Die Mehrehe in Kirtland und in Nauvoo
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Die Mehrehe in Kirtland und in Nauvoo

Für die Heiligen der Letzten Tage ist es das derzeit gültige Ehegesetz des Herrn, dass jeder Mann nur mit einer Frau verheiratet ist.1 Zu Zeiten der Bibel gebot der Herr einigen Menschen, die Mehrehe zu praktizieren – die Ehe zwischen einem Mann und mehr als einer Frau.2 Einige Mitglieder in der Anfangszeit der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage empfingen und befolgten ebenfalls dieses Gebot, das durch Gottes Propheten gegeben wurde.

Nachdem Joseph Smith eine Offenbarung empfangen hatte, in der ihm geboten wurde, die Mehrehe zu praktizieren, heiratete er mehrere Frauen und machte vertraute Weggefährten mit diesem Grundsatz bekannt. Dieser Grundsatz gehörte zu den schwierigsten Aspekten der Wiederherstellung, sowohl für Joseph Smith selbst als auch für andere Mitglieder der Kirche. Die Mehrehe war eine Glaubensprüfung und löste Auseinandersetzungen und Widerstand aus. Nur wenige Mitglieder begrüßten anfänglich die Wiederherstellung eines biblischen Brauchs, der ihrem Empfinden absolut fremd war. Später jedoch gaben viele von ihnen Zeugnis von machtvollen geistigen Erlebnissen, die ihnen halfen, ihr Zögern zu überwinden, und ihnen den Mut schenkten, den Grundsatz anzunehmen.

Der Herr gebot die Einführung – und später die Beendigung – der Mehrehe in den Letzten Tagen, aber er gab keine konkreten Anweisungen, wie das Gebot befolgt werden solle. Erhebliche gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen bringen oft Missverständnisse und Schwierigkeiten mit sich. Die Führer und die Mitglieder der Kirche erlebten solche Schwierigkeiten, als sie das Gebot, die Mehrehe zu praktizieren, befolgten. Und sie erlebten sie erneut, als sie sich daranmachten, die Ausübung der Mehrehe wieder einzustellen, nachdem der Präsident der Kirche, Wilford Woodruff, 1890 eine inspirierte Erklärung, das so genannte Manifest, herausgegeben hatte, die dazu führte, dass die Mehrehe in der Kirche nicht länger praktiziert wurde. In all dem bemühten sich die Führer und die Mitglieder der Kirche, dem Willen Gottes zu folgen.

Viele Einzelheiten über die Ausübung der Mehrehe in der Anfangszeit der Kirche sind nicht bekannt. Die Mehrehe wurde damals nach und nach unter den Mitgliedern eingeführt, und die Beteiligten wurden gebeten, die Sache vertraulich zu behandeln. Sie sprachen nicht öffentlich über ihre Erfahrungen und schrieben auch nichts darüber auf, bis die Mitglieder nach Utah gezogen waren und die Führer der Kirche öffentlich bestätigten, dass die Mehrehe praktiziert wurde. Geschichtliche Aufzeichnungen über die frühe Ausübung der Mehrehe sind daher dünn gesät: Nur wenige Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit gehen auf Einzelheiten ein, und später verfasste Erinnerungen sind nicht unbedingt zuverlässig. Unser Wissen in dieser Sache wird immer von einer gewissen Unklarheit begleitet sein. Wie die Beteiligten sehen wir „nur rätselhafte Umrisse“ und sind aufgefordert, im Glauben zu wandeln3.

Die Anfänge der Mehrehe in der Kirche

Die Offenbarung über die Mehrehe wurde erst 1843 niedergeschrieben. Die ersten Verse darin deuten jedoch darauf hin, dass sich Teile daraus aus Joseph Smiths Studium des Alten Testaments im Jahr 1831 ergeben hatten. Enge Vertraute von Joseph Smith erklärten später, er habe die Offenbarung ungefähr zu dieser Zeit empfangen.4 In der in Lehre und Bündnisse 132 festgehaltenen Offenbarung heißt es, dass Joseph Smith gebetet habe, um zu erfahren, weshalb Gott Abraham, Isaak, Jakob, Mose, David und Salomo darin gerechtfertigt hatte, viele Frauen zu haben. Der Herr erwiderte, er habe ihnen geboten, die Mehrehe zu praktizieren.5

Den Heiligen der Letzten Tage war bewusst, dass sie in den Letzten Tagen leben, die in einer Offenbarung als die „Evangeliumszeit der Fülle“ bezeichnet werden.6 Was es in alter Zeit schon gegeben hatte, wie etwa Propheten, Priestertum und Tempel, sollte auf Erden wiederherge­stellt werden. Die Mehrehe war einer dieser Grundsätze aus alter Zeit.

