Generalkonferenz
    Den Engeln so nah
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    Den Engeln so nah

    Ihr werdet bedeutende Frauen, indem ihr euch in der engelgleichen Sache zusammenschließt, Gutes zu tun, und wenn ihr nach Rechtschaffenheit hungert und dürstet.

    Es ist mir eine Freude, mit euch wundervollen Jungen Damen zusammenzukommen. Es ist uns eine besondere Ehre, daß Präsident Gordon B. Hinckley und Präsident Thomas S. Monson heute abend bei uns sind. Ich spreche Schwester Nadauld, Schwester Thomas und Schwester Larsen meine Anerkennung für ihre ausgezeichneten Ansprachen aus. Die Musik des Chors der Jungen Damen war hervorragend. Wir danken allen, die an dem Video beteiligt waren, sowie den Hunderten, die der Bitte der JD-Präsidentschaft nachgekommen sind, etwas darüber zu schreiben, wie ihr eurer Familie dient.

    Ich glaube, daß euer Geist aufgrund eurer Rechtschaffenheit im vorirdischen Dasein zurückbehalten wurde, um in dieser Zeit hervorzukommen, in der Frauen so viele Möglichkeiten der Erfüllung haben. Unter den Zuhörerinnen sehe ich einige meiner geliebten Enkelinnen, und das erinnert mich daran, daß die meisten von euch etwa in ihrem Alter sind. Es erinnert mich auch an etwas, was jemand einmal über Großeltern gesagt hat, nämlich: „Sie sind überaus nachgiebig, überängstlich und über fünfzig“1. Heute abend spreche ich zu euch allen, als ob ihr meine Enkelinnen wärt. Wenn ich in eure liebenswerten Gesichter schaue, sehe ich das faszinierende Geheimnis heranreifender Weiblichkeit.

    Ihr kostbaren Mädchen, zunächst einmal müßt ihr ein höchstes Maß an Tugend üben. Es gibt viele Definitionen von Tugend, wie etwa eine sittlich hervorragende Eigenschaft, richtiges Handeln und Denken, ein guter Charakter oder Keuschheit. Die Erste Präsidentschaft hat gesagt: „Wie herrlich und den Engeln nah ist die Jugend, wenn sie rein ist; diese Jugend findet in diesem Leben unaussprechliche Freude und ewiges Glücklichsein im künftigen Dasein. Sexuelle Reinheit ist das höchste Gut der Jugend; sie ist die Grundlage aller Rechtschaffenheit.“2 Das besagt doch, daß die Tugend einer Jungen Dame der Tugend von Engeln gleich sein soll.3Eine großartige Frau könnt ihr nur dann werden, wenn ihr auch eine gute Frau seid, „die aufgrund ihrer Tugend deutlich aus der Menge herausragt“4. Ihr werdet zu großartigen Frauen, wenn ihr euch in dem engelgleichen Werk, Gutes zu tun, vereint und nach Rechtschaffenheit hungert und dürstet. Der Erretter hat gesagt: „Euch aber muß es zuerst um [das Reich Gottes] und um seine Gerechtigkeit gehen.“5 Wenn das nicht der Fall ist, ist alles andere ziemlich unwichtig.

    Ihr werdet auf dem Bildschirm und auf der Leinwand, in Büchern, Musik, Zeitschriften, dem Internet und dem Radio ständig mit eindeutigen Szenen sexueller Unsittlichkeit bombardiert. Die Welt scheint das Sprichwort „Eine [tugendhafte] Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert“6 vergessen zu haben. Ich erinnere euch kostbare Mädchen daran, daß ihr Töchter Gottes seid. Er liebt euch. Ihr seid seine edelste Schöpfung. Eure Würde und Selbstachtung soll euch daran erinnern, daß jede Frau, wie Präsident David O. McKay einmal sagte, „Königin über ihren eigenen Körper sein soll“7.

    Euch Mädchen muß bewußt sein, daß die jungen Männer, mit denen ihr ausgeht, euch nicht ehren und achten, wenn ihr euch auf sittliche übertretungen eingelassen habt. Nun möchte ich aber denjenigen, die vielleicht übertreten haben, versichern, daß Gott ihre Sünden „nicht mehr im Gedächtnis“ behalten wird,8 wenn sie umkehren. Ihr gelangt auf den Pfad der Umkehr und Vergebung, indem ihr euch an eure Eltern und an euren Bischof wendet.

