Generalkonferenz
    Das Zuhause und die Familie stärken
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    Das Zuhause und die Familie stärken

    Der Herr verlässt sich darauf, dass ihr bei der Erhöhung eurer ewigen Familie mithelft.

    Jeden Sonntag wiederholen die Jungen Damen der Kirche von der Mongolei über Manchester bis nach Mississippi diese inspirierten Worte: „Machen wir uns bereit, unsere Familie und unser Zuhause zu stärken, heilige Bündnisse einzugehen und zu halten, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen und die Segnungen der Erhöhung zu erlangen.“ („Der JD-Leitgedanke“, Mein Fortschritt: Programm für Junge Damen, Seite 5.)

    Auch wenn dies der Leitgedanke der Jungen Damen ist, so ist er dennoch für die gesamte Jugend der Kirche gültig. Ich hoffe, ich kann euch, meinen jungen Brüdern und Schwestern, deutlich machen, wie sehr das, was ihr tagein, tagaus tut, dazu beitragen kann, eure Familie zu stärken – wie immer eure Lebensumstände auch aussehen mögen. Ich weiß zum Beispiel, dass viele von euch als Einzige in der Familie der Kirche angehören.

    In der Broschüre Für ein starke Jugend werden wir an Folgendes erinnert: „Es ist ein großer Segen, zu einer Familie zu gehören. … Nicht alle Familien sind gleich, doch eine jede ist wichtig für den Plan des himmlischen Vaters.“ (Seite 10.)

    Jede Familie braucht Stärkung — die ideale ebenso wie die mit größten Problemen belastete. Diese Stärkung kann von euch kommen. Hier und da seid ihr möglicherweise sogar die einzige Quelle geistiger Stärke für eure Familie. Der Herr verlässt sich darauf, dass ihr die Segnungen des Evangeliums in eure Familie tragt.

    Es ist wichtig, dass ihr rechtschaffene Strukturen in eurem eigenem Leben schafft, die euch dabei helfen, ein gutes Vorbild für eure Familie zu sein, wie auch immer diese aussehen mag.

    Euer Beispiel an Rechtschaffenheit wird eure Familie stärken. Während der Allgemeinen JD-Versammlung im letzten Frühjahr hat Präsident Hinckley den Jungen Damen „eine Anleitung in vier einfachen Schritten“ gegeben, die nicht nur „euer Glück sichern“ kann, sondern auch eurer Familie von Nutzen ist. Sein Rat an uns alle war, dass wir: „1.) beten, 2.) studieren, 3.) den Zehnten zahlen und 4.) die Versammlungen besuchen.“ („Lasst Tugend immerfort eure Gedanken zieren“, Liahona, Mai 2007, Seite 115.)

    Wenn ihr die Hilfe des Herrn täglich im Gebet sucht, wird das für eure Familie von großem Nutzen sein. Fragt euch selbst: „Wem in meiner Familie können meine persönlichen Gebete von Nutzen sein? Was kann ich tun, um das Familiengebet zu unterstützen und dazu anzuregen?“

    Wenn ihr euch selbständig mit den heiligen Schriften befasst, lernt ihr den Erlöser und seine Lehren kennen. Durch sein Beispiel lernt ihr, wie man liebt, dient und seinen Angehörigen vergibt. Überlegt, wie ihr eure Familie an eurer Erkenntnis aus den Schriften teilhaben lassen könnt.

    Wiederholt hat uns Präsident Hinckley aufgefordert, uns „so viel Bildung anzueignen, wie [wir] nur [können]“ (Liahona, Mai 2007, Seite 116). Von eurer Bildung profitiert eure jetzige Familie, und sie wird sicherlich eurer zukünftigen Familie von Nutzen sein. Was könnt ihr jetzt tun, um eine gute Ausbildung zu planen und euch darauf vorzubereiten?

    Präsident Hinckley hat uns gesagt: „Der Zehnte wird zwar mit Geld gezahlt, doch noch wichtiger ist, dass er auch mit Glauben gezahlt wird.“ (Liahona, Mai 2007, Seite 117.) Empfangt ihr die Segnungen des Zehntenzahlens mit Glauben? Wenn ihr dieses Gebot haltet, wird der Herr „die Schleusen des Himmels öffne[n]“, (Maleachi 3:10) und euch und eure Familie segnen.

    Wie kann der Besuch eurer Versammlungen – insbesondere der Abendmahlsversammlung – euch und eurer Familie von Nutzen sein? Wenn ihr regelmäßig vom Abendmahl nehmt, hilft euch dies, euren Taufbund zu halten. Wenn ihr würdig lebt und diesen Bund wöchentlich erneuert, könnt ihr vom Geist geführt werden. Der Heilige Geist wird euch führen und lehren, was ihr tun müsst, um eurer Familie Gutes zu tun.

    Wenn ihr euch diesen rechtschaffenen Strukturen verpflichtet, werdet ihr in eurem ganzen Leben gesegnet sein und die geistige Grundlage legen, von der ihr eure Familie durch euer Beispiel stärken könnt. In 1 Timotheus lehrt uns Paulus etwas über das Beispiel: „Niemand soll dich wegen deiner Jugend gering schätzen. Sei den Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit.“ (1 Timotheus 4:12.)

