Generalkonferenz
    Wir können besser handeln und besser sein
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    Wir können besser handeln und besser sein

    Machen Sie die tägliche Umkehr zu einem derart festen Bestandteil Ihres Lebens, dass Sie das Priestertum mit größerer Macht ausüben können als jemals zuvor

    Meine lieben Brüder, es ist inspirierend, diese riesige Versammlung des Bataillons von Priestertumsträgern des Herrn vor sich zu überblicken. Was für eine gewaltige Streitmacht des Guten Sie sind! Wir haben Sie lieb. Wir beten für Sie. Und wir sind zutiefst dankbar für Sie.

    Vor kurzem wurde ich auf eine Anweisung des Herrn aufmerksam, die er durch den Propheten Joseph Smith kundtat: „Sprich nichts als nur Umkehr zu dieser Generation.“1 Diese Aussage wird in den heiligen Schriften oftmals wiederholt2 und wirft eine offensichtliche Frage auf: „Muss jeder umkehren?“ Die Antwort lautet: Ja.

    Zu viele Menschen sehen Umkehr als eine Bestrafung – etwas, was man vermeiden muss, solange man nicht dazu gezwungen ist. Aber dieses Gefühl der Bestrafung geht vom Satan aus. Er will uns daran hindern, auf Jesus Christus zu blicken,3 der mit offenen Armen dasteht,4 voller Hoffnung und bereit, uns zu heilen, zu vergeben, zu läutern, zu stärken, zu reinigen und zu heiligen.

    Das Wort für Umkehr im griechischen Neuen Testament ist metanoeo. Die Vorsilbe meta- bedeutet „Wandel“. Die Nachsilbe -noeo bezieht sich auf griechische Begriffe, die „Sinn“, „Erkenntnis“, „Geist“ und „Atem“ bedeuten.5

    Wenn Jesus Sie und mich also dazu auffordert, umzukehren,6 fordert er uns auf, unseren Sinn, unsere Erkenntnis und unseren Geist zu ändern – selbst die Art und Weise, wie wir atmen. Er fordert uns auf, die Art und Weise zu ändern, wie wir lieben, denken, dienen, unsere Zeit verbringen, unsere Frau behandeln, unsere Kinder erziehen und sogar unseren Körper pflegen.

    Nichts ist befreiender, erhebender oder entscheidender für unseren persönlichen Fortschritt, als sich regelmäßig jeden Tag mit der Umkehr zu befassen. Umkehr ist kein Ereignis, sondern ein Vorgang. Es ist der Schlüssel zu Glück und Seelenfrieden. In Verbindung mit Glauben eröffnet uns die Umkehr Zugang zur Macht des Sühnopfers Jesu Christi.7

    Ob Sie nun auf dem durch Bündnisse vorgezeichneten Weg eifrig vorwärtsgehen, ob Sie ausgerutscht oder davon abgekommen sind oder ob Sie diesen Weg von Ihrem gegenwärtigen Standpunkt aus noch nicht einmal sehen können – ich bitte Sie inständig, umzukehren. Erleben Sie die stärkende Kraft der täglichen Umkehr, indem Sie jeden Tag ein wenig besser handeln und besser sind.

    Wenn wir uns entscheiden, umzukehren, entscheiden wir uns dafür, uns zu ändern! Wir lassen es zu, dass der Erretter uns in das Beste umwandelt, was aus uns werden kann. Wir entscheiden uns dafür, geistig zu wachsen und Freude zu empfangen – Freude an der Erlösung in ihm.8 Wenn wir uns entscheiden, umzukehren, entscheiden wir uns dafür, mehr wie Jesus Christus zu werden!9

    Brüder, wir müssen besser handeln und besser sein, weil wir uns in einer Schlacht befinden. Der Kampf mit der Sünde findet tatsächlich statt. Der Widersacher vervielfacht seine Bemühungen, Zeugnisse zu zerrütten und das Werk des Herrn zu behindern. Er rüstet seine Gefolgsleute mit mächtigen Waffen aus, um uns davon abzuhalten, an der Freude und Liebe des Herrn teilzuhaben.10

    Umkehr ist der Schlüssel, um dem Elend zu entgehen, das die Fallen des Widersachers uns bereiten. Der Herr erwartet an dieser Stelle unseres ewigen Fortschritts keine Vollkommenheit von uns. Aber er erwartet, dass wir immer reiner werden. Die tägliche Umkehr ist der Weg zu Reinheit, und Reinheit bringt Macht. Unsere Reinheit kann uns zu mächtigen Werkzeugen in den Händen Gottes machen. Unsere Umkehr – unsere Reinheit – befähigt uns, bei der Sammlung Israels mitzuhelfen.