Polygamie war in vielen Kulturen und Religionen über Jahrtausende hinweg zulässig, doch in der westlichen Welt wurde sie, bis auf wenige Ausnahmen, abgelehnt.7 Zur Zeit von Joseph Smith war Monogamie die einzige gesetzlich erlaubte Form der Ehe in den Vereinigten Staaten. Joseph Smith wusste, dass die Ausübung der Mehrehe den Zorn der Öffentlichkeit erregen würde. Nachdem er das Gebot empfangen hatte, berichtete er einigen wenigen Weggefährten davon, verbreitete diese Lehre jedoch erst in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts.8

Wenn Gott eine schwierige Aufgabe gebietet, sendet er manchmal weitere Boten, die sein Volk dazu bewegen sollen, Gott zu gehorchen. Im Einklang hiermit erschien Joseph Smith, wie er einigen Weggefährten berichtete, zwischen 1834 und 1842 drei Mal ein Engel, der ihm gebot, die Mehrehe einzuführen, nachdem Joseph Smith damit gezögert hatte. Beim dritten und letzten Mal stand der Engel mit einem gezogenem Schwert vor ihm und drohte Joseph Smith mit Vernichtung, wenn er sich nicht aufmache, das Gebot voll und ganz zu befolgen.9

Bruchstückhafte Beweise lassen darauf schließen, dass Joseph Smith auf das erste Gebot des Engels hin Mitte der 30er Jahre in Kirtland in Ohio eine weitere Frau heiratete, nämlich Fanny Alger. Mehrere Mitglieder, die in Kirtland gelebt hatten, berichteten Jahrzehnte später, dass Joseph Smith Fanny Alger, die im Haushalt der Familie Smith gelebt und gearbeitet hatte, geheiratet hatte, nachdem er ihre Einwilligung und die ihrer Eltern erhalten hatte.10 Man weiß wenig über diese Heirat, und man weiß nichts über die Gespräche zwischen Joseph und Emma Smith über Fanny Alger. Nachdem die Ehe mit Fanny Alger in einer Trennung geendet hatte, schien Joseph Smith das Thema Mehrehe hintangestellt zu haben, bis die Kirche nach Nauvoo in Illinois gezogen war.

Die Mehrehe und die ewige Ehe

Die Offenbarung, in der die Mehrehe erläutert wurde, war Teil einer umfangreicheren Offenbarung, die Joseph Smith gegeben wurde. In dieser ging es darum, dass die Ehe über den Tod hinaus bestehen könne und dass die ewige Ehe notwendig sei, um die Fülle zu ererben, die Gott für seine Kinder vorgesehen hatte. Bereits 1840 sagte Joseph Smith in einem persönlichen Gespräch zu Apostel Parley P. Pratt, dass die „himmlische Ordnung“ es Parley Pratt und seiner Frau ermögliche, „für Zeit und alle Ewigkeit“ zusammen zu sein.11 Joseph Smith sagte ferner, dass Männer wie Parley Pratt, der nach dem Tod seiner ersten Frau wieder geheiratet hatte, für die Ewigkeit mit ihren Frauen verheiratet (an sie gesiegelt) sein könnten – unter den richtigen Voraussetzungen.12

Die Siegelung von Mann und Frau für die Ewigkeit wurde durch die Wiederherstellung der Schlüssel und Verordnungen des Priestertums möglich gemacht. Am 3. April 1836 erschien Elija, der Prophet aus dem Alten Testament, Joseph Smith und Oliver Cowdery im Kirtland-Tempel und stellte die Priestertumsschlüssel wieder her, die dafür notwendig sind, heilige Handlungen für die Lebenden und die Toten zu vollziehen – darunter auch die Siegelung von Familien.13 Eine mit der Vollmacht des Priestertums vollzogene Ehe kann Liebende, unter der Bedingung, dass sie rechtschaffen sind, für die Ewigkeit aneinander binden, während eine Ehe, die ohne diese Vollmacht vollzogen wird, mit dem Tod endet.14

Eine mit der Vollmacht des Priestertums vollzogene Ehe bedeutet, dass die Zeugung von Kindern sowie der Fortbestand der Familie in der Ewigkeit fortgesetzt werden. In der von Joseph Smith empfangenen Offenbarung über die Ehe heißt es, dass die „Fortsetzung der Samen … für immer und immer“ dazu beitrage, Gottes Absichten für seine Kinder zu erfüllen.15 Diese Verheißung gilt allen Paaren, die mit der Vollmacht des Priestertums getraut werden und ihren Bündnissen treu bleiben.

Die Mehrehe in Nauvoo

In der Geschichte der westlichen Welt wurde die Wahl des Ehepartners lange Zeit von „Familieninteressen“ wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Art bestimmt. Es lag in der Macht der Eltern, Ehen zu arrangieren oder eine Verbindung, die ihnen missfiel, zu verhindern. Ende des 18. Jahrhunderts gewannen die eigenen Gefühle und die eigene Wahl mehr und mehr an Bedeutung – im Widerspruch zu den traditionellen Beweggründen und Gebräuchen.16 Zur Zeit von Joseph Smith bestanden viele Paare auf eine Liebesheirat, wie er und Emma es taten, als sie gegen den Willen von Emmas Eltern fortgingen und heirateten.

