2000–2009
Die Botschaft der Wiederherstellung
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Die Botschaft der Wiederherstellung

Wir verkünden der Welt, dass die Fülle des Evangeliums Jesu Christi auf der Erde wiederhergestellt worden ist.

Als ich einmal eine Pfahlkonferenz im Salzseetal besuchte, lud ich einen jungen Präsidenten eines Diakonskollegiums ein, zusammen mit mir über die Schlüssel des Priestertums zu sprechen. Er sollte erkennen, dass er ein ganz besonderes Amt innehat, zu dem die Schlüssel gehören, über ein Priestertumskollegium zu präsidieren. Wir sprachen darüber, was für eine große Verantwortung es ist, die Schlüssel zu besitzen, und dass es etwas Besonderes ist, einem Kollegium anzugehören. Am Ende dieser kleinen Präsentation fragte ich ihn, wie viele Mitglieder er in seinem Kollegium habe. Seine Antwort lautete: 14.

Danach fragte ich: „Wie viele sind aktiv?“

Die Antwort: „12.“

Dann fragte ich: „Was ist mit den anderen zwei?“

Seine Antwort lautete: „Ich muss mich an die Arbeit machen und dafür sorgen, dass sie im Kollegium aktiv werden.“

Ich fragte ihn, wie lange das dauern werde. Er meinte: „Vielleicht drei Monate.“ Ich bestärkte ihn in seinem Entschluss.

Fast auf den Tag genau drei Monate später erhielt ich einen Brief von ihm, in dem er mir mitteilte, dass nunmehr alle Mitglieder seines Kollegiums aktiv seien. Er schrieb, dass er sich mit ihnen angefreundet habe, und einer von ihnen besuche jetzt die Versammlungen des Diakonskollegiums, der andere sei vom Bischof zum Lehrer ordiniert worden. Ich war von seiner Resonanz überwältigt. Was für ein Beispiel dafür, wie jemand sein Priestertum ehrt und Priestertumsschlüssel nutzt, um eine Aufgabe zu erfüllen, die der Herr ihm übertragen hat. Ich konnte einfach nur darüber staunen, wie der Herr es vorgesehen und eingerichtet hat, sein Werk hier auf der Erde mittels der Mächte des Priestertums zu regeln.

Dieser junge Mann von noch nicht einmal vierzehn Jahren erhält wertvolle Schulung, die ihn darauf vorbereitet, sein ganzes Leben lang zu dienen. Können Sie ihn vor sich sehen, wie er in fünf, sechs Jahren seinen Dienst mit einem Schild am Jackett fortsetzt, das zeigt, dass er zwei Jahre seines Lebens weiht, um ein Missionar der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu sein?

Neben der Erfahrung, die er bei der Ausübung seines Priestertums gewinnt, wenn er anderen dient, müssen zur Vorbereitung dieses jungen Mannes aber auch fundierte Kenntnisse der Botschaft der Wiederherstellung gehören – der Botschaft, die heute tausende Missionare der Welt verkünden. Es ist die Botschaft, dass in unserer Zeit – der Evangeliumszeit der Fülle – das Evangelium zum Segen all derjenigen wiederhergestellt worden ist, die zuhören und gehorchen.

Die erste Vision

Die Evangeliumszeit der Fülle wurde durch eine besondere Vision eingeleitet, die ein anderer junger Mann von nicht einmal 15 Jahren hatte, der in den Wald ging, um im Gebet Antworten auf Fragen zur Religion zu erhalten, mit denen er sich beschäftigte. Joseph Smith beschreibt die herrliche Vision, die sich ihm daraufhin eröffnete, mit folgenden Worten:

„Ich [sah] gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel.

… Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn.Ihn höre!“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17.)

Diese Vision zeigte uns, dass Gott, unser Vater, und Jesus Christus, sein geliebter Sohn, zwei getrennte Personen sind. Jeder von ihnen besitzt einen verherrlichten und vervollkommneten Körper aus Fleisch und Gebein, und so wurde mit der seit vielen Jahrhunderten vorhandenen falschen Vorstellung davon, wie man sich Gott vorstellen soll, aufgeräumt. Ist es dann ein Wunder, dass Joseph Smith, als er die Glaubensartikel erfasste, im ersten erklärte: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist“? (1. Glaubensartikel.)