    Der Herr erklärte dem Propheten Joseph Smith, dass „die Rechte des Priestertums untrennbar mit den Mächten des Himmels verbunden sind und dass die Mächte des Himmels nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden können“11.

    Wir wissen, was uns noch umfassenderen Zugang zu den Mächten des Himmels verschafft. Wir wissen auch, was unseren Fortschritt behindert – womit wir aufhören müssen, damit wir größeren Zugang zu den Mächten des Himmels haben. Brüder, denken Sie gebeterfüllt darüber nach, was Ihrer Umkehr im Wege steht. Finden Sie heraus, was Sie davon abhält, umzukehren. Und dann ändern Sie sich! Kehren Sie um! Wir alle können besser handeln und besser sein als jemals zuvor.12

    Es gibt bestimmte Möglichkeiten, wie wir uns gewiss verbessern können. Eine davon ist die Art und Weise, wie wir mit unserem Körper umgehen. Ich habe großen Respekt vor dem Wunder des menschlichen Körpers. Er ist eine großartige Schöpfung – unerlässlich, um Schritt für Schritt unser höchstes göttliches Potenzial zu entfalten. Ohne ihn können wir keinen Fortschritt machen. Als Gott uns einen Körper schenkte, ermöglichte er uns einen wichtigen Schritt dahin, mehr so wie er zu werden.

    Der Satan weiß das. Er ärgert sich darüber, dass seine Auflehnung im vorirdischen Dasein ihn für immer von diesem Vorzug ausschließt, was bei ihm dauerhaft Eifersucht und Groll hinterlassen hat. Infolgedessen veranlassen uns viele, wenn nicht die meisten Versuchungen, die er uns in den Weg stellt, dazu, unseren Körper oder den anderer zu missbrauchen. Weil der Satan ohne einen Körper elend ist, will er, dass wir wegen unseres Körpers elend sind.13

    Ihr Körper ist Ihr persönlicher Tempel, der erschaffen wurde, um Ihren ewigen Geist in sich zu bergen.14 Wie Sie sich um diesen Tempel kümmern, ist wichtig. Ich frage Sie, Brüder: Wenn Sie Ihren Körper kleiden und pflegen, geht es Ihnen dann mehr darum, der Welt zu gefallen, als darum, Gott zu gefallen? Mit Ihrer Antwort auf diese Frage senden Sie Gott direkt eine Botschaft darüber, was Sie von seinem vortrefflichen Geschenk an Sie halten. Was die Ehrfurcht vor unserem Körper anbelangt, Brüder, denke ich, dass wir besser handeln und besser sein können.

    Eine weitere Möglichkeit, wie wir besser handeln und besser sein können, ist, wie wir die Frauen in unserem Leben ehren, angefangen bei unserer Ehefrau und unseren Töchtern, unserer Mutter und unseren Schwestern.15

    Vor Monaten erhielt ich einen herzzerreißenden Brief von einer lieben Schwester. Sie schrieb: „[Meine Töchter und ich] haben das Gefühl, dass wir in einem erbitterten Wettstreit um die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer Ehemänner und Söhne stehen, die sich rund um die Uhr mit neuesten Meldungen vom Sport oder von der Börse, Videospielen [und] endlosen Analysen von Spielen in allen [möglichen] Sportarten beschäftigen, die sie sich ansehen. Wir haben das Gefühl, wir verlieren bei unseren Ehemännern und Söhnen unseren Platz in der ersten Reihe, weil sie bei [Sport und Spiel] einen Stammplatz in der ersten Reihe haben.“16

    Brüder, Ihre erste und wichtigste Aufgabe als Priestertumsträger ist es, Ihre Frau zu lieben und zu umsorgen. Werden Sie eins mit ihr. Seien Sie ihr Partner. Machen Sie es ihr leicht, dass sie Ihre Partnerin sein will. Keine anderen Interessen sollten über dem Aufbau einer ewigen Beziehung zu ihr stehen. Nichts im Fernsehen, auf einem Mobilgerät oder einem Computer ist wichtiger als ihr Wohlbefinden. Machen Sie eine Bestandsaufnahme, wie Sie Ihre Zeit verbringen und wofür Sie Ihre Energie einsetzen. Daran sehen Sie, wo Ihr Herz ist. Beten Sie darum, dass Sie Ihr Herz mit dem Ihrer Frau in Übereinstimmung bringen. Bemühen Sie sich, ihr Freude zu bereiten. Holen Sie ihren Rat ein, und hören Sie ihr zu. Mit ihren Anregungen kommen Sie zu besseren Ergebnissen.

