Hilfen für das Schriftstudium
Jesaja 40 bis 49


Hilfen für das Schriftstudium

Jesaja 40 bis 49

Jesajas Botschaft an Israel verspicht Hoffnung und Zuversicht, dass Gott sein Bundesvolk erlösen wird. Er prophezeit, dass der Messias den Anderen ein Licht sein und Gottes Volk aus der Gefangenschaft und von Sünde befreien wird. Durch Jesaja warnt der Herr die Israeliten davor, falsche Götter anzubeten, und erinnert sie daran, dass er ihr Schöpfer und Erlöser ist. Jesaja prophezeit den Untergang Babylons und verkündet, dass der Herr der Welt Gerechtigkeit und Errettung bringen wird.

Material

Hinweis: Wird eine Quelle zitiert, die nicht von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage herausgegeben wurde, bedeutet dies nicht, dass diese Quelle oder ihr Verfasser von der Kirche unterstützt wird oder den offiziellen Standpunkt der Kirche vertritt.

Hintergrund und Kontext

Jesaja 40:3-5

Was ist die Stimme, die in der Wildnis ruft: „Bahnt den Weg des Herrn“?

Diese Verse erfüllen sich in mehrfacher Hinsicht. Johannes der Täufer bezog diese Schriftstelle auf sich selbst. Er rief Israel dazu auf, sich durch den Bund der Taufe auf die Erlösung durch Jesus Christus vorzubereiten. Außerdem werden die Heiligen in dieser Evangeliumszeit als Boten zu allen Kindern des himmlischen Vaters gesandt und rufen ihnen zu: „Kehrt um, kehrt um, und bereitet den Weg des Herrn, und macht seine Pfade gerade.“

Johannes der Täufer predigt in der Wüste

Johannes der Täufer predigt in der Wüste, Darstellung von Robert T. Barrett

Jesaja 42:1

Wer ist der Knecht, von dem Jesaja spricht?

Vergleiche Jesaja 49:1-6; 50:4-9; 52:13-15; 53:1-12

Der letzte Teil des Buches Jesaja enthält mehrere Stellen, die von Wissenschaftlern oft als „Gottesknechtslieder“ oder „Gottesknechtspsalmen“ bezeichnet werden. In diesen poetischen Abschnitten wird ein Knecht (also ein Diener) beschrieben, der den Willen Gottes ausführt. Der Knecht, von dem in diesen Liedern die Rede ist, kann mehrerlei symbolisieren. Zum Beispiel scheinen Jesaja selbst, König Kyrus von Persien und das Haus Israel alle jeweils einen bestimmten Teil dieser Prophezeiungen zu erfüllen. Die Gottesknechtslieder weisen jedoch letztlich auf Jesus Christus hin, der die Mission und die Eigenschaften des Knechts, den Jesaja beschreibt, vollkommen erfüllt.

Jesaja 42:6,7

Auf welche Weise wurden Jesajas Prophezeiungen über den Knecht erfüllt?

Jesajas Prophezeiungen über den Knecht in diesen Versen wurden von Jesus Christus unmittelbar erfüllt. So sagte Jesaja beispielsweise, der Knecht werde „zum Bund mit dem Volk“ gemacht werden. Präsident Jeffrey R. Holland hat erklärt, dass sich diese Formulierung darauf bezieht, dass der Erretter die zentrale Gestalt dabei ist, Bündnisse zu schließen und Verordnungen zu vollziehen, „die für Zeit und Ewigkeit wirksam sind. Er ist das Opfer, auf dem der Bund beruht, dessen Blut ihn besiegelt, und er ist auch der Mittler des Bundes.“

Darüber hinaus erfüllte sich Jesajas Prophezeiung, dass die Blinden ihr Augenlicht und die Gefangenen ihre Freiheit wiedererlangen würden, sowohl während des irdischen Wirkens Christi als auch durch sein Erlösungswerk in der Geisterwelt.

Jesajas Prophezeiungen werden auch durch das Haus Israel erfüllt. Im Rahmen des Bundes mit Abraham hat das Volk des Herrn die heilige Aufgabe, allen Nationen die Segnungen des Evangeliums zu bringen. Wenn es diese Mission erfüllt, trägt es dazu bei, der Welt Freiheit, Weitblick und das Licht des Erretters zu bringen.

Jesus heilt den Blinden

Jesus heilt den Blinden, Darstellung von Carl Heinrich Bloch

Jesaja 42:10-17

Was ist das „neue Lied“?

