2000–2009
Die Anker des Zeugnisses
Heruntergeladene Inhalte
Diese Seite (MP3)
Fußnoten

Hide Footnotes

Farbschema

Die Anker des Zeugnisses

Stärkt euren Glauben und haltet euch an dieses Muster: Gebet, Schriftstudium und das gehorsame Halten der Gebote.

Als ich in Asien lebte, sah ich vieleTeiche, die mit wunderschönen,blühenden Seerosen bedeckt waren. Sie verliehen den ansonsten trüben und leblosen Teichen stille Schönheit und verströmten einen süßen Duft. Die Blätter der Seerosen schwammen auf der Oberfläche des Wassers, und ein langer, fester Stängel verankerte sie an ihrem Platz im Teich. Das beständige Wachstum des Stängels sicherte die Standfestigkeit der Blume, selbst dann, wenn sintflutartige Regenfälle den Wasserstand des Teichs erhöhten.

Meine lieben jungen Schwestern, ihr ähnelt dieser wunderschönen Blume sehr. Eure Frische, Reinheit und Schönheit tragen viel Gutes zu unserem Leben und dem Leben eurer Familie bei. Ihr lebt in einer Welt voller Herausforderungen, die verschmutzt ist von Versuchungen und Prüfungen, dennoch kann euer Zeugnis von Jesus Christus euer Anker sein. Der Glaube an den Herrn Jesus Christus stärkt euer Zeugnis und trägt dazu bei, dass es weiter wächst. Dadurch werdet ihr in der Lage sein, euch über die Schlechtigkeit der Welt zu erheben und voller Rechtschaffenheit euren Stand zu halten.

Ein Anker wird als etwas definiert, „was Stabilität oder Vertrauen in einer sonst unsicheren Situation bietet“.1 Euer Zeugnis ist euer Anker und gibt euch das Vertrauen, im Halten der Gebote des Herrn „standhaft und unverrückbar“2 in einer unsicheren Welt zu stehen.

Gegenwärtig wächst euer Zeugnis, wie es auch beim Stängel der Seerose der Fall ist. Durch euren Glauben kann es wachsen und bleibt stark, selbst dann, wenn ihr mit den Herausforderungen und Versuchungen einer Welt konfrontiert seid, die mit Drogen, Unmoral, Pornografie und Unsittlichkeit verschmutzt ist.

„Der Glaube ist eine Gabe Gottes, aber [ihr müsst] ihn nähren, damit er stark bleibt. … [Ihr könnt] die Gabe des Glaubens nähren, indem [ihr] im Namen Jesu Christi zum himmlischen Vater [betet]. … [Ihr könnt euren] Glauben stärken, indem [ihr] die Gebote [haltet]. … [Ihr könnt euren] Glauben auch entfalten, indem [ihr euch] intensiv mit den heiligen Schriften und den Worten der neuzeitlichen Propheten [beschäftigt].“3

Ich kenne einige Junge Damen, die Fragen über anständige Kleidung hatten. Um Antworten darauf zu finden, hielten sie sich genau an dieses Muster: Sie beteten zum himmlischen Vater, sie studierten die heiligen Schriften und die Worte unserer neuzeitlichen Propheten, und sie hielten sich gehorsam an den Maßstab für Anstand. Geradeso, wie sie Antworten erhielten, wuchs auch ihr Glaube, und ihr Zeugnis wurde gestärkt. Ich fordere euch alle auf, euch an dieses Muster zu halten.

Erstens: Betet zum himmlischen Vater. Bittet ihn um Hilfe dabei, Antworten auf eure Fragen zu finden.

Unser Prophet, Thomas S. Monson, sagte bei seiner ersten Pressekonferenz:

„Manchmal [finden] junge Leute die besten Antworten auf die Fragen des Lebens, wenn sie niederknien und den himmlischen Vater um Hilfe bitten.

Wenn sie nicht vergessen, dass der Herr an sie denkt und ihre Gebete beantwortet, sind sie in der Lage, jede Herausforderung, die ihnen begegnet, zu meistern.“4 Das Gebet stärkt euren Glauben und ist ein Anker für euer Zeugnis.

Neben dem Beten müsst ihr auch in den heiligen Schriften über den Glauben lesen. Alma 32:27 führt euch gut vor Augen, wie ihr euren Glauben mehren könnt: „Wenn ihr eure Geisteskraft weckt und aufrüttelt, um mit meinen Worten auch nur einen Versuch zu machen, und zu einem kleinen Teil Glauben ausübt, ja, selbst wenn ihr nicht mehr könnt, als dass ihr den Wunsch habt zu glauben, dann lasst diesen Wunsch in euch wirken, ja, bis ihr auf eine Weise glaubt, sodass ihr einem Teil meiner Worte Raum geben könnt.“

Seid ihr willens, Almas Experiment auszuprobieren, um euren Glauben zu mehren? Könnt ihr wenigstens zu einem kleinen Teil Glauben ausüben? Habt ihr den Wunsch zu glauben?

