Gott steht am Ruder
    Fußnoten

    Gott steht am Ruder

    Eins muß uns allen klar sein: Jesus Christus steht an der Spitze dieser Kirche, die seinen heiligen Namen trägt. Er wacht über sie und führt sie. Glaube unserer Väter, heiliger Glaube, dir bleiben wir treu bis in den Tod. (Siehe Gesangbuch.)

    Das hat der Chor eben für uns gesungen, und ich bin dankbar für diese Worte. Liebe Brüder, es war eine wundervolle Versammlung, und der Geist des Herrn hat sich uns kundgetan. Ich spüre sehr eindringlich, welche Verantwortung damit verbunden ist, wenn ich jetzt zu Ihnen spreche. Ich spüre meine Unzulänglichkeit und hoffe, der Geist des Herrn möge mich mit seiner Stärke führen.

    Es ist eine sehr demütige Erfahrung, wenn man sich bewußt macht, daß das Melchisedekische Priestertum, das wir ja tragen, nach der Ordnung Gottes besteht und daß wir ihm und dem ewigen Vater für alles, was wir im Rahmen der uns übertragenen Treuhandschaft tun, verantwortlich sind. Was ich diesbezüglich über mich selbst sage, gilt gleichermaßen für jeden, der in dieser Kirche, dem Reich Gottes, ein Amt innehat. Es ist keine Kleinigkeit oder Nebensächlichkeit, den Mantel des heiligen Priestertums zu tragen, zu welchem Amt und auf welcher Ebene wir auch zum Dienen berufen sein mögen. Jedes Mitglied der Kirche, das ins Taufwasser gestiegen ist, hat damit einen heiligen Bund geschlossen. Jedes Mal, wenn wir das Abendmahl des Herrn nehmen, erneuern wir diesen Bund. Wir nehmen den Namen des Herrn Jesus Christus von neuem auf uns und versprechen, seine Gebote zu halten. Er verheißt uns seinerseits, daß sein Geist mit uns sein wird. Wie Bruder Didier uns erinnert hat, sind wir ein Bundesvolk.

    Heute Nachmittag haben wir die Beamten der Kirche bestätigt, wie es bei uns üblich ist. Es sieht vielleicht so aus, als sei das eine rein mechanische Angelegenheit, aber ich erinnere Sie daran: es handelt sich um eine Handlung von großer Wichtigkeit, die durch Offenbarung vom Herrn gefordert wird, nämlich: „Weiter, ich sage euch: Keinem soll es gegeben sein, hinzugehen und mein Evangelium zu predigen oder meine Kirche aufzurichten, außer er sei von jemandem dazu ordiniert worden, der Vollmacht hat und von den Führern der Kirche ordnungsgemäß ordiniert worden ist." (LuB 42:11.)

    Bezüglich der Beamtenbestätigung hat Präsident John Taylor einmal gesagt: „Wir heben bei der Abstimmung die rechte Hand - als Zeichen vor Gott, daß wir diejenigen, für die wir stimmen, bestätigen; und wenn wir das Gefühl haben, wir könnten sie nicht bestätigen, dann sollten wir nicht die Hand heben, weil wir uns dann nämlich wie Heuchler benehmen würden. … Denn wenn wir auf diese Weise die Hand erheben, dann ist das Gott ein Zeichen dafür, daß wir in dem, was wir tun, aufrichtig sind und daß wir diejenigen, für die wir stimmen, bestätigen. … Wenn wir uns bereit erklären, etwas zu tun, und es dann nicht tun, brechen wir unseren Bund und handeln gegen unsere Verpflichtungen, die wohl zu den feierlichsten und bindendsten gehören, die wir überhaupt eingehen können." (Journal of Discourses, 21:207.)

    Dieser Grundsatz gilt für jedes Priestertumskollegium und für jede andere Organisation der Kirche, wo Mitglieder die Beamten bestätigen.

    Fast immer erfolgt die Bestätigung einstimmig, so wie heute Nachmittag, da wir in der Kirche hinter dem stehen, was im fünften Glaubensartikel ausgesagt wird: „Wir glauben, daß man durch Prophezeiung und das Händeauflegen derer, die Vollmacht haben, von Gott berufen werden muß, um das Evangelium zu predigen und seine heiligen Handlungen zu vollziehen."

