Hilfen für das Schriftstudium
Jesaja 58 bis 66


Hilfen für das Schriftstudium

Jesaja 58 bis 66

Jesaja spricht darüber, welche Art von Fasten und Gottesverehrung am Sabbat dem Herrn wohlgefällig ist. Er betont, dass es für Gott wichtiger ist, dass man für die Bedürftigen sorgt und rechtschaffen lebt, als dass man einfach nur religiöse Handlungen vollzieht. Er prophezeit, die Mission des Messias bestehe darin, die frohe Botschaft zu verkünden, diejenigen zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, die Gefangenen zu befreien und die Trauernden zu trösten. Jesaja prophezeit auch vom Zweiten Kommen des Erretters und von dem Frieden und der Rechtschaffenheit, die während des Millenniums herrschen werden.

Material

Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.

Hintergrund und Kontext

Jesaja 58:1-12

Warum nahm der Herr das Fasten der Israeliten nicht an?

Der Herr verkündete, dass ihm die Beweggründe und das Verhalten der Israeliten beim Fasten missfielen. Anstatt zu fasten, um umzukehren und Gott näherzukommen, waren die Israeliten von selbstsüchtigen Wünschen und weltlichem Verhalten eingenommen. Anstatt anderen die Last leichter zu machen, zwangen sie andere zur Arbeit und wurden gereizt und streitsüchtig. Ihr Fasten war nur noch ein oberflächliches Ritual und spiegelte keine echte Gottesverehrung wider. Der Herr betonte, zu einem annehmbaren Fasten gehöre, dass man sich aufrichtig um andere kümmert, indem man ihnen die Last leichter macht und sie mit Essen und Kleidung versorgt. Er verhieß denjenigen, die das Gesetz des Fastens aufrichtig befolgten, große Segnungen.

Die Verheißungen des Herrn gelten auch in unserer Zeit. Präsident Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Ich gebe Zeugnis von den sowohl geistigen als auch materiellen Wundern, die jeder erlebt, der das Gesetz des Fastens hält. … Wie Jesaja es beschreibt, habe auch ich beim Fasten schon mehr als einmal gerufen, und Gott hat mir wahrhaftig geantwortet: ‚Hier bin ich.‘ [Jesaja 58:9.] Genießen Sie diesen heiligen Vorzug wenigstens einmal im Monat. Spenden Sie so großzügig, wie die Umstände es erlauben, etwas für das Fastopfer und auch für humanitäre Zwecke, Bildungsangebote und Missionsarbeit. Ich verheiße Ihnen, dass Gott Ihnen gegenüber großzügig sein wird und dass diejenigen, die von Ihnen Hilfe erhalten, Ihren Namen für immer preisen werden.“

Jesaja 58:13,14

Was hat der Herr denen verheißen, die den Sabbat als „Wonne“ bezeichnen?

Der Herr hat verheißen, dass diejenigen, die „den Sabbat eine Wonne [nennen]“, ihrerseits „am Herrn [ihre] Wonne haben“ werden. Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Aus dem Glauben an Gott entsteht Liebe zum Sabbat, aus dem Glauben an den Sabbat entsteht Liebe zu Gott. Ein heiliger Sabbat ist wahrlich eine Wonne.“

Darüber hinaus verkündete der Herr, dass er diejenigen, die den Sabbat heilighalten, „über die Höhen der Erde dahinfahren“ und „das Erbe … Jakob[s] genießen“ lassen wird. Der Ausdruck „Höhen der Erde“ kann heilige Anlässe symbolisieren, bei denen die Gegenwart Gottes spürbar ist. „Das Erbe … Jakobs“ bezieht sich auf die Segnungen des Bundes, die Jakob und seinen Nachkommen verheißen wurden.

Jesaja 59:16-21

Was ist mit jemandem gemeint, der einschreitet?

Jesaja 59 beginnt mit einer Schilderung der Schlechtigkeit unter dem Volk Juda. Eine ihrer Sünden bestand darin, dass sie diejenigen ungerecht behandelten, die sich bemühten, rechtschaffen zu leben. In Vers 16 verkündete der Herr, dass er selbst einschreiten würde, weil niemand eingeschritten war, um den Rechtschaffenen Hilfe anzubieten. Jemand der einschreitet, greift ein, um Meinungsverschiedenheiten zwischen Menschen oder Gruppen zu schlichten. In diesen Versen verkündet der Herr, dass sein Einschreiten, also seine Fürsprache, auch bedeuten wird, gegen diejenigen vorzugehen, die andere unterdrückt haben.

