2000–2009
Stellen wir den Glauben an die Familie wieder her
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Stellen wir den Glauben an die Familie wieder her

Stabile Familien geben der Gesellschaft Halt und nützen der ganzen Menschheit.

Weil wir den „großen Plan des Glücklichseins“1 kennen, haben wir die Möglichkeit und auch die Pflicht, dazu beizutragen, dass der Glaube an die Familie wiederhergestellt wird.

In vielerlei Hinsicht haben wir einen ähnlichen Auftrag wie diejenigen, die in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung arbeiten. Anhand bestehender Gesetze ermitteln sie, wie man Leid lindern und die Lebensqualität verbessern kann.

Im Bereich der Religion können gläubige Männer und Frauen durch erprobte Grundsätze2 dabei helfen, ein betrübtes Herz zu heilen und dem bekümmerten Gemüt Hoffnung und Zuversicht zu schenken.

Wissenschaftler haben dann Erfolg, wenn sie sich an das halten, was man gemeinhin als „Naturgesetz“ bezeichnet. Die großen Wissenschaftler in Vergangenheit und Gegenwart haben die Gesetze, die zu diesen natürlichen Vorgängen gehören, nicht geschaffen, sondern entdeckt.

In einem Brief an die Korinther stellt der Apostel Paulus eine zum Nachdenken anregende Frage über die Herkunft der intellektuellen Fähigkeiten des Menschen: „Wer von den Menschen kennt den Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist?“3

Durch Logik und Lernen wird das Wissen vergrößert und das Verständnis vertieft. Auf diese Weise werden Theorien und Gesetze erkannt und als gültig akzeptiert.

Dem verständigen Kopf leuchtet es ein, dass es Gesetze gibt, die das Leben und alles, was lebt, im Gleichgewicht halten. Die Entdeckung und das Befolgen der physikalischen Gesetze bringt Fortschritt und befähigt den Menschen, höhere Ebenen zu erreichen, als es sonst möglich wäre.

Ich glaube, dass diese Voraussetzung auch für ethische Maßstäbe und moralische Werte gilt. Daher haben wir die Pflicht, die Familie zu bewahren – als ein Lernzentrum, wo diese Tugenden in einer liebevollen Atmosphäre und durch die Macht des Beispiels eingeprägt werden.4

Präsident Thomas S. Monson hat gesagt, dass die „Jugend weniger Kritiker und mehr Vorbilder braucht“.5

Wenn ich an mein eigenes Leben denke, erkenne ich, wie ich die Grundwerte schätzen lernte, die zur Entwicklung eines gesunden Charakters erforderlich sind. Wo habe ich Treue, Integrität und Zuverlässigkeit gelernt? Ich habe diese Eigenschaften zu Hause am Beispiel meiner Eltern gelernt. Wie habe ich gelernt, selbstloses Dienen als wertvoll anzusehen? Indem ich beobachtet und genossen habe, wie sich meine Mutter um ihre Familie gekümmert hat. Wo habe ich gelernt, die Töchter Gottes zu achten und zu ehren? Ich habe es am Beispiel meines Vaters gelernt.

Zu Hause habe ich die Grundsätze einer vorausschauenden Lebensweise und den Stellenwert der Arbeit kennengelernt. Ich sehe meine Mutter noch vor mir, wie sie nächtelang auf einer Nähmaschine mit Tretwerk Schuhe für eine Schuhfabrik am Ort nähte. Das machte sie nicht, um etwas für sich selbst zu kaufen, sondern um dazu beizutragen, dass mein Bruder und ich das College besuchen konnten. Später sagte sie, dass diese gern geleistete Arbeit sie immer wieder zufrieden machte.

Mein Vater war ein kluger und fleißiger Mann. Er lehrte mich neben vielen anderen praktischen Fertigkeiten, mit einer Handsäge Holz zuzuschneiden oder einen Stecker am Kabel eines Haushaltsgeräts auszutauschen oder anzubringen.

All diese Lektionen hatten einen gemeinsamen Gedanken: Sei erst zufrieden, wenn du dein Bestes gegeben hast!

Ich entwickelte die Fähigkeit, wichtige Entscheidungen zu treffen, durch Gespräche mit meinen Eltern, wobei ich aus ihren Ratschlägen lernte. Auch wenn Sie dem allem noch Verantwortung, Rücksichtnahme, die Ermutigung, Ausbildungsmöglichkeiten zu nutzen, hinzufügten – die Liste wäre noch immer nicht vollständig.