    Ich hoffe, daß jede von euch ein bedeutender und tugendhafter Mensch wird, der jetzt und in Ewigkeit etwas leistet. Als Frau seid ihr mit vielen einzigartigen Talenten ausgestattet, die ein Mann gewöhnlich nicht besitzt.

    Präsident Spencer W. Kimball hat über die unterschiedlichen Rollen von Mann und Frau folgendes gesagt: „Denken Sie daran: in der Welt, in der wir vorher lebten, wurden den glaubenstreuen Frauen bestimmte Aufgaben übertragen, während die glaubenstreuen Männer zu bestimmten Aufgaben im Priestertum vorherordiniert wurden. Zwar können wir uns jetzt nicht mehr an die Einzelheiten erinnern, aber das ändert nichts an der herrlichen Realität dessen, dem wir einmal zugestimmt haben. Sie sind für alles verantwortlich, was vor langer Zeit von Ihnen erwartet wurde, genauso wie diejenigen, die wir als Propheten und Apostel bestätigen. … Da bleibt für beide, Mann und Frau, in ihrer parallel laufenden jeweiligen Entwicklung viel zu tun.“9

    Diese Aussage weist darauf hin, daß wir, noch ehe wir als Mann oder Frau geboren wurden, bestimmte Verpflichtungen eingegangen sind und zugestimmt haben, mit großen, reichen, aber unterschiedlichen Gaben auf diese Erde zu kommen. Als Mann oder Frau sind wir berufen worden, große Werke zu vollbringen, jedoch auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlichen Aufgaben.

    Ihr fragt euch: „Wo soll ich anfangen?“ Anstatt mit einer Wunschliste all dessen zu beginnen, was ihr euch im Leben wünscht, lautet die eigentliche Frage doch, was ihr auf keinen Fall missen wollt. Wählt zwei, drei Lebenserfahrungen aus, die ihr unbedingt haben wollt. überlaßt Wichtiges nicht dem Zufall. Denkt dann darüber nach, was ihr der Gesellschaft geben könnt, indem ihr eurer Familie, der Kirche und dem Gemeinwesen dient. überlegt auch, was das Leben von euch fordern wird. Alles hat seinen Preis. Von uns wird viel erwartet. Wie ein Mann zu werden ist keine Lösung. Die Antwort ist vielmehr darin zu finden, daß ihr seid, wer ihr seid, und den gottgegebenen Möglichkeiten, die in euch sind, gerecht werdet, indem ihr ewigen Verpflichtungen nachkommt.

    Ihr könnt den vielen kontroversen Stimmen, die sich lärmend darüber äußern, was die Frau in der heutigen Gesellschaft tun oder nicht tun soll, nicht trauen. Manche der lautesten Stimmen sind Echos jener anderen, die weniger mit ihrer Rolle als Frau unzufrieden sind, als vielmehr weder mit sich selbst noch mit dem Leben im allgemeinen in Einklang sind.

    Laßt euch auf der Suche nach dem Glück und eurer Identität nicht täuschen. Eindringliche Stimmen mögen euch sagen, daß das, was ihr eure Mütter und Großmütter habt tun sehen, eine altmodische, langweilige Plackerei ist, die keine Herausforderung darstellt. Vielleicht war es altmodisch, und vielleicht war es alltägliche Routine; manchmal war es eine Plackerei. Aber eure Mütter und Großmütter haben ihre Arbeit freudig getan und damit die größte Liebe und das edelste weibliche Gefühl zum Ausdruck gebracht. Sie haben uns genährt und unterwiesen. Sie haben ihre Arbeit geheiligt, indem sie die Plackerei in das edelste Unterfangen umgewandelt haben.

    Haushaltsführung ist das, was ihr daraus macht. Jeder Tag bringt sowohl Befriedigung mit sich als auch manche Arbeit, die vielleicht frustrierend ist, alltägliche Routine, keine große Herausforderung. Aber das ist auch in einer Anwaltskanzlei, in einer Arztpraxis, in einem Labor oder einem Kaufhaus nicht anders. Es gibt jedoch keine wichtigere Arbeit als die, die zu Hause getan wird. Wie C. S. Lewis sagte: „Die Arbeit einer Hausfrau … ist die Arbeit, für die alle anderen existieren.“10

    Karen Graham, die heute als Pfahl-JD-Leiterin dient, schreibt, wie wichtig die Fertigkeiten in der Haushaltsführung in ihrem Leben sind: In meinem letzten Schuljahr an der Highschool, als ich ein 17jähriges Lorbeermädchen war, kam ich eines Tages von der Schule nach Hause und mußte erfahren, daß meine Mutter plötzlich an einer Gehirnblutung gestorben war. Meine beiden älteren Schwestern waren verheiratet und lebten in einer anderen Stadt. So war ich zu Hause die älteste und mußte mich um meinen trauernden Vater und meine beiden jüngeren Brüder, 12 und 13 Jahre alt, kümmern.