Jesus Christus ist auch unser ewiger Fürsprecher bzw. Mittler. Elder Bruce R. McConkie hat gesagt: „[Jesus Christus] ist in die Welt gekommen, um die Menschen vom zeitlichen und geistigen Tod freizukaufen, den der Fall Adams über sie gebracht hatte. … Er kam, um die Ansprüche der göttlichen Gerechtigkeit zu befriedigen und den Reumütigen Barmherzigkeit zu bringen. Er kam als Mittler, als Fürsprecher, um sich für all jene einzusetzen, die an ihn glauben.“

Jesaja 60

Wie werden sich Jesajas Prophezeiungen über Zion in den Letzten Tagen erfüllen?

Jesaja 60 enthält eine Prophezeiung über die zukünftige Herrlichkeit und Erlösung Israels. Jesaja beschrieb Zion (Jerusalem) als ein Leuchtfeuer, das in einer finsteren Welt erstrahlt. Dieses Licht zieht Menschen aus anderen Nationen an, die dann ihren Reichtum nach Zion bringen und dessen Herrlichkeit mehren. Jesaja prophezeite auch, dass Zion ein Ort der Sicherheit werden wird, wo die Rechtschaffenen in Frieden leben werden.

Jesajas Prophezeiung erfüllt sich wahrscheinlich in mehrfacher Hinsicht, darunter durch die Rückkehr der Juden nach ihrer babylonischen Gefangenschaft. Ihre endgültige Erfüllung wird jedoch in den Letzten Tagen stattfinden. Der Herr hat dem Propheten Joseph Smith offenbart, dass auf dem amerikanischen Kontinent ein Zion der Letzten Tage, bekannt als das Neue Jerusalem, errichtet werden wird. In Lehre und Bündnisse 45 beschreibt der Herr das Neue Jerusalem mit Worten, die an Jesajas Prophezeiung in Jesaja 60 erinnern. Der Herr beschreibt es als ein „Land des Friedens, eine Stadt der Zuflucht, ein Ort der Sicherheit für die Heiligen des allerhöchsten Gottes“. Weil „die Herrlichkeit des Herrn … dort sein [wird], und … die Schlechten nicht hinkommen werden“. Der Herr erklärte außerdem, dass die Bewohner des Neuen Jerusalems rechtschaffene Heilige sein werden, „aus allen Nationen gesammelt“.

Jesaja 61:1,2

Was ist das Gnadenjahr des Herrn?

Das „Gnadenjahr des Herrn“ wird oft mit dem Jubeljahr in Verbindung gebracht, das alle 50 Jahre im Rahmen des Gesetzes des Mose begangen wurde. Der Begriff „Jubel“ kommt von einem hebräischen Wort, das auch „Trompete“ oder „Widderhorn“ bedeutet. Mit dem Ertönen der Widderhorntrompete am Versöhnungstag wurde der Beginn eines Jubeljahres eingeläutet. In einem Jubeljahr wurde den Israeliten geboten, „Freiheit für alle Bewohner des Landes“ auszurufen. Dazu gehörte die Freilassung gefangener und versklavter Menschen sowie die Rückgabe von Land, das verkauft worden war, um Schulden zu begleichen.

Jesajas Prophezeiung über einen Gesalbten, der „den Armen frohe Botschaft [bringt]“, „die [heilt], die gebrochenen Herzens sind“, „den Gefangenen Freilassung aus[ruft]“ und „den Gefesselten Befreiung“, weist letztlich auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk hin. Während seines irdischen Wirkens las der Erretter Jesaja 61:1,2 in der Synagoge in Nazaret vor und erklärte: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ Mit dieser Aussage offenbarte sich Jesus als der verheißene Messias.

Siehe auch „Lukas 4:18,19. Inwiefern erfüllt das Wirken Jesu die Prophezeiung in Jesaja 61:1,2?“

Jesus in der Synagoge in Nazaret

Jesus in der Synagoge in Nazaret, Darstellung von Greg K. Olsen

Jesaja 61:3

Was bedeutet die Formulierung „Schmuck … anstelle von Asche“?