    Auch das ist ein wichtiges Charakteristikum der Regierungsform, die der Herr für seine Kirche bestimmt hat. Das Recht, jemanden zu einem Amt zu ernennen, hat der jeweils präsidierende Beamte inne. Aber die Ernennung muß bestätigt werden, das heißt, sie muß von den Mitgliedern der Kirche angenommen werden. Diese Verfahrensweise ist eine Eigentümlichkeit der Kirche des Herrn. Es gibt kein Streben nach Ämtern, keine Bestechungsgelder, keine Wahlkampagnen. Vergleichen Sie den Weg des Herrn mit dem Weg der Welt. Der Weg des Herrn ist still und friedlich, ohne laute Fanfaren und ohne Geldeinsatz. Es gibt dabei keinen Egoismus, keine Eitelkeit, keinen Ehrgeiz. Nach dem Plan des Herrn lassen sich diejenigen, die die Beamten auswählen müssen, von der alles überragenden Frage leiten: „Wen will der Herr haben?" Sie denken still und gründlich nach. Und sie beten viel, um vom Heiligen Geist die Bestätigung zu erhalten, daß die Entscheidung richtig ist.

    Wir haben heute Nachmittag mehrere neuberufene Beamte bestätigt, die wir alle voll Liebe und Achtung willkommen heißen. Zu ihnen gehört auch Bruder Robert D. Haies, der dem Rat der Zwölf Apostel angehören wird. Er nimmt den Platz unseres geliebten verstorbenen Freundes und Mitarbeiters Eider Marvin J. Ashton ein. Zur Besetzung dieses Amtes konnte jeder von der Ersten Präsidentschaft und vom Kollegium der Zwölf Vorschläge machen. Ich bin sicher, daß jeder darüber feierlich und ernsthaft gebetet hat. Dann hat die Erste Präsidentschaft, wieder nach feierlichem, ernstem Beten, ihre Entscheidung getroffen. Diese Entscheidung wurde vom Rat der Zwölf bestätigt. Heute haben auch die Mitglieder der Kirche, die sich zur Konferenz versammelt haben, diese Entscheidung bestätigt.

    Ich bezeuge Ihnen, meine Brüder, daß die Eingebung, Bruder Haies zu diesem hohen und heiligen Amt zu berufen, durch den Heiligen Geist erfolgt ist - durch den Geist der Prophezeiung und der Offenbarung. Bruder Haies hat sich nicht selbst vorgeschlagen, sondern der Geist hat ihn vorgeschlagen.

    Er wird von seinen Mitbrüdern ordiniert und eingesetzt werden, die vor ihm zum heiligen Apostelamt ordiniert worden sind. Mit der Ordinierung wird ihm alle Schlüsselgewalt des Priestertums übertragen, die den Menschen auf dieser Erde offensteht. Aber die Ausübung dieser Schlüsselgewalt ist mit einer Einschränkung versehen. Der Präsident der Kirche hat die Vollmacht inne, alle Schlüsselgewalt des Priestertums jederzeit auszuüben. Er kann seinen Ratgebern und den Zwölf die Ausübung einzelner Bereiche dieser Schlüsselgewalt delegieren, was er in diesem Fall auch getan hat.

    Damit komme ich zu einer Sache, über die ich von diesem Pult aus schon einmal gesprochen habe. Ich möchte wegen dem, was über Präsident Bensons Gesundheitszustand geschrieben und gesagt wird, noch einmal darauf eingehen.

    Überall in der Kirche möchten die Mitglieder natürlich wissen, wie es um Präsident Benson bestellt ist. Präsident Benson ist vierundneunzig Jahre alt. Wie wir an dieser und an anderer Stelle bereits gesagt haben, leidet er sehr unter den Auswirkungen von Alter und Krankheit und kann wichtige Aufgaben, die mit seinem heiligen Amt verbunden sind, nicht wahrnehmen. Auch andere Präsidenten der Kirche waren in den letzten Monaten beziehungsweise Jahren ihres Lebens krank oder konnten ihre Amtsgeschäfte nicht völlig wahrnehmen. Es ist möglich, daß dies in Zukunft wieder so sein wird.

    Die Grundsätze und Verfahrensweisen, die der Herr für die Regierung seiner Kirche gegeben hat, treffen Vorsorge für alle solche Fälle. Es ist wichtig, Brüder, daß es bezüglich der Regierung der Kirche und der Ausübung der prophetischen Gaben, einschließlich des Rechts auf Inspiration und Offenbarung in der Verwaltung der Angelegenheiten und Programme der Kirche für den Fall, daß der Präsident krank ist beziehungsweise seine Amtsgeschäfte nicht völlig wahrnehmen kann, keine Zweifel und Sorgen gibt.

