„Genesis 24 bis 33“, Hilfen für das Schriftstudium: Altes Testament, 2025
Hilfen für das Schriftstudium
Genesis 24 bis 33
Der Herr bereitete einen Weg, damit Isaak und Rebekka innerhalb des Bundes heiraten konnten. Schließlich bekamen sie Zwillinge, Jakob und Esau. Als Esau heranwuchs, setzte er weder sein Erstgeburtsrecht noch seine ewigen Segnungen an die erste Stelle. Schließlich erhielt Jakob das Erstgeburtsrecht und reiste in das Heimatland seiner Mutter, um eine Frau zu finden. Auf der Reise dorthin hatte er eine Vision, die dazu führte, dass er mit Gott den Bund einging, der der Bund mit Abraham genannt wird. Jakob unternahm große Anstrengungen , um im Bund zu heiraten. Gott gebot ihm, in seine Heimat zurückzukehren. Auf seiner Reise rang Jakob darum, eine Segnung von Gott zu erhalten. Jakob bekam vom Herrn einen anderen Namen. Er hieß nun Israel. Jakob und Esau versöhnten sich miteinander.
Material
Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.
Hintergrund und Kontext
Warum wollte Abraham nicht, dass Isaak eine Kanaaniterin zur Frau nimmt?
Die Kanaaniter zur Zeit Abrahams verehrten Götzen und pflegten auch andere Bräuche, die im Widerspruch zur Anbetung Jehovas standen. Hätte Isaak eine Kanaaniterin geheiratet, hätte er nicht den Ehebund des Herrn eingehen und die Segnungen erlangen können, die der Herr im Zusammenhang mit dem Bund mit Abraham verheißen hat. Im Alten Testament wird eindringlich davor gewarnt, eine Person zu heiraten, die andere Götter verehrt.
Bei den Heiligen der Letzten Tage wird der Bund der Ehe im Haus des Herrn geschlossen. Wenn wir diesen Bund halten, kommen auch wir in den Genuss der Segnungen, die Abraham verheißen wurden. Präsident Russell M. Nelson hat gesagt: „Ein im Tempel geschlossener Ehebund ist direkt mit dem Bund mit Abraham verknüpft. Im Tempel werden einem Ehepaar alle Segnungen nähergebracht, die den treuen Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs vorbehalten sind.“
Was ist eine Nebenfrau?
In alter Zeit war eine Nebenfrau eine Frau innerhalb eines Haushalts, die rechtmäßig mit einem Mann verheiratet war, aber einen niedrigeren rechtlichen und gesellschaftlichen Status als eine Ehefrau hatte. Der Brauch, Nebenfrauen zu heiraten, war in alter Zeit in der Kultur des Nahen Ostens nicht unüblich – vor allem in Fällen, in denen die erste Frau eines Mannes keine Kinder bekommen konnte. Wir wissen von zwei Nebenfrauen Abrahams: Hagar und Ketura. Jakob erhielt Bilha und Silpa als Nebenfrauen von seinen Frauen Lea und Rahel. In neuzeitlicher Offenbarung wird bekräftigt, dass der Herr diese Ehen guthieß.
Näheres dazu findet sich in Genesis 16:1-3. Warum gab Sara dem Abraham die Hagar zur Frau?“
Was für ein Gericht wurde zubereitet?
Das hebräische Wort für „Gericht“ bedeutet „gekochte Speise“. Zur Zeit des Alten Testaments bestand so ein Gericht meist aus einem Eintopf aus in Wasser gekochtem Gemüse und manchmal Fleisch. Jakobs Gericht bestand aus Linsen; das sind kleine, erbsenartige Hülsenfrüchte.
Was ist ein Erstgeburtsrecht?
Im Alten Testament war der Vater für das zeitliche und geistige Wohlergehen seiner Familie verantwortlich. Nach dem Tod des Vaters erbte ein Sohn – in der Regel der älteste – die Verantwortung des Vaters für die Familie. Diese geistigen und zeitlichen Aufgaben waren als das Erstgeburtsrecht bekannt. Der älteste Sohn erbte oft auch einen doppelten Anteil am Besitz des Vaters, und es wurde von ihm erwartet, dass er sich damit um die materiellen Bedürfnisse der Familie kümmerte.
Warum hat Esau sein Erstgeburtsrecht verkauft?
Der Bericht, wie Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkaufte, endet mit diesem Satz: „Vom Erstgeburtsrecht aber hielt Esau nichts.“ Das hebräische Wort, das mit „nichts halten von“ übersetzt wird, kann auch „missachten“ bedeuten. Esaus Verhalten lässt darauf schließen, dass ihm seine unmittelbaren körperlichen Bedürfnisse wichtiger waren als die Segnungen und Aufgaben, die mit seinem Erstgeburtsrecht einhergehen. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Esau sein Erstgeburtsrecht missachtete, sind seine Ehen mit kanaanitischen Frauen außerhalb des Bundes.
