2000–2009
Wandelt im Licht
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Wandelt im Licht

Ihr wählt täglich, ja fast stündlich, zwischen dem, was euren Weg im Licht hält, und dem, was euch in Richtung Finsternis abbringt.

Für jeden von uns ist das Leben eine Reise. Der himmlische Vater hat sie für uns aus Liebe geplant. Jeder von uns hat einzigartige Erfahrungen und Charaktereigenschaften, doch unsere Reise begann an demselben Ort, bevor wir in diese Welt geboren wurden.

Wir alle wurden von Elohim, dem Vater unseres Geistes, belehrt. Wir liebten ihn und wollten wie er sein und für immer bei ihm leben. Er erklärte uns genau, was notwendig sei, um diese Freude zu erlangen. Wir sollten einen physischen Körper mit all den dazugehörigen Prüfungen erhalten. Wir sollten Krankheiten unterworfen sein, und in unserem Körper sollten Prozesse ablaufen, die letztlich zum Tod führen. Unser Körper sollte außerdem ein machtvolles Verlangen nach Befriedigung seiner Bedürfnisse in sich tragen.

Der himmlische Vater erklärte uns, was erforderlich sein würde, um die Reise von dort, wo wir damals waren, zu schaffen und für immer bei ihm zu sein und ein Leben wie er zu führen. Wir sollten die Reise durchs Leben antreten, ohne uns an die Zeit mit ihm in der Geisterwelt zu erinnern. Und der einzige Weg zurück zu ihm sollte darin bestehen, dass wir den physischen Tod und die Folgen der Sünde, die eintreten, wenn wir die Gebote missachten, überwinden. Er sagte uns, dass wir die Auswirkungen von Sünde und Tod nicht selbst überwinden können, nicht ohne einen Erretter, der die Bande des Todes zerreißen und uns einen Weg bereiten würde, wie wir von den Sünden, die wir sicherlich begehen würden, rein gewaschen werden könnten.

Ihr wisst aus den heiligen Schriften, die Gott durch Propheten offenbart hat, dass es in der Geisterwelt eine Auflehnung gab, als uns der Plan unserer Reise vorgelegt wurde. Diejenigen, die sich auflehnten, wollten keinen Erretter akzeptieren und von ihm abhängig sein, aber auch nicht riskieren, nicht zum Vater im Himmel zurückzukehren. Jede von euch gehörte in diesem Konflikt zu den Mutigen, den Gläubigen, den Treuen. Ihr habt den Erlöser und den Plan für diese Reise angenommen, um in die Freude der Gegenwart des himmlischen Vaters zurückzukehren.

Ihr seid bemerkenswert – sogar unter denen, die bei der Auseinandersetzung in der Geisterwelt das Rechte gewählt haben. Ihr habt euch als geeignet erwiesen, zu einer Zeit in das Erdenleben einzutreten und diese Reise zu unternehmen, in der das Evangelium Jesu Christi auf Erden vorhanden ist. Inmitten der Milliarden Kinder des himmlischen Vaters, die derzeit leben, habt ihr den Vorzug genossen, das Evangelium Jesu Christi und seine wahre Kirche zu finden. Ja, darüber hinaus bedeutet die Tatsache, dass ihr heute Abend zuhört, dass ihr beschlossen habt, während der Reise des Lebens im Licht zu wandeln.

Einem jeden Kind des himmlischen Vaters, das in die Welt geboren wird, wird bei der Geburt als freie Gabe das Licht Christi geschenkt. Ihr habt es verspürt. Es ist die Fähigkeit zu spüren, ob etwas recht oder falsch, wahr oder unwahr ist. Dies hat euch seit Beginn eurer Reise durch das Leben begleitet. Die Tatsache, dass ihr euch taufen ließt und den Heiligen Geist empfangen habt, beweist, dass ihr beschlossen habt, im Licht Christi zu wandeln.

Als ihr als Mitglied der Kirche konfirmiert wurdet, habt ihr das Recht erhalten, den Heiligen Geist als Begleiter zu haben. Der Heilige Geist ist eine mächtige Quelle des Lichts, damit man Wahrheit erkennt, den Herrn Jesus Christus liebt und ihm folgt und nach diesem Leben seinen Weg zurück zu Gott findet.

