2016
Missionarsehepaare: Sie werden gebraucht, geschätzt und gesegnet
Heruntergeladene Inhalte
Ganzes Buch (PDF)
Fußnoten

Hide Footnotes

Farbschema

Missionarsehepaare: Sie werden gebraucht, geschätzt und gesegnet

Der Dienst als Missionarsehepaar ist vielleicht flexibler, kostet weniger und macht mehr Freude, als Sie meinen.

Senior Missionaries

„Können Sie uns helfen?“

Diese Frage haben Gerald und Lorna Malmrose aus dem US-Bundesstaat Washington schon mehrmals beantwortet. Als sie von ihrem früheren Bischof, der damals Missionspräsident war, gefragt wurden, ob sie mit ihm eine Mission auf den Westindischen Inseln erfüllen würden, antworteten sie mit Ja. Als ihr Pfahlpräsident sie berief, eine Mission im Kirchendienst am Hauptsitz der Kirche in Salt Lake City zu erfüllen, bei der sie Computerarbeiten erledigen und viel mit anderen Menschen zusammenarbeiten würden, sagten sie wieder Ja.

Als ihr früherer Bischof und Missionspräsident Reid Robison, der mittlerweile der Präsident der Missionarsschule in Accra in Ghana war, sie erneut anrief, fragte er die Malmroses, ob sie noch einmal helfen würden.

„Wir wussten, dass wir auf den Herrn vertrauen können“, erzählt Elder Malmrose. „Also beschlossen wir, genau das erneut zu tun.“ Sie sagten zu, füllten die Missionspapiere aus, erhielten ihre Berufung und waren schon bald in Ghana.

Der Missionsdienst als Ehepaar

Das Beispiel der Malmroses macht einiges Grundsätzliches über den Missionsdienst von Ehepaaren deutlich, was vielen vielleicht nicht recht klar ist:

  • Es gibt zwei Arten von Missionen. 1.) Der Präsident der Kirche beruft ältere Ehepaare, eine Mission entweder von zu Hause aus oder woanders zu erfüllen. 2.) Ein Pfahlpräsident beruft Missionarsehepaare zum Kirchendienst in Teilzeit (8 bis 32 Stunden pro Woche), damit der Bedarf an Missionaren vor Ort gedeckt wird. Diese wohnen normalerweise zu Hause und arbeiten in der Umgebung, sind manchmal aber auch woanders tätig.

  • Die Missionspräsidenten sind angehalten, Ehepaare zu finden, die den Anforderungen in ihrer Mission entsprechen. Jedes Ehepaar darf auch Wünsche äußern. „Damit meinen wir nicht, dass sich ein Ehepaar nach eigenem Belieben seinen Tätigkeitsbereich aussuchen kann“, erklärt Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel. „Eine Berufung ist immer noch eine Berufung. … Doch wir sprechen mit den älteren Ehepaaren darüber, wie und wo sie sich am liebsten betätigen würden. Und wenn es geht, wird ihr Wunsch berücksichtigt, sodass sie an dem Ort und auf die Weise dienen können, wo und wie sie es gerne möchten.“1

  • Der Missionspräsident berät mit dem jeweiligen Ehepaar darüber, wie dessen Kenntnisse und Fähigkeiten am besten eingesetzt werden können. „Damit der Missionsdienst als Ehepaar auch wirklich eine zutiefst erfüllende Erfahrung ist“, erklärt Präsident Robison, „braucht man Gelegenheiten, sich sowohl in Bereichen engagieren zu können, die einem ganz besonders am Herzen liegen, als auch dort, wo man das Gefühl hat, dass man mit seinen Kenntnissen einen echten Beitrag leisten kann.“

Beispielsweise wusste Präsident Robison, dass Elder Malmrose Französisch spricht, was sehr hilfreich ist, da viele Afrikaner Französisch sprechen. „Ich hatte mir vorgestellt, er könne bei Reiseplanungen und der Beschaffung von Visa behilflich sein“, erzählt Präsident Robison. „Aber als er dann hier war, merkte ich, dass er daran nur mäßiges Interesse hatte. Also gab ich ihm die Gelegenheit, seine Computerkenntnisse einzusetzen. Er hat uns unzählige Stunden an Arbeit erspart.“ Zudem hilft Elder Malmrose vielen Missionaren – insbesondere denen, die Französisch sprechen –, Namen vorzubereiten und die Tempelarbeit für Angehörige zu verrichten. Schwester Malmrose, die zertifizierte Assistenzärztin ist, wurde gebeten, den Missionsarzt und die Missionskrankenschwester bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Der Herr bereitet den Weg

So wie die Malmroses merken viele Ehepaare, dass der Herr den Weg bereitet, wenn sie ihm vertrauen. Das haben auch Alvin und Corazon Rieta aus Kawit in der philippinischen Provinz Cavite erfahren.

