Geschichte der Kirche
Das Zentrum


Das Zentrum

LuB 52, 57, 58

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In der gesamten Geschichte der westlichen Welt haben sich Christen jeder Kategorie schon immer einen neuen Himmel und eine neue Erde herbeigesehnt. Die atemberaubende Vision, in der Johannes der Offenbarer „die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen“ sieht, wodurch der Wiederkehr Jesu Christi als Herr und König der Weg bereitet wird, hat in vielen Hoffnung und Sehnsucht aufkeimen lassen.1 Was war das Neue Jerusalem? War es, wie Augustinus behauptete, ein Sinnbild für die „Unsterblichkeit und Ewigkeit der Heiligen“?2 Oder war es wortwörtlich zu verstehen, wie die Puritaner im Amerika des 17. Jahrhunderts glaubten, die sich ihre Kolonie als einen Quell religiöser Erneuerung, als ein „Neues“ England vorstellten?3

Die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi befand sich noch in ihren Anfängen (sie war noch keine sechs Monate alt), als einige ihrer Mitglieder begannen, sich das Neue Jerusalem auf ihre Art und Weise vorzustellen.4 Die ersten Offenbarungen von Joseph Smith bezeichneten diesen Ort weder als ein Sinnbild noch als eine Kolonie. Vielmehr handelte es sich um eine Stadt, die die Heiligen errichten mussten. Das Neue Jerusalem, auch Zion genannt, sollte ein Zufluchtsort sein, ein Ort des Friedens, ein „Zentrum“.5

Den Heiligen kamen sofort zwei Fragen in den Sinn. Die erste war: Wo wollte der Herr das Neue Jerusalem errichten lassen?Die zweite war: Wer sollte in dieser Stadt willkommen geheißen werden? Eine Offenbarung, die Joseph Smith im August 1830 empfing, gab darauf erste Antworten: Oliver Cowdery, Parley Pratt und einige andere wurden angewiesen, westwärts zu ziehen und unterwegs zu predigen. „Du sollst zu den Lamaniten gehen“, gebot der Herr und verwendete den Namen, den die ersten Heiligen für die Indianer verwendeten, „und ihnen mein Evangelium predigen [und du sollst] unter ihnen meine Kirche aufrichten lassen“.6 Der Lageplatz der Stadt, so stand es in den Offenbarungen, sollte bei den Lamaniten sein.7

Cowderys Gruppe predigte in und um Kirtland in Ohio und bekehrte dort viele. Dann zogen sie hunderte Kilometer nach Süden und Westen, bis sie an die Westgrenze der Vereinigten Staaten kamen, an die Grenze zwischen dem Staat Missouri und dem Indianerterritorium. Sie predigten einigen Stämmen, wurden aber schon bald von Bundesagenten, die die Aufgabe hatten, zwischen den Weißen und den Indianern zu vermitteln, des Territoriums verwiesen.8 Diese Nachricht war entmutigend, doch Joseph Smith ließ sich, gestützt auf die Stimme Gottes, davon nicht beirren. In einer Offenbarung vom Juni 1831, die heute als Lehre und Bündnisse 52 bekannt ist, wurde ihm vom Herrn geboten, sich nach Missouri zu begeben, „dem Land, das [der Herr seinem] Volk … weihen werde“.9 Dort sollte der Lageplatz der Stadt Zion bekanntgegeben werden.

Genau wie beim Land Kanaan Jahrtausende zuvor, hatte Gott das Land geheiligt, bevor sein Bundesvolk sich dort ansiedelte. Auch war Missouri – genau wie Kanaan – nicht leer, als das Bundesvolk dort eintraf.10 Der Ort, an den die Heiligen gerufen worden waren, um sich zu versammeln, hatte bereits eine lange und schwierige Besiedlungsgeschichte.

