2000–2009
Glaube und der Eid und Bund des Priestertums
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Glaube und der Eid und Bund des Priestertums

Gehen Sie im Glauben voran, um Ihre mit Gott geschlossenen Bündnisse zu halten, und erheben Sie so Anspruch auf die Verheißung, die er Ihnen mit einem Eid gegeben hat.

Ich möchte heute Abend dazu beitragen, Ihr Vertrauen darauf zu stärken, dass Sie die Segnungen, die mit dem Eid und Bund des Priestertums einhergehen, empfangen können und werden. Das Ausmaß der möglichen Folgen dieses Eides und Bundes macht es vielleicht erforderlich, regelmäßig Ihr Vertrauen zu stärken.

Der Herr hat diese Folgen klargemacht. Wenn man die Möglichkeiten dieses Eides und Bundes voll ausschöpft, erhält man die größte aller Gaben Gottes – ewiges Leben. Das ist ein Zweck des Melchisedekischen Priestertums. Wenn wir die Bündnisse halten, die zum Priestertum gehören, und diese Bündnisse bei den Tempelzeremonien erneuern, verheißt uns der himmlische Vater, Elohim, mit einem Eid, dass wir die Fülle seiner Herrlichkeit erhalten werden und so leben werden wie er. Wir werden für immer an eine Familie gesiegelt sein, mit der Verheißung ewiger Vermehrung.

Wie nicht anders zu erwarten, zieht es tragische Folgen nach sich, wenn wir auf eine solche Segnung keinen Anspruch erheben. Der Herr hat auch das deutlich gemacht. Hier die Worte, die den Jungen Männern von ihren Führern in der Kirche oft vorgelesen werden, wenn sie kurz davorstehen, das Melchisedekische Priestertum zu empfangen. Bestimmt erinnern Sie sich, was Sie empfunden haben, als Sie sie zum ersten Mal gehört haben. Es sind die Worte des Erlösers Jesus Christus, die uns durch den Propheten Joseph Smith gegeben wurden:

„Und alle, die dieses Priestertum empfangen, die empfangen auch mich, spricht der Herr;

denn wer meine Knechte empfängt, der empfängt mich;

und wer mich empfängt, der empfängt meinen Vater;

und wer meinen Vater empfängt, der empfängt meines Vaters Reich; darum wird ihm alles gegeben werden, was mein Vater hat.

Und dies ist gemäß dem Eid und Bund, der zum Priestertum gehört.

Darum: Alle diejenigen, die das Priestertum empfangen, die empfangen diesen Eid und Bund meines Vaters, den er nicht brechen kann und der unverrückbar ist.

Wer aber diesen Bund bricht, nachdem er ihn empfangen hat, und sich gänzlich davon abwendet, der wird weder in dieser Welt noch in der künftigen Welt Vergebung der Sünden erlangen.

Und weh all denen, die nicht zu diesem Priestertum kommen, das ihr empfangen habt, das ich jetzt auf euch, die ihr heute anwesend seid, durch meine eigene Stimme aus den Himmeln bestätige; und ich selbst habe den himmlischen Scharen und meinen Engeln in Bezug auf euch Verantwortung übertragen.

Und nun gebe ich euch das Gebot, achtzuhaben in Bezug auf euch selbst und den Worten des ewigen Lebens eifrig Beachtung zu schenken.“1

Wenn es Ihnen so geht wie mir, als ich als junger Mann diese Worte zum ersten Mal hörte, kann die Herausforderung, das Melchisedekische Priestertum anzunehmen, beängstigend erscheinen. Es gibt mindestens zwei Gründe, warum Sie eher zuversichtlich als entmutigt sein sollten, was die Strafen angeht, die folgen, wenn man den Eid und Bund entweder nicht hält oder beschließt, ihn gar nicht anzunehmen. Ob Sie den Eid und Bund nun annehmen und es dann doch zu schwer finden, ihn zu halten, oder ob Sie es gar nicht erst versuchen – die Strafe ist die gleiche. Es steht daher außer Frage, dass der beste Weg für Sie und für mich darin besteht, das heilige Priestertum zu empfangen und von ganzem Herzen zu versuchen, die damit einhergehenden Bündnisse zu halten. Entscheiden wir uns, es nicht zu versuchen, verlieren wir ganz sicher die Chance auf das ewige Leben. Wenn wir es versuchen und es mit Gottes Hilfe schaffen, erlangen wir ewiges Leben.

Es gibt noch einen weiteren Grund, sich jetzt dafür zu entscheiden, dass man sich von ganzem Herzen bemüht, sich für diesen Eid und Bund würdig zu machen, und darauf vertraut, dass man es schaffen wird. Gott hat Ihnen die Hilfe und Macht verheißen, die, wenn Sie Glauben ausüben, zum Erfolg führen.

