Er lebt, sein Name sei gelobt
    Fußnoten

    Er lebt, sein Name sei gelobt

    Unser Verständnis vom Sühnopfer Jesu Christi und unser Glaube daran geben uns die Kraft und die Leistungsfähigkeit, die wir für ein erfolgreiches Leben brauchen.

    Heute ist Ostermorgen, der heilige Tag, der in der ganzen Christenheit dafür vorgesehen ist, des Sieges Jesu Christi über den Tod zu gedenken. Jesu Auferstehung zerbrach die bis dahin unnachgiebigen Ketten des Todes. Er machte den Weg frei, auf dem jedes auf Erden geborene Kind des himmlischen Vaters die Möglichkeit erhält, sich vom Tod zu erheben und wieder zu leben.

    Wie glücklich muss unser Vater im Himmel an jenem heiligen Tag gewesen sein, als sein absolut gehorsamer, würdiger Sohn die Ketten des Todes zerbrach. Welch ewigen Zweck hätte unseres Vaters Plan des Glücklichseins gehabt, wenn er nicht durch das große und ewige Sühnopfer seines auf herrliche Weise gehorsamen Sohnes zum Leben erweckt worden wäre? Welchen ewigen Zweck hätte die Erschaffung der Erde erfüllt, wo mit einem Geistkörper angetane Intelligenzen einen greifbaren Körper erhalten sollten, wenn das Dasein mit dem Tod enden und niemand auferstehen würde? Was für ein herrlicher Augenblick war jener Morgen für alle, die seine Bedeutung verstanden.

    Ostern ist die heilige Zeit, in der sich das Herz jedes gläubigen Christen demütig und dankbar unserem geliebten Erretter zuwendet. Es ist eine Zeit, die all denen Frieden und Freude bringt, die ihn lieben und dies zeigen, indem sie seine Gebote halten. Ostern ruft Gedanken über Jesus, sein Leben, sein Sühnopfer, seine Auferstehung, seine Liebe hervor. Er ist „mit Heilung in seinen Flügeln“ von den Toten auferstanden (3 Nephi 25:2; siehe auch Maleachi 3:20). Oh, wie sehr benötigen wir alle die Heilung, die der Erlöser uns bietet. Meine Botschaft, eine Botschaft der Hoffnung, beruht auf Grundsätzen, die in den Lehren des Größten aller Lehrer, nämlich Jesus Christus, Ausdruck finden.

    Als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage können wir die Heilung, die sein Sühnopfer ermöglicht, in vollerem Ausmaß verstehen, weil wir die Fülle seiner Lehre haben. Wir erkennen, dass sich das, was er unter ungeheurem Leid und großen Opfern bereitwillig getan hat, nicht nur in diesem Leben auf uns auswirkt, sondern in alle Ewigkeit.

    Wenn Sie sich dieses Ostern an die Auferstehung erinnern und an den Preis, der gezahlt, und an die Gabe, die durch das Sühnopfer geschenkt wurde, dann denken Sie darüber nach, was in den heiligen Schriften über diese heiligen Ereignisse ausgesagt wird. Ihr persönliches Zeugnis davon, dass sie wirklich stattgefunden haben, wird stärker werden. Sie müssen mehr sein als Grundsätze, die Sie sich einprägen. Sie müssen als mächtiges Bollwerk gegen die steigende Flut der Gräuel, die unsere Welt infizieren, mit jeder Faser Ihres Wesens verwoben sein.

    Der Prophet Lehi hat eine tiefgreifende Wahrheit verkündet, als er sagte: „Darum kommt die Erlösung im heiligen Messias und durch ihn; denn er ist voller Gnade und Wahrheit. Siehe, er bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um den Zwecken des Gesetzes Genüge zu leisten für alle, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben; und für niemanden sonst kann den Zwecken des Gesetzes Genüge geleistet werden.“ (2 Nephi 2:6,7.) Für die Stolzen und Hochmütigen ist es gemäß dieser Schriftstelle so, als habe es nie ein Sühnopfer gegeben.

    Jesus Christus lebt. Er ist unser Erretter, unser Erlöser. Er ist ein herrliches, auferstandenes Wesen. Er ist imstande, Liebe zu verströmen, die so stark, so überwältigend ist, dass die menschliche Zunge nicht fähig ist, ihr angemessen Ausdruck zu verleihen. Er gab sein Leben, um die Bande des Todes zu zerreißen. Sein Sühnopfer setzte den Plan des Glücklichseins, den sein Vater im Himmel aufgestellt hat, vollständig in Kraft.

    Jesus sorgt – abhängig von unserem Gehorsam gegenüber seinem Evangelium – für den Ausgleich zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Er ist das Licht der ganzen Menschheit. Er ist die Quelle aller Wahrheit. Er erfüllt all seine Verheißungen. Alle, die seinen Geboten gehorchen, werden die herrlichsten Segnungen erlangen, die man sich nur vorstellen kann.