Als Teenager lernte ich das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi durch Pamela kennen, die später meine Frau wurde. Sie hat mir geholfen, aus der einfachen Melodie meines Lebens eine gewaltige Sinfonie zu machen.6

Ich bin 67 Jahre lang in Ehe und Familienleben glücklich gewesen: 21 Jahre als Sohn bei meinen Eltern und 46 Jahre als Ehemann, mit der überragenden Freude, Vater und Großvater zu sein. Was mehr kann man erhoffen? Kurz gesagt: dass jeder sich daran freuen kann.

Kehren wir zurück zu den Lehren des Paulus im Korintherbrief. Da heißt es:

„So erkennt auch keiner Gott – … [es sei denn, er hat den] Geist Gottes. …

Der irdisch gesinnte Mensch aber lässt sich nicht auf das ein, was [von Gott] kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann.“7

Wissenschaftler gewinnen ihre Erkenntnisse hauptsächlich, indem sie forschen, experimentieren und ihren Verstand gebrauchen.

Die Jünger Christi erhalten ihr Zeugnis dadurch, dass sie sich mit seinem Wort befassen, seine Werke betrachten, Grundsätze des Evangeliums anwenden und den Geist der Inspiration empfangen.8

„Es ist der Geist im Menschen, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht.“9

Geistige Wahrheiten mögen weniger fassbar erscheinen, doch sie haben eine unleugbare Wirkung auf das demütige Herz. Man muss wissen, dass die Naturgesetze nicht nach ihrer Popularität festgelegt wurden. Sie wurden geschaffen und beruhen auf dem Fels der Wirklichkeit.

Es gibt auch moralische Wahrheiten, die nicht vom Menschen stammen.10 Sie sind Mittelpunkt eines göttlichen Plans, der, wenn man ihn entdeckt und anwendet, große Freude und Hoffnung für unsere irdische Reise bringt.11

Zum Beispiel glaube ich, dass die Ehe und die Familie, wie es in der Proklamation zur Familie12 heißt und wie es durch göttliche Offenbarung verkündet wurde, von Gott verordnet sind. Die Schrift verkündet: „Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.“13

Weise Männer haben uns aus der Vergangenheit ein Vermächtnis des Wissens hinterlassen. Wir müssen den Glauben an die Familie, wie sie von der Gottheit definiert ist,14 an zukünftige Generationen weitergeben.

Wir dürfen niemals vergessen, dass man Freiheit und Freude in allen Facetten des Lebens dadurch erlangt, dass man ewige Grundsätze des Evangeliums versteht und in Einklang damit lebt. Sie sorgen für eine sichere Grundlage, auf der man ein produktives und glückliches Leben aufbauen kann.15

Ich habe mich an das Muster gehalten, das im Plan des Vaters festgelegt ist, und dadurch erfahren, was es bedeutet, „nach der Weise der Glückseligkeit“16 zu leben und „mit Freuden Wasser [zu] schöpfen aus den Brunnen der Errettung“17.

Der Erretter hat gesagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“18

Unsere Einstellung beeinträchtigt manchmal unsere Fähigkeit, das Größte, was uns das Leben bietet, zu genießen.

Man könnte fragen: Was ist mit denen, die kein schönes Familienleben kennen?

Stabile Familien geben der Gesellschaft Halt und nützen der ganzen Menschheit, selbst denen, die das Gefühl haben, unter weniger günstigen Umständen zu leben.

Für diejenigen, die glaubenstreu leben19 und geduldig darum beten, eine solche gesellschaftliche Beziehung20 selbst zu erleben, möchte ich diese einfachen, tröstlichen Worte von Helen Steiner Rice vorlesen:

Was Gott uns als Verheißung gibt,

das bleibt für immer wahr,

denn alles, was uns Gott verheißt,

geschieht unwandelbar.

Bist du enttäuscht,

ist all deine Hoffnung zunichtegemacht,

dann sieh, was Gott verheißen,

und dein Glaube wird neu entfacht.21

Es ist mein Gebet, dass wir gemeinsam mit Mut und Überzeugung Wächter dieses Geschenks von Gott werden – der Familie. Im Namen Jesu Christi. Amen.