Das Buch Mormon

Da der Herr wusste, dass auf die Schilderung des Propheten von der ersten Vision umgehend Zweifel, Unglaube und falsche Darstellungen folgen würden, brachte der Herr das Buch Mormon hervor, einen weiteren Zeugen für unseren Herrn Jesus Christus. Diese alte heilige Schrift geht Hand in Hand mit der Bibel und enthält die Fülle des immerwährenden Evangeliums Jesu Christi. Sie liefert der Welt auch überzeugende Beweise dafür, dass Joseph Smith wirklich ein Prophet Gottes ist. Das Buch Lehre und Bündnisse enthält die folgende Aussage über das Hervorkommen des Buches Mormon:

„[Gott] gab [Joseph Smith] Gebote, die ihn inspirierten, und gab ihm Macht aus der Höhe, durch die Mittel, die zuvor bereitgestellt worden waren, um das Buch Mormon zu übersetzen, und dieses enthält den Bericht eines gefallenen Volkes und die Fülle des Evangeliums Jesu Christi für die Andern und auch für die Juden; es ist durch Inspiration gegeben worden und wird anderen durch den Dienst von Engeln bestätigt und wird der Welt von diesen verkündet – und dies beweist der Welt, dass die heiligen Schriften wahr sind und dass Gott Menschen inspiriert und sie zu seinem heiligen Werk beruft, in diesem Zeitalter und dieser Generation ebenso wie in den Generationen vor alters.“ (LuB 20:7-11.)

Die Übersetzung des Buches Mormon an sich ist bereits ein Wunder und ein weiterer Beweis für dessen göttlichen Ursprung. Als Oliver Cowdery am 5. April 1829 in Harmony in Pennsylvania eintraf, um als Schreiber des Propheten zu dienen, waren erst einige wenige Seiten des letztlichen Texts übersetzt. An diesem Abend saßen Joseph und Oliver zusammen und sprachen bis spät in die Nacht über die Erlebnisse des Propheten. Zwei Tage später, am 7. April, begannen sie mit der Übersetzung des Werks. Während der folgenden drei Monate übersetzte Joseph mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit – annähernd 500 gedruckte Seiten in etwa 60 Arbeitstagen.

Oliver schreibt über dieses bemerkenswerte Erlebnis: „Das waren unvergessliche Tage – dazusitzen und einer Stimme lauschen zu dürfen, die unter der Eingebung des Himmels sprach, das erweckte in meinem Herzen tiefste Dankbarkeit! Tag für Tag, ohne Unterbrechung, schrieb ich immerfort nieder, was aus seinem Mund kam, als er mit dem Urim und Thummim … die Geschichte oder die Aufzeichnungen, nämlich das Buch Mormon, übersetzte.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:71, Fußnote.)

Das Priestertum

Während die Arbeit voranschritt, waren Joseph und Oliver von den in diesem Buch enthaltenen Lehren begeistert. Besonders beeindruckt waren sie von der Lehre über die Taufe, wie sie der auferstandene Heiland verkündete, als er sich den Bewohnern der westlichen Erdhälfte zeigte. Ihrem Sinn eröffnete sich deutlich, welchen Stellenwert die Taufe einnimmt. Sie erkannten, dass sie den Herrn in machtvollem Gebet suchen mussten, um zu erfahren, wie sie selbst den Segen erlangen konnten, sich taufen zu lassen.

Am 15. Mai 1829 begaben sie sich in den Wald am Fluss Susquehanna und knieten sich zum Gebet nieder. Oliver beschreibt, was dann geschah: „Ganz plötzlich, wie mitten aus der Ewigkeit, sprach uns die Stimme des Erlösers Frieden zu, während der Schleier geteilt ward und der Engel Gottes herabkam, angetan mit Herrlichkeit, und uns die sehnlich erwartete Botschaft überbrachte sowie die Schlüssel des Evangeliums der Umkehr. Welche Freude! Welches Erstaunen! Welche Verwunderung! Während die Welt sich quälte und in Unruhe war, während Millionen umhertappten wie ein Blinder nach der Mauer und während alle Menschen insgesamt der Unsicherheit ausgeliefert waren, sahen unsere Augen, hörten unsere Ohren.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:71, Anmerkung.)

Der Engel stellte sich ihnen als Johannes vor, derselbe, der im Neuen Testament Johannes der Täufer genannt wird. Er legte Joseph und Oliver die Hände auf und sagte:

„Euch, meinen Mitknechten, übertrage ich im Namen des Messias das Priestertum Aarons, das die Schlüssel des Dienstes von Engeln und die des Evangeliums der Umkehr und die der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung innehat; und es wird nie mehr von der Erde genommen werden, bis die Söhne Levi dem Herrn wieder in Rechtschaffenheit ein Opfer opfern.

Er sagte, dieses Aaronische Priestertum habe nicht die Macht, zur Gabe des Heiligen Geistes die Hände aufzulegen, aber diese werde uns später noch übertragen werden, und er wies uns an, uns gleich taufen zu lassen, und gab uns den Auftrag, ich solle Oliver Cowdery taufen, und danach solle er mich taufen.