Im alten Israel war es Brauch, sich als Zeichen tiefen Kummers oder der Verzweiflung Asche auf das Haupt zu streuen. Das hebräische Wort, das mit „Schmuck“ übersetzt wird, bezieht sich auf eine dekorative Kopfbedeckung. In diesem Vers verhieß der Herr den Gläubigen, dass er ihre Asche der Trauer durch eine Krone der Schönheit ersetzen und ihre Trauer in Freude verwandeln werde.

Jesaja 63:1-9

Was ist so bedeutsam an dem Satz „Warum ist dein Gewand so rot“?

In Jesaja 63 wird symbolisch dargestellt, wie Jehova sein Bundesvolk vor dessen Feinden rettet. Der Herr wird als Krieger dargestellt, der mit rot befleckten Kleidern aus Edom zurückkehrt, wie jemand, der Trauben in einer Kelter getreten hat. Die Farbe des Gewandes des Erretters steht für das Blut seiner Feinde, die er besiegt hat. Eine bedeutende Erfüllung der Prophezeiung Jesajas wird sich beim Zweiten Kommen des Erretters ereignen, wenn er nämlich in Herrlichkeit auf die Erde zurückkehrt und an den Schlechten Gerechtigkeit übt. An jenem Tag wird „der Herr … rotfarbene Kleider tragen“.

Das rote Gewand des Erretters kann uns auch an das Blut erinnern, das er für uns vergossen hat. Elder Neal A. Maxwell hat gesagt: „So nimmt es nicht wunder, dass Christus, wenn er in Macht und Herrlichkeit kommt, zur Erinnerung ein rotes Gewand tragen wird, das nicht nur die Weinpresse des Zorns symbolisiert, sondern uns auch daran erinnert, wie er in Getsemani und auf dem Kalvarienberg für einen jeden von uns gelitten hat!“

Jesus Christus kommt bei seinem Zweiten Kommen zur Erde herab

Der Herr kehrt zurück, um zu herrschen und zu walten, Darstellung von Mary R. Sauer

Jesaja 64:3,4

Was bedeutet es, auf den Herrn zu hoffen bzw. zu warten?

Präsident M. Russell Ballard hat gesagt:

„Auf den Herrn zu warten [bedeutet] beständigen Gehorsam und geistige Weiterentwicklung hin zu ihm. Auf den Herrn zu warten heißt nicht, einfach die Zeit verstreichen zu lassen. Man sollte nie das Gefühl haben, in einem Wartezimmer zu sitzen.

Auf den Herrn warten schließt handeln nicht aus. …

Das persönliche Wachstum, das man jetzt erreichen kann, während man auf den Herrn und seine Verheißungen wartet, ist ein unschätzbarer, heiliger Aspekt seines Plans für einen jeden von uns. … Der Herr ehrt diejenigen, die ihm mit Geduld und Glauben dienen und auf ihn harren.“

Jesaja 65:17-25

Was wissen wir über das Millennium?

Im letzten Teil von Jesaja 65 wird eine Zeit beschrieben, da der Herr sein Volk Zion und die ganze Erde erlösen wird. Zwar verwendet Jesaja nicht den Begriff Millennium, doch wir bezeichnen damit heutzutage die 1000 Jahre nach dem Zweiten Kommen Christi, in denen dieser „persönlich auf der Erde regieren wird“. Während dieser Zeit wird die Erde verklärt bzw. verändert werden, um ihre „paradiesische Herrlichkeit“ zu empfangen.

Im Millennium werden Rechtschaffenheit und Frieden auf der Erde herrschen. Der Herr hat offenbart, dass „an jenem Tag … die Feindschaft der Menschen und die Feindschaft der Tiere, ja, die Feindschaft allen Fleisches aufhören“ wird (Lehre und Bündnisse 101:26). Der Satan wird „gebunden werden, sodass er keinen Platz im Herzen der Menschenkinder haben wird“ (Lehre und Bündnisse 45:55).

Ein Löwe und ein Lamm liegen friedlich nebeneinander

Ohne jeden Zorn, Darstellung von Nancy Glazier-Koehler

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Das Millennium

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„Jesus verkündet, dass er der Messias ist“ (3:24)

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Ein Wächter bläst in ein Horn