Die Beweggründe der Mitglieder der Kirche im Hinblick auf die Mehrehe waren meist eher religiöser als wirtschaftlicher oder romantischer Natur. Neben dem Wunsch, gehorsam zu sein, war die Hoffnung, mit Angehörigen in Gottes Gegenwart zu leben, ein starker Ansporn. In der Offenbarung über die Ehe verhieß der Herr den Beteiligten „Kronen ewiger Leben“ und „Erhöhung in den ewigen Welten“17. Männer und Frauen, Eltern und Kinder, Vorfahren und Nachkommen sollten aneinander „gesiegelt“ werden – ihre Bindung sollte bis in die Ewigkeit fortbestehen, in Übereinstimmung mit der Verheißung Jesu, dass heilige Handlungen des Priestertums, die auf der Erde vollzogen werden, im Himmel ebenfalls gültig sind.18

Die erste Mehrehe in Nauvoo wurde geschlossen, als Louisa Beaman und Joseph Smith im April 1841 aneinander gesiegelt wurden.19 Joseph Smith heiratete viele weitere Frauen und bevollmächtigte andere Mitglieder, die Mehrehe zu praktizieren. Anfangs waren nur wenige an der Ausübung der Mehrehe beteiligt. Bis Juni 1844, als Joseph Smith starb, waren ungefähr 29 Männer und 50 Frauen die Mehrehe eingegangen, neben Joseph Smith und seinen Frauen. Als die Mitglieder 1847 im Salzseetal ankamen, waren mindestens 196 Männer und 521 Frauen die Mehrehe eingegangen.20 Diejenigen, die in der Anfangszeit die Mehrehe eingingen, versprachen, dies vertraulich zu behandeln, allerdings in der Erwartung, dass zu gegebener Zeit die Ausübung der Mehrehe öffentlich anerkannt werden würde.

Dennoch verbreiteten sich Gerüchte. Einige wenige Männer nutzten diese Gerüchte skrupellos, um Frauen dazu zu verführen, mit ihnen eine unerlaubte Verbindung einzugehen, die manchmal als „geistige Ehe“ bezeichnet wird. Als dies aufgedeckt wurde, wurden die Männer aus der Kirche ausgeschlossen.21 Die Gerüchte veranlassten die Mitglieder und die Führer der Kirche, sorgfältig formulierte Richtigstellungen zu verfassen, in denen sie sogenannte „geistige Ehen“ sowie Polygamie verurteilten, jedoch zur „celestialen“ Mehrehe schwiegen, die nach Ansicht Joseph Smiths und anderer von Gott verordnet war.22 In diesen Erklärungen wurde hervorgehoben, dass die Kirche kein Ehegesetz außer der Monogamie praktiziere, jedoch ließ man stillschweigend die Möglichkeit offen, dass Einzelne, auf Weisung von Gottes lebendem Propheten, dies taten.23

Joseph Smith und die Mehrehe

In dem Zeitabschnitt, als die Mehrehe praktiziert wurde, unterschieden die Mitglieder zwischen Siegelungen für Zeit und Ewigkeit und Siegelungen nur für die Ewigkeit. Siegelungen für Zeit und Ewigkeit umfassten Verpflichtungen und Beziehungen in diesem Leben, darunter im Allgemeinen auch die Möglichkeit sexueller Beziehungen. Siegelungen nur für die Ewigkeit deuteten auf eine Beziehung nur im nächsten Leben hin.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Joseph Smith an beiden Formen der Siegelung beteiligt war. Die genaue Anzahl der Frauen, an die er zu Lebzeiten gesiegelt war, ist wegen nur bruchstück­hafter Belege nicht bekannt.24 Manche der Frauen, die an Joseph Smith gesiegelt waren, bezeug­­­ten später, dass ihre Ehe für Zeit und Ewigkeit geschlossen worden sei, während andere angaben, dass ihre Beziehung nur für die Ewigkeit gültig sei.25

Die meisten Frauen, die an Joseph Smith gesiegelt wurden, waren zur Zeit der Siegelung zwischen 20 und 40 Jahre alt. Die älteste, Fanny Young, war 56 Jahre alt. Die jüngste war Helen Mar Kimball, eine Tochter von Heber C. und Vilate Murray Kimball, die gute Freunde von Joseph Smith waren. Helen Mar wurde einige Monate vor ihrem 15. Geburtstag an Joseph Smith gesiegelt. Ein solches Heiratsalter, nach heutigen Maßstäben unangebracht, war damals rechtmäßig, und es gab so manche Frau, die in so jungen Jahren heiratete.26 Helen Mar Kimball bezeichnete ihre Siegelung an Joseph als „nur für die Ewigkeit“ gültig, was darauf schließen lässt, dass die Beziehung keinen sexuellen Umgang einschloss.27 Nach Joseph Smiths Tod heiratete Helen wieder und setzte sich wortgewandt für Joseph Smith und die Mehrehe ein.28

Nach Joseph Smiths Eheschließung mit Louisa Beaman und bevor er weitere alleinstehende Frauen heiratete, wurde er an einige Frauen gesiegelt, die bereits verheiratet waren.29 Weder diese Frauen noch Joseph Smith gaben Erklärungen darüber ab, außer dass einige der Frauen sagten, die Siegelungen seien nur für die Ewigkeit.30 Andere Frauen hinterließen keinerlei Aufzeichnungen, sodass nicht bekannt ist, ob es sich dabei um Siegelungen für Zeit und Ewigkeit oder nur für die Ewigkeit handelte.