Senior Missionary

„Zwei Jahre bevor wir uns entschlossen, auf Mission zu gehen, fingen wir an, Pläne für unser Familienunternehmen in die Tat umzusetzen“, erklärt Elder Rieta. „Unser Sohn und unsere Tochter hatten ihr Studium abgeschlossen und konnten den Betrieb übernehmen, doch fragten wir uns, wer Geschäftsprobleme würde lösen können und wie unsere Kunden auf unser Vorhaben reagieren würden.“

Schwester Rieta hatte außerdem Bedenken, ihre betagte Mutter zurückzulassen. „Ich hatte Angst, sie könne während unserer Abwesenheit sterben“, sagt sie. „Zudem fühlte ich mich der Aufgabe nicht gewachsen, anderen das Evangelium nahezubringen.“

Sie berieten sich mit ihrem Bischof und mit einem anderen Ehepaar, das kurz zuvor in Davao auf Mission gewesen war. „Sie alle bezeugten nachdrücklich, dass der Herr jedes Ehepaar so führt, dass es Wege findet, die Angelegenheiten zu Hause und in der Familie und die Finanzen für die Mission zu regeln“, erzählt Schwester Rieta.

Elder Rieta berichtet: „Als wir uns um Führung bemühten, wurden all unsere Ängste zerstreut. Trotz mancher Herausforderungen lief unser Betrieb gut, unsere Kunden drückten ihre Freude und Unterstützung aus, und unsere Familie rückte durch die Pflege unserer kranken Mutter näher zusammen. Nach und nach erkannten wir, dass der Herr uns wirklich helfen würde.“

Die Rietas sind mittlerweile in der Philippinen-Mission Cagayan de Oro tätig, wo sie die Mitglieder und örtlichen Führer unterstützen.

Vieles können Sie tun

Manche Ehepaare machen sich Gedanken wegen körperlicher Beeinträchtigungen – nicht jedoch Keith und Jennilyn Mauerman aus Utah. Vor vielen Jahren – vier Monate, nachdem sie im Los-Angeles-Kalifornien-Tempel geheiratet hatten, wurde Keith eingezogen und in den Krieg geschickt. Als Gruppenführer einer Einheit von Fallschirmspringern marschierte er seinen Kameraden voran, als eine Landmine in die Luft ging. Er verlor beide Beine. Als er wieder nach Hause kam, eilte Jennilyn an seine Seite.

„Ich wusste, dass ich mir keine Sorgen machen musste,“ berichtet Keith, „weil wir die Ehe für die Ewigkeit geschlossen haben. Meine Frau hat mich stets unterstützt. Und sie tut es noch immer, jeden Tag.“

Senior Missionary

Als Schwester Mauerman in Rente ging, beschlossen die beiden, auf Mission zu gehen. Doch würde es ein Problem darstellen, dass Elder Mauermans Beine amputiert waren? „Es gibt immer etwas, was ich nicht tun kann“, sagt er. „Aber es gibt auch so vieles, was ich tun kann! Also wussten wir, dass wir bestimmt irgendwo von Nutzen sein konnten.“

Beim Ausfüllen der Missionspapiere kreuzte Elder Mauerman an, dass er beim Militär gedient hatte. Bald darauf erhielten sie einen Anruf von der Abteilung der Kirche, die für Militärangelegenheiten zuständig ist. „Da ich einen Ausweis besaß, mit dem wir Militärstützpunkte betreten durften, fragte man uns, ob man uns für eine Mission im Militärwesen empfehlen dürfe.“

