Schlussbemerkungen
    Fußnoten

    Schlussbemerkungen

    Die Würdigkeit des Einzelnen setzt eine vollständige Bekehrung in den Gedanken und Gefühlen voraus, sodass man mehr wie der Herr wird

    Meine lieben Brüder und Schwestern, am Ende dieser historischen Konferenz danken wir dem Herrn für die Inspiration in den Botschaften und für die Musik, die uns erbaut hat. Wir haben wahrhaftig ein geistiges Festmahl genossen.

    Wir wissen, dass das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi den Menschen, die seine Lehre hören und befolgen, Hoffnung und Freude bringen wird. Wir wissen auch, dass jedes Zuhause ein wahrer Zufluchtsort des Glaubens werden kann, wo Friede, Liebe und der Geist des Herrn wohnen.

    Natürlich ist der heilige Tempel das Kronjuwel der Wiederherstellung. Seine heiligen Handlungen und Bündnisse sind der entscheidende Schlüssel bei der Vorbereitung eines Volkes, das bereit ist, den Erretter bei seinem Zweiten Kommen willkommen zu heißen. Derzeit haben wir 166 geweihte Tempel, und weitere werden folgen.

    Bei jedem neuen oder renovierten Tempel finden vorher Tage der offenen Tür statt. Viele Freunde, die nicht unserem Glauben anhängen, nehmen bei diesen Tempeln an einer Besichtigung teil und erfahren dabei etwas über die Segnungen des Tempels. Und manche dieser Besucher werden dabei angeregt, noch mehr erfahren zu wollen. Einige fragen dann aufrichtig, wie sie sich für die Segnungen des Tempels bereitmachen können.

    Als Mitglieder der Kirche müssen wir darauf vorbereitet sein, ihre Fragen zu beantworten. Wir können erklären, dass die Segnungen des Tempels einem jeden, der sich dafür bereitmacht, offenstehen. Ehe man einen geweihten Tempel betreten darf, muss man sich aber bereitgemacht haben. Der Herr möchte, dass alle seine Kinder an den ewigen Segnungen teilhaben, die in seinem Tempel zu haben sind. Er hat festgelegt, was jeder Mensch tun muss, um sein heiliges Haus betreten zu dürfen.

    Eine gute Gelegenheit, mit dieser Aufklärungsarbeit zu beginnen, bietet uns der Hinweis auf die Worte, die außen am Tempel eingraviert sind: „Heilig dem Herrn – das Haus des Herrn.“ Präsident Henry B. Eyrings heutige Botschaft hat uns, wie viele andere auch, den Ansporn gegeben, uns noch mehr zu heiligen. Jeder Tempel ist eine heilige Stätte, und jeder Tempelbesucher möchte sich noch mehr heiligen.

    Alle Bedingungen für das Betreten des Tempels haben etwas mit der eigenen Heiligkeit zu tun. Um die entsprechende Tauglichkeit zu beurteilen, werden mit jedem, der die Segnungen des Tempels genießen möchte, zwei Interviews geführt: das erste mit einem Bischof, einem Ratgeber des Bischofs oder einem Zweigpräsidenten, das zweite mit einem Pfahl- oder Missionspräsidenten oder einem seiner Ratgeber. Bei diesen Interviews werden einem mehrere Fragen gestellt.

    Einige dieser Fragen sind vor kurzem zwecks größerer Klarheit überarbeitet worden. Ich möchte sie nun mit Ihnen durchgehen:

    1. Haben Sie festen Glauben an Gott, den ewigen Vater, an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist, und haben Sie diesbezüglich ein Zeugnis?

    2. Haben Sie ein Zeugnis vom Sühnopfer Jesu Christi und von seiner Rolle als Ihrem Erretter und Erlöser?

    3. Haben Sie ein Zeugnis von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi?

    4. Erkennen Sie den Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als den Propheten, Seher und Offenbarer und als den einzigen Menschen auf der Erde an, der befugt ist, alle Schlüssel des Priestertums auszuüben?

      Erkennen Sie die Mitglieder der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel als Propheten, Seher und Offenbarer an?

      Erkennen Sie die übrigen Generalautoritäten und die örtlichen Führungsbeamten der Kirche an?