Präsident Dallin H. Oaks hat erklärt: „Jakob schätzte das Geistige, Esau hingegen war auf Weltliches aus. Als Esau hungrig war, verkaufte er sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. … So wie Esau geben viele etwas von ewigem Wert auf, um das vorübergehende Verlangen nach etwas Weltlichem zu stillen.“
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht, Darstellung von Glen S. Hopkinson
Warum gab Jakob vor, Esau zu sein?
Rebekka hatte durch Offenbarung erfahren, dass Jakob mehr gesegnet werden würde als Esau. Möglicherweise stellte Rebekkas und Jakobs Handeln in Genesis 27 übereifrige und unvollkommene Versuche dar, Jakob zu den Segnungen zu verhelfen, die der Herr ihm bereits verheißen hatte. Möglicherweise fehlen in diesem Bericht auch Einzelheiten, die uns helfen könnten, das Handeln und die Absichten Rebekkas und Jakobs besser zu verstehen.
Nachdem Isaak erfahren hatte, dass er unwissentlich Jakob den Segen gespendet hatte, hätte er den Segen widerrufen und ihn Esau spenden können. Er entschied sich jedoch dagegen. Isaak bestätigte auf diese Weise, dass der Segen demjenigen gegeben worden war, den der Herr vorgesehen hatte.
Welche Bedeutung hat Jakobs Traum von der Treppe?
Präsident Marion G. Romney hat gesagt:
„Auf dem Weg von Beerscheba nach Haran hatte Jakob einen Traum. Er sah sich auf der Erde am Fuß einer Leiter stehen, die in den Himmel reichte, und oben auf der Leiter stand der Herr. Er sah Engel die Leiter auf- und niedersteigen, und Jakob erkannte, dass die Bündnisse, die er dort mit dem Herrn schloss, die Sprossen an dieser Leiter waren, die er selbst hinaufklettern musste, wenn er die verheißenen Segnungen empfangen wollte. Diese Segnungen würden es ihm ermöglichen, in den Himmel und in die Gegenwart des Herrn einzugehen.
Da Jakob dort dem Herrn begegnet war und Bündnisse mit ihm geschlossen hatte, betrachtete er die Stätte als so heilig, dass er den Ort Bet-El nannte, eine Kurzform von Bet-Elohim, was wörtlich ‚das Haus des Herrn‘ bedeutet. Er sagte über diesen Ort: ‚Er ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.‘ (Genesis 28:17.) …
Der Tempel ist für uns alle das, was Bet-El für Jakob war.“
Jakob in Bet-El, Darstellung von James Smetham
Warum gibt es im Alten Testament die Mehrehe?
Siehe „Genesis 16:1-3. Warum gab Sara dem Abraham die Hagar zur Frau?“
Hasste Jakob Lea?
Nachdem Jakob sieben Jahre lang dafür gearbeitet hatte, Rahel heiraten zu dürfen, ließ er sich von Laban täuschen und heiratete schließlich Rahels ältere Schwester Lea. Jakob hielt seine Ehe mit Lea in Ehren und willigte ein, weitere sieben Jahre zu arbeiten, um auch Rahel zu heiraten. Wir haben zwar keinerlei Grund zu der Annahme, dass Jakob Lea schlecht behandelt hat, aber in der Einheitsübersetzung der Bibel heißt es: „Der Herr sah, dass Lea zurückgesetzt wurde.“ In anderen Übersetzungen heißt es nicht „zurückgesetzt wurde“, sondern „ungeliebt war“. Unabhängig von der Übersetzung geht aus dem Text hervor, dass Jakob Rahel bevorzugte.
Ähnlich wie bei Hagar zeigte Gott Lea in ihrer schwierigen Situation mitfühlend Liebe und Fürsorge, indem er sie mit Kindern segnete. Die Namen, die Lea einigen ihrer Söhne gab, spiegeln wider, was sie in ihren Prüfungen für Gott empfand.
Was sind Alraunen?
Das hebräische Wort, das mit „Alraune“ übersetzt wird, „bedeutet ‚Liebesfrucht‘. Die Frucht hatte einen angenehmen Geschmack und Duft, und man ging davon aus, dass durch sie die Empfängnis garantiert war.“ Die Alraunenpflanze hat fleischfarbene Wurzeln, die manchmal kleinen menschlichen Gestalten ähneln, was den Aberglauben hervorgebracht haben könnte, dass Alraunen zur Fruchtbarkeit beitragen.
Was war der Zweck der Methoden, die Jakob bei seinen Herden anwandte?
Laban schloss eine Vereinbarung, dass Jakob alle Tiere seiner Herde behalten durfte, die ein unregelmäßiges Fell hatten. Um seine Herde zu vergrößern, legte Jakob gestreifte und gesprenkelte Zweige vor die Tiere, während sie sich paarten. Es herrschte der Aberglaube, dass das, was ein Tier bei der Paarung betrachtete, das Aussehen seines Nachwuchses beeinflusste. Die Wirksamkeit dieser Methode wird in dem Bericht nie in Frage gestellt, aber später schreibt Jakob das Wunder vorbehaltlos dem Herrn zu.
Warum hat Rahel ihren Vater bestohlen?