    Die Erste Präsidentschaft und der Rat der Zwölf Apostel, die dazu berufen und ordiniert sind, die Schlüsselgewalt des Priestertums innezuhaben, haben die Vollmacht und Verantwortung, die Kirche zu regieren, ihre heiligen Handlungen zu vollziehen, ihre Lehre auszulegen und alles, was darin geschieht, festzulegen und darüber zu wachen. Jeder Mann, der zum Apostel ordiniert und als Mitglied des Rates der Zwölf bestätigt wird, wird als Prophet, Seher und Offenbarer bestätigt. Wie seine Vorgänger war Präsident Benson zum Zeitpunkt seiner Berufung als Präsident der Kirche der dienstälteste Apostel. Seine Ratgeber wurden aus dem Rat der Zwölf gewählt. Also haben alle amtierenden Mitglieder des Kollegiums der Ersten Präsidentschaft und des Rates der Zwölf die Schlüsselgewalt, die Rechte und die Vollmacht erhalten, die zum heiligen Apostelamt gehören. Ich zitiere aus dem Buch Lehre und Bündnisse:

    „Aus dem Melchisedekischen Priestertum bilden drei präsidierende Hohe Priester - aus der Körperschaft erwählt, zu diesem Amt bestimmt und ordiniert und vom Vertrauen und Glauben und Gebet der Kirche getragen - das Kollegium der Präsidentschaft der Kirche." (LuB 107:22.)

    Wenn der Präsident krank ist oder nicht alle Aufgaben, die mit seinem Amt verbunden sind, wahrnehmen kann, bilden seine beiden Ratgeber gemeinsam das Kollegium der Ersten Präsidentschaft. Sie setzen die tägliche Arbeit der Präsidentschaft fort. In außergewöhnlichen Umständen, wenn nur einer die Amtsgeschäfte wahrnehmen kann, kann er kraft der Vollmacht des Amtes der Präsidentschaft handeln, wie in, Lehre und Bündnisse', Abschnitt 102, Vers 10 und 11 dargelegt.

    Als Präsident Benson am 10. November 1985 seine beiden Ratgeber berufen hat, hat er selbst sie eingesetzt. Auch die Mitglieder des Rates der zwölf Apostel haben den Ratgebern dabei die Hände aufgelegt, als sie nacheinander eingesetzt wurden. Präsident Benson war damals gesund und konnte seine Amtsgeschäfte in jeder Hinsicht wahrnehmen.

    Außerdem hat er im Anschluß an die Einsetzung mit eigener Hand für beide Ratgeber eine Vollmacht unterschrieben, die sie ermächtigt, die Amtsgeschäfte der Kirche wahrzunehmen.

    Und so setzen die Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft die reguläre Arbeit, die mit diesem Amt verbunden ist, fort, da sie ja mit aller Vollmacht ausgestattet sind. Aber jede wesentliche Frage, die Richtlinien, Verfahrensweisen, Programme oder Punkte der Lehre betrifft, wird von der Ersten Präsidentschaft und den Zwölf gründlich und gebeterfüllt gemeinsam erörtert. Diese beiden Kollegien, das Kollegium der Ersten Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf, erwägen, wenn sie zusammenkommen, jede wesentliche Frage, wobei jeder seine Meinung völlig frei äußern kann.

    Und nun möchte ich wieder aus dem Wort des Herrn zitieren:

    „Und jede Entscheidung, die von einem dieser Kollegien getroffen wird, muß einstimmig sein, das heißt, jedes Mitglied des betreffenden Kollegiums muß mit der Entscheidung einverstanden sein, damit eine solche Entscheidung dieselbe Kraft und Gültigkeit hat wie die der anderen." (LuB 107:27.)

    Jede Entscheidung, die von der Ersten Präsidentschaft und den Zwölf getroffen wird, erfolgt mit der Zustimmung aller Beteiligten. Zu Beginn der Erörterungen mag es verschiedene Meinungen geben. Das ist auch zu erwarten. Diese Männer haben alle unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es sind Männer, die sich ihre eigenen Gedanken machen. Aber ehe die endgültige Entscheidung getroffen wird, herrscht Einstimmigkeit in Sinn und Äußerungen.

    Das ist auch zu erwarten, wenn man sich an das offenbarte Wort des Herrn hält. Ich zitiere wieder aus der Offenbarung:

    „Die Entscheidungen dieser Kollegien - oder eines davon - sollen in aller Rechtschaffenheit getroffen werden: in Heiligkeit und Herzensdemut, mit Langmut und Glauben und Tugend, Mäßigkeit, Geduld, Frömmigkeit, brüderlichem Wohlwollen und Nächstenliebe - denn dies ist die Verheißung: Wenn dieses alles reichlich in ihnen vorhanden ist, werden sie in der Erkenntnis des Herrn nicht ohne Früchte bleiben." (LuB 107:30,31.)