Aber der Geist, der den Aufstand in der vorigen Welt angeführt hat, widersetzt sich dem Plan noch immer und möchte, dass ihr unglücklich seid. Er möchte, dass ihr nie mehr den Weg nach Hause findet. Dieser Feind eurer Seele kennt euch und das Gute in euch. Er weiß: Wenn er euch davon abbringen kann, im Licht zu wandeln, kann er euch gefangen nehmen und auch davon abbringen, anderen auf der Reise zu helfen. Er weiß, wie gut ihr seid, und kennt eure Fähigkeit, hunderte Kinder des himmlischen Vaters in diesem Leben und tausende in den Generationen, die eurem Weg folgen, zu belehren und zu beeinflussen. Wenn er es schafft, dass ihr euch auf eurer Reise vom Licht entfernt, kann er vielen schaden und Elend bringen.

Die Tatsache, dass ihr jetzt zuhört, beweist, dass Gott euch für wichtig hält und dass ihr beschlossen habt, in dem Licht zu wandeln, das er euch bietet. Solche Wahlmöglichkeiten sind nicht immer leicht zu erkennen. Ihr wählt täglich, ja fast stündlich, zwischen dem, was euren Weg im Licht hält, und dem, was euch in Richtung Finsternis abbringt. Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die, woran ihr euer Herz hängt.

Es gibt so vieles, was euch wünschenswert erscheinen mag. Zum Beispiel wünscht sich jeder von uns zu einem gewissen Grad die Anerkennung anderer. Wir alle haben ein Verlangen nach Freundschaft. Jeder sucht nach einem Beweis dafür, dass er wertvoll ist. Wir treffen unsere Wahl aufgrund solcher Wünsche. Einige können uns von dem Licht, das Gott uns zur Führung gibt, wegführen. Manche verstärken das Licht, mit dem wir unseren Weg finden.

Wenn ich zurückblicke, wird mir klar, dass ich die Bedeutung einiger dieser Wünsche und Wahlmöglichkeiten nicht erkannt habe. Ich wollte in Sportmannschaften aufgenommen werden. Ich wollte in der Schule gut sein. Ich wollte gute, wahre Freunde finden. Als ich meine Wahl aufgrund dieser Wünsche traf, bewegte ich mich mehr, als mir klar war, vom Licht weg oder aber zum Licht hin.

Einige meiner Leistungen und einige meiner Freunde trugen entscheidend dazu bei, dass ich das Licht verspürte. Andere wiederum brachten mich, mehr als mir damals bewusst war, allmählich weg vom Licht. Auf eine bedeutsame und langfristig wirksame Weise haben mich meine Entscheidungen, die mit meinem Verlangen nach Gemeinschaft und Anerkennung zu tun hatten, entweder hin zu dem Licht geführt, das mir den Weg weist, oder davon weg.

Vor langer Zeit hat uns der himmlische Vater durch seine Propheten einen Weg gezeigt, wie wir erkennen können, welche Entscheidungen am wichtigsten sind, warum sie es sind und wie wir sie treffen können.

Die beste Zusammenfassung, die ich kenne, gibt uns Moroni, als er seinen Vater Mormon zitiert. Ich wünschte nur, ich hätte das besser verstanden, als ich in eurem Alter war, und bete darum, dass der Herr es euch heute Abend ins Herz trägt.

„Aber siehe, das, was von Gott ist, lädt ein und lockt, beständig Gutes zu tun; darum ist alles, was einlädt und lockt, Gutes zu tun und Gott zu lieben und ihm zu dienen, von Gott eingegeben.

Darum gebt Acht, … damit ihr nicht etwa urteilt, das, was böse ist, sei von Gott, oder das, was gut und von Gott ist, sei vom Teufel.

Denn siehe, meine Brüder, es ist euch gegeben zu urteilen, damit ihr Gut von Böse unterscheiden könnt; und der Weg zu urteilen, ist so klar, damit ihr mit vollkommenem Wissen wissen könnt, wie das Tageslicht gegenüber der finsteren Nacht.“1

Die Schriftstelle nennt uns die Quelle und die Macht des Lichts.

„Denn siehe, jedem Menschen ist der Geist Christi gegeben, damit er Gut von Böse unterscheiden könne; darum zeige ich euch den Weg zu urteilen; denn alles, was einlädt, Gutes zu tun, und dazu bewegt, dass man an Christus glaubt, geht von der Macht und Gabe Christi aus; darum könnt ihr mit vollkommenem Wissen wissen, dass es von Gott ist.