Angefochtene Grenzen

Als er in Missouri ankam, erfuhr Joseph Smith durch Offenbarung, dass sich der Lageplatz der Stadt Zion auf dem Land unterhalb einer Flussbiegung des Missouri befand, etwa 16 Kilometer östlich der Grenze Missouris zum Indianerterritorium (der heutigen Grenze zwischen Missouri und Kansas). Seit Generationen war dieses Gebiet im Westen Missouris die Heimat der Sioux. Indianer dieser Sprachgruppe zogen erst im 17. Jahrhundert vom Flusstal des Ohio nach Süden den Mississippi hinab und westwärts über den Unterlauf des Missouri und siedelten sich auf den prächtigen und fruchtbaren Hügeln zwischen den Wäldern im Osten und der Prärie im Westen an.11

Nach einem unruhigen Jahrhundert, in dem Krankheiten aus Europa die Eingeborenenvölker dahingerafft hatten, spalteten sich die Sioux in der Mitte Nordamerikas in verschiedene Stämme auf. Es waren hauptsächlich die Wah-haz-he („das Volk vom oberen Strom“; die Franzosen kürzten dieses Wort zu Osage), die am Unterlauf des Missouri lebten. Die Osage, die als „großes, kräftiges, breitschultriges Volk, Riesen ähnlich“ beschrieben wurden, bauten dauerhafte Siedlungen im mittleren Norden Missouris zwischen dem Osage River und dem Missouri River, nahe der heutigen Stadt Independence.12 Ihre Hütten lagen auf Hügeln hoch über dem Land und waren aus jungen Bäumen gefertigt, die man über Pflöcke gebogen hatte, um ein halbrundes Dach zu formen. Sie waren manchmal bis zu 30 Meter lang. Diese Gemeinschaft von Jägern und Sammlern wies eine vielschichtige sozialpolitische Ordnung auf und hatte eine ausgefeilte Sippenstruktur. Jahrhundertelang beherrschte sie das Gebiet rund um den Unterlauf des Missouri.13

Das Gebiet nahe Indepencence in Missouri war für die Gemeinschaft der Osage, anders als für die Heiligen der Letzten Tage, nicht das „Zentrum“. Erst im 19. Jahrhundert beherrschten die Osage etwa die Hälfte des heutigen Missouri, Oklahoma, Arkansas und Kansas. Das Zentrum ihres Reiches lag mitten im Süden Missouris und nicht an der Westgrenze des Bundesstaates.14

Andere Gruppen konkurrierten mit den Osage um das Land, das die Mormonen später als das Neue Jerusalem bezeichnen sollten. Die schiere Größe der nordamerikanischen Wildnis weckte bei einigen europäischen Nationen hochfliegende imperiale Träume. 1539 erhoben die Spanier Anspruch auf den gesamten inneren Bereich Nordamerikas. Um sich nicht ausstechen zu lassen, beanspruchten die Franzosen 1682 ganz Nordamerika für sich, und zwar von den Appalachen im Osten bis zu den Rocky Mountains im Westen. Bei derartigen Forderungen wurde Indianerstämmen wie den Osage oder abgelegenen Ländereien entlang des Missouri bei Independence kaum Beachtung geschenkt.15 Europas Interesse galt vor allem den Grenzgebieten seiner Reiche, wo gewinnbringend Handel betrieben werden konnte und man Zugang zu Schifffahrtswegen hatte – dem Gebiet entlang des St.-Lorenz-Stroms, aus dem einmal Kanada werden sollte, sowie den karibischen Inseln.

Die Franzosen benannten den riesigen Landstreifen, den sie für sich beanspruchten, nach ihrem König – Louisiana. Das Land gelangte im Laufe der Zeit in spanischen Besitz und fiel dann wieder zurück an Frankreich, das es 1803 den Vereinigten Staaten verkaufte. Durch diesen Handel gewannen sie den zukünftigen Lageplatz der Stadt Zion hinzu.

Der Verkauf der Kolonie Louisiana brachte auch neue Siedler mit sich. Bürger der Vereinigten Staaten zogen nach Missouri, das 1821 zum Bundesstaat wurde.16 Dieselbe staatliche Ordnung wie in den anderen Bundesstaaten wurde auch in Missouri eingeführt. Die Einwohner an der Westgrenze beantragten bei der Regierung von Missouri die Gründung eines Kreises. Daraufhin wurde im Jahr 1827 der Kreis Jackson gegründet. Die neu errichtete Stadt Independence, südlich des Missouri River an einer Handelsroute gelegen, die man den Santa-Fe-Pfad nannte, wurde zur Kreisstadt.

