2016
    Hurra!
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    Betrachtungen

    Hurra!

    Der Verfasser lebt in Oregon.

    Ein Vierjähriger brachte mich dazu, das Abendmahl noch mehr zu schätzen.

    Hooray!

    Illustration von Carolyn Vibbert

    Meine Gedanken waren auf den Heiland gerichtet, als die Gemeinde mit dem Singen des Abendmahlslieds fertig war, aber als ich das Gesangbuch schließen wollte, spielte der Organist weiter. Wegen der vielen Anwesenden an diesem Tag musste der Organist noch zwei Strophen spielen, bis die Priester das Brot gebrochen hatten. Ich war für die zusätzliche Zeit dankbar. Nun konnte ich vor den Abendmahlsgebeten noch eine Weile länger andächtig in mich gehen.

    Während der Gebete folgte ich aufmerksam den Worten, mit denen die Priester die Symbole für das Opfer segneten, das Christus für uns gebracht hat. Am Ende des zweiten Gebets, in dem Moment, als die Versammelten ihrer Zustimmung Ausdruck verliehen, übertönte die Stimme eines vierjährigen Jungen, der zwei Reihen hinter mir saß, unser „Amen“.

    „Hurra!“, rief er laut.

    Sein spontaner Ausruf brachte einige Kinder in seiner Nähe zum Kichern. Ich gebe zu, dass auch ich im ersten Moment belustigt war.

    „Hurra?“, dachte ich. Das war ja schon eine ungewöhnliche Antwort auf die Abendmahlsgebete. Auf jeden Fall war es eine Antwort, die ich noch nie gehört hatte und wahrscheinlich auch nie wieder hören werde. Immerhin schließen wir ja alle Gebete mit „Amen“.

    Vielleicht hatte dieser Junge mehr verstanden als ich.

    Hurra bringt nämlich Begeisterung zum Ausdruck. Es ist ein Freudenruf, etwa, wenn jemand einen Sieg errungen hat. Manchmal ist es ein Ruf der Anerkennung für jemanden, der eine schwierige Aufgabe gut bewältigt hat.1

    Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. „Ja“, dachte ich, „hurra, dass Jesus Christus den Tod überwunden hat, sodass wir alle auferstehen können! Hurra, dass er uns aufgrund seines Sühnopfers unsere Sünden vergeben kann! Genauer gesagt, er kann mir meine Sünden vergeben. Hurra, dass ich durch seine Gnade zu meinem Vater im Himmel zurückkehren kann und auf das ewige Leben hoffen darf! Ja! Hurra!“

    Als ich still diesen Lobpreis als Dank an meinen Vater im Himmel schickte, überflutete der Heilige Geist mich innerlich mit einer Freude, die mir die Tränen in die Augen trieb. Ich war an diesem Tag von einem kleinen Knaben gehütet worden (siehe Jesaja 11:6), der mir zu meiner großen Freude einen ganz neuen Blick auf die Segnungen des Sühnopfers Jesu eröffnet hatte.