Generalkonferenz
    Löscht den Geist nicht aus, der den inneren Menschen belebt
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    Löscht den Geist nicht aus, der den inneren Menschen belebt

    Wenn wir den Heiligen Geist einladen, unseren Verstand mit Licht und Erkenntnis zu erfüllen, dann „belebt“ er uns, das heißt, er erleuchtet und belebt den inneren Menschen.

    In 1 Thessalonicher, im fünften Kapitel, ermahnte Paulus die Mitglieder, sich so zu verhalten, wie es Heiligen gebührt. Er listet dann entsprechende Eigenschaften und Verhaltensweisen auf. In Vers 19 gibt er mit fünf einfachen Worten Rat: „Löscht den Geist nicht aus.“

    Interessanterweise war ein Prophet aus dem Buch Mormon namens Jakob etwa 500 Jahre vor den Schriften des Paulus bestrebt, ein widerspenstiges Volk das Evangelium zu lehren. Er fragte sie unerschrocken: „Werdet ihr die Worte der Propheten verwerfen, und werdet ihr … das gute Wort von Christus … und die Gabe des Heiligen Geistes leugnen und den Heiligen Geist auslöschen?“1

    In unserer Zeit, so viele Jahrhunderte nach Paulus und Jakob, müssen auch wir aufpassen, dass wir den Geist in unserem Leben nicht behindern, missachten oder auslöschen.

    Die lockenden Einladungen der Welt versuchen, unsere Aufmerksamkeit vom engen und schmalen Weg abzulenken. Der Widersacher arbeitet daran, unsere Empfänglichkeit für die Eingebungen des Geistes zu schwächen, ob wir nun Teenager, junge Erwachsene oder reife Männer und Frauen sind. Die Rolle des Geistes, des Heiligen Geistes, ist in jedem Abschnitt unseres irdischen Lebens entscheidend.

    Von Anfang an hat der Vater jedem seiner Geistsöhne und -töchter verheißen, dass wir durch das Sühnopfer und die Auferstehung seines geliebten Sohnes alle in die Gegenwart Gottes zurückkehren und die Segnungen des ewigen Lebens im höchsten Grad ererben können, im celestialen Reich.

    Jeder von uns wusste, dass die Reise zur Erhöhung lang, mühsam und manchmal einsam sein würde, aber wir wussten auch, dass wir nicht allein reisen würden. Der himmlische Vater gibt allen, die die Voraussetzungen Glaube, Umkehr und Taufe erfüllen, einen Begleiter und Führer: den Heiligen Geist.

    Der Pfad zum ewigen Leben befindet sich nicht auf einem Plateau. Es handelt sich vielmehr um einen Anstieg: immer vorwärts und aufwärts. Daher ist es notwendig, dass unser geistiges Verständnis und unsere Energie ständig zunehmen, damit wir unser Ziel erreichen. Da der Satan uns weiterhin entgegentritt und uns schaden will, ist die fortwährende, erleuchtende Führung durch den Heiligen Geist absolut unentbehrlich. Wir wagen es nicht, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu behindern, zu missachten oder auszulöschen. Doch wenn es darum geht, die Eingebungen und die Segnungen, die vom Heiligen Geist kommen, zu beanspruchen, bleiben wir oft weit unter dem, was wir beanspruchen könnten.2

    In der Köstlichen Perle berichtet Mose, dass Adam, nachdem er getauft worden war und den Heiligen Geist empfangen hatte, „im inneren Menschen belebt“ wurde.3

    Wenn wir den Heiligen Geist einladen, unseren Verstand mit Licht und Erkenntnis zu erfüllen, dann „belebt“ er uns, das heißt, er erleuchtet und belebt den inneren Menschen.4 Die Folge ist, dass wir einen merklichen Unterschied in unserer Seele feststellen. Wir fühlen uns gestärkt und von Frieden und Freude erfüllt. Wir besitzen geistige Energie und Begeisterung, die beide unsere natürlichen Fähigkeiten erweitern. Wir können mehr erreichen, als wir sonst aus eigener Kraft tun könnten. Wir sehnen uns danach, heiliger zu werden.

    Möchten Sie den Preis erfahren, den man für die Vorzüge entrichten muss, die uns gewährt werden, nachdem wir den Heiligen Geist empfangen haben? Der Preis ist kein im Voraus festgelegter oder fester Betrag; vielmehr wird er von jedem individuell bestimmt.

    Wenn Sie Ihre „Bezahlung“, Ihren persönlichen Einsatz, sehr niedrig ansetzen, werden Sie sich vielleicht nicht alles zunutze machen können, was der Geist zu bieten hat. Vielleicht löschen Sie den Geist sogar aus! Wenn Sie Ihren persönlichen Beitrag jedoch hoch ansetzen, werden Sie eine reiche Ernte vom Geist erhalten. Bei der „Bezahlung“, auf die ich mich beziehe, geht es natürlich nicht um Geld, sondern um eine stärkere Selbstverpflichtung und mehr Einsatz, was die geistigen Bestrebungen und das eigene Verhalten betrifft.