    In der Broschüre Für eine starke Jugend stehen im Abschnitt über die Familie einige großartige Möglichkeiten, wie man bei sich zu Hause „den Gläubigen ein Vorbild“ ist:

    „Seid fröhlich, hilfsbereit und rücksichtsvoll. … Befasst euch mit den Bedürfnissen anderer Familienmitglieder. …

    Ehrt eure Eltern, indem ihr ihnen Liebe und Respekt entgegenbringt und ihnen gehorcht. … Beteiligt euch an Aktivitäten und Traditionen der Familie, wie Familiengebet, Familienabend und gemeinsames Studium der heiligen Schriften. Diese Traditionen stärken und einen die Familie. …

    Stärkt eure Beziehung zu euren Geschwistern. Sie können eure besten Freunde werden.“ (Seite 10f.)

    Das Beispiel ist oftmals der beste Lehrer. Wer in eurer Familie könnte von eurem Beispiel profitieren – ein Bruder, eine Schwester, eure Mutter oder euer Vater?

    Ich möchte euch erzählen, was ich selbst erlebt habe und wie der rechtschaffene Lebenswandel und das Beispiel meines Bruders zur Folge hatten, dass unsere Familie auf ewig gesegnet ist.

    Mein Bruder und ich stammen von „guten Eltern“ (1 Nephi 1:1), die uns liebten und große Opfer für uns beide brachten. Unsere Familie war jedoch nicht durch die heiligen Handlungen des Tempels gesegnet.

    Vor vielen Jahren erhielten wir eines Tages Ende Dezember einen Brief von meinem Bruder, der als Missionar in der Kalifornien-Mission Nord war. Auf dem Briefumschlag stand: „Erst öffnen, wenn ihr alle zusammen seid!“

    Mein Vater, meine Mutter und ich setzten uns zusammen, öffneten seinen siebenseitigen, getippten Brief und lasen sein Zeugnis über das Gebet. Er erläuterte uns die Lehre von der ewigen Familie anhand der heiligen Schriften. Wir lasen von seinen Erfahrungen, wie Fasten und Beten seinen Untersuchern geholfen hatten, sich darauf vorzubereiten, die Taufe zu empfangen. Er versicherte uns, dass auch unsere Familie durch Fasten und Beten gesegnet werden könne. Darauf folgte eine Aufforderung: „Der Bischof der Gemeinde Stanford sprach vor einigen Monaten über ein Thema, das mich sehr berührt hat. … Die Ansprache des Bischofs ließ mich innehalten und machte mir bewusst, welche Ziele ich im Leben erreichen möchte. Allen voran steht das Ziel, das ich mit meiner eigenen Familie erreichen möchte, … nämlich an euch, Mutter und Vater, für Zeit und alle Ewigkeit im Haus der Herrn gesiegelt zu werden. Ich liebe euch sehr und möchte, dass unsere Familie in alle Ewigkeit zusammen ist.“

    Der Brief schloss mit den Worten: „Ich bete darum, dass der Herr euch in dieser wichtigen Entscheidung führen möge und dass ihr gemeinsam als Familie darüber betet.“

    Als Jugendliche hatte auch ich dafür gebetet, dass meine Familie diese Segnung erlangen möge. Dieser Brief erfüllte meinen rechtschaffenen Wunsch wieder mit Hoffnung.

    Das neue Jahr bot unserer Familie die Gelegenheit, einiges anders zu machen. In den vielen folgenden Monaten schufen wir als Familie rechtschaffene Strukturen. Wir beteten zusammen, lernten etwas über die heiligen Handlungen des Tempels, zahlten den Zehnten und besuchten regelmäßig die Versammlungen – als Familie. Kurz nachdem mein Bruder von Mission zurückgekehrt war, waren wir bereit, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen. Ich wusste, dass der Herr unsere Gebete erhört hatte, als wir den heiligen Altar im Tempel umringten und als Familie für Zeit und alle Ewigkeit gesiegelt wurden.

    Könnt ihr in eurer Familie etwas verändern? Ja, das könnt ihr! Ich frage mich oft, wie es um den ewigen Fortschritt meiner Familie bestellt gewesen wäre, wenn mein Bruder nicht diesen bewegenden Brief geschrieben hätte. Die rechtschaffenen Strukturen und das Beispiel meines Bruders veränderten unser Leben.

    Elder Robert D. Hales hat gesagt: „Wenn unsere Eltern uns kein gutes Beispiel gegeben haben, dann müssen wir den Teufelskreis durchbrechen. … Jeder [kann] lernen, es besser zu machen. Dabei kann er den Angehörigen jetzt schon ein Segen sein und richtige Traditionen für kommende Generationen vermitteln.“ (Robert D. Hales, „Wie werden unsere Kinder uns in Erinnerung behalten“, Der Stern, Januar 1994, Seite 9.)

    Denkt daran, „dass im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Oktober 2004, Seite 49.) Ewige Familien bestehen aus Individuen. „Tragt euren Teil zu einem glücklichen Zuhause bei.“ (Für eine starke Jugend, Seite 10.) Schafft in eurem Leben rechtschaffene Strukturen. Und seid den Gläubigen ein Vorbild. Der Herr verlässt sich darauf, dass ihr bei der Erhöhung eurer ewigen Familie mithelft.

    Ich weiß, dass Jesus Christus lebt. Er kennt euch und liebt euch. Er hat meine Familie und mich gesegnet, und ich weiß, dass er euch und eure Familie segnen wird. Davon gebe ich demütig Zeugnis im Namen Jesu Christi. Amen.