Lehre und Bündnisse 57, eine Offenbarung, die Joseph Smith schon bald nach seiner Ankunft im Westen Missouris empfing, wies den Heiligen diesen soziopolitischen Raum zu. Laut der Offenbarung sollte sich das „Zentrum“ für Zion an dem „Ort [befinden], der jetzt Independence genannt wird“. Damals lebten nicht mehr als einige Hundert Einwohner dort.17 Zu dieser Zeit ließen sich weiße Siedler oft auf Land nieder, das sie für unbesetzt hielten. Erst später erhoben sie dann Anspruch darauf und ließen sich beim Amtsgericht dafür eintragen. Auch dieses Gerichtsgebäude wurde in der Offenbarung erwähnt. Ein Tempel sollte westlich davon errichtet werden. Als die Offenbarung gegeben wurde, hatten Siedler bereits auf einen Groß­teil des Landes Anspruch erhoben, weshalb die Mitglieder mit den rechtmäßigen Eigentümern des Landes verhandeln mussten. Aus der Offenbarung ging hervor, dass die Heiligen der Letzten Tage das Land nicht gewaltsam an sich reißen sollten, wie es die Israeliten Jahrtausende zuvor mit Kanaan getan hatten. „[Es ist] Weisheit, dass die Heiligen das Land kaufen“, sagte der Herr.18

Heilige Völker

Über Generationen hinweg hatte in dem Gebiet entlang des Missouri eine kleine Anzahl Europäer (vor allem Händler aus Spanien und Frankreich) unter den Indianern gelebt. Sie hatten sich durch Heirat mit ihnen vermischt und Handel mit ihnen getrieben.19 Doch die weißen Familien, die immer weiter in Richtung Westen vordrangen und Ländereien besetzten, die den Indianern gehörten, standen einem solchen kulturellen Austausch mehrheitlich ablehnend gegenüber. Die Weißen verlangten, man solle alle Indianer des Landes verweisen. Zwischen 1824 und 1830 traten Stämme, die jahrhundertelang innerhalb der Grenzen Missouris gelebt hatten, praktisch ihr gesamtes Territorium ab. Der mächtige Stamm der Osage verkaufte 1825 sein Land und zog weiter westwärts nach Kansas und Oklahoma.20 Als die Heiligen der Letzten Tage 1831 im Kreis Jackson ankamen, hatten die Indianer ihre Siedlungen verlassen und waren hinter eine neue Linie verbannt worden, die fortan ihre Gebiete von denen der Weißen trennte.

In Lehre und Bündnisse 57 wird die Existenz dieser Trennlinie erwähnt, ohne sie gutzuheißen. In der Offenbarung wird angemerkt, dass Zion „bis an die Linie, die unmittelbar zwischen den Juden und den Andern verläuft“ (also die Linie, die den Bundesstaat Missouri vom Indianerterritorium trennt), reichen sollte.21 In der Offenbarung wurden also nicht die gängigen Kategorien verwendet, sondern die merkwürdigen Begriffe Juden und Andere. Die damals bei den Amerikanern üblichen Begriffe Weiße und Indianer oder Weiße und Rote weisen auf eine Kluft zwischen den Rassen und Kulturen hin. Es lagen Welten zwischen den beiden Gruppen, und die Weißen nutzten diese Termini häufig, um ihre Unvereinbarkeit hervorzuheben.22