    Ich möchte dem mein Zeugnis hinzufügen: in den zwanzig Jahren, in denen ich als Mitglied des Rates der Zwölf gedient habe, und in den nahezu dreizehn Jahren, seit ich in der Ersten Präsidentschaft diene, ist nie eine wesentliche Entscheidung gefallen, ohne daß dieses Verfahren eingehalten wurde. Durch dieses Verfahren, nämlich daß jeder seine Meinung kundtut, sondert sich in den Gedanken und Vorstellungen die Spreu vom Weizen. Aber ich habe niemals erlebt, daß es unter meinen Brüdern ernsthafte Mißstimmigkeiten oder Feindseligkeit gegeben hätte. Vielmehr habe ich etwas Wundervolles, Erstaunliches beobachtet, nämlich wie unter dem Einfluß des Heiligen Geistes und dank der Macht der Offenbarung die verschiedenen Meinungen sich treffen, bis völlige Harmonie und Übereinstimmung herrscht. Erst dann werden die Beschlüsse in die Tat umgesetzt. Ich bezeuge: so äußert sich in der Führung des Werkes des Herrn immer und immer wieder der Geist der Offenbarung.

    Ich kenne keine andere regierende Körperschaft, wo auch immer, von der sich solches sagen läßt.

    Diese Verfahrensweise wird auch befolgt, wenn der Präsident der Kirche nicht zugegen ist. Ich füge dem aber rasch hinzu, daß die Brüder niemals geneigt wären, irgend etwas zu tun, was ihrer Meinung nach nicht mit der Haltung und den Gefühlen ihres geliebten Führers, des Propheten des Herrn, übereinstimmen würde.

    Wir müssen bedenken, daß der Präsident, als er dienstältester Apostel wurde, bereits viele Jahre lang treu im Kollegium der Zwölf gedient hatte, während er im Dienstgrad immer weiter aufgestiegen war. In dieser Zeit haben seine Brüder ihn wirklich kennengelernt. In den Jahren seines Wirkens hat er sich zu vielen Fragen geäußert, die in diesem Kollegium erörtert wurden. Seine Ansichten wurden allgemein bekannt. Diejenigen, die ihn lieben und achten und die ihn als Präsidenten der Kirche und als Propheten, Seher und Offenbarer des Herrn bestätigen und ehren, wären niemals, in keiner Angelegenheit, geneigt, über das hinauszugehen, was sie als seine Meinung kennengelernt haben.

    Ich möchte noch einmal mit allem Nachdruck sagen: wer zum heiligen Apostelamt

    ordiniert worden ist, hat alle Schlüsselgewalt und Vollmacht übertragen bekommen, die mit diesem überaus hohen und heiligen Amt einhergeht. Zu dieser Vollmacht gehört auch die Macht, die Kirche, das Gottesreich auf Erden, zu regieren. Diese Vollmacht wird ordnungsgemäß ausgeübt, und zwar so, wie es ausdrücklich in den Offenbarungen des Herrn festgelegt ist. Alle wissen darum und halten sich daran.

    Ich sage das, wobei ich manches, was ich schon früher gesagt habe, wiederhole, wegen der derzeitigen Verfassung unseres geliebten Propheten, Präsident Ezra Taft Benson.

    Eins muß uns allen klar sein: Jesus Christus steht an der Spitze dieser Kirche, die seinen heiligen Namen trägt. Er wacht über sie und führt sie. Er steht zur Rechten des Vaters und leitet dieses Werk. Er hat das Recht und die Macht, ihm steht es frei, die Menschen auf seine Weise zu hohen und heiligen Ämtern zu berufen und sie nach seinem Willen zu entlassen, indem er sie heimruft. Er ist der Herr über Leben und Tod. Ich mache mir keine Sorgen über die Lage, in der wir uns befinden. Ich nehme sie als Ausdruck seines Willens an. Genauso nehme ich gemeinsam mit meinen Brüdern die Verantwortung an, alles zu tun, was wir können, um dieses heilige Werk mit allem, was wir sind und haben, in Liebe, Demut, Pflichterfüllung und Treue voranzubringen.

    Ich versichere Ihnen und der ganzen Welt: hier herrschen Einigkeit und brüderliche Gesinnung mit völliger Treue gegenüber dem allumfassenden Ziel, nämlich das Gottesreich auf Erden aufzubauen. Wir wissen, daß wir als Menschen schwach und unzulänglich sind, was die ungeheure Verantwortung betrifft, allen Ländern der Erde das Evangelium der Errettung zu bringen und die Menschen in aller Welt darauf vorzubereiten, den Weg der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens zu gehen, der durch die Liebe Gottes des Vaters und das Sühnopfer unseres göttlichen Erlösers möglich geworden ist. Wir wissen auch, daß wir mit dem Segen des Allmächtigen, wenn wir treu sind, wenn wir auch die Eingebungen des Heiligen Geistes hören und sie befolgen, gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern Wunder vollbringen und das zustande bringen können, wozu wir von Gott berufen worden sind.