Es gibt mehrere mögliche Erklärungen für diese Siegelungen. Sie sollten möglicherweise eine ewige Verbindung zwischen Joseph Smiths Familie und anderen Familien in der Kirche schaffen.31 Diese Verbindungen erstreckten sich sowohl vertikal, von Eltern zu Kindern, als auch horizontal, von einer Familie zur anderen. Heute werden solche ewigen Bande durch die Eheschließung eines Paares im Tempel geknüpft, wobei beide Partner wiederum an ihre eigene Herkunftsfamilie gesiegelt sind. Dadurch werden die Familien miteinander verbunden. Joseph Smiths Siegelungen an bereits verheiratete Frauen waren möglicherweise eine erste Version dieser Verknüpfung der Familien. In Nauvoo scheinen die meisten, wenn nicht alle, der ersten Ehemänner dieser Frauen zu Joseph Smiths Lebzeiten weiterhin mit ihrer Frau in einem Haushalt gelebt zu haben, und man findet in schriftlichen Aufzeichnungen praktisch keine Klagen über diese Siegelungen an Joseph Smith.32

Eine weitere mögliche Erklärung für diese Siegelungen wäre, dass es Joseph Smith widerstrebte, die Mehrehe einzugehen, weil er seiner Frau Emma den Kummer ersparen wollte. Möglicherweise nahm er an, mit der Siegelung an verheiratete Frauen könne er das Gebot des Herrn befolgen, ohne eine normale eheliche Beziehung eingehen zu müssen.33 Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum der Engel, laut Lorenzo Snow, Joseph Smith dafür tadelte, dass er mit der Mehrehe „zögere“, obwohl er ja mit der Ausübung bereits begonnen hatte.34 Entsprechend dieser Deutung der Ereignisse ließ sich Joseph Smith nach diesem Tadel wieder in erster Linie an alleinstehende Frauen siegeln.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass in einer Zeit, da die Lebenserwartung kürzer war als heute, gläubige Frauen die Dringlichkeit empfanden, mit der Vollmacht des Priestertums gesiegelt zu werden. Mehrere dieser Frauen waren mit einem Mann verheiratet, der entweder nicht der Kirche angehörte oder sich von der Kirche abgewandt hatte, und mehr als eine dieser Frauen erklärten später, dass sie in ihrer damaligen Ehe unglücklich gewesen seien. Sie lebten zu einer Zeit, als man sich nur schwer scheiden lassen konnte. Vielleicht glaubten diese Frauen, dass ihnen die Siegelung an Joseph Smith Segnungen eröffnen würde, die sie sonst im nächsten Leben nicht empfangen könnten.35

Die Frauen, die die Mehrehe mit Joseph Smith eingingen, setzten ihren Ruf und ihre Selbstachtung aufs Spiel, da sie ja mit einem Grundsatz in Verbindung gebracht wurden, der ihrer Kultur völlig fremd war und sehr leicht missverstanden wurde. „Ich brachte ein größeres Opfer als mein Leben hinzugeben“, erklärte Zina Huntington Jacobs, „denn ich konnte davon ausgehen, nie wieder als ehrbare Frau angesehen zu werden.“ Doch sie schrieb: „Ich forschte in den Schriften und betete demütig zu meinem Vater im Himmel, und ich erlangte selbst ein Zeugnis.“36 Nach Joseph Smiths Tod zogen die meisten Frauen, die an ihn gesiegelt waren, mit den Heiligen nach Utah, blieben treue Mitglieder der Kirche und verteidigten sowohl die Mehrehe als auch Joseph Smith.37

Joseph und Emma

Die Mehrehe war für alle Beteiligten schwierig. Für Joseph Smiths Frau Emma war sie eine qualvolle Prüfung. Es existieren kaum Aufzeichnungen über Emmas Reaktion auf die Mehrehe. Sie hinterließ keine eigenen Berichte, sodass es unmöglich ist, ihre Gedanken nachzuvollzie­hen. Joseph und Emma Smith liebten und achteten einander sehr. Nachdem Joseph Smith die Mehrehe eingegangen war, hielt er in seinem Tagebuch seine tiefen Gefühle für seine „geliebte Emma“ fest, seine „unerschrockene, standhafte und unerschütterliche, unveränderliche, liebe­volle Emma“. Nach Josephs Tod trug Emma stets ein Medaillon mit einer Locke von ihm um den Hals.38

Emma billigte, zumindest eine Zeit lang, vier der in Nauvoo geschlossenen Mehrehen von Joseph und nahm alle vier Frauen in ihren Haushalt auf. Möglicherweise hat sie auch weiteren Eheschließungen zugestimmt.39 Aber es ist wahrscheinlich, dass Emma nicht über alle Siegelungen Josephs Bescheid wusste.40 Sie schwankte in ihrer Haltung zur Mehrehe; zuweilen unterstützte sie sie und dann wieder verurteilte sie sie.