Die Kategorien „Jude“ und „Anderer“ hingegen deuten zwar an, dass es unterschiedliche Gruppen gab, nicht aber, dass diese unvereinbar seien. Dem Buch Mormon zufolge spielen sowohl die Juden als auch die Andern eine wichtige Rolle im Plan Gottes, der im Begriff war, sich zu entfalten. Gott forderte beide zur Zusammenarbeit auf. Das Evangelium aus alter Zeit sollte von den Juden, dem einstigen Bundesvolk Gottes, zu den Andern gelangen, die in den Bund aufgenommen werden sollten. In den Letzten Tagen dann sollte das Verhältnis umgekehrt sein: Das Evangelium sollte von den Andern zu den Juden gelangen, die in Jesus den Messias erkennen würden.23 Lehre und Bündnisse 57 reflektiert diese Bündnisstruktur, indem die Indianer dort als Juden bezeichnet und somit dem Bundesvolk Gottes zugezählt werden.24 Die Indianer waren vom Haus Israel – von Gott erwählt und geliebt; er gedachte ihrer.25

Zu einer Zeit, als die Vertreibung der Indianer und somit die Trennung der Rassen allgemeine Politik der US-Regierung geworden war, gingen Joseph Smiths Offenbarungen in eine andere Richtung.26 Anstatt die Indianer auszugrenzen und sie an den Rand der „Zivilisation“ zu drängen, wurde durch die Offenbarungen Zion, Gottes heilige Stadt, in ihre Mitte gebracht. Zion sollte sich „zwischen“ den Juden und den Andern, zwischen den Rassen, befinden.27 Auf diese Weise konnten Angehörige verschiedener Rassen in Gottes Werk eine wichtige Rolle spielen. Im Zentrum konnten Menschen aus allen Himmelsrichtungen, wenn sie nur wollten, zu denjenigen werden, „die ein reines Herz haben“, und in Sicherheit und Frieden in Zion leben.28

Lehre und Bündnisse 58 wurde Joseph Smith offenbart, als er noch in Missouri war. In dieser Offenbarung wird die Tragweite dieser Vision deutlich. In der Offenbarung war nämlich nicht von Indianern und Weißen die Rede. Es wurden noch nicht einmal die Juden und die Andern erwähnt. Stattdessen war in der Offenbarung die Rede von den „Bewohner[n] der Erde“, womit alle Kinder Gottes gemeint sind.29 In der Offenbarung wurde erklärt, dass Zion ein Ort war, „zu dem alle Nationen eingeladen sein werden“.30

Der Begriff Nationen wird bei den Lesern in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts seine Wirkung nicht verfehlt haben. Sowohl Indianer als auch Weiße bezeichneten damit die größtmögliche Einheit ihrer politischen Ordnung. In der Offenbarung hieß es weiter, dass zu Zion sowohl „die Reichen und die Gelehrten [als auch] die Weisen und die Edlen“ gehören – also alle, die in Politik und Gesellschaft Macht hatten. Es sollten aber auch diejenigen dazugehören, die nie eine solche Macht hatten und die sonst immer vergessen und ausgegrenzt wurden: „die Armen, die Lahmen und die Blinden und die Tauben“.31 Letzten Endes sollten alle Kinder Gottes einen Platz an demselben Tisch haben. Durch einen Bund vereint, sollten alle gemeinsam einen Platz in Gottes heiligem Raum haben.

Zum Abschluss

Innerhalb von zwei Jahren nach den Offenbarungen über den Kreis Jackson stand Zion in Flammen, und seine Bewohner flüchteten vor ihren Verfolgern. Die Heiligen verabschiedeten sich zwar aus dem Kreis Jackson, aber nicht von ihrer Aufgabe, an der Linie zwischen den Juden und den Andern Zion aufzubauen – erst in Nauvoo und später in der Wüste des Großen Beckens. Überall, wo sie sich ansiedelten, forderten sie andere auf, sich ihnen anzuschließen.32 Auch heute noch beflügelt die Mitglieder der Kirche Jesu Christi die Vision einer Zionsgesellschaft, zu der „alle Nationen eingeladen sein werden“, in Sicherheit und Frieden zu leben. Die Sehnsucht, die Verheißung und die Hoffnung, die aus den ersten Offenbarungen in Missouri sprechen, sind nicht erloschen.

  1. Offenbarung 21:2-5,7

  2. Zu dieser und weiteren Auffassungen siehe A Dictionary of Biblical Tradition in English Literature, Hg. David Lyle Jeffrey; William B. Eerdmans, Grand Rapids 1992, Stichwort „New Jerusalem“, Seite 546ff.