    5. Der Herr hat gesagt, dass „alles in Reinlichkeit“ vor ihm geschehen soll (Lehre und Bündnisse 42:41).

      Bemühen Sie sich in Ihren Gedanken und Ihrem Verhalten um sittliche Reinheit?

      Beachten Sie das Gesetz der Keuschheit?

    6. Halten Sie sich im privaten Umfeld und in der Öffentlichkeit im Umgang mit Angehörigen und anderen Menschen an die Lehren der Kirche Jesu Christi?

    7. Unterstützen oder verbreiten Sie irgendwelche Ansichten, Verhaltensweisen oder Lehren, die denen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entgegenstehen?

    8. Sind Sie bestrebt, zuhause wie in der Kirche den Sabbat heiligzuhalten, die für Sie vorgesehenen Versammlungen zu besuchen, sich auf das Abendmahl vorzubereiten und würdig daran teilzunehmen und in Übereinstimmung mit den Gesetzen und Geboten des Evangeliums zu leben?

    9. Sind Sie bestrebt, bei allem, was Sie tun, ehrlich zu sein?

    10. Zahlen Sie den vollen Zehnten?

    11. Verstehen Sie das Wort der Weisheit und beachten Sie es?

    12. Haben Sie finanzielle oder sonstige Verpflichtungen gegenüber einem früheren Ehepartner oder Kindern?

      Falls ja, sind Sie mit diesen Verpflichtungen auf dem Laufenden?

    13. Halten Sie die Bündnisse, die Sie im Tempel eingegangen sind, und tragen Sie das Garment so, wie es Ihnen beim Endowment erklärt worden ist?

    14. Gibt es in Ihrem Leben schwere Sünden, die im Rahmen der Umkehr mit einem Priestertumsführer bereinigt werden müssen?

    15. Halten Sie sich selbst für würdig, in das Haus des Herrn zu gehen und dort an den heiligen Handlungen teilzunehmen?

    Morgen werden diese überarbeiteten Fragen für den Tempelschein den Führern der Kirche auf der ganzen Welt zugesandt.

    Abgesehen davon, dass er diese Fragen ehrlich beantwortet, wird von jedem erwachsenen Tempelbesucher erwartet, dass er unter seiner normalen Kleidung das heilige Garment des Priestertums trägt. Dies ist ein Symbol der inneren Verpflichtung, sich jeden Tag darum zu bemühen, mehr wie der Herr zu werden. Es erinnert uns auch daran, jeden Tag den Bündnissen treu zu bleiben, die wir eingegangen sind, und jeden Tag in einer erhabeneren und heiligeren Weise dem Weg der Bündnisse zu folgen.

    Jetzt möchte ich einen Augenblick zu unseren Jugendlichen sprechen. Wir möchten euch aufrufen, euch für einen Tempelschein mit eingeschränkter Geltung bereitzumachen. Man wird euch nur die Fragen stellen, die bei eurer Vorbereitung darauf, als Stellvertreter an den heiligen Handlungen Taufe und Konfirmierung teilzunehmen, von Belang sind. Wir sind sehr dankbar, dass ihr würdig und bereit seit, euch an dieser heiligen Tempelarbeit zu beteiligen. Wir danken euch!

    Die Würdigkeit des Einzelnen, das Haus des Herrn zu betreten, verlangt auch jedem Einzelnen viel geistige Vorbereitung ab. Aber mit Gottes Hilfe ist nichts unmöglich. In mancherlei Hinsicht ist es einfacher, einen Tempel aufzubauen, als ein Volk so aufzubauen, dass es für einen Tempel bereit ist. Die Würdigkeit des Einzelnen setzt eine vollständige Bekehrung in den Gedanken und Gefühlen voraus, sodass man mehr wie der Herr wird, ein aufrechter Mitbürger, ein besseres Vorbild und als Mensch noch heiliger.

    Ich bezeuge, dass eine derartige Vorbereitungsarbeit einem unzählige Segnungen in diesem Leben beschert sowie unvorstellbare Segnungen im künftigen, wozu auch der Fortbestand Ihres Familienverbunds in alle Ewigkeit „in einem Zustand nie endenden Glücks“1 zählt.