    Ohne das Sühnopfer hätte der vom Vater im Himmel aufgestellte Plan des Glücklichseins nicht vollständig in Kraft treten können. Dem Sühnopfer verdanken alle die Möglichkeit, die Folgen der Fehler, die im Leben gemacht wurden, zu überwinden. Wenn wir einem Gesetz gehorchen, erhalten wir eine Segnung. Wenn wir ein Gesetz brechen, ist von früherem Gehorsam nichts übrig, um die Forderungen der Gerechtigkeit für dieses gebrochene Gesetz zu erfüllen. Das Sühnopfer des Erretters ermöglicht uns, von jedem Ungehorsam umzukehren und damit die Strafen abzuwenden, die die Gerechtigkeit erfordern würde.

    Meine Ehrfurcht und Dankbarkeit für das Sühnopfer des Heiligen Israels, des Fürsten des Friedens und unseres Erlösers nehmen in dem Maße beständig zu, wie ich mich bemühe, mehr davon zu verstehen. Mir ist bewusst, dass kein menschlicher Verstand die volle Bedeutung all dessen erfassen und dass keine menschliche Zunge die passenden Worte dafür finden kann, was Jesus Christus durch sein Sühnopfer für die Kinder des himmlischen Vaters getan hat. Und doch ist es unerlässlich, dass jeder von uns so viel darüber erfährt, wie er kann. Das Sühnopfer ist der wesentliche Bestandteil in dem vom Vater im Himmel aufgestellten Plan des Glücklichseins, ohne den dieser nicht hätte in Kraft gesetzt werden können. Ihr Verständnis vom Sühnopfer und die Erkenntnis, die Sie daraus für Ihr Leben ziehen, werden Ihnen helfen, alles Wissen, alle Erfahrungen und Fertigkeiten, die Sie sich im irdischen Leben aneignen, nutzbringender einzusetzen.

    Ich glaube, dass es aufschlussreich ist, wenn man versucht, sich vorzustellen, was das Sühnopfer sowohl dem Vater als auch dem bereitwilligen Sohn abverlangte. Drei der Herausforderungen, denen der Erretter gegenüberstand, waren:

    Erstens ein außerordentliches Verantwortungsbewusstsein, da ihm bewusst war, dass kein einziges der Kinder seines Vaters zu diesem zurückkehren konnte, wenn das Sühnopfer nicht vollkommen ausgeführt wurde. Sie wären für immer aus seiner Gegenwart verbannt, da es keine Möglichkeit gäbe, von gebrochenen Gesetzen umzukehren, und nichts Unreines in der Gegenwart Gottes wohnen kann. Der Plan seines Vaters wäre gescheitert und jedes Geistkind wäre auf ewig der Beherrschung und Peinigung durch den Satan unterworfen.

    Zweitens musste er persönlich in seinem vollkommen reinen Sinn und Herzen die Folgen all dessen spüren, dem die Menschheit je ausgesetzt sein würde, selbst der verkommensten und verabscheuungswürdigsten Sünden.

    Drittens musste er die bösartigen Angriffe der Horden des Satans ertragen, während er körperlich und seelisch an die Grenze getrieben wurde. Dann, aus Gründen, die uns nicht gänzlich bekannt sind, an der Grenze seiner Belastbarkeit, als der Erretter Beistand am dringendsten nötig hatte, ließ der Vater zu, dass er die schwere Verantwortung nur aus eigener Kraft und eigenem Vermögen schulterte.

    Ich versuche mir vorzustellen, was für ein äußerst schmerzlicher Augenblick es für den Vater im Himmel gewesen sein muss, als der Erretter vom Kreuz her aufschrie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27:46; Markus 15:34.) Ich glaube nicht, dass der himmlische Vater seinen Sohn am Kreuz im Stich gelassen hat. Ich glaube, der Schrei rührte daher, dass der Sohn fühlte, wie der stützende Beistand des Vaters, den er immer genossen hatte, von ihm genommen wurde. Sein Vater wusste, dass der Erretter das Sühnopfer vollkommen und gänzlich allein und ohne Hilfe von außen vollbringen musste. Der Vater ließ seinen Sohn nicht im Stich. Er ermöglichte es seinem vollkommenen Sohn, die ewigen Früchte des Sühnopfers zu erringen.

    Niemand von uns kann hier auf Erden jemals all die heilsamen Folgen des Sühnopfers ausreichend würdigen.