  3. John Winthrop, „Model of Christian Charity“, 1630, Collections of the Massachusetts Historical Society, Band 7, 1838, Seite 47; Francis J. Bremer, Building a New Jerusalem: John Davenport, a Puritan in Three Worlds; Yale University Press, New Haven 2012, Seite 174–179

  4. Das Neue Jerusalem wurde schon im Buch Mormon erwähnt. Die Offenbarungen über einen bestimmten Ort begannen im Februar 1831; siehe 3 Nephi 21:23,24; Ether 13:3-6; Lehre und Bündnisse 42:35,62

  5. Lehre und Bündnisse 45:66-71; 57:3

  6. Lehre und Bündnisse 28:8; siehe auch Ronald E. Romig, „The Lamanite Mission“, John Whitmer Historical Association Journal, Band 14, 1994, Seite 25–33

  7. Offenbarung, September 1830 – B [LuB 28], josephsmithpapers.org. Diese Textstelle wurde in „an der Grenze bei den Lamaniten“ geändert; siehe Book of Commandments (Buch der Gebote), 1833, 30:9 (Lehre und Bündnisse 28:9).

  8. Zu diesen Stämmen gehörten auch die Shawnee und die Delaware, die aus dem Osten verdrängt worden waren. Siehe Documents, Volume 1: July 1828 – June 1831, Band 1 der Reihe „Documents“ der josephsmithpapers.org, Hg. Dean C. Jessee, Ronald K. Esplin und Richard Lyman Bushman; Church Historian’s Press, Salt Lake City 2013, Seite 288–294.

  9. Lehre und Bündnisse 52:2,3

  10. Numeri 33:53; 34:2

  11. Tanis C. Thorne, The Many Hands of My Relations: French and Indians on the Lower Missouri; University of Missouri Press, Columbia 1996, Seite 13f., 16f., 20; Louis F. Burns, A History of the Osage People; University of Alabama Press, Tuscaloosa 2004, Seite 3, 22

  12. William E. Parrish, Charles T. Jones und Lawrence O. Christensen, Missouri: The Heart of the Nation, 3. Auflage; Harlan Davidson, Wheeling 2004, Seite 13

  13. Willard H. Rollings, The Osage: An Ethnohistorical Study of Hegemony on the Prairie-Plains; University of Missouri Press, Columbia 1992, Seite 23–26, 45–66; Gilbert C. Din und A. P. Nasatir, The Imperial Osages: Spanish-Indian Diplomacy in the Mississippi Valley; University of Oklahoma Press, Norman 1983, Seite 11–14

  14. Burns, History of the Osage People, Seite 25–28, 30, 46

  15. Das Gebiet Independence war auf den Karten des 18. Jahrhunderts weder benannt noch eingetragen. Siehe Din und Nasatir, Spanish-Indian Diplomacy in the Mississippi Valley, Seite 40f., 64, 288f., 338f.

  16. Der Name Missouri geht auf die 70er Jahre des 17. Jahrhunderts zurück, als der französische Missionar Jacques Marquette in der Nähe des gleichnamigen Flusses eine Karte mit dem Namen Ou-Missouri zeichnete. Dies war seine Umschreibung des Stammes, der an dem Fluss lebte. Für gewöhnlich nahmen die Osage das Land im Süden und die Missouri das Land im Norden des Flusses in Besitz.

  17. Lehre und Bündnisse 57:3

  18. Lehre und Bündnisse 57:4. Das Gerichtsgebäude befand sich an der höchsten Stelle des Gebiets. Da sich der Tempel laut der Offenbarung in der Nähe dieses Gebäudes befinden sollte, wurde der Tempel des Neuen Jerusalems mit dem in Jerusalem verglichen, denn auch dieser befand sich an einer hohen Stelle. Mark Roscoe Ashurst-McGee, „Zion Rising: Joseph Smith’s Early Social and Political Thought“; Dissertation, Arizona State University 2008, Seite 233.