    Wir bestimmen den Stand unseres gegenwärtigen persönlichen Beitrags, indem wir unsere aktuellen Entscheidungen und Prioritäten an Fragen wie diesen messen:

    1. Verbringe ich mehr Zeit mit Sport als mit dem Kirchenbesuch oder meiner Berufung?

    2. Wenn ich einen freien Tag habe, besuche ich den Tempel oder mache ich einen Einkaufsbummel?

    3. Greife ich eher zu Computerspielen oder surfe ich im Internet, statt anderen in meiner Familie und an meinem Wohnort einen sinnvollen Dienst zu erweisen?

    4. Lese ich gewissenhaft die Zeitung, finde es aber schwierig, täglich in den heiligen Schriften zu lesen?

    Sie können sich auch noch andere Fragen überlegen, anhand derer Sie feststellen können, ob Ihre derzeitigen Entscheidungen und Prioritäten in Ordnung sind.

    Auf welcher Ebene sich unsere geistige Entwicklung auch gegenwärtig befinden mag: Es gibt immer eine höhere Ebene, die sich in unserer Reichweite befindet. Zeit ist ein höchst kostbares Gut. Würden Sie sich überlegen, mehr von Ihrer Zeit in Belange der Ewigkeit zu investieren, um sich die beständige Begleitung des Heiligen Geistes zu verdienen und mehr von seinem Einfluss zu profitieren?

    Wenn Ihre Antwort Ja ist, dann besteht die erste Rate für den Erwerb größerer Geistigkeit in dem verstärkten Wunsch, mehr Inspiration zu empfangen, um heiliger zu werden. Wenn unser Herz von diesem Wunsch erfüllt ist, werden wir bereitwillig den Preis erhöhen, den wir für die Hilfe des Himmels zahlen.

    Unser nächster Beitrag in diesem Bestreben besteht darin, uns regelmäßiger in die Worte Christi und der Propheten zu vertiefen. Wenn wir uns vermehrt um das Schriftstudium bemühen, wird auch der Einfluss des Heiligen Geistes in unserem Leben zunehmen. Erforschen wir die heiligen Schriften mit einem Stift in der Hand und halten wir neue Einsichten und geistige Eingebungen schriftlich fest. Streben wir dann danach, das, was wir gelernt haben, im Leben anzuwenden. Der Geist wird unser Inneres beleben; wir erlangen neues Verständnis, und zwar Weisung um Weisung.

    Um sicherzugehen, dass wir den Geist nicht auslöschen, sondern seine Gegenwart vielmehr einladen, ist ein weiterer Schritt nötig: Beten wir häufig und inbrünstig. Eine liebevolle und umfassende Verheißung des Erlösers findet sich im Buch Lehre und Bündnisse:

    • „Naht euch mir, und ich werde mich euch nahen.“

    • „Sucht mich eifrig, dann werdet ihr mich finden.“

    • „Bittet, und ihr werdet empfangen.“

    • „Klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.“

    • „Was auch immer ihr den Vater in meinem Namen bittet, das wird euch gegeben werden, was für euch ratsam ist.“5

    Achten Sie auf die Reihenfolge, Brüder und Schwestern. Wir kommen dem Erlöser näher, wenn wir seine Gebote ganz genau befolgen. Wir bitten den Vater aufrichtig im Namen Christi. Dann erhalten wir durch die Eingebungen des Heiligen Geistes göttliche Führung und ein klares Verständnis.

    Wenn wir fasten, unsere Bündnisse beim Abendmahl erneuern und den Tempel besuchen, nehmen wir den Geist zusätzlich in Anspruch. In diesem Rahmen kann der Heilige Geist seinen Einfluss mit größerer Wirkung kundtun.

    Der Tempel ist eine wunderbare Umgebung, um nach persönlicher Offenbarung zu streben. Wenn wir so oft wie möglich hingehen und genau zuhören und über die herrlichen Verheißungen und Erwartungen nachdenken, die zur Ewigkeit gehören, gehen wir mit einem größeren Verständnis vom Plan, den der himmlische Vater für uns hat, wieder fort. Der Heilige Geist erweitert unseren Blickwinkel und ermöglicht, dass eine ewige Perspektive die Entscheidungen beeinflusst, die wir im täglichen Leben treffen.

    Wenn wir diese Anstrengung unternehmen und den Geist nicht auslöschen, dann wird unser inneres Wesen belebt. Wenn wir ausharren, erwartet uns das ewige Leben. Daher wagen wir es nicht, den Geist durch Ungehorsam oder Nachlässigkeit auszulöschen. Leben wir lieber „aus dem Geist“6 heraus – geben wir der heiligen und wichtigen Rolle des Heiligen Geistes in unserem Leben mehr Raum. Ich bezeuge: Wenn wir wahrhaftig nach dem Geist trachten, werden wir umfassender von dem stillen, aber entscheidenden Wirken des Heiligen Geistes profitieren. Im Namen Jesu Christi. Amen.