Aber alles, was den Menschen dazu bewegt, dass er Böses tut und nicht an Christus glaubt und ihn verleugnet und nicht Gott dient, davon könnt ihr mit vollkommenem Wissen wissen, dass es vom Teufel ist; denn auf diese Weise arbeitet der Teufel, denn er bewegt keinen Menschen dazu, dass er Gutes tut, nein, nicht einen; auch seine Engel tun das nicht; auch die tun das nicht, die sich ihm unterwerfen.“2

Ich kann jetzt besser erkennen, als ich es als junger Mann konnte, wie ich diese Führung hätte nutzen können. Es gab Sportmannschaften mit Spielern und Trainern, die mich beeinflusst haben, Gutes zu tun. Und es gab einige, die das nicht taten. Es gab Freunde, und einige davon gehörten nicht der Kirche Jesu Christi an, die mich durch ihr Beispiel beeinflusst haben, Gutes zu tun und an den Erretter zu denken.

Es gab Mitschüler und Lehrer, um deren Anerkennung und Freundschaft ich mich bemühte und die irgendwie den Wunsch in mir weckten, Gutes zu tun und meine Einstellung zum Erlöser zu vertiefen. Glücklicherweise habe ich meinen Weg gefunden. Aber es wäre mir noch besser gelungen, wenn ich gewusst hätte, wie wichtig meine Entscheidungen sind und auf welche Weise ich sie treffen sollte.

Mormon wusste das. Hätte ich seine Worte im Buch Mormon oder ähnliche Stellen sorgfältiger gelesen, wäre mir sogar noch mehr Segen und mehr Schutz zuteilgeworden. Dies sind Mormons Worte:

„In Anbetracht dessen, dass ihr das Licht kennt, mit dem ihr urteilen könnt, und dieses Licht ist das Licht Christi, seht zu, dass ihr nicht unrecht urteilt; denn mit dem gleichen Richterspruch, mit dem ihr richtet, werdet auch ihr gerichtet werden.

Darum … [sollt ihr] im Licht Christi eifrig … forschen, damit ihr Gut von Böse unterscheiden könnt; und wenn ihr alles Gute ergreift und es nicht verwerft, dann seid ihr gewiss ein Kind Christi.

Und nun …, wie ist es möglich, dass ihr alles Gute ergreifen könnt?“3

Durch Glauben könnt ihr alles Gute ergreifen. Ich bete von ganzem Herzen, dass euer Glaube daran zunimmt, dass ihr Töchter eines liebevollen Gottes seid. Ich bezeuge euch, dass ihr zu den Tapferen gehört habt, weil ihr auf dieser Reise des Lebens den Punkt erreicht habt, an dem ihr jetzt seid. Gerade so, wie ihr die Zielscheibe des Feindes aller Rechtschaffenheit seid, steht ihr auch unter dem Schutz und der Obhut des himmlischen Vaters und des Herrn Jesus Christus. Sie kennen euch, sie kennen all die Mächte und die Menschen, die euch umgeben. Sie wissen, was vor euch liegt. Und genauso wissen sie, welche Entscheidungen, die ihr trefft, welche Wünsche, die ihr erfüllt haben möchtet, und welche Verhältnisse, die euch umgeben, den größten Einfluss darauf haben werden, dass ihr weiterhin im Licht wandelt. Ich bezeuge, dass ihr durch den Geist Christi und durch den Heiligen Geist vertrauensvoll alle vor euch liegenden Schwierigkeiten durchstehen könnt. Weil ihr so wertvoll seid, können einige dieser Prüfungen sehr hart sein. Lasst euch nicht entmutigen oder ängstigen. Der Weg, auf dem ihr durch Schwierigkeiten hindurchkommt, ist schon immer für euch vorbereitet gewesen, und ihr werdet ihn finden, wenn ihr Glauben ausübt.

Ihr müsst Glauben haben, zu beten. Ihr müsst Glauben haben, über das Wort Gottes nachzusinnen. Ihr müsst Glauben haben, all das zu tun, und euch an die Orte begeben, die den Geist Christi und den Heiligen Geist einladen.

Ich verspreche euch, dass ihr innerhalb der nächsten Tage spüren werdet, wie der Geist Christi und der Heilige Geist euer Leben erleuchten. Wenn ihr im Licht geht, werdet ihr in diesem Augenblick ein wenig von der Wärme und dem Glück empfinden, das am Ende euch gehören wird, wenn ihr zu Hause willkommen geheißen werdet, zusammen mit den hunderten, ja vielleicht tausenden anderen, die ihr mit euch bringt und die im Licht gewandelt sind, weil ihr es getan habt.

Dies ist die wahre Kirche Jesu Christi. Es gibt einen lebenden Propheten: Thomas S. Monson. Und es gibt wahre Diener und auch Engel, die euch auf eurem Weg im Licht beistehen. Das bezeuge ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.