2000–2009
Wir geben nicht nach, wir können nicht nachgeben
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Wir geben nicht nach, wir können nicht nachgeben

Leben Sie nach Ihren Maßstäben. Treten Sie für das, woran Sie glauben, ein.

Gemeinsam mit Ihnen nehme ich dankbar Gottes Willen für sein Volk an. Danke, Präsident Monson, dass Sie so reinen Herzens sind.

Als der junge Joseph Smith die Wahrheit über sein heiliges Erlebnis im Wald erzählte, wurde er verfolgt und schlecht behandelt. Der Widersacher verwendete Spott als Waffe gegen ihn. „Ich [war] nur ein unbekannter Junge [und] doch nahmen … hochstehende Männer von mir so viel Notiz, dass sie die öffentliche Meinung gegen mich aufstachelten und eine erbitterte Verfolgung anzettelten.“1

Joseph Smith wurde immer geduldiger, maßvoller und gläubiger, obwohl er an allen Fronten von Feinden umgeben war. Wie er selbst sagte: „Obwohl böse und hinterhältige Menschen sich zusammengeschlossen haben, um die Unschuldigen zu vernichten, … verbreitet sich doch das herrliche Evangelium.“2 „Keine unheilige Hand kann den Fortschritt dieses Werkes aufhalten.“3

Selbst heute gibt es Menschen, die unsere Lehre missverstehen und die unwandelbaren Werte in Frage stellen, nach denen zu leben wir aufgefordert sind.

Ethan, ein Junge, den ich kenne, kam mit einer wichtigen Frage zu seiner Mutter. Wie die meisten Teenager möchte Ethan gern unabhängig und selbständig sein und gute Freunde um sich scharen. Er möchte selbständig gute Entscheidungen treffen. Er ist außergewöhnlich tapfer, arbeitet fleißig an guten Noten und studiert täglich die heiligen Schriften. Wie alle jungen Leute sieht sich Ethan gewaltigen Versuchungen ausgesetzt. Sie begegnen ihm im Gang in der Schule, im Internet, in Filmen oder in Musiktexten. Sie treten in übler Ausdrucksweise oder aufreizender Kleidung zutage. Dem Falschen wird oft der Anschein des Richtigen verliehen. Die Furcht vor Zurückweisung und andere Ängste sind unter Teenagern weit verbreitet. Der Gruppenzwang ist oft überwältigend. Ethan kam es so vor, als prasselten entgegengesetzte Wertvorstellungen nur so auf ihn nieder.

Und so fragte er seine Mutter: „Mom, muss ich meine Maßstäbe senken, um meine Freunde zu behalten?“

Das ist eine gute Frage, die wir uns alle im Leben immer wieder stellen sollten. Senken wir unsere Maßstäbe, um uns in unser Umfeld einzufügen? Ändern wir unsere Wertvorstellungen, um der Situation am Arbeitsplatz gerecht zu werden oder in der Schule beliebt zu sein?

Ethans Mutter antwortete liebevoll und voller Überzeugung: „Nein!“

Dem stimme ich uneingeschränkt zu: Tu’s nicht, Ethan! Vergiss niemals, dass du ein Sohn Gottes bist. Er hat dich lieb. Lebe nach deinen Maßstäben. Tritt für das, woran du glaubst, ein. Manchmal ist es nicht einfach und du bleibst vielleicht eine Weile allein. Such dir Freunde, die charakterlich sauber und anständig sind, und geh dann zu ihnen und danke ihnen für ihr Beispiel. Vielleicht findest du sogar jemanden, der genauso einsam war wie du. Bete darum, dass der Herr dich führt und dich schützt. Er wird zu dir halten. Er wird ein verlässlicher Freund werden, und du wirst feststellen, dass dein Beispiel dir viele Freunde einbringen wird, die aus deiner Charakterstärke Mut schöpfen.