Ich weiß: Wenn ihr aus der Schrift lernt, wird der Herr euch mit seinem Geist segnen, und euer Verständnis wird ebenso erleuchtet wie bei den Jungen Damen, die wir heute Abend gehört haben. Die Schriften stärken euren Glauben und tragen dazu bei, euer Zeugnis fest zu verankern.

Euer Glaube wird auch gestärkt, wenn ihr euch mit den Worten neuzeitlicher Propheten befasst. „Den lebenden Propheten [könnt ihr] immer vertrauen. Ihre Worte entsprechen dem Willen des Herrn“5 und helfen euch dabei, euer Zeugnis fest zu verankern.

Präsident Spencer W. Kimball, einer unserer neuzeitlichen Propheten, gab den Jugendlichen den Rat, Pflöcke einzuschlagen, die ihnen helfen sollten, „standhaft und unverrückbar“ zu bleiben: „Unsere jungen Leute sollen schon früh die Pflöcke einschlagen. … Von diesen Pflöcken gibt es zwei Arten: ‚Das will ich tun‘ und ‚Das will ich nicht tun‘. … Schon sehr früh soll der junge Mensch nach einem Plan leben. … Wenn der Weg auf diese Weise festgelegt ist und man sich das Ziel gesteckt hat, kann man Versuchungen leichter widerstehen und nein sagen – nein zur ersten Zigarette, nein zum ersten Glas Alkohol, … nein zu den ersten ungehörigen Annäherungsversuchen, die schließlich unmoralisches Verhalten zur Folge hätten.“6

Wir haben ein großartiges Werkzeug, mit dem wir die Pflöcke einschlagen können. Es heißt Für eine starke Jugend. In diesem Büchlein findet ihr die Worte der neuzeitlichen Propheten. Die „Pflöcke“, die Präsident Kimball beschreibt, sind in diesem Buch zu finden: Das, was ich tun will, und das, was ich nicht tun will.

Es genügt jedoch nicht, die Worte der Propheten nur zu lesen. Ihr müsst auch den letzten Schritt in unserem Muster beherzigen und „euch an diese Grundsätze [halten] und nach den Wahrheiten aus den heiligen Schriften [leben]“7. Das ist die eigentliche Herausforderung; aber wenn ihr vorausplant, was ihr tun und was ihr nicht tun wollt, und dann nach diesem Plan lebt, könnt ihr es schaffen!

Glaube ist ein Grundsatz, der uns zur Tat drängt. Ich möchte euch von einigen Jungen Damen erzählen, die die Worte der Propheten in der Broschüre Für eine starke Jugend verinnerlicht haben und zur Tat geschritten sind. Sie machten einen Plan, legten fest, was sie tun und was sie nicht tun wollten, und lebten dann nach diesem Plan.

Eine der Richtlinien in der Broschüre lautet: „Durch eure Kleidung und äußere Erscheinung könnt ihr dem Herrn zeigen, dass ihr wisst, wie wertvoll euer Körper ist. Ihr könnt zeigen, dass ihr Jünger Jesu Christi seid.“8

Eine der Jungen Damen erkannte, nachdem sie diese Worte gelesen hatte, dass wohl einige ihrer Kleidungsstücke nicht ganz so anständig waren. Gebet und Schriftstudium machten ihr klar, dass sie eine Jüngerin Jesu Christi ist und dass sie als seine Repräsentantin einiges ändern musste. Sie wollte nichts in ihrem Schrank haben, was eine Versuchung darstellte, deshalb ging sie Schrank und Kommode durch und warf alles fort, was nicht anständig war. Sie sagte: „Am klügsten ist es, in den Geschäften gar nicht erst etwas anzuprobieren, wovon ich schon weiß, dass ich es nicht tragen sollte. Warum sich in Versuchung begeben?“ Dieser feste Entschluss zeigt dem Herrn, dass sie ihren Körper achtet, und damit schlug sie tief in die Erde einen Pflock für den Anstand ein.