Lassen Sie mich einige der Segnungen beschreiben, die Sie erhalten, wenn Sie im Glauben vorangehen.

Erstens: Allein die Tatsache, dass Ihnen der Eid und Bund angeboten wurde, ist ein Beweis dafür, dass Gott Sie auserwählt hat, weil er Ihre Kraft und Ihre Fähigkeiten kennt. Er kennt Sie, seit Sie bei ihm in der Geisterwelt waren. Da er in seinem Vorherwissen Ihre Stärke kennt, hat er Ihnen ermöglicht, die wahre Kirche Jesu Christi zu finden und das Priestertum zu erlangen. Sie können zuversichtlich sein, weil Sie einen Beweis haben, dass er Ihnen vertraut.

Zweitens: Wenn Sie sich bemühen, Ihre Bündnisse zu halten, hat der Erlöser seine persönliche Hilfe verheißen. Er hat gesagt, was geschieht, wenn Sie vorangehen und das Priestertum ehren: „Da werde ich auch sein, denn ich werde vor eurem Angesicht hergehen. Ich werde zu eurer rechten Hand sein und zu eurer linken, und mein Geist wird in eurem Herzen sein und meine Engel rings um euch, um euch zu stützen.“2

Vielleicht müssen Sie wie ich von Zeit zu Zeit darin bestärkt werden, dass Sie die Kraft haben, Ihren Verpflichtungen in diesem heiligen Priestertum nachzukommen. Der Herr hat vorhergesehen, dass Sie diese Bestätigung brauchen. Er hat gesagt: „Denn diejenigen, die treu sind, sodass sie diese zwei Priestertümer erlangen, von denen ich gesprochen habe, und ihre Berufung groß machen, werden vom Geist geheiligt, sodass sich ihr Körper erneuern wird.“3

Ich habe gesehen, wie sich diese Verheißung bei mir und auch bei anderen erfüllt hat. Einer meiner Freunde war Missionspräsident. Er erzählte mir, dass er am Ende eines jeden Tages, den er diente, kaum die Treppe hinaufsteigen konnte, um zu Bett zu gehen, und sich fragte, ob er die Kraft für einen weiteren Tag haben würde. Doch am Morgen stellte er fest, dass seine Kraft und sein Mut wiederhergestellt waren. Sie haben es im Leben betagter Propheten gesehen, die jedes Mal erneuert zu sein schienen, wenn sie aufstanden, um vom Herrn Jesus Christus und vom wiederhergestellten Evangelium Zeugnis zu geben. Das ist eine Verheißung für diejenigen, die in ihrem Priestertumsdienst im Glauben vorwärtsgehen.

Ihnen ist auch verheißen, dass Ihnen die Macht gegeben wird, Zeugnis abzulegen, und dass Sie bei diesem Vorgang geläutert und für das ewige Leben vorbereitet werden, das Ihnen verheißen wurde:

„Denn ich will euch eure Sünden mit diesem Gebot vergeben – dass ihr standhaft bleibt in eurem Sinn, voll ernster Besinnung und im Geist des Betens, und indem ihr aller Welt Zeugnis gebt von all jenem, was euch mitgeteilt wird.

Darum geht hin in alle Welt; und zu jedwedem Ort, wo ihr nicht hingehen könnt, da sendet hin, damit das Zeugnis von euch ausgehe in alle Welt, zu jedem Geschöpf.“4

Und mit dieser Verheißung hat der Herr Sie geehrt, indem er von Ihnen sagt: „Ihr seid es, die mein Vater mir gegeben hat; ihr seid meine Freunde.“5

Es gibt eine weitere wunderbare Segnung, die Ihnen Mut macht in dem Bemühen, Ihre Priestertumsbündnisse einzuhalten. Der Dienst im Priestertum bereitet Sie darauf vor, in einer ewigen Familie zu leben. Das verändert Ihre Gefühle in Bezug darauf, was es heißt, Ehemann, Vater, Sohn oder Bruder zu sein. Diese Wandlung im Herzen stellt sich ein, wenn Sie spüren, dass Ihr Glaube wächst und dass die Verheißung ewigen Lebens durch das Melchisedekische Priestertum für Sie real wird.