    Während der nächsten zweieinhalb Jahre übernahm ich den Haushalt, machte die Wäsche, ging einkaufen und bereitete die Mahlzeiten zu… . Können Sie sich vorstellen, einer 17jährigen die Einteilung des Haushaltsgelds zu überlassen? Mein lieber Vater sagte nie ein unfreundliches Wort zu mir. Er beklagte sich nie, wenn ich seine weißen Hemden in der Waschmaschine rosa färbte oder wenn das Abendessen gründlich danebenging. Alle meine Freunde an der Highschool planten ihr Leben nach dem Schulabschluß. Manche wollten an der Utah State University studieren… . Ich wäre gerne aufs Ricks College gegangen, aber in Anbetracht unserer familiären Umstände entschied ich mich dafür, zu Hause zu bleiben und weiterhin zu helfen.

    Zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter begann ich mit einem zurückgekehrten Missionar namens Garry auszugehen. Als wir zum zweiten Mal miteinander ausgingen, fragte er mich, was ich an dem Samstag getan hatte… . Er war etwas überrascht, als ich ihm sagte, daß ich den ganzen Tag mit Abstauben, Staubsaugen, Einkaufen und Wäschewaschen verbracht hatte. Er hielt mich wohl einfach nur für eine Stubenhockerin. Sechs Monate später führte mich dieser wunderbare Mann in den Tempel, und wir begannen unser gemeinsames Leben. Er war begeistert, eine Frau zu haben, die kochen und das Haushaltsgeld einteilen konnte.

    Im ersten Jahr unserer Ehe hatten wir eines Abends einige ebenfalls jungverheiratete Freunde zum Abendessen eingeladen. Mehrere Paare fingen an, darüber zu sprechen, wie schwer es für sie war, sich auf die Ehe einzustellen. Garry und ich sahen einander ungläubig an… . Sich auf die Ehe einstellen? Was war das? Unser erstes Jahr war völlig glatt verlaufen! Als wir später darüber sprachen, stellten wir fest, daß es wohl daran lag, daß ich mich im Haushalt auskannte, als ich geheiratet hatte… . Ich wurde nicht davon in Anspruch genommen, Experimente mit dem Abendessen zu machen und/oder es anbrennen zu lassen, Kleidungsstücke in der Wäsche zu ruinieren oder das Haushaltsgeld einzuteilen. Ich hatte all das bereits an meinem einfühlsamen, geduldigen und klugen Vater erprobt. Nun konnten wir, Garry und ich, uns ausschließlich auf unsere Beziehung konzentrieren, und das war wunderbar. Daß ich meine Interessen in den Hintergrund gestellt und an die Bedürfnisse meiner Familie gedacht hatte, wurde später für mich zu einem wahren Segen.11

    Daß sie ihrem Vater in dieser schweren Zeit diente, war Teil dieses engelgleichen Werkes, nämlich Gutes zu tun, dieser großen Vorbereitung darauf, eine bedeutende Frau zu werden.

    Frauen werden heute von manchen ermutigt, alles zu haben: Geld, Reisen, Ehe, Mutterschaft und verschiedene Karrieren in der Welt. Für eine Frau sind die wichtigsten Zutaten für ihr Glück jedoch, ihre Persönlichkeit zu formen, eine Ausbildung zu erhalten, ihre Talente zu entfalten, ihrer Familie zu dienen und, wenn möglich, selbst eine Familie zu haben.

    Aber ihr könnt dies alles nicht gleichzeitig gut machen. Ihr könnt nicht alles Gebäck in der Bäckerei auf einmal essen. Sonst bekommt ihr Bauchweh. Ihr könnt nicht zur gleichen Zeit eine hundertprozentige Ehefrau, eine hundertprozentige Mutter, eine hundertprozentige Mitarbeiterin in der Kirche, eine hundertprozentige Berufstätige und eine hundertprozentige ehrenamtlich Tätige sein. Wie kann man all diese Aufgaben koordinieren? Ich denke, daß es nur nacheinander möglich ist.