Die Israeliten sangen häufig Loblieder für den Herrn, aus Dankbarkeit für die Segnungen und die Befreiung, die sie von ihm erhalten hatten. Der Begriff „neues Lied“ wird im Alten Testament oft als Umschreibung davon verwendet, Gott erneut oder aufs Neue für seine Befreiung oder Erlösung zu preisen. In Jesaja 42:10-12 wird der ganzen Erde geboten, den Herrn mit einem neuen Lied zu preisen, um die großen Werke anzuerkennen, die er und seine Diener vollbracht haben. Die „Inseln“ stehen oft für die entlegensten Winkel der Zivilisation.

Das Volk Kedar bestand aus Nachkommen Ischmaels, die in der Wildnis zwischen den Felsen lebten, und diese steht für die am dünnsten besiedelten Gebiete. Jesajas Botschaft lautet, dass der Tag kommen wird, an dem alle Menschen, ganz gleich, wo sie sich befinden, vereint ein Loblied auf Gott anstimmen werden. In neuzeitlicher Offenbarung ist auch von einem neuen Lied die Rede, das während des Millenniums gesungen werden wird, wenn alle Menschen „von der Erkenntnis des Herrn erfüllt sein werden und Aug in Auge sehen werden“.

Jesaja 42:18-22

Warum wird der Knecht (oder Diener) des Herrn als blind und taub bezeichnet?

Dass der Knecht blind und taub ist, ist bedeutsam, wenn man bedenkt, dass er das Haus Israel darstellt. Es kam oft vor, dass die Israeliten als geistig blind und taub angesehen werden konnten, da es ihnen schwerfiel, dem Herrn zu vertrauen.

In der Joseph-Smith-Übersetzung werden diese Verse dahingehend angepasst, dass nicht der Diener blind oder taub ist, sondern dass der Diener denen helfen wird, die blind oder taub sind. Dies ist ein wichtiger Unterschied, wenn man bedenkt, dass der Erretter die endgültige Erfüllung des von Jesaja beschriebenen Knechtes (oder Dieners) ist.

Jesaja 43:10,11

Was bedeutet es, dass vor Jehova kein Gott erschaffen wurde und es auch nach ihm auch keinen geben wird?

Vergleiche Jesaja 44:6,8; 45:5,6,21,22; 46:9,10

Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die zweite Hälfte des Buches Jesaja zieht, ist die Vorrangstellung Gottes vor allem anderen. Der Götzendienst war im alten Israel ein anhaltendes Problem, auch zur Zeit Jesajas. Israel war von Völkern umgeben, die Götzen verehrten, und die Israeliten wurden oft vom Glauben ihrer Nachbarn beeinflusst. Durch Jesaja hat der Herr wiederholt verkündet, dass Götzen nichts für das Volk tun könnten – nur Gott könne es erretten.

Die Lehren des Herrn in Jesaja 43:10,11 dürfen nicht dahingehend missverstanden werden, dass treue Menschen nicht letztlich wie Gott werden können. Neuzeitliche Offenbarung bestätigt, dass die Kinder des himmlischen Vaters durch die Gnade Jesu Christi das göttliche Potenzial haben, Miterben Jesu Christi zu werden und alles zu ererben, was der Vater hat. Unsere Aussicht auf ewigen Fortschritt schmälert Gottes Vorrangstellung jedoch nicht. „Die Kinder Gottes werden ihn immer anbeten. Davon sind die Heiligen der Letzten Tage überzeugt. Dass wir Fortschritt machen, ändert nichts daran, dass er unser Vater und unser Gott ist.“

Jesaja 45:1-5

Inwiefern war Kyrus der „Gesalbte“ des Herrn?

Jesaja prophezeite, dass der Herr die Juden durch den Perserkönig Kyrus II. aus dem Exil retten würde. Das Wort „Gesalbter“ (auf Hebräisch: Messias) weist darauf hin, dass Kyrus als auserwähltes Werkzeug des Herrn den Juden ermöglichte, aus Babylon in ihre Heimat zurückzukehren und den von den Babyloniern zerstörten Tempel wieder aufzubauen.

Siehe auch „Esra 1:1. Wer war Kyrus?“

Jesaja 45:7

Hat Gott das Unheil erschaffen?

Im Kontext von Jesaja 45 bezieht sich das Wort, das in der Einheitsübersetzung der Bibel mit „Unheil“ übersetzt wird, nicht auf Schlechtigkeit oder Sünde. Vielmehr ist wahrscheinlich Schwieriges, Katastrophales oder Verhängnisvolles gemeint. Manchmal lässt der Herr zu, dass solche Schwierigkeiten sein Volk demütig machen und ihm helfen, umzukehren. Im Buch Mormon wird klargestellt: „Alles, was gut ist, kommt von Gott, und alles, was böse ist, kommt vom Teufel“ und der Satan ist „der Urheber aller Sünde“.