Die Mauermans wurden berufen, eine Mission auf einem Militärstützpunkt in North Carolina zu erfüllen. Elder Mauerman erinnert sich: „Auf dem Schild am Tor stand: ‚Fort Bragg – Heimat der Luftlandetruppen‘. Der Wachhabende begrüßte uns mit dem Motto der Luftlandedivision: ‚Bis zum Ende!‘ Das hatte ich schon seit Jahren nicht mehr gehört. Ich hatte das Gefühl, zu Hause zu sein, obwohl ich bis dahin noch nie in Fort Bragg gewesen war. Ich wusste, dass unsere Missionsberufung perfekt zu uns passte und dass der Herr auf mich achtet.“

„In unseren Themen für die dort lebenden Mitglieder ging es darum, wie man eigenständig und belastbar wird und wie man seine Ehe stärkt“, erzählt Schwester Mauerman. „Anfangs wollten wir gar nicht darüber sprechen, wie unser Lebensweg verlaufen war, aber dann stellten wir fest, dass gerade dies sehr viel bewirkte. Die Soldaten und ihre Ehepartner sahen uns an und sagten: ‚Wenn ihr das geschafft habt, schaffen wir es auch!‘“

Die Mission in North Carolina war so eine positive Erfahrung für die Mauermans, dass sie noch eine Mission erfüllen wollten. Heute fahren sie zweimal in der Woche gut 60 Kilometer von ihrem Zuhause in Orem nach Salt Lake City, wo sie für die Kirche in der Abteilung für Militärangelegenheiten arbeiten. Außerdem unterrichten sie Missionarsehepaare an der Missionarsschule in Provo. Sie haben festgestellt, dass es in beinahe jeder Gruppe jemanden gibt, der Hindernisse überwinden muss, um eine Mission erfüllen zu können.

Sprachen, die jeder versteht

Als Randy und Lou Ellen Romrell aus Utah ihre Berufung in die Brasilien-Mission Cuiabá erhielten, war ihnen etwas bange. Zwar war Elder Romrell als junger Missionar in Brasilien gewesen, doch hatte er sein Portugiesisch verlernt. Schwester Romrell konnte überhaupt kein Portugiesisch. Durch mühevolles Lernen konnte Elder Romrell sein Portugiesisch jedoch wieder auffrischen, auch nahmen die Sprachkenntnisse seiner Frau langsam Form an. Und auch eine Ukulele half dabei.

„Ich hatte eigentlich gar nicht vor, die Ukulele mitzunehmen“, erzählt Schwester Romrell, „doch mein Mann hatte das Gefühl, wir sollten das machen. Es ist erstaunlich, was dadurch schon bewirkt wurde. Wenn wir Freunde der Kirche unterweisen, mit weniger aktiven Mitgliedern zusammen sind oder einfach Freundschaften aufbauen, kann man die Ukulele so toll dafür einsetzen, gemeinsam Kirchenlieder zu singen. Wir lernen die Sprache, und die Lieder lassen alle den Geist stark verspüren.“

Senior Missionary

Obgleich Schwester Romrell noch an ihrem Portugiesisch arbeitet, spricht sie die Sprache der Musik schon fließend. „Musik führt die Menschen zusammen“, sagt sie. „Auch wenn ich bei einem Besuch nicht jedes Wort verstehe, ist gleich eine Verbindung da, wenn wir gemeinsam singen.“ Als die Romrells einer Bitte nachkamen und in verschiedenen Schulen einen Vortrag über den amerikanischen Feiertag Thanksgiving hielten, sangen sie dort auch Lieder über Dankbarkeit und begleiteten sich dabei auf der Ukulele. In der Kirche spielt Schwester Romrell auf einem etwas üblicheren Instrument: Sie begleitet den Gesang am Klavier.

Und was ist mit der portugiesischen Sprache? „Auch wenn man eine Sprache nicht fließend spricht, hilft es schon, einfach ein paar Wörter zu lernen“, sagt sie. „Es macht enorm viel aus, wenn man jemanden mit einfachen Worten begrüßen kann. Erzählen Sie den Menschen, dass Sie ihre Sprache noch lernen. Machen Sie es unkompliziert und verlassen Sie sich auf den Geist.“ Und der Heilige Geist ist natürlich eine weitere Sprache, die alle Menschen verstehen.