  19. Thorne, Many Hands, Seite 76–86, 96f., 135–176

  20. Neben den Osage zählten unter anderem die Missouri, die Sac, die Fox, die Ioway, die Delaware und die Shawnee zu diesen Stämmen. Erst 1854 gaben die Missouri ihre letzten Ländereien in dem Bundesstaat auf. Billy J. McMahon, „‚Humane and Considerate Attention‘: Indian Removal from Missouri, 1803–1838“, Masterarbeit, Northwest Missouri State University 2013, Seite 7f., 75–83; John P. Bowes, Exiles and Pioneers: Eastern Indians in the Trans-Mississippi West; Cambridge University Press, New York 2007; Charles J. Kappler, Hg., Indian Affairs: Laws and Treaties; Staatsdruckerei, Washington D.C. 1904, Seite 217–221.

  21. Lehre und Bündnisse 57:4

  22. Siehe zum Beispiel Nancy Shoemaker, A Strange Likeness: Becoming Red and White in Eighteenth-Century North America, Oxford University Press, New York 2004

  23. 1 Nephi 15:13-17; 22:8,9; 3 Nephi 21:2-5

  24. In anderen Offenbarungen hieß es „Juden …, von denen die Lamaniten ein Überrest sind“ (Lehre und Bündnisse 19:27). Zu den verschiedenen Bedeutungen des Begriffs Jew (Jude) in neuzeitlichen heiligen Schriften siehe Victor L. Ludlow, „Jew(s)“ in: Dennis L. Largey, Hg., Book of Mormon Reference Companion, Deseret Book, Salt Lake City 2003, Seite 463f.; Thomas R. Valetta, „Jew(s)“, in: Dennis L. Largey und Larry E. Dahl, Hg., Doctrine and Covenants Reference Companion, Deseret Book, Salt Lake City 2012, Seite 315f.

  25. Schon seit Thomas Thorowgoods Jewes in America (1650) hatten englische und amerikanische Puritaner angenommen, dass die Indianer von den verlorengegangenen Stämmen Israels abstammen. Solche Vorstellungen waren für gewöhnlich nur von kurzer Dauer. Durch Joseph Smiths Offenbarungen wurden die im 19. Jahrhundert verbreiteten Legenden hinfällig, dass die einheimischen Völker im Begriff seien, zu „verschwinden“, denn sie sprachen „dem Überrest Jakobs“ in den Letzten Tagen der Weltgeschichte eine Aufgabe bei der Errettung zu. Jared Hickman, „The Book of Mormon as Amerindian Apocalypse“, American Literature, Band 86, Nr. 3, September 2014, Seite 429–461; siehe auch Andrew Delbanco, The Puritan Ordeal, Harvard University Press, Cambridge 1989, Seite 110.

  26. Mit dem Indianer-Ausweisungs-Gesetz wurde die Vertreibung der Indianer im Jahr 1830 zur Staatsangelegenheit. Ronald N. Satz, American Indian Policy in the Jacksonian Era, University of Oklahoma Press, Norman 2002.

  27. Lehre und Bündnisse 57:4

  28. Lehre und Bündnisse 97:21

  29. Lehre und Bündnisse 58:48

  30. Lehre und Bündnisse 58:9

  31. Lehre und Bündnisse 58:8,10,11. In dieser Textstelle wird das Gleichnis Jesu vom königlichen Hochzeitsmahl (Matthäus 22:1-14) in einem zeitgenössischen Zusammenhang neu gedeutet.

  32. Auch wenn die Heiligen der Letzten Tage in ihrem Umgang mit den Indianern ihren Idealen nicht immer gerecht wurden, wirkte sich die einzigartige Rolle, die den Ureinwohnern in den Offenbarungen zukam, auf die Art und Weise, wie hellhäutige Mitglieder der Kirche die Indianer behandelten, mäßigend aus. Ronald W. Walker, „Seeking the ‚Remnant‘: The Native American During the Joseph Smith Period“, Journal of Mormon History, Band 19, Nr. 1, 1993, Seite1–33; Evangeliumsthemen, „Frieden und Gewalt unter den Heiligen der Letzten Tage im 19. Jahrhundert“; lds.org/topics/peace-and-violence-among-19th-century-latter-day-saints.