Im Sommer 1843 diktierte Joseph Smith die Offenbarung über die Ehe, einen langen und komplexen Text, der sowohl herrliche Verheißungen als auch ernste Warnungen enthält, teilweise an Emma gerichtet.41 In der Offenbarung werden Frauen und Männer angewiesen, dass sie Gottes Gesetze und Gebote befolgen müssen, um die Fülle seiner Herrlichkeit zu erlangen.

In der Offenbarung über die Ehe hieß es ferner, dass die Frau ihre Zustimmung geben musste, ehe der Mann die Mehrehe eingehen konnte.42 Dennoch erklärte der Herr gegen Ende der Offenbarung, wenn die erste Frau „dieses Gesetz nicht [annehme]“ – das Gebot, die Mehrehe zu praktizieren – werde der Mann „vom Gesetz der Sara“ ausgenommen, womit wahrscheinlich die Voraussetzung gemeint ist, dass der Mann die Zustimmung der ersten Frau einholt, ehe er weitere Frauen heiratet.43 Als Emma sich gegen die Mehrehe stellte, stand Joseph vor einem schrecklichen Dilemma. Er war gezwungen, sich zwischen dem Willen Gottes und dem Willen seiner geliebten Emma zu entscheiden. Er mag zu dem Schluss gekommen sein, dass Emmas Ablehnung der Mehrehe ihn vom Gesetz der Sara ausnehme. Ihre Entscheidung, dieses Gesetz nicht anzunehmen, erlaubte es ihm, ohne ihre Zustimmung weitere Frauen zu heiraten. Wegen Joseph Smiths frühem Tod und Emmas Entscheidung, in Nauvoo zu bleiben und nicht über die Mehrehe zu reden, nachdem die Kirche gen Westen gezogen war, bleiben uns viele Aspekte ihrer Geschichte verborgen und sind nur den beiden bekannt.

Eine Prüfung und Zeugnisse durch den Geist

Jahre später in Utah erläuterten einige, die an der Ausübung der Mehrehe in Nauvoo beteiligt waren, ihre Beweggründe dafür. Im Buch Mormon hatte Gott verkündet, dass die Monogamie die übliche Form der Ehe ist, er jedoch zuweilen die Mehrehe gebiete, damit sein Volk ihm Nachkommen erwecke.44 Die Mehrehe führte dazu, dass gläubige Eltern mehr Kinder zur Welt brachten.45

Manche Mitglieder betrachteten die Mehrehe auch als einen erlösenden Prozess der Opferbereitschaft und geistigen Läuterung. Laut Helen Mar Kimball sagte Joseph Smith einmal, dass „die Ausübung dieses Grundsatzes sich als die härteste Glaubensprüfung erweisen würde, die die Mitglieder je erleben würden“. Obwohl es die „härteste“ Prüfung ihres Lebens war, bezeugte sie, dass es auch „eine der größten Segnungen“ gewesen sei.46 Ihr Vater, Heber C. Kimball, stimmte dem zu. „Ich habe nie tieferen Kummer empfunden“, sagte er über den Moment, als er im Jahr 1841 von der Mehrehe erfuhr. „Ich weinte tagelang. … Ich hatte eine liebe Frau. Ich war zufrieden.“47

Die Entscheidung, eine solche herzzerreißende Prüfung anzunehmen, kam üblicherweise erst nach ernsthaftem Gebet und intensivem Insichgehen zustande. Brigham Young sagte, nachdem er von der Mehrehe gehört habe, „habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben gewünscht, ich läge bereits im Grab“48. „Ich musste ohne Unterlass beten“, sagte er, „und ich musste Glauben üben, und der Herr offenbarte mir die Wahrheit. Das stellte mich zufrieden.“49 Heber C. Kimball fand erst Trost, nachdem seine Frau Vilate eine Vision gehabt hatte, die ihr bestätigt hatte, dass die Mehrehe richtig sei. „Sie erzählte mir, sie habe nie einen glücklicheren Mann als Vater gesehen, als sie die Vision beschrieb und ihm erzählte, dass sie überzeugt sei und wisse, dass sie von Gott stamme“, erzählte Vilates Tochter später.50

Lucy Walker erinnert sich, dass ihre Gefühle in Aufruhr waren, als Joseph Smith sie bat, seine Frau zu werden. „Meine ganze Seele bäumte sich dagegen auf“, schrieb sie. Doch nach mehreren schlaflosen Nächten, die sie auf den Knien im Gebet verbrachte, fand sie Ruhe, als „ein heiliger Einfluss“ ihr Zimmer erfüllte, der einem „strahlenden Sonnenlicht“ glich. Sie sagte: „Meine Seele war von einem ruhigen, wohltuenden Frieden erfüllt, wie ich ihn noch nie erlebt hatte“ und „mein ganzes Wesen wurde von größter Freude eingenommen“51.

