarsehepaar
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Herrliche Momente als Missionarsehepaar

Eine gemeinsame Mission ist eine der besten Möglichkeiten, wie sich ein älteres Ehepaar herrlichste Erinnerungen schaffen kann.

Missionary couples

Wenn Bekannte, die bereits 60 oder 70 sind, etwas vergessen, schieben wir es oft scherzhaft auf das Alter und lachen über Momente, in denen einen das Gedächtnis im Stich lässt. Ich möchte über einen anderen Aspekt des fortgeschrittenen Alters sprechen – über einen Moment, der so herrlich ist, dass die Erinnerung daran ewig anhält. Es geht um den Moment, in dem einem Missionarsehepaar bewusst wird, dass es genau das macht, was sich der Herr von ihm wünscht. In solch denkwürdigen Momenten erkennt es, dass:

  • es ein Leben lang Erfahrungen gemacht, sich Talente und Fähigkeiten angeeignet sowie ein tiefes Verständnis vom Evangelium erlangt hat und all dies zum Segen anderer einsetzen kann

  • sein Beispiel den Kindern und Kindeskindern zugutekommt

  • es während der Mission Freundschaften schließt, die von Dauer sind

  • seine Ehe Tag um Tag besser wird

  • der Dienst im Namen des Herrn köstlich ist

Kostbare Momente

Meine lieben älteren Ehepaare, solche Momente sollten viele von Ihnen herbeiführen. Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel hat von einem Missionarsehepaar berichtet, das in Chile einen wichtigen Beitrag leisten konnte. Der Vater eines jungen Missionars war gestorben. Der Missionspräsident war so weit entfernt, dass er den Missionar nicht gleich aufsuchen konnte.

„Aber es gab ein liebes [älteres] Missionarsehepaar in jenem Gebiet“, erzählte Elder Holland. „Es besuchte den Missionar, kümmerte sich liebevoll um ihn und tröstete ihn, bis der Missionspräsident ihn selbst besuchen konnte. Wir hatten großartige junge Missionare in unseren Missionsgebieten, aber keiner davon hätte für diesen Missionar tun können, wozu das Ehepaar in der Lage gewesen war.“1

Die beiden waren in einer Zeit der Not schlicht und einfach in der Lage, Mitgefühl auszudrücken. Sie machten sich keine Gedanken über die Sprache. Ihre Sprache war die Christusliebe. Es machte ihnen nichts aus, dass sie womöglich den Geburtstag eines Enkelkindes oder eine Kindessegnung verpassten – so wichtig diese Ereignisse auch sein mögen. Ihnen lag es am Herzen, dort zu sein, wo der Herr durch sie einem seiner Kinder hilfreich beistehen konnte. Und weil sie bereit waren, konnte er sie an seiner statt schicken.

Dienen ist selten bequem

Natürlich fällt es keinem älteren Missionar leicht, sein Zuhause zu verlassen. Joseph Smith, Brigham Young, John Taylor und Wilford Woodruff fiel es auch nicht leicht. Auch sie hatten Kinder und Enkelkinder, und sie hatten ihre Familie genau so lieb wie wir unsere. Aber sie liebten auch den Herrn und wollten ihm dienen. Eines Tages begegnen wir vielleicht jenen Missionaren, die so unentwegt mitgewirkt haben, die Grundlage für diese Evangeliumszeit zu legen. Und wenn der Tag kommt, werden wir uns freuen, dass wir uns nicht versteckt haben, als wir hätten auf Mission gehen sollen.

Manche ziehen es vielleicht vor, während ihrer Mission zu Hause zu wohnen. Als Aase Nelson, geb. Schumacher (sie ist nicht mit mir verwandt), nach einem Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt war, befürchtete sie, dass ihr lebenslanger Wunsch, mit ihrem Mann Don auf Mission zu gehen, nicht in Erfüllung gehen würde. Dann erzählte ein Nachbar den Nelsons von seiner Mission im Kirchendienst. Er war in einem Vorratshaus des Bischofs tätig. Die Nelsons fassten Mut. Sie sprachen mit einem leitenden Angestellten in dem Vorratshaus, füllten ihre Missionspapiere aus und wurden berufen, zwei Tage in der Woche in einem Vorratshaus in ihrer Nähe zu arbeiten.

„Es ist leicht, sich einfach zurückzulehnen und zu meinen, man werde ohnehin nicht mehr gebraucht“, sagt Aase Nelson. „Aber jetzt habe ich den Eindruck, dass ich sehr wohl gebraucht werde. Und das ist mir ein Zeugnis gewesen.“

Sie werden sehr wohl gebraucht

Falls Sie meinen, dass Sie nicht gebraucht werden, möchte ich Ihnen das Gegenteil versichern: Sie werden sehr wohl gebraucht! Es gibt keinen Missionspräsidenten in der Kirche, der nicht gerne mehr Ehepaare in seiner Mission hätte. Die älteren Missionare stärken die jüngeren. Sie tragen dazu bei, dass andere ihre Aufgaben besser erfüllen können. Und können Sie sich vorstellen, was es für einen Führungsbeamten, der erst seit einigen Jahren der Kirche angehört, bedeutet, jederzeit vor Ort auf erfahrene Mitglieder der Kirche zugreifen zu können? Ein Missionarsehepaar ist oft buchstäblich die Antwort auf das Gebet eines Bischofs oder Zweigpräsidenten.

Wir legen den Missionspräsidenten ans Herz, sich um Ehepaare zu bemühen, damit sie den Anforderungen in ihrer Mission gerecht werden können. Jeder Bischof sollte überlegen, welches Ehepaar aus seiner Gemeinde auf Mission gehen könnte, und auf dieses zugehen. Auf LDS.org werden seitenweise Einsatzmöglichkeiten für Missionarsehepaare vorgestellt. Aber vor allem sollte man als Ehepaar auf die Knie gehen und den Vater im Himmel fragen, ob es an der Zeit ist, gemeinsam eine Mission zu erfüllen. Der Wunsch zu dienen ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung für eine Mission (siehe LuB 4:3).

Ich habe die Arbeit der älteren Missionare in den höchsten Tönen gelobt, doch ist mir auch klar, dass viele wohl gern eine Mission erfüllen würden, es aber nicht können. Altersbedingte und gesundheitliche Einschränkungen müssen realistisch abgewogen werden, wichtige Bedürfnisse von Angehörigen ebenso. Wer den brennenden Wunsch hegt, eine Mission zu erfüllen, es aber aufgrund derartiger Einschränkungen nicht kann, kann durch andere Menschen dienen. Diese können sozusagen seine Arme und Beine sein, und er selbst kann die nötigen Geldmittel beisteuern.

Liebe ältere Ehepaare, ganz gleich, wer Sie sind oder wo Sie leben: Bitte fragen Sie den Vater im Himmel im Gebet, ob Sie nicht auch solche herrlichen Momente als Missionarsehepaar herbeiführen sollten. Er wird Sie wissen lassen, was Sie tun können.