Das erlebte Parley P. Pratt, als ihm der Prophet Joseph Smith zum ersten Mal die Lehre von der ewigen Familie erläuterte. Parley P. Pratt schrieb:

„Damals vermittelte er mir die erste Vorstellung von einer ewigen Familienorganisation und der ewigen Einheit der Geschlechter in dieser unaussprechlich herrlichen Beziehung, die nur die ungemein Gebildeten, die Geläuterten und die mit reinem Herzen zu schätzen wissen, und die es zweifelsohne verdient, als Glück bezeichnet zu werden. …

Von ihm lernte ich, dass meine geliebte Frau für Zeit und alle Ewigkeit mit mir verbunden sein kann und dass die edlen Gefühle und die Zuneigung, die uns einander so teuer machen, der Quelle ewiger göttlicher Liebe entspringen. Von ihm lernte ich auch, dass wir diese Zuneigung pflegen können, sodass wir darin in alle Ewigkeit weiterwachsen können, und dass aus unserer Verbindung, die kein Ende haben wird, so viele Nachkommen stammen können wie Sterne am Himmel oder Sand am Meeresufer. …

Schon vorher hatte ich geliebt, doch ich wusste nicht, warum. Aber nun liebte ich – mit einer Reinheit – mit einer Intensität erbauender und erhebender Gefühle. Ich fühlte, dass Gott wahrhaftig mein himmlischer Vater ist; dass Jesus mein Bruder ist und dass meine geliebte Frau meine unsterbliche und ewige Partnerin ist; ein gütiger Engel, der mir als Trost gegeben wurde, eine Krone der Herrlichkeit für immer und immer.“6

Ich selbst kann bezeugen, dass der Priestertumsdienst, ausgeführt im Glauben, unser Herz und unsere Gefühle auf diese Weise verändern kann. Ein junger Mann, der heute meine Worte hört, kann darauf vertrauen, dass er, wenn er sein Priestertum ehrt, vor der Versuchung zur sexuellen Sünde geschützt wird, die in der Welt, in der wir leben, so weit verbreitet ist. Jedem Träger des Aaronischen Priestertums, der mich heute Abend hört und dessen Glaube an den sicheren Lohn, nämlich ewiges Leben durch das ewige Priestertum, zunimmt, wird es möglich sein, den wahren Wert der Töchter Gottes zu erkennen und in der Verheißung einer Nachkommenschaft einen Grund dafür zu sehen, rein zu sein und zu bleiben.

Glaube an den Eid und Bund bringt uns in gleicher Weise auch dazu, die Nächstenliebe zu entwickeln, die für eine ewige Familie so wichtig ist. Wenn wir das Priestertum annehmen, geben wir unter anderem das Versprechen, uns um andere zu kümmern.

Ich habe das Wunder gesehen, wie die Nächstenliebe im Herzen von Priestertumsträgern zugenommen hat, genau wie viele von Ihnen. Auch viele Menschen außerhalb der Kirche haben es gesehen. Ich war gerade in Präsident Gordon B. Hinckleys Büro, als er gebeten wurde, einen Anruf entgegenzunehmen. Nach einem kurzen Telefongespräch wandte er sich wieder mir zu. Doch zuerst nahm er sich Zeit für eine Erklärung. Er sagte, der Anruf sei vom Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen, der auf dem Weg nach Washington in seiner Dienstmaschine gerade über Utah sei. Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte angerufen, um sich bei Präsident Hinckley dafür zu bedanken, was Priestertumsträger nach einem Hurrikan getan hatten. Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte gesagt, es sei ein Wunder, dass wir so schnell so viele Leute mobilisieren konnten und so gut zusammenarbeiteten. Er lobte unsere Mitglieder, indem er sagte, dass wir wüssten, wie etwas anzupacken sei.

Vielleicht war der Präsident der Vereinigten Staaten beeindruckt von dem, was er als großartige organisatorische Fähigkeiten betrachtete. Das war Teil des Wunders. Aber der tiefere Grund für das Wunder war, dass hunderte, vielleicht sogar tausende Priestertumsträger einen solchen Glauben an den Eid und Bund des Priestertums hatten. Nicht die Art und Weise, wie sie organisiert waren, war entscheidend. Vielmehr bewog sie der Glaube an den Eid und Bund des Priestertums dazu, sich als Stellvertreter des Herrn Jesus Christus um Menschen in großer Not zu kümmern und dafür weit zu fahren, lange zu arbeiten und Entbehrungen auf sich zu nehmen.

Sie erlebten diesen Vorgang: Priestertumsdienst zu leisten und dabei die Kraft und den Geist der Nächstenliebe zu entwickeln, die notwendig sind, um in einer Familie hier und in der Ewigkeit ein guter Ehemann, Vater, Sohn oder Bruder zu werden. Solchen Dienst von Priestertumsträgern erleben wir immer wieder, wenn wir, als Brüder und Schwestern in Gottes Familie, überall auf der Welt Menschen beistehen.