    Nacheinander, das bedeutet, daß wir eins nach dem anderen tun, alles zu seiner Zeit. Im Buch Kohelet heißt es: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“12 Immer mehr wird nach Frauen verlangt, die ihre traditionelle Rolle, sich um die Familie zu kümmern, in Frage stellen. Aber tief im Innersten eurer Seele verlangt ihr danach, eure Aufgabe als Frau und Mutter zu erfüllen. Die meisten Frauen wünschen sich von Natur aus, einen guten Mann zu lieben und von ihm geliebt zu werden und den gottgegebenen, tiefsten Empfindungen des Frauseins nachzugeben ­ nämlich Mutter zu sein, zu hegen und zu pflegen. Glücklicherweise müssen sich die meisten Frauen nicht um ihre berufliche Laufbahn sorgen, wie der Mann es tut. Sie können in ihren verschiedenen Lebensphasen mehr als ein Interesse unterbringen.

    Ich möchte euch Schwestern auffordern, all eure Gaben und Talente zu entfalten, um das Werk der Rechtschaffenheit auf der Erde voranzubringen. Ich hoffe, daß ihr euch soviel Wissen wie möglich aneignet. Eignete euch möglichst viele Fertigkeiten an, aber nicht ausschließlich im Hinblick auf eine berufliche Laufbahn auf Kosten eurer ursprünglichen Aufgabe, sonst werdet ihr feststellen, daß ihr eine der großen Möglichkeiten eures Lebens verpaßt habt.

    Meine Frau und ich haben unsere Töchter dazu angehalten, eine Ausbildung zu absolvieren, und zwar nicht nur, damit sie in ihrer Haushaltsführung davon profitierten, sondern damit sie vorbereitet waren, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wenn das notwendig sein sollte. Es ist eine wunderbare Erfahrung, aufs College oder eine Berufsschule zu gehen und Geld, Mühe und Zeit zu investieren, um Fertigkeiten zu erwerben, die in der Berufswelt gefragt sind.

    Ich kann euch Mädchen nicht sagen, welche beruflichen Fertigkeiten ihr euch aneignen sollt. Das muß jede von euch selbst entscheiden. Ihr habt eure Entscheidungsfreiheit. Jede von euch muß sich enorm anstrengen, um soviel wie möglich zu lernen und ihre Talente zu entfalten. Es ist nicht leicht, etwas wahrhaft Lohnendes zu erreichen. Ich möchte euch nur sagen, was euch hilft, eure Persönlichkeit, Selbstwertgefühl und Glück zu finden. Ich fordere euch auch auf, das, was in euch steckt, hervorzubringen und ein wertvoller Mensch, eine bedeutende Frau zu werden. Da die meisten von euch bedeutende Frauen in der Familie haben, habt ihr alle ein Vorbild, dem ihr nacheifern könnt.

    Als Junge Damen dürft ihr als Teil der „Auszeichnung für die Junge Dame“ an Projekten arbeiten. Anna Nichols aus Centerville, Utah, schreibt von einer besonderen Erfahrung, die sie gemacht hat:

    Letztes Jahr führte ich als Lorbeermädchen ein Projekt durch, das mich meiner Oma, die ich nie kennengelernt hatte, näherbrachte. Sie war an einer schlimmen Form von Krebs gestorben, als meine Mutter etwa fünf Jahre alt war. Meine Mutter besitzt eine Sammlung alter Dias und Briefe, die sie aufbewahrt hat. Ich sah mir alles an und suchte dann Bilder von ihr und ihrer Familie sowie Briefe aus, die sie an ihre Schwester geschrieben hatte, der sie von ihren Gefühlen und Gedanken erzählte, ehe sie starb.

    Aus diesem Material stellte ich ein Album zusammen, das an sie erinnern sollte, und schenkte es meinem Opa. Es war ein überwältigendes Gefühl, sein Gesicht zu beobachten, als er Seite um Seite umblätterte und mir dabei zu jedem Bild eine Geschichte erzählte. Wir weinten beide. Ich merkte, daß er sie sehr vermißt und daß sie durch dieses Album wieder ein wenig in sein Leben zurückgekehrt ist.