Nephi brachte uns einen machtvollen, einfachen Grundsatz nahe, als er seines Vaters Traum vom Baum des Lebens erzählte. Er beschrieb einen engen und schmalen Pfad, der zu einem Baum führt, und ein großes und geräumiges Gebäude. Dieses Gebäude war voller Menschen, die überaus feine und elegante Kleidung trugen. Sie gaben sich allesamt spöttisch und zeigten mit dem Finger auf diejenigen, die von der Frucht aßen. Sie versuchten, diejenigen, die auf dem Pfad waren, in das Gebäude zu locken. Allem Anschein nach amüsierten sich die Menschen, die sich darin befanden, großartig. Was für eine denkwürdige Darstellung der Versuchung! Elder Neal A. Maxwell sagte darüber: „Mit Gelächter wollen sich die Einsamen auf der Welt nur auf erbärmliche Weise Mut machen.“4

„Und groß war die Schar, die in jenes seltsame Gebäude ging. … [Sie] deuteten mit dem Finger der Verachtung auf mich und auf diejenigen, die ebenfalls von der Frucht aßen; aber wir beachteten sie nicht.“5

Dort, ganz am Ende des Verses, findet sich Nephis fester Grundsatz, die mögliche Antwort auf unerwünschten Gruppenzwang: „Aber wir beachteten sie nicht.“

Präsident Boyd K. Packer hat diesen Grundsatz vor einiger Zeit als Richtschnur hervorgehoben: „Wie rückständig wir auch wirken mögen, wie sehr man sich auch über unsere Maßstäbe lustig macht, wie sehr auch andere nachgeben mögen – wir geben nicht nach, wir können nicht nachgeben.“6

Erkennen wir eine Versuchung, wenn sie so gut getarnt ist?

Sind wir bereit, eine unpopuläre Schlacht zu schlagen?

Paulus ermahnte uns eindringlich, uns nicht „bei den Menschen einzuschmeicheln“, sondern als wahre Diener Christi „von Herzen den Willen Gottes“ zu erfüllen.7

Es ist an der Zeit, unnachgiebig Position zu beziehen. Wir müssen unsere geistigen Grundlagen auf Vordermann bringen, den Propheten Gottes zuhören und ihren Rat beherzigen.

Paulus sagte zu Timotheus: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen.“8

Es gehört Mut dazu, eine gute Entscheidung zu treffen, zumal wenn unsere Mitmenschen sich anders entscheiden. Wenn wir uns Tag für Tag im Kleinen richtig entscheiden, wird der Herr uns stärken und uns helfen, auch in schwierigeren Zeiten das Rechte zu wählen.

Die Lehren und Werte, die uns am meisten am Herzen liegen, sind einer irreligiösen Welt nicht willkommen. Damit wir und unsere Kinder einen festen Stand bewahren, muss die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums fest in unserem Herzen verankert und bei uns zu Hause gelehrt werden.

Abinadi, ein Prophet der Nephiten, von dem auf nur wenigen fesselnden Seiten in Mosia berichtet wird, lehrt uns zeitlos gültige Lektionen, die perfekt auf die Schwierigkeiten des 21. Jahrhunderts zugeschnitten sind.

Abinadi war ein unentwegt mutiger Mann, der für die Wahrheit einstand, als dergleichen unpopulär war. Als er die Menschen mutig zur Umkehr aufrief, wusste er, dass er sein Leben aufs Spiel setzte. Vor dem geistigen Auge kann man sich den spannenden Augenblick vorstellen, als über Abinadi die Todesstrafe verhängt wurde. Er hätte sich retten können, indem er seinem Glauben und seinem Zeugnis abschwor, doch stattdessen verkündete er furchtlos: „Ich sage euch, ich werde die Worte, die ich in Bezug auf dieses Volk zu euch gesprochen habe, nicht widerrufen, denn sie sind wahr.“9

Wir mögen bei der Verteidigung der Wahrheit vielleicht nicht unser Leben verlieren, aber wir können uns, wie Abinadi, zu voller Größe erheben und mit ganzem Herzen und aller Kraft tapfer verkünden, dass Jesus Christus unser Erlöser ist. Er war und ist der Sohn des Allmächtigen. Er lebt, und er liebt uns.

Wenn wir ihm folgen, werden wir in der Lage sein, Opfer zu bringen und unsere heiligen Bündnisse zu halten. Der Herr hat zu uns gesagt: „Darum fürchtet euch nicht, kleine Herde; tut Gutes; lasst Erde und Hölle sich gegen euch verbinden, denn wenn ihr auf meinem Felsen gebaut seid, können sie euch nicht überwältigen. … Blickt in jedem Gedanken auf mich; zweifelt nicht, fürchtet euch nicht.“10

Wir müssen uns rüsten. Eine sichere geistige Rüstung steckt in zwei Wörtern: Jesus Christus. Von ihm gebe ich demütig Zeugnis. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.