Nicht alle hatten solche Erlebnisse. Manche Mitglieder lehnten den Grundsatz der Mehrehe ab und verließen die Kirche, während andere sich weigerten, den Grundsatz auszuüben, jedoch treue Mitglieder blieben.52 Dennoch folgte bei vielen Frauen und Männern auf ihre ursprüng­liche Abscheu und Seelenpein zunächst ein Ringen, dann aber kam die Lösung und brachte schließlich Licht und Frieden. Heilige Erlebnisse ermöglichten es den Mitgliedern, im Glauben vorwärtszugehen.53

Zum Abschluss

Wie schwierig es war, einen Grundsatz einzuführen, der so umstritten war wie die Mehrehe, kann gar nicht genug betont werden. Das Zeugnis vom Heiligen Geist, der die Wahrheit dieses Grundsatzes bestätigte, ermöglichte es Joseph Smith und anderen Mitgliedern, ihn anzunehmen. So schwierig die Einführung der Mehrehe in Nauvoo auch war, dadurch wurden tatsächlich dem Herrn Nachkommen erweckt. Eine beträchtliche Anzahl der heutigen Mitglieder stammt von diesen treuen Mitgliedern ab, die die Mehrehe praktizierten.

Die Mitglieder der Kirche praktizieren die Mehrehe heute nicht mehr.54 In Übereinstimmung mit den Lehren von Joseph Smith gestattet es die Kirche einem Mann, dessen erste Frau gestorben ist, an eine weitere Frau gesiegelt zu werden, wenn er wieder heiratet. Außerdem ist es den Mitgliedern gestattet, die heiligen Handlungen für verstorbene Männer und Frauen vollziehen zu lassen, die auf Erden mehr als einmal verheiratet waren, wobei alle Ehepartner, mit denen sie rechtmäßig verheiratet waren, an sie gesiegelt werden. Wie diese Beziehungen im nächsten Leben konkret aussehen werden, ist nicht bekannt. Viele Familienbeziehungen werden erst im nächsten Leben geordnet werden. Den Mitgliedern der Kirche wird nahegelegt, dem weisen Vater im Himmel zu vertrauen, der seine Kinder liebt und alles für ihr Wachstum und ihre Errettung tut.55

  1. Siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“; Jakob 2:27,30

  2. Lehre und Bündnisse 132:34-39; Jakob 2:30; siehe auch Genesis 16

  3. 1 Korinther 13:12; Jeffrey R. Holland, „Ich glaube“, Liahona, Mai 2013

  4. Siehe Andrew Jenson, „Plural Marriage“, Historical Record 6, Mai 1887, Seite 232f.; „Report of Elders Orson Pratt and Joseph F. Smith“, Millennial Star 40, 16. Dezember 1878, Seite 788; Danel W. Bachman, „New Light on an Old Hypothesis: The Ohio Origins of the Revelation on Eternal Marriage“, Journal of Mormon History 5, 1978, Seite 19–32

  5. Siehe Lehre und Bündnisse 132:1,34-38

  6. Lehre und Bündnisse 112:30; 124:41; 128:18

  7. „Polygamy“, in The Oxford Dictionary of World Religions, Hg. John Bowker, Oxford University Press, New York 1997, Seite 757; John Cairncross, After Polygamy Was Made a Sin: The Social History of Christian Polygamy, Routledge & Kegan Paul, London 1974

  8. Lorenzo Snow, eidesstattliche Aussage, United States Testimony 1892 (Temple Lot Case), Teil 3, Seite 124, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; Orson Pratt, in Journal of Discourses, 13:193; Ezra Booth an Ira Eddy, 6. Dezember 1831, zitiert in Ohio Star, 8. Dezember 1831

  9. Siehe Brian C. Hales, „Encouraging Joseph Smith to Practice Plural Marriage: The Accounts of the Angel with a Drawn Sword“, Mormon Historical Studies 11, Nr. 2, Herbst 2010, Seite 69f.

  10. Siehe Andrew Jenson, Forschungsnotizen, Andrew Jenson Collection, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; Benjamin F. Johnson an Gibbs, 1903, Benjamin F. Johnson Papers, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; „Autobiography of Levi Ward Hancock“, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

  11. Parley P. Pratt, The Autobiography of Parley Parker Pratt, One of the Twelve Apostles of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Hg. Parley P. Pratt Jr., Russell Brothers, New York 1874, Seite 329

  12. Hyrum Smith, Predigt, 8. April 1844, Historian’s Office General Church Minutes, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

  13. Dies waren dieselben Priestertumsschlüssel, die Elija vor alters den Aposteln übergeben hatte (siehe Matthäus 16:19; 17:1-9; Lehre und Bündnisse 2).

  14. Lehre und Bündnisse 132:7; 131:2,3

  15. Lehre und Bündnisse 132:19,20,63; siehe auch „Wie Gott werden“

  16. Stephanie Coontz, Marriage, A History: From Obedience to Intimacy, or How Love Conquered Marriage, Viking Penguin, New York 2005, Seite 145–160; Lawrence Stone, The Family, Sex and Marriage in England, 1500–1800, gekürzte Ausgabe, Penguin Books, Middlesex 1985, Seite 217–253