Die „Götterbilder“, die Rahel ihrem Vater Laban gestohlen hatte, waren kleine Statuen, die die Menschen in alter Zeit im Nahen Osten als Götzen bei sich zuhause benutzten. Dasselbe hebräische Wort wird im Alten Testament auch für Gegenstände verwendet, die zur Weissagung oder Wahrsagerei verwendet wurden.
Im Text wird zwar nicht erklärt, warum Rahel die Götzenbilder ihres Vaters stahl, aber es gibt viele Theorien dazu. Einiger Theorie zufolge versuchte Rahel, dem Götzendienst ihres Vaters ein Ende zu setzen, einer anderen zufolge hatte sie vor, die Gegenstände als Lösegeld zu verwenden, falls Laban Lea und Rahel gefangen nehmen würde. Wieder eine andere Theorie besagt, dass die Statuen an gesetzliche Erbrechte gebunden waren. Vielleicht wollte Rahel ihrer Familie das Erbteil sichern, auf das sie und Lea Anspruch erhoben.
Was bedeutet Jakobs Kampf?
Als Jakob seine Heimat verlassen hatte, um nach Haran zu ziehen, wollte Esau ihn wegen des Streits um das Erstgeburtsrecht töten. Nachdem Jakob 20 Jahre lang für Laban in Haran gearbeitet hatte, wies der Herr Jakob an, nach Kanaan zurückzukehren, und verhieß ihm: „Ich werde mit dir sein.“ Jakob gehorchte zwar, aber er hatte Angst, dass Esau ihm und seiner Familie etwas antun könnte.
Bevor Jakob wieder mit Esau vereint war, suchte er Abgeschiedenheit und göttlichen Beistand. An dieser Stelle heißt es in dem Bericht, dass Jakob die ganze Nacht mit einem Mann rang. Es ist unklar, wer der Mann war. Manche meinen, es sei ein Engel gewesen, andere wiederum meinen, es sei ein von Gott gesandter irdischer Bote gewesen. Das hebräische Wort, das in diesen Versen für den Mann verwendet wird, könnte beides bedeuten und könnte sich sogar auf Gott selbst beziehen.
Es ist offensichtlich, dass Jakob sich sehnlichst einen Segen wünschte. Durch diesen Kampf erlangte er ihn. Nach diesem Erlebnis erklärte Jakob: „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davongekommen.“ Dieses Erlebnis bestätigte dem Jakob die Verheißungen des Herrn und bereitete ihn darauf vor, seinem Bruder zu begegnen.
Warum bekam Jakob den Namen Israel?
Jakob bedeutet „Verdränger“. Im Hebräischen kann der Name mit der Vorstellung in Verbindung gebracht werden, einen anderen durch Täuschung zu ersetzen. So sah Esau den Jakob, als Jakob sich sowohl das Erstgeburtsrecht als auch den Segen sicherte, die beide eigentlich Esau, dem ältesten Sohn, gehören sollten.
Aber nach Jakobs nächtlichem Kampf änderte der Herr Jakobs Namen in „Israel“. Über diese Begebenheit hat Präsident Russell M. Nelson gesagt: „Denken wir einen Moment an einen entscheidenden Wendepunkt im Leben Jakobs, des Enkelsohns Abrahams. An dem Ort, den Jakob Peniël nannte (was „Gottes Angesicht“ bedeutet), rang er mit einer schwierigen Herausforderung. Er wurde auf die Probe gestellt, wie er sich entscheiden würde. Bei diesem Ringen stellte er unter Beweis, was ihm am wichtigsten war. Er bewies, dass er bereit war, Gott in seinem Leben siegen zu lassen. Daraufhin änderte Gott Jakobs Namen und gab ihm den Namen Israel, was ja ,möge Gott siegen‘ bedeutet. Gott verhieß Israel dann, dass auch er alle Segnungen erhalten werde, die Abraham verheißen worden waren.“
Jakobs Namensänderung in „Israel“ steht für Jakobs persönliche Wandlung. „Israel“ wurde auch der Name des Volkes, das von ihm abstammen sollte. Aus seinen zwölf Söhnen gingen die zwölf Stämme Israels hervor, und der Name Israel wurde zum Synonym für das Volk, das Gott erwählt hatte, seinen Bund zu erfüllen.
Mehr dazu
Die ewige Ehe
-
D. Todd Christofferson, „Warum heiraten? Warum eine Familie gründen?“, Liahona, Mai 2015, S. 50–53
-
Julie B. Beck, „Vermitteln Sie die Lehre von der Familie“, Liahona, März 2011, S. 32–37
Erstgeburtsrecht
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Bradley R. Wilcox, „O Jugend mit dem edlen Erstgeburtsrecht“, Liahona, November 2024, S. 93ff.
Bündnisse mit Gott schließen
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Russell M. Nelson, „Der immerwährende Bund“, Liahona, Oktober 2022, S. 4–11
Medien
Bilder
Rebekka, Darstellung von Dilleen Marsh
Rebekka am Brunnen, Darstellung von Michael Deas
Jakobs Traum in Bet-El, Darstellung von J. Ken Spencer
Jakob und Esau umarmen einander, Darstellung von Robert T. Barrett