    Für jeden von uns ist es zwingend erforderlich, unser Verständnis von der Bedeutung des Sühnopfers Jesu Christi zu vertiefen, damit es zu einer unerschütterlichen Grundlage wird, auf die wir unser Leben bauen können. Während es der Welt immer mehr an grundlegenden Maßstäben fehlt und Ehre, Tugendhaftigkeit und Reinheit im Streben nach der Befriedigung von Begierden zunehmend verworfen werden, geben uns unser Verständnis vom Sühnopfer Jesu Christi und unser Glaube daran die Kraft und die Leistungsfähigkeit, die wir für ein erfolgreiches Leben brauchen. Sie bringen auch Zuversicht in Zeiten der Prüfung und Frieden in Augenblicken des Aufruhrs.

    Ich fordere Sie eindringlich auf, sich einen persönlichen Studienplan zu erstellen, damit Sie besser verstehen und zu schätzen wissen, welch unvergleichliche, ewige und unbegrenzte Folgen es hat, dass Jesus Christus seine göttliche Berufung als unser Erretter und Erlöser so vollkommen erfüllt hat. Wenn Sie in sich gehen und über die heiligen Schriften nachdenken und darin forschen und wenn Sie innig beten, wird Ihr Verständnis von seinem unschätzbaren Sühnopfer und Ihre Dankbarkeit dafür gefestigt. Eine weitere sehr gute Methode, mehr über Jesus Christus und sein Sühnopfer zu erfahren, besteht darin, dass man regelmäßig in den Tempel geht.

    Möge ein jeder von uns sich erneut entschließen, in seinem heiligen Zuhause wahre Grundsätze zu lehren. Wenn wir das tun, schaffen wir den uns anvertrauten Geistern die beste Gelegenheit, glücklich zu werden. Machen Sie sich die Kirche in der rechten Weise zunutze, um die Familie zu stärken, seien Sie sich aber bewusst, dass wir als Eltern die grundlegende Verantwortung und den Vorzug haben, uns vom Herrn bei der Erziehung der Geistkinder, die er uns anvertraut hat, führen zu lassen.

    Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir in der Familie die Wahrheit lehren. Die Kirche ist wichtig, das notwendige Verständnis wird den Kindern aber in der Familie von ihren Eltern vermittelt, die ihnen auch die Richtung vorgeben. Zu Recht sagt man, dass Vater und Mutter die wichtigsten Berufungen in Zeit und Ewigkeit sind. Mit der Zeit werden wir aus allen anderen uns übertragenen Berufungen entlassen, doch nicht als Vater und Mutter.

    Wenn Sie nachdenken, nicht nur lesen, sondern wirklich nachdenken und Schriftstellen auf sich wirken lassen, wird die Macht des Heiligen Geistes Ihnen Wahrheiten in Herz und Sinn pflanzen, die in dieser unsicheren Zeit, in der wir leben, eine sichere Grundlage bilden. Bereiten Sie als Eltern Ihre Kinder auf die Herausforderungen vor, denen sie begegnen werden. Lehren Sie sie Wahrheit, spornen Sie sie an, danach zu leben, und es wird ihnen gut gehen, ganz gleich, wie schwer die Welt erschüttert wird.

    Nehmen Sie sich zu diesem Osterfest vor, den Herrn Jesus Christus zum lebendigen Mittelpunkt Ihrer Familie zu machen. Achten Sie darauf, dass Sie sich bei jeder Entscheidung, die Sie treffen – sei sie nun geistiger oder materieller Art –, von dem Gedanken leiten lassen: „Was soll ich nach dem Willen des Herrn Jesus Christus tun?“ Wenn der Erretter der Mittelpunkt Ihrer Familie ist, wird sie von Frieden und Gelassenheit erfüllt sein. Dann stellt sich ein Geist stiller Gewissheit ein, der das Zuhause durchdringt und von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen verspürt wird.

    Die beste Möglichkeit, eine bleibende Veränderung zum Guten vorzunehmen, ist, sich Jesus Christus zum Vorbild zu nehmen und seine Lehren zur Richtschnur im Leben zu machen.

    Sollten Sie seinen Geboten ungehorsam gewesen sein und sich unwürdig fühlen, machen Sie sich klar, dass der Herr, Jesus Christus, sein Leben ja gerade deswegen niedergelegt hat. Durch sein Sühnopfer hat er für immer die Möglichkeit geschaffen, solche Fehler zu überwinden, von falschen Entscheidungen umzukehren und die negativen Auswirkungen eines Lebens, das seinen Lehren zuwiderläuft, zu besiegen.

    Der Erretter liebt einen jeden von uns und wird es möglich machen, dass jedes unserer Bedürfnisse erfüllt wird, wenn wir uns durch Gehorsam für alle Segnungen bereit machen, die er uns hier auf Erden wünscht. Ich liebe und verehre ihn. Als sein bevollmächtigter Diener gebe ich feierlich mit der ganzen Kraft meines Wesens Zeugnis, dass er lebt. Im Namen Jesu Christi. Amen.