Ich bete darum, dass Sie sich heute Abend, und dann jeden Tag, dafür entscheiden, im Glauben voranzugehen, um Ihre mit Gott geschlossenen Bündnisse zu halten, und so Anspruch auf die Verheißung erheben, die er Ihnen mit einem Eid gegeben hat. Das kann auf ganz einfache Weise geschehen. Wenn Sie mit Ihrem Kollegium zusammenkommen, können Sie sich entschließen, die anderen als Brüder in Gottes Familie zu sehen. In Ihrem Kollegium oder Ihrer Priestertumsgruppe gibt es bestimmt jemand, der Hilfe braucht. Er zeigt es vielleicht nicht. Mit Ihren Augen können Sie es vielleicht nicht sehen. Aber Gott weiß es und bittet Sie, ihm zu dienen, indem Sie dem Betreffenden helfen.

Sie können so sein wie der Priestertumsträger, der mich jedes Mal, wenn ich ihn in der Priestertumsversammlung sah, fragte: „Wie geht es Großmutter?“ Soweit ich weiß, hat er meine Schwiegermutter nie kennengelernt. Aber irgendwie hatte er von ihrer Krankheit und ihrem hohen Alter erfahren. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viel es mir bedeutete, zu sehen, dass die Hand Gottes ausgestreckt war, um mich und meine Frau zu trösten – durch einen Priestertumsträger. Sie können das Gleiche erreichen, wann immer Sie mit Priestertumsträgern zusammenkommen, wenn Sie immer an Ihren Bund denken, denjenigen beizustehen und zu helfen, deren Hände herabgesunken sind und die schwere Lasten zu tragen haben. Wenn Sie dies tun, dann entwickeln Sie genau die Eigenschaften, die Sie befähigen, für immer zu einer ewigen Familie zu gehören.

Es gibt noch etwas, was Sie tun können. Sie können sich mit dem Wort Gottes befassen, nicht nur für sich selbst, sondern damit Sie für die ganze Welt ein Abgesandter des Herrn Jesus Christus sein können. Wenn Sie das Evangelium machtvoller lehren können, sind Sie dadurch fähig, dem himmlischen Vater bei der Sammlung seiner Kinder zu helfen. Wenn Sie das tun, folgt eine andere Segnung. Sollte in dieser oder der zukünftigen Welt Ihre Familie jemals verlorene Schafe zurückholen müssen, werden Sie mehr Kraft erlangt haben, als Ihnen jetzt vielleicht bewusst ist.

Der Herr beschreibt diese wunderbare Segnung in Alma 13:6: „Und so wurden sie zu dieser heiligen Berufung berufen und zum Hohen Priestertum der heiligen Ordnung Gottes ordiniert, um die Menschenkinder seine Gebote zu lehren, sodass auch sie in seine Ruhe eingehen können.“

Mit dieser Verheißung des Erfolgs können Sie voller Vertrauen dienen:

„Nun konnten sie, nachdem sie durch den Heiligen Geist geheiligt worden waren, weil sie ihre Kleider hatten weiß machen lassen und selbst vor Gott rein und makellos waren, nicht anders, als nur mit Abscheu auf Sünde blicken; und es gab viele, überaus sehr viele, die rein gemacht wurden und in die Ruhe des Herrn, ihres Gottes, eingingen.

Und nun, meine Brüder, möchte ich, dass ihr euch vor Gott demütigt und Frucht hervorbringt, die der Umkehr entspricht, damit auch ihr in diese Ruhe eingehen könnt.“7

Ich bezeuge, dass Gott, der Vater, lebt. Sie haben Bündnisse mit ihm geschlossen. Er bietet Ihnen einen Eid und die Verheißung ewigen Lebens, an die er sich halten muss. Ich bezeuge Ihnen, dass das Priestertum die Macht ist, durch die Gott über seinen Sohn, Jesus Christus, die Welten erschaffen hat. Ich bezeuge Ihnen, dass Gott möchte, dass Sie erfolgreich sind und wieder nach Hause kommen, um mit ihm für immer in einer Familie zu leben. Ich bezeuge Ihnen, dass dies die wahre Kirche Jesu Christi ist. In ihr sind die Schlüssel des Priestertums vorhanden. Es ist das Priestertum, mit dem Gott Sie geehrt hat. Ich sage Ihnen, dass er Ihre Fähigkeiten kennt und dass sie ausreichend sind. Sie können also voller Glauben die Hoffnung auf ewiges Leben für sich und Ihre Familie haben. Im Namen Jesu Christi. Amen.