Zu Hause eine Mission erfüllen

Paul und Mar Jean Lewis aus Utah waren bereits dreimal gemeinsam auf Mission: im Palmyra-New-York-Tempel, im Hongkong-Tempel in China und für S&I in Kroatien, Serbien und Slowenien. Sie bereiteten sich gerade auf ihre nächste Mission vor, als ihr Pfahlpräsident sie fragte: „Wären Sie bereit, sich hier in Ihrem eigenen Pfahl zu betätigen und so unser eigenes Missionsgebiet zu unterstützen?“

Senior Missionary

„Wir leben hier noch nicht lange, daher bot sich uns eine großartige Gelegenheit“, erzählt Schwester Lewis. „Wir erfüllen unseren Dienst gemeinsam mit den jungen Missionaren und Missionarinnen, arbeiten eng mit dem Missionspräsidenten zusammen, gehen zu Distrikts- und Zonenkonferenzen und unterstützen die Gemeindemissionsleiter.“ Zudem besuchen sie Freunde der Kirche und weniger aktive Mitglieder.

„Wir haben wunderbare Menschen kennengelernt, denen wir sonst nie begegnet wären“, sagt Schwester Lewis, „auch einige, die vom Weg abgekommen waren. Es ist ein großer Segen zu beobachten, wie sie wieder aktiv werden, heilige Handlungen empfangen und in den Tempel gehen.“

„Viele Ehepaare, die eine Mission in Erwägung ziehen, machen sich Sorgen darüber, was sie mit ihrem Haus oder ihrem Auto machen sollen oder was sie alles in der Familie verpassen“, meint Elder Lewis. „Wir konnten in unserem Haus wohnen bleiben und dürfen mit unserem Auto fahren. Auch dürfen wir gern etwas mit der Familie unternehmen, solange uns das nicht an der Erfüllung unserer Aufgaben als Missionare hindert. Wir waren sogar da, als eines unserer Enkelkinder geboren wurde.“

Segnungen für die Familie

Jill und Kent Sorensen, die demselben Pfahl angehören wie das Ehepaar Lewis, sagen hingegen, dass sich eine Mission fern von daheim als eine der besten Möglichkeiten erwiesen habe, die Familie zu stärken. Schwester Sorensen erklärt: „Eine der häufigsten Ausreden, die Ehepaare dafür anbringen, nicht auf Mission zu gehen, sind die Enkelkinder, ein Kind, das Eheprobleme hat, eine Tochter in anderen Umständen, betagte Eltern und so weiter. Die Familie hat ja einen hohen Stellenwert, und man vermisst sie jeden Tag. Aber auf Mission zu gehen vermittelt die machtvolle Botschaft, dass die Missionsarbeit ebenfalls wichtig ist.“

Elder Sorensen stellt außerdem fest: „Heutzutage kann man doch auf so viele Weise in Kontakt bleiben, dass man sich schnell mal melden kann.“

Die Missionsreise der Sorensens begann vor drei Jahren, als sie von ihrem Bischof gebeten wurden, jeden Monat eine Fireside für Ehepaare abzuhalten, die eine Mission in Erwägung zogen. „Nachdem wir ständig darüber geredet hatten, mussten wir einfach selbst gehen!“, erzählt Schwester Sorensen. Sie wurden auf die Cook-Inseln berufen, wo Jills Großeltern bereits vor 50 Jahren auf Mission gewesen waren.

Senior Missionary

Heute haben sie unter anderem die Aufgabe, an verschiedenen Schulen Bibelunterricht zu geben.

„Wir sprechen darüber, dass Christus der Fels ist“, erzählt Elder Sorensen. „Wir geben jedem Schüler einen kleinen Stein und fordern sie auf, felsenfest in Christus zu verbleiben. Jetzt rufen die Kinder uns überall, wo sie uns sehen, ‚Felsenfest!‘ zu.“

Helfen Sie mit!

Wenn Sie eine Vollzeitmission oder eine Mission im Kirchendienst in Erwägung ziehen, würden Ihnen die hier vorgestellten Ehepaare die gleiche Frage stellen, die Präsident Robison Gerald und Lorna Malmrose gestellt hat: „Können Sie uns helfen?“ Und ganz gleich, wie Ihr Dienst aussehen mag, werden sie bekräftigen, dass diese Zusicherung stimmt: Sie werden gebraucht, Sie können einen Beitrag leisten, Sie werden geschätzt, und Sie werden gesegnet.