    Gott steht am Ruder. Zweifeln Sie niemals daran. Wenn wir auf Widerstand stoßen, eröffnet er uns Wege, wo anscheinend kein Weg ist. Die Anstrengungen des einzelnen mögen bescheiden und unbedeutend aussehen. Aber all die guten Werke, die diejenigen vollbringen, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, werden Großes und Wundersames bewirken. Durch unseren vereinten Dienst wird die Welt ein besserer Ort sein. Unsere Mitglieder werden ein glückliches, ein gesegnetes Volk sein, ein Volk, dessen Hirte der Herr ist, der uns über grüne, friedliche Auen führt, wenn wir nach seiner Weise und in seinem Licht gehen.

    Lassen Sie sich nicht von unzufriedenen Stimmen durcheinanderbringen. Lassen Sie sich nicht von Kritikern beunruhigen. Alma hat schon vor langer Zeit gesagt: „Betraut auch niemanden damit, euer Lehrer oder geistlicher Diener zu sein, außer er sei ein Mann Gottes, der auf seinen Pfaden wandelt und seine Gebote hält." (Mosia 23:14.)

    In dieser Kirche ist die Wahrheit. In diesem Priestertum ruht die Vollmacht. Die Führung ist in dieser großen Körperschaft des Priestertums zu finden - auf jeder Führungsebene. Wie der Psalmist verkündet hat: „Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht." (Psalm 121:4.)

    Er, unser Erlöser, schläft und schlummert nicht, sondern er wacht über dieses, sein Reich.

    So gewiß, wie dies das Werk des Herrn ist, so gewiß gibt es auch Widerstand dagegen. Es gibt diejenigen, und es sind wohl nicht wenige, die mit schlauen, mitreißenden Worten und Methoden Zweifel säen und das Fundament zu unterwandern trachten, auf dem diese Sache ruht. Sie werden ihren kurzen Tag an der Sonne haben. Sie können sich eine kurze Weile im Applaus der Zweifler und der Skeptiker und Kritiker sonnen. Aber sie werden in Vergessenheit geraten, so wie ihre Gesinnungsgenossen in der Vergangenheit.

    Inzwischen werden wir ungeachtet ihrer Kritik vorwärtsgehen, ohne uns von ihren Aussagen und Handlungen beirren zu lassen, auch wenn wir sie wahrnehmen. Der Herr hat schon vor der Gründung der Kirche gesagt:

    „Darum fürchtet euch nicht, ihr kleine Herde; tut Gutes; laßt die Erde und die Hölle sich gegen euch verbinden, denn wenn ihr auf meinem Felsen gebaut seid, können sie nicht obsiegen. Seht in jedem Gedanken zu mir her; zweifelt nicht, fürchtet euch nicht!

    Seht die Wunde, die durch meine Seite geht, und auch die Nägel male in meinen Händen und Füßen; seid treu, haltet meine Gebote, dann werdet ihr das Himmelreich ererben." (LuB 6:34,36,37.)

    Gott ist unser Vater. Er ist „das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit" (Matthäus 6:13). Jesus Christus ist unser Erlöser. Er ist das Oberhaupt dieser Kirche. Er tut seinen Willen in bezug auf die Kirche kund und wird das auch weiterhin tun. Joseph Smith war ein Prophet. Durch ihn ist in dieser Evangeliumszeit der Fülle alle Schlüsselgewalt des Priestertums, kraft derer wir wirken, wiederhergestellt worden. Jeder Mann, der als sein Nachfolger Präsident der Kirche war, war ein Prophet. Wir haben auch heute einen Propheten. Er kann zwar nicht, wie früher, zu uns sprechen. Das ist auch nicht nötig. Wenn er als Präsident der Kirche vor uns gestanden hat, hat er uns aufgefordert, mehr zu tun, als wir jetzt tun, und besser zu sein, als wir es jetzt sind. Wenn der Herr ihn heimruft, wird ein anderer seine Stelle einnehmen. Niemand weiß, wer das sein wird. Es braucht niemand darüber zu spekulieren.

    Ich lasse Ihnen meinen Segen, meine Liebe und mein Zeugnis von diesem allen. Im Namen Jesu Christi. Amen.