    Durch dieses Album habe ich eine persönliche Beziehung zu meiner Oma entwickelt. Ich spüre ihren Geist bei mir. Ich weiß, daß sie mich beschützt und mir geholfen hat, wenn ich Hilfe brauchte. Wenn ich jetzt meinen Opa besuche, reden wir immer von ihr und erzählen uns Geschichten. Ich freue mich jedesmal auf die Zeit, die ich mit ihm verbringen kann.13

    Nun möchte ich noch einmal betonen: Was immer ihr auch tut, lernt, zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Rechtschaffenheit zu trachten.14 Nehmt den Erretter ohne Vorbehalte als das an, was er war, ebenso Joseph Smith als das, was er war, und Präsident Gordon B. Hinckley als das, was er ist. Gott erhöht niemanden, ob Mann oder Frau, der sich weigert, diejenigen, die Gott berufen und ordiniert hat, über sie zu präsidieren, durch seinen Glauben, seine Gebete und seine Werke zu unterstützen. Deshalb, meine lieben jungen Freunde, unterstützt die Priestertumsvollmacht in der Kirche und in eurer Familie.

    Manche Frauen meinen vielleicht, ihre Entscheidungsfreiheit würde untergraben, wenn sie sich von der Macht des Priestertums führen lassen. Aber dieses Gefühl entspringt einem Mißverständnis. Die Priestertumsvollmacht darf keinen Zwang, keinen Druck, keine ungerechte Herrschaft ausüben. Präsident Stephen L Richards hat erklärt: „Unsere Einigkeit beruht auf einer generellen übereinstimmung mit rechtschaffenen Grundsätzen und der gemeinsamen Reaktion auf das Wirken des Geistes unseres himmlischen Vaters. Sie wird von keiner Furcht angetrieben außer der Furcht, Gott, den Urheber unseres Werkes, zu beleidigen.“15

    Dem Priestertum der Kirche zu folgen, ist ein Ausdruck des Glaubens daran, daß der Herr seine Kirche kontinuierlich führt. Es bedeutet, daß man den Grundsatz der gottgegebenen Entscheidungsfreiheit bereitwillig annimmt.

    Ihr alle werdet irgendwann einmal euren natürlichen weiblichen Neigungen nachkommen müssen, von denen der Prophet Joseph Smith sagte, daß sie der Wesensart der Frauen entsprechen. Er sagte: „Wenn ihr so lebt, wie es euer verbürgtes Recht ist, wird nichts die Engel daran hindern können, sich zu euch zu gesellen.“16 Geht großzügig auf diese Neigungen und Eingebungen, Gutes zu tun, ein. Lauscht mit ganz ruhiger Seele auf die Eingebungen des Heiligen Geistes. Folgt den edlen, intuitiven Gefühlen, die die Gottheit in der Welt, die dieser Welt vorausging, tief in eure Seele gepflanzt hat. Auf diese Weise seid ihr für den Heiligen Geist Gottes empfänglich und werdet durch die Wahrheit geheiligt. Wenn ihr das tut, werdet ihr auf ewig geehrt und geliebt. Euer Werk besteht zu einem großen Teil darin, die Menschheit mit eurer großen Fähigkeit, Anteil zu nehmen und barmherzig zu sein, zu bereichern.

    Schließlich, wie werdet ihr zu bedeutenden Frauen? Pflegt eure edlen weiblichen Neigungen, nämlich Anteil zu nehmen und barmherzig zu sein, und macht großzügigen Gebrauch davon, zuerst in eurer Familie und dann auch außerhalb. Mögt ihr immer im Rahmen des offenbarten Evangeliums Jesu Christi nach Rechtschaffenheit hungern und dürsten. Mögt ihr den Blick auf die Ewigkeit richten, wenn ihr euer engelgleiches Werk, Gutes zu tun, verrichtet, so daß es nicht nur dazu führt, daß ihr bedeutende Frauen werdet, sondern schließlich auch Königinnen in Ewigkeit.

    Ich bitte den Herrn, daß er jede von euch kostbaren jungen Schwestern segnet, damit ihr, wie der Psalmist sagt, „seine Engel“ seid, überaus stark, die seine Gebote halten und seinem Wort gehorsam sind.17 Ich bete darum, daß die rechtschaffenen Wünsche eures Herzens in Erfüllung gehen. Im Namen Jesu Christi, amen.