Eine andere Junge Dame aus der Klasse erkannte, dass ihre Art, sich zu kleiden, die Kleiderwahl ihrer kleinen Schwester beeinflusste. In der Broschüre Für eine starke Jugend lesen wir: „Eure Kleidung und äußere Erscheinung senden anderen eine Botschaft über euch und hat Einfluss darauf, wie ihr und andere handeln.“9 Sie beschloss, sich anders zu kleiden, weil sie sich nun ihrer Verantwortung bewusst war, ihrer jüngeren Schwester ein gutes Vorbild zu sein. Sie schlug ihren Pflock noch tiefer ins Erdreich und nahm Einfluss darauf, wie ihre Schwester sich kleidete.

Der Maßstab für „Unterhaltung und Medien“ besagt: „Wählt … nur Unterhaltung und Medien aus, die euch erbauen. Gute Unterhaltung hilft euch, gute Gedanke zu haben und richtige Entscheidungen zu treffen.“10 Ich kenne eine Junge Dame und ihre Schwester, die beim Hören einer CD bemerkten, dass der Text nicht erbaulich war und in ihnen keine guten Gedanken erweckte. Sie schauten einander an und erkannten durch den Geist, dass sie diese Art Musik nicht hören sollten. Die ältere Schwester holte einen Hammer, und sie nahmen die CD und schlugen sie in Stücke. Sie hatten zuvor Pflöcke eingeschlagen, was die Musik anbelangt. Sie wussten, was sie anhören und was sie nicht anhören wollten, und waren in der Lage, nach ihrem Plan zu leben, weil sie den Eingebungen des Geistes folgten. Diese kleine Maßnahme stärkte sie und gab ihnen Zuversicht, auch bei größeren Herausforderungen gehorsam zu sein.

Eine andere Junge Dame beschloss, dass – unabhängig von den Umständen – einer der Pflöcke in ihrem Leben die Sabbatheiligung sei. Ein Jahr, nachdem sie sich gemeinsam mit ihrer Familie der Kirche angeschlossen hatte, wurde ihre Gemeinde geteilt. Ihre Familie wurde der neu gebildeten Gemeinde zugeteilt, und sie war die einzige Junge Dame in dieser Gemeinde. Ihre Eltern sträubten sich gegen diese Veränderung und gingen nicht mehr zur Kirche, aber sie wollte den Richtlinien folgen, die in der Broschüre Für eine starke Jugend zum „Verhalten am Sonntag“ geschildert werden. Sie beschloss, die Versammlungen in der neuen Gemeinde zu besuchen, wann immer sie konnte, auch wenn das bedeutete, dass sie allein zu allen Versammlungen gehen musste.

Sonntags las sie in den heiligen Schriften und arbeitete am Programm Mein Fortschritt. Ihr Entschluss, was die Sabbatheiligung betraf, „standhaft und unverrückbar“ zu sein, motivierte ihre Mutter und ihre jüngere Schwester, wieder zur Kirche zu gehen. Ihre Mutter bestätigte, dass das standhafte Beispiel ihrer Tochter – wie sie nach dem Evangelium lebte und auch wie rechtschaffen sie war – der Familie half, wieder aktiv zu werden.

Ihr bringt euren Glauben durch das, was ihr tut, zum Ausdruck – durch eure Lebensweise.11 Die Lebensweise dieser Jungen Damen drückte ihren Glauben aus. Und beachtet, dass ihr Glaube und ihr vorbildliches Leben gute Werke hervorbrachten. Die Schwestern waren einander ein Segen, und eine Tochter half ihrer Mutter, in der Kirche wieder aktiv zu werden.

Vielleicht glauben einige von euch, dass ihr euch nicht über den verschmutzten Teich erheben könnt, dass eure Situation zu schwierig ist, eure Prüfungen zu schwer sind, eure Versuchungen zu groß. Aber denkt an die Verheißung Almas: „Wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“12 Denkt daran, dass der Stängel der Seerose unter Widerständen wächst, und wie der Stängel die Seerose erhebt, stützt und erhebt euch euer Glaube.

Meine lieben jungen Schwestern, euer Zeugnis von Jesus Christus ist euer Anker. Stärkt euren Glauben und haltet euch an dieses Muster: Gebet, Schriftstudium und das gehorsame Halten der Gebote. Schlagt Pflöcke ein, indem ihr beschließt, was ihr tun und was ihr nicht tun wollt, und setzt dann euer Vorhaben in die Tat um.

Ich bezeuge, dass der Herr eine jede von euch liebt und euch in eurem Bemühen, „standhaft und unverrückbar“ zu sein, segnet. Das Evangelium Jesu Christi ist wahr, und eure Erkenntnis und euer Zeugnis von Jesus Christus sind ein starker Anker und versetzen euch in die Lage, euren Stand zu halten, indem ihr für Wahrheit und Rechtschaffenheit eintretet. Das bezeuge ich demütig im Namen Jesu Christi. Amen.