1990–1999
Was für Männer sollt ihr sein?"
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Was für Männer sollt ihr sein?"

Wir müssen Christus besser als bisher kennenlernen; wir müssen öfter als bisher an ihn denken; wir müssen ihm tapferer als bisher dienen.

Es freut mich sehr, heute hier zu sein und zu dieser wunderbaren Zuhörerschaft auf der Generalkonferenz zu sprechen. Darf ich Ihnen bei dieser Gelegenheit dafür danken, daß Sie für die Generalautoritäten beten, für unsere Gesundheit, unsere Reisen und unsere Lebensumstände. Wir werden durch diese gläubigen Gebete gesegnet, und wir möchten Sie wissen lassen, daß wir dafür dankbar sind.

Eine der wichtigsten Fragen, die je sterblichen Menschen gestellt wurde, kam vom Sohn Gottes selbst, dem Erretter der Welt. Eine Gruppe von Jüngern in der Neuen Welt, eine Gruppe, die er gründlich unterwiesen hatte - um so mehr, als er sie bald verlassen sollte -, diese Gruppe fragte er: „Was für Männer sollt ihr sein?" Im selben Atemzug gab er selbst die Antwort: „So, wie ich bin." (3 Nephi 27:27.)

Die Welt ist voller Leute, die uns bereitwillig sagen: „Macht es so, wie ich es sage." Es findet sich gewiß zu jedem Thema ein Berater. Es gibt aber nur wenige die sagen: „Tut das, was ich tue." Und natürlich gab es in der Geschichte der Menschheit nur einen, der das zu Recht sagen konnte. In der Geschichte finden wir viele beispielhafte Männer und Frauen, aber selbst die besten haben hier oder da einen Fehler. Keiner kann als vollkommenes oder als unfehlbares Vorbild dienen, so gut sie es auch meinen mögen.

Nur Christus kann unser Ideal sein, unser „strahlender Morgenstern" (Offenbarung 22:16.) Nur er kann ohne Vorbehalt sagen: „Folgt mir nach, lernt von mir und tut, was ihr mich habt tun sehen. Trinkt von meinem Wasser, und eßt von meinem Brot. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ich bin das Gesetz und das Licht. Blickt her zu mir, so werdet ihr leben. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." (Siehe Matthäus 11:29; 16:24; Johannes 4:13-14; 6:35,51; 7:37; 13:34; 14:6; 3 Nephi 15:9; 27:21.)

Was für ein klarer und hallender Ruf! Welche Gewißheit und welches Vorbild in einer Zeit der Ungewißheit und des Mangels an Vorbildern:

Wir alle vermissen Präsident Ezra Taft Benson heute, und wir wünschen, er könnte zu uns sprechen. Vielleicht darf ich ihm eine kleine Ehre erweisen und etwas zitieren, was er an diesem Pult über das wunderbare Beispiel Christi gesagt hat. Er sagte (und ich füge mein Zeugnis hinzu, daß dies wahr ist):

„Vor fast zweitausend Jahren wandelte ein vollkommener Mensch auf Erden - Jesus, der Messias. … Er verkörperte alle Tugenden in vollkommener Harmonie. Er hat die Menschen die Wahrheit gelehrt, nämlich daß sie frei sein können. Sein Beispiel und seine Vorschriften bilden die große Richtschnur - den einzig sicheren Weg - für die ganze Menschheit." (Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 8.)

Die große Richtschnur! Der einzig sichere Weg! Das Licht und das Leben der Welt! Wie dankbar sollten wir sein, daß Gott seinen einziggezeugten Sohn zur Erde geschickt hat, um wenigstens zweierlei zu tun, was niemand sonst hätte tun können. Der erste Auftrag, den Christus als vollkommener, sündenloser Sohn erfüllte, bestand darin, die ganze Menschheit vom Fall zu erlösen, indem er für Adams Sünde sühnte und für unsere Sünden, wenn wir ihn an-

nehmen und ihm folgen. Die zweite große Tat bestand darin, ein vollkommenes Vorbild an rechtschaffenem Leben, Freundlichkeit, Gnade und Mitgefühl zu sein, damit alle Menschen wissen, wie sie zu leben haben, wie sie sich verbessern können und wie sie Gott ähnlicher werden können.

Folgen wir dem Sohn Gottes nach, und zwar in jeder Weise und Lebenslage! Machen wir ihn zu unserem Vorbild und Führer. Wir sollten uns bei jeder Gelegenheit fragen: „Was würde Jesus tun?", und dann den Mut finden, nach der Antwort zu handeln. Wir müssen Christus nachfolgen, und zwar im besten Sinne des Wortes. Wir müssen sein Werk tun, so wie er das Werk seines Vaters tat. Wir müssen versuchen, so wie er zu sein, gerade so wie die PV-Kinder singen: „Versuch's, versuch's, versuch's." So weit es unsere irdischen Kräfte zulassen, müssen wir jede Anstrengung unternehmen, um wie Christus zu werden - das einzige vollkommene und sündenlose Vorbild, das die Welt je gesehen hat.

Sein geliebter Jünger Johannes hat oft von Christus gesagt: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen". (Johannes 1:14.) Sie haben das vollkommene Leben des Erretters beobachtet, während er arbeitete, lehrte und betete. So müssen auch wir auf jede nur mögliche Weise „seine Herrlichkeit sehen".

Wir müssen Christus besser als bisher kennenlernen; wir müssen öfter als bisher an ihn denken; wir müssen ihm tapferer als bisher dienen. Dann werden wir Wasser trinken, das uns zur sprudelnden Quelle des ewigen Lebens wird, und wir werden das Brot des Lebens essen. Was für Männer und Frauen sollen wir sein? So, wie er ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.