    Wenn Sie aufgrund der Art und Weise, wie Sie die Frauen behandelt haben, die Ihnen am nächsten stehen, Umkehr üben müssen, dann fangen Sie jetzt damit an. Denken Sie auch daran, dass Sie dafür verantwortlich sind, den Frauen in Ihrem Leben die Segnungen zu ermöglichen, die man erlangt, wenn man nach dem Gesetz der Keuschheit lebt, das der Herr aufgestellt hat. Seien Sie niemals der Grund dafür, dass eine Frau die Segnungen des Tempels nicht empfangen kann.

    Brüder, wir alle müssen umkehren. Wir müssen vom Sofa aufstehen, die Fernbedienung beiseitelegen und aus unserem geistigen Schlummer aufwachen. Es ist an der Zeit, die vollständige Rüstung Gottes anzulegen, damit wir uns an dem wichtigsten Werk auf Erden beteiligen können. Es ist an der Zeit, unsere Sicheln einzuschlagen und „mit all [unserer] Macht, ganzem Sinn und aller Kraft“17 zu ernten. Die Kräfte des Bösen haben noch nie so heftig gewütet wie heute. Als Diener des Herrn können wir nicht schlafen, während diese Schlacht tobt.

    Ihre Familie braucht Ihre Führung und Liebe. Ihr Kollegium und die Mitglieder Ihrer Gemeinde oder Ihres Zweiges brauchen Ihre Kraft. Und alle, die Ihnen begegnen, müssen wissen, wie ein wahrer Jünger des Herrn aussieht und handelt.

    Meine lieben Brüder, Sie wurden wegen Ihrer geistigen Tapferkeit im vorirdischen Dasein von unserem Vater dazu ausersehen, in dieser entscheidenden Zeit auf die Erde zu kommen. Sie gehören zu den besten und tapfersten Männern, die je auf die Erde gekommen sind. Der Satan weiß, wer Sie sind und wer Sie vor diesem Leben waren, und er weiß, welches Werk verrichtet werden muss, bevor der Erretter zurückkehrt. Da er nun bereits seit Jahrtausenden nach seiner schlauen Art verfährt, ist der Widersacher erfahren und unbeirrbar.

    Glücklicherweise ist das Priestertum, das wir tragen, viel stärker als die Tücken des Widersachers. Ich flehe Sie an, solche Männer und Jungen zu sein, wie der Herr sie braucht. Machen Sie die tägliche Umkehr zu einem derart festen Bestandteil Ihres Lebens, dass Sie das Priestertum mit größerer Macht ausüben können als jemals zuvor. Nur so werden Sie sich und Ihre Familie in den schwierigen Tagen, die vor uns liegen, geistig schützen können.

    Der Herr braucht selbstlose Männer, die das Wohl anderer über ihr eigenes stellen. Er braucht Männer, die bewusst darauf hinarbeiten, die Stimme des Geistes in aller Klarheit zu hören. Er braucht Männer des Bundes, die ihre Bündnisse treu einhalten. Er braucht Männer, die entschlossen sind, sich sexuell rein zu halten – würdige Männer, die jederzeit gebeten werden können, einen Segen zu spenden, mit reinem Herzen, reinem Sinn und bereitwilligen Händen. Der Herr braucht Männer, die bereitwillig umkehren – Männer, die in seinem Bataillon würdiger Priestertumsträger eifrig dienen und sich darin einreihen.

    Ich segne Sie, dass Sie solche Männer werden. Ich segne Sie mit dem Mut, täglich umzukehren und zu lernen, wie man die Priestertumsmacht umfassend ausübt. Ich segne Sie damit, dass Sie Ihrer Frau und Ihren Kindern und allen, die Sie kennen, die Liebe des Erretters vermitteln. Ich segne Sie damit, besser zu handeln und besser zu sein. Und ich segne Sie, dass Sie, wenn Sie all dies tun, Wunder in Ihrem Leben erleben werden.

    Wir sind im Werk des allmächtigen Gottes tätig. Jesus ist der Messias. Wir sind ihre Diener. Dies bezeuge ich im Namen Jesu Christi. Amen.