Demgemäß unterzogen wir uns gleich der Taufe. Zuerst taufte ich ihn, und anschließend taufte er mich – danach legte ich ihm meine Hände auf den Kopf und ordinierte ihn zum Aaronischen Priestertum, und anschließend legte er mir seine Hände auf und ordinierte mich zum selben Priestertum –, denn so war es uns geboten worden.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:69-71.)

Kurze Zeit später erschienen die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes, legten diesen zwei Mitknechten die Hände auf und übertrugen ihnen das Melchisedekische Priestertum.

Die Kirche Jesu Christi

Nun, da die Macht, im Namen Gottes zu handeln, wieder auf der Erde war, erging das Gebot an Joseph Smith, die Kirche offiziell zu gründen. Am 6. April 1830 stimmten im Haus von Peter Whitmer Sr. in Fayette in New York sechs zuvor getaufte Männer einstimmig dafür, gemäß den Geboten Gottes die Kirche Jesu Christi zu gründen. Während dieser Versammlung wurde eine Offenbarung empfangen:

„Siehe, ein Bericht soll unter euch geführt werden, und darin sollst du [Joseph Smith] ein Seher genannt werden, ein Übersetzer, ein Prophet, ein Apostel Jesu Christi, ein Ältester der Kirche durch den Willen Gottes, des Vaters, und die Gnade eures Herrn Jesus Christus, denn du wirst vom Heiligen Geist inspiriert, ihre Grundlage zu legen und sie zu dem höchst heiligen Glauben aufzubauen.

Und diese Kirche wurde im Jahr eures Herrn achtzehnhundertunddreißig, im vierten Monat und am sechsten Tag des Monats, der April heißt, gegründet und aufgerichtet.

Darum sollst du, nämlich die Kirche, all seinen Worten und Geboten Beachtung schenken, die er dir geben wird, wie er sie empfängt, in aller Heiligkeit vor mir wandelnd; denn sein Wort sollt ihr empfangen, als sei es aus meinem eigenen Mund, voller Geduld und Glauben.“ (LuB 21:1-5.)

Somit war die Kirche Jesu Christi wieder auf der Erde vorhanden, um die Menschheit mit den Grundsätzen und Lehren des Heilands zu segnen. Diese Kirche wurde gemäß dem Plan gegründet, den der Herr in alter Zeit eingeführt hatte.

In der Bibel, im Brief an die Epheser, erklärt Paulus:

„Und er gab dem einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.

So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt.

Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt.“ (Epheser 4:11-15.)

Präsident Hinckley hat bezüglich der Wiederherstellung gesagt: „Und dann, nachdem viele Generationen über die Erde gegangen waren – so viele von ihnen erlebten Konflikte, Hass, Finsternis und Schlechtigkeit –, kam der große, neue Tag der Wiederherstellung. Der erste Schritt zur Wiederherstellung dieses herrlichen Evangeliums war, dass der Vater und der Sohn dem jungen Joseph erschienen. Auf der Welt brach die Evangeliumszeit der Fülle an. Zu dieser besonderen Zeit wurde alles, was in sämtlichen vorangegangenen Evangeliumszeiten gut, schön und göttlich gewesen war, wiederhergestellt.“ (Liahona, Mai 2004, Seite 83.)

Unsere Botschaft ist einzigartig. Wir verkünden der Welt, dass die Fülle des Evangeliums Jesu Christi auf der Erde wiederhergestellt worden ist. Wir erklären unerschrocken, dass für die Menschheit die Schlüssel des Priestertums und damit die Macht, auf der Erde und im Himmel zu siegeln, wiederhergestellt worden sind. Die errettenden heiligen Handlungen, von denen der Herr gesagt hat, sie seien notwendig, um mit ihm in das ewige Leben einzugehen, können nunmehr mit bindender Vollmacht von denen vollzogen werden, die würdig die Macht seines heiligen Priestertums ausüben. Wir verkünden der Welt, dass dies die Zeit ist, die die biblischen Propheten als die Letzten Tage bezeichnet haben. Es ist die letzte Zeit, bevor Jesus Christus kommt, um über die Erde zu herrschen und sie zu regieren.

Wir laden alle Menschen ein, sich von uns die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi anzuhören. Dann können Sie diese herrliche Botschaft mit dem vergleichen, was Sie von anderen hören mögen, und herausfinden, was von Gott kommt und was vom Menschen.

Ich gebe Ihnen Zeugnis, dass dies die in den Letzten Tagen aufgerichtete Kirche Jesu Christi ist. Im Namen unseres Herrn und Erretters, ja, Jesu Christi. Amen.