  17. Lehre und Bündnisse 132:55,63

  18. Lehre und Bündnisse 132:46; Matthäus 16:19

  19. Joseph Smiths Ausübung der Mehrehe wird in vielen offiziellen, halboffiziellen sowie unabhängigen Veröffentlichungen von Mitgliedern der Kirche behandelt, siehe beispielsweise: Jenson,„Plural Marriage“, Seite 219–234; B. H. Roberts, A Comprehensive History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 6 Bände, Deseret News Press, Salt Lake City 1930, 2:93–110, Danel W. Bachman und Ronald K. Esplin, „Plural Marriage“, in Encyclopedia of Mormonism, 4 Bände, Macmillan, New York 1992, 2:1091–1095; Glen M. Leonard, Nauvoo: A Place of Peace, a People of Promise, Deseret Book und Brigham-Young-Universität, Salt Lake City und Provo, Utah, 2002, Seite 343–349

  20. Brian C. Hales, Joseph Smithʼs Polygamy, 3 Bände, Greg Kofford Books, Salt Lake City 2013, 1:3, 2:165

  21. Joseph Smith, Tagebuch, 19., 24. und 26. Mai 1842; 4. Juni 1842; einzusehen unter josephsmithpapers.org. Verfechter der „geistigen Ehe“ lehrten, sexuelle Beziehungen außerhalb einer rechtmäßigen Ehe seien erlaubt, solange sie verborgen blieben.

  22. In den Richtigstellungen wurde unter „Polygamie“ eine ohne die Zustimmung der Kirche geschlossene Ehe zwischen einem Mann und mehr als einer Frau verstanden.

  23. Siehe beispielsweise „On Marriage“, Times and Seasons, 1. Oktober 1842, Seite 939f.; Wilford Woodruff, Tagebuch, 25. November 1843, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; Parley P. Pratt, „This Number Closes the First Volume of the ‚Prophet‘“, The Prophet, 24. Mai 1845, Seite 2 George A. Smith erklärte: „Jeder, der die Richtigstellungen aufmerksam liest, was eine Mehrzahl von Frauen unter den gegebenen Umständen angeht, wird klar erkennen, dass hier Ehebruch, Unzucht und rohe Begierde angeprangert wurden sowie die Lehre von einer Vielzahl von Frauen, die von Männern verkündet wurde, denen dies nicht geboten worden war.“ (George A. Smith, Brief an Joseph Smith III, 9. Oktober 1869, in Journal History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 9. Oktober 1869, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City.)

  24. Vorsichtige Schätzungen ergeben eine Zahl zwischen 30 und 40. Siehe Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 2:272f.

  25. Siehe Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 2:277–302. Auch wenn es Behauptungen gibt, Joseph Smith habe mit weiteren Ehefrauen Kinder gezeugt, sind doch alle genetischen Überprüfungen bisher negativ ausgefallen. Allerdings wäre es möglich, dass er mit weiteren Frauen zwei oder drei Kinder gezeugt hat. (Siehe Ugo A. Perego, „Joseph Smith, the Question of Polygamous Offspring, and DNA Analysis“, in Newell G. Bringhurst und Craig L. Foster, Hg., The Persistence of Polygamy: Joseph Smith and the Origins of Mormon Polygamy, John Whitmer Books, Independence/Missouri, 2010, Seite 233–256.)

  26. J. Spencer Fluhman, „A Subject that Can Bear Investigation’: Anguish, Faith, and Joseph Smith’s Youngest Plural Wife“, in Robert L. Millet, Hg., No Weapon Shall Prosper: New Light on Sensitive Issues, Brigham Young University Religious Studies Center und Deseret Book, Provo und Salt Lake City, 2011, Seite 104–119; Craig L. Foster, David Keller und Gregory L. Smith, „The Age of Joseph Smith’s Plural Wives in Social and Demographic Context“, in Bringhurst und Foster, Hg., The Persistence of Polygamy, Seite 152–183

  27. Helen Mar Kimball Whitney, Autobiografie, [2], Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

  28. Helen Mar Kimball Whitney, Plural Marriage as Taught by the Prophet Joseph: A Reply to Joseph Smith, Editor of the Lamoni (Iowa) „Herald“, Juvenile Instructor Office, Salt Lake City 1882; Helen Mar Kimball Whitney, Why We Practice Plural Marriage, Juvenile Instructor Office, Salt Lake City, 1884

  29. Geschätzte Anzahl dieser Siegelungen: zwischen 12 und 14. (Siehe Todd Compton, In Sacred Loneliness: The Plural Wives of Joseph Smith, Signature Books, Salt Lake City, 1997, Seite 4, 6; Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 1:253–276, 303–348.) Für eine frühe Kurzdarstellung der Thematik siehe John A. Widtsoe, „Evidences and Reconciliations: Did Joseph Smith Introduce Plural Marriage?“, Improvement Era 49, Nr. 11, November 1946, Seite 766f.

  30. Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 1:421–437. Polyandrie, die Ehe zwischen einer Frau und mehr als einem Mann, umfasst üblicherweise die gemeinsame Nutzung finanzieller Mittel und der Wohnung sowie die sexuelle Beziehung, und Kinder werden oft gemeinsam erzogen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Joseph Smiths Siegelungen in diese Richtung gingen, vielmehr sprechen viele Beweise dagegen.