Jesaja 45:23

Was bedeutet: „Jedes Knie [wird] sich beugen und jede Zunge wird schwören“?

Jesaja prophezeite, dass durch den militärischen Erfolg des Kyrus Gottes Absicht, Israel zu befreien, verwirklicht werden würde. Der Herr verkündete, dass er Kyrus erweckt und in seinem Handeln geführt habe – obwohl Kyrus ihn nicht gekannt hatte. Zwar wussten die meisten Völker zur Zeit des Kyrus nichts von der Macht Jehovas, Jesaja prophezeite jedoch von einem zukünftigen Tag, da alle Völker die Vorrangstellung des Herrn erkennen und für ihn Zeugnis ablegen werden. Der Prophet Abinadi aus dem Buch Mormon hat darauf hingewiesen, dass diese Anerkennung durch alle Völker sich zur Zeit des Zweiten Kommens des Erretters ereignen wird.

Neuzeitliche Propheten und Apostel haben über seine Rückkehr gesagt: „Wir bezeugen, dass er eines Tages zur Erde zurückkehren wird. ‚Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alles Fleisch wird sie sehen.‘ [Jesaja 40:5.] Dann regiert er als König der Könige und herrscht als Herr der Herren, und jedes Knie muss sich beugen und jede Zunge ihn preisen.“

Jesaja 49:14-16

Was meinte der Herr, als er sagte: „Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände“?

Im Buch Mormon wird Jesaja 48 und 49 zitiert. Nephi erklärte, dass er Jesajas Worte mit aufgenommen habe, um seine Brüder zu bewegen, „an den Herrn, ihren Erlöser, zu glauben“. In Jesaja 48 tadelt der Herr Israels Starrsinn und Heuchelei und nennt Gründe für seine Zerstreuung und sein Exil.

Im Gegensatz dazu enthält Jesaja 49 eine Botschaft der Hoffnung. Der Herr bedient sich einer ausdrucksstarken, poetischen Sprache, um seine unerschütterliche Hingabe an sein Bundesvolk zu bekräftigen. Er erklärt: „Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände, deine Mauern sind beständig vor mir.“ Das hebräische Wort, das mit „eingezeichnet“ übersetzt wird, kann auch „eingraviert“ oder „geschrieben“ bedeuten. Dieses poetische Bild gewann nach der Auferstehung des Erretters noch mehr an Bedeutung, als er zur Erinnerung an sein Opfer die Kreuzigungsmale in seinen Händen und Füßen beließ.

Elder Gerrit W. Gong hat bezeugt: „Sterbliche Menschen wurden grausam gekreuzigt und später auferweckt. Doch nur der lebendige Jesus Christus in seiner vollkommenen auferstandenen Gestalt hat immer noch die Kreuzigungsmale an seinen Händen, seinen Füßen und seiner Seite. Nur er kann sagen: ‚Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.‘ [Jesaja 49:16.] Nur er kann sagen: ‚Ich bin es, der emporgehoben wurde. Ich bin Jesus, der gekreuzigt wurde. Ich bin der Sohn Gottes.‘ [Lehre und Bündnisse 45:52.]“

Die Christus-Statue – die Hand Christi mit Nägelmalen

Jesaja 49:22,23

Inwiefern werden die Anderen Pfleger und Ammen für Israel sein?

Israel wurde infolge seines Ungehorsams von Völkern der Anderen erobert, versklavt und zerstreut. Eine Erfüllung der Prophezeiung Jesajas bestand darin, dass Israel schließlich aus dem babylonischen Exil zurückkehrte und dass die Herrscher von Völkern der Anderen ihm bei seiner Rückkehr halfen.

Nephi beschrieb, inwiefern sich Jesajas Prophezeiung auch in den Letzten Tagen erfüllen würde. Er erklärte, dass viele der Anderen in den Letzten Tagen die Segnungen des Evangeliums erlangen und bei der Sammlung Israels mithelfen würden. Er bezeugte, dass dieses Werk der Letzten Tage nicht nur den Anderen, sondern ganz Israel ein Segen sein werde. Denn es werde dazu beitragen, Gottes Bund mit Abraham zu erfüllen, nämlich: „In [seinen] Nachkommen werden alle Geschlechter der gesegnet sein.“

Mehr dazu

Flügel wie Adler

  • „Wings as Eagles“, New Era, Juli 2015

Den Weg des Herrn bereiten

In die Hände des Herrn eingezeichnet

Die Sammlung Israels

Medien

Musik

Bild

Die Rückkehr Israels aus der Gefangenschaft

Die Rückkehr Israels aus der Gefangenschaft, 1945, Öl auf Leinwand; Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, FHV-Gebäude