    Jetzt möchte ich mich einem anderen Thema zuwenden: den Plänen für das nächste Jahr. Im Frühjahr 2020 wird es genau 200 Jahre her sein, dass Joseph Smith die Gotteserscheinung erlebte, die wir als die erste Vision bezeichnen. Gottvater und sein geliebter Sohn Jesus Christus zeigten sich Joseph, einem 14-jährigen Jugendlichen. Mit diesem Ereignis wurde die Wiederherstellung der ganzen Fülle des Evangeliums Jesu Christi eingeläutet, genau so, wie es in der Bibel vorhergesagt wurde.2

    Darauf folgte eine ganze Reihe von Besuchen himmlischer Boten, darunter Moroni, Johannes der Täufer und die einstigen Apostel Petrus, Jakobus und Johannes. Weitere kamen später, wie zum Beispiel Mose, Elias und Elija. Ein jeder brachte göttliche Vollmacht mit, die Kinder Gottes auf Erden ein weiteres Mal zu segnen.

    Wie durch ein Wunder haben wir auch das Buch Mormon bekommen, einen weiteren Zeugen für Jesus Christus, eine heilige Schrift und ein Gegenstück zur Bibel. Auch die im Buch Lehre und Bündnisse und in der Köstlichen Perle veröffentlichten Offenbarungen haben unser Verständnis der Gebote Gottes und der ewigen Wahrheit sehr erweitert.

    Die Schlüssel und die Ämter des Priestertums sind wiederhergestellt worden, darunter die Ämter Apostel, Siebziger, Patriarch, Hoher Priester, Ältester, Bischof, Priester, Lehrer und Diakon. Und die Frauen, die den Herrn lieben, dienen couragiert in der Frauenhilfsvereinigung, der Primarvereinigung, bei den Jungen Damen, in der Sonntagsschule und in weiteren Berufungen in der Kirche – all dies sind unverzichtbare Bestandteile der Wiederherstellung der ganzen Fülle des Evangeliums Jesu Christi.

    Im Jahr 2020 findet also eine Zweihundertjahrfeier statt. Die Generalkonferenz im nächsten April wird anders sein als alle anderen Konferenzen zuvor. Ich hoffe, dass sich in den nächsten sechs Monaten jedes Mitglied und jede Familie auf eine einzigartige Konferenz vorbereiten, in der man eben genau der Grundlagen des wiederhergestellten Evangeliums gedenken wird.

    Vielleicht möchten Sie Ihre Vorbereitungen damit beginnen, dass Sie noch einmal Joseph Smiths Bericht über die erste Vision nachlesen, wie er in der Köstlichen Perle verzeichnet ist. Beim Schriftstudium befassen wir uns nächstes Jahr im Lehrplan Komm und folge mir nach! mit dem Buch Mormon. Vielleicht möchten Sie sich auch einmal wichtige Fragen stellen wie: „Was wäre an meinem Leben anders, wenn mir meine Erkenntnisse aus dem Buch Mormon auf einmal genommen würden?“ oder: „Wie haben die Ereignisse, die auf die erste Vision folgten, mein Leben und das der Menschen, die ich liebe, verändert?“ Und nachdem nun auch Videos zum Buch Mormon zur Verfügung stehen, möchten Sie diese vielleicht bei Ihrem persönlichen Schriftstudium und dem mit Ihrer Familie verwenden.

    Wählen Sie selbst Fragen aus. Machen Sie Ihren eigenen Plan. Tauchen Sie ein in das herrliche Licht der Wiederherstellung. Dann wird die Generalkonferenz im nächsten April nicht nur denkwürdig sein, sondern unvergesslich.

    Zum Abschluss wünsche ich Ihnen alles Gute und gebe Ihnen meinen Segen, dass Sie mit jedem Tag, der verstreicht, noch glücklicher und heiliger werden mögen. Seien Sie derweil versichert, dass es in der Kirche auf Weisung des Herrn auch weiterhin Offenbarung gibt und geben wird, „bis die Pläne Gottes verwirklicht sind und der erhabene Jahwe sagt: Das Werk ist getan“3.

    Damit segne ich Sie, denn Sie liegen mir wirklich am Herzen, und ich gebe Ihnen mein Zeugnis, dass Gott lebt! Jesus ist der Messias! Dies ist seine Kirche und wir sind sein Volk. Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.