  31. Rex Eugene Cooper, Promises Made to the Fathers: Mormon Covenant Organization, University of Utah Press, Salt Lake City 1990, Seite 138–145; Jonathan A. Stapley, „Adoptive Sealing Ritual in Mormonism“, Journal of Mormon History 37, Nr. 3, Sommer 2011, Seite 53–117

  32. Für einen Überblick der Beweise siehe Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 1:390–396

  33. Richard Lyman Bushman, Joseph Smith: Rough Stone Rolling, Knopf, New York 2005, Seite 440

  34. Siehe Lorenzo Snow, eidesstattliche Aussage, United States Testimony 1892 (Temple Lot Case), Teil 3, Seite 124

  35. Die Offenbarung über die Ehe bot einen starken Ansporn dafür, die Ehe mit der Vollmacht des Priestertums vollziehen zu lassen (siehe LuB 132:17-19,63).

  36. Zina Huntington Jacobs, Autobiografischer Entwurf, Zina Card Brown Family Collection, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

  37. Es fällt auf, dass in schriftlichen Aufzeichnungen keine Kritik von den früheren weiteren Ehefrauen Joseph Smiths zu finden ist, wobei die meisten von ihnen keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen haben.

  38. Joseph Smith, Tagebuch, 16. August 1842, in Andrew H. Hedges, Alex D. Smith und Richard Lloyd Anderson, Hg., Journals, Band 2: Dezember 1841 – April 1843, Band 2 der Reihe „Tagebücher“ der Joseph Smith Papers, Hg. Dean C. Jessee, Ronald K. Esplin und Richard Lyman Bushman, Church Historian’s Press, Salt Lake City, 2011, Seite 93–96, einzusehen unter josephsmithpapers.org; Mary Audentia Smith Anderson, Hg., Joseph Smith III and the Restoration, Herald House, Independence/Missouri, 1952, Seite 85

  39. Jenson, „Historical Record“, Seite 229f., 240; Emily Dow Partridge Young, eidesstattliche Aussage, United States Testimony 1892 (Temple Lot Case), Teil 3, Seite 365f., 384; Orson Pratt, in Journal of Discourses, 13:194

  40. Hales, Joseph Smith’s Polygamy, 2:8, 48ff., 80; Bushman, Rough Stone Rolling, Seite 473

  41. Lehre und Bündnisse 132:54,64. Die Warnung an Emma Smith gilt auch für alle, die mit der Vollmacht des Priestertums heilige Handlungen empfangen haben, aber nicht nach den Bündnissen leben, die zu diesen heiligen Handlungen gehören. Siehe beispielsweise Psalmen 37:38; Jesaja 1:28; Apostelgeschichte 3:19-25; Lehre und Bündnisse 132:26,64

  42. Lehre und Bündnisse 132:61. In Utah nahm die erste Frau an der Zeremonie teil. Sie stand zwischen ihrem Mann und der Braut und legte die Hand der Braut in die Hand ihres Mannes. „Celestial Marriage“, The Seer 1, Februar 1853, Seite 31

  43. Lehre und Bündnisse 132:65; siehe auch Genesis 16:1-3

  44. Siehe Jakob 2:30

  45. Was die Frage nach Kindern angeht, siehe Anmerkung 6 zu „Die Mehrehe und die Familie im Utah des 19. Jahrhunderts“

  46. Helen Mar Kimball Whitney, Why We Practice Plural Marriage, Seite 23f.

  47. Heber C. Kimball, Abhandlung, 2. September 1866, George D. Watt Papers, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City, aus Kurzschrift übertragen von LaJean Purcell Carruth

  48. Brigham Young, in Journal of Discourses, 3:266

  49. Brigham Young, Abhandlung, 18. Juni 1865, George D. Watt Papers, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City, aus Kurzschrift übertragen von LaJean Purcell Carruth; siehe auch Brigham Young, in Journal of Discourses, 11:128

  50. Orson F. Whitney, Life of Heber C. Kimball, an Apostle: The Father and Founder of the British Mission, Kimball Family, Salt Lake City, 1888, Seite 338; siehe auch Kiersten Olson, „‚The Embodiment of Strength and Endurance‘: Vilate Murray Kimball (1806–1867)“, in Women of Faith in the Latter Days, Band 1, 1775–1820, Hg. Richard E. Turley Jr. und Brittany A. Chapman, Deseret Book, Salt Lake City 2011, Seite 137

  51. Lucy Walker Kimball, „Brief Biographical Sketch“, Seite 10f., Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City.

  52. Sarah Granger Kimball beispielsweise lehnte die Mehrehe in Nauvoo ab, zog aber mit den Heiligen nach Westen. Viele Mitglieder, die die Mehrehe ablehnten, einschließlich Emma Smith, schlossen sich später der Reorganisierten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an.

  53. Siehe beispielsweise „Evidence from Zina D. Huntington-Young“, Saints’ Herald, 11. Januar 1905, Seite 29; Mary Elizabeth Rollins Lightner, „Mary Elizabeth Rollins“, Susa Young Gates Papers, Utah State Historical Society

  54. Gordon B. Hinckley, „Was fragen die Menschen in Bezug auf uns?“, Der Stern, Januar 1999; „Polygamie“, Presseseite, Themen

  55. Alma 26:35; Lehre und Bündnisse 88:41; 1 Nephi 11:17