Die Übersetzung des Buches Mormon
    Fußnoten

    Die Übersetzung des Buches Mormon

    Joseph Smith hat gesagt, „das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlussstein unserer Religion und wenn man sich an dessen Weisungen halte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch“. Die Welt hat das Buch Mormon einer Reihe wundersamer Ereignisse zu verdanken.1 Man kann viel über das Hervorkommen der englischen Ausgabe des Buches Mormon erfahren, indem man sich intensiv mit Aussagen befasst, die Joseph Smith, seine Schreiber und andere gemacht haben, die viel mit der Übersetzung des Buches Mormon zu tun hatten.

    „Durch die Gabe und Macht Gottes“

    Joseph Smith hat berichtet, dass am Abend des 21. September 1823, als er im oberen Raum des kleinen Holzhauses seiner Eltern in Palmyra im Bundesstaat New York betete, ein Engel erschien, der sich Moroni nannte und ihm sagte, „Gott habe eine Arbeit für [ihn] zu tun“2. Er erklärte Joseph, „es sei ein Buch verwahrt, auf Goldplatten geschrieben, darin sei ein Bericht über die früheren Bewohner dieses Erdteils und ihre Herkunft zu finden“. Das Buch sei in einem Hügel zu finden, der sich nicht weit von der Farm der Familie Smith entfernt befinde. Es umfasse keine gewöhnlichen historischen Aufzeichnungen, sondern enthalte „die Fülle des immerwährenden Evangeliums …, wie es der Erretter … gebracht [hat]“3.

    Der Engel gab Joseph Smith den Auftrag, das Buch aus der alten Sprache, in der es geschrieben war, zu übersetzen. Dieser junge Mann hatte jedoch kaum Schulbildung und war nicht in der Lage, allein ein Buch zu schreiben, geschweige denn einen Bericht aus alter Zeit zu übersetzen, der in einer unbekannten Sprache verfasst war, die im Buch Mormon als „reformiertes Ägyptisch“ bezeichnet wird4. Joseph Smiths Frau Emma schrieb, dass Joseph zum Zeitpunkt der Übersetzung „keinen zusammenhängenden und gut formulierten Brief schreiben oder diktieren [konnte]; ganz zu schweigen davon, ein Buch wie das Buch Mormon zu diktieren“5.

    Joseph erhielt die Platten im September 1827. Im darauffolgenden Frühling machte er sich in Harmony in Pennsylvania an die Übersetzungsarbeit. Emma und sein Freund, Martin Harris, dienten dabei als seine Hauptschreiber. Die daraus hervorgegangene englische Übersetzung, die auch als Buch Lehi bekannt ist, und von der Joseph gesagt hat, dass sie auf 116 Seiten geschrieben wurde, ist später verlorengegangen oder wurde gestohlen. Daraufhin wurde Joseph Smith vom Herrn zurechtgewiesen und verlor vorübergehend seine Fähigkeit zu übersetzen.6

    Im Jahr 1829 begann Joseph wieder mit der Übersetzungsarbeit. Beinahe der gesamte Text des jetzigen Buches Mormon wurde in diesem Jahr in drei Monaten, von April bis Juni, übersetzt. Sein Schreiber war während dieser Monate Oliver Cowdery, ein Lehrer aus Vermont, der vom Buch Mormon erfuhr, als er bei Josephs Eltern in Palmyra wohnte. Cowdery wurde in einer Vision von Gott berufen und begab sich daraufhin nach Harmony, um sich mit Joseph Smith zu treffen und mehr in Erfahrung zu bringen. Über seine Erfahrung als Schreiber berichtet Cowdery: „Das waren unvergessliche Tage – dazusitzen und einer Stimme lauschen zu dürfen, die unter der Eingebung des Himmels sprach, das erweckte in meinem Herzen tiefste Dankbarkeit!“7

    Das Manuskript, das Joseph Smith Oliver Cowdery und anderen diktiert hat, ist heute als das Originalmanuskript bekannt. Rund 28 Prozent davon sind erhalten geblieben.8 Anhand dieses Manuskripts lässt sich nachweisen, was Joseph Smith gesagt hat, nämlich dass das Manuskript in einer kurzen Zeitspanne geschrieben und aus einer anderen Sprache diktiert wurde. Beispielsweise sind darin Fehler enthalten, die vermuten lassen, dass der Schreiber Wörter akustisch falsch verstanden und nicht etwa falsch gelesen und von einem anderen Manuskript abgeschrieben hat.9 Außerdem erscheinen in dem Originalmanuskript einige grammatikalische Konstruktionen, die eher für Sprachen aus dem Nahen Osten charakteristisch sind als für Englisch, sodass naheliegt, dass die Originalsprache nicht Englisch war.10

    Anders als bei den meisten diktierten Entwürfen betrachtete Joseph Smith das Originalmanuskript im Grunde als Endfassung. Um die Veröffentlichung des Buches voranzubringen, fertigte Oliver Cowdery eine Abschrift vom Originalmanuskript an. Dieses Exemplar ist heute als das Druckermanuskript bekannt. Da Joseph Smith beim Diktieren keine Satzzeichen wie Punkt, Komma oder Fragezeichen berücksichtigte, kommen diese im Originalmanuskript auch nicht vor. Der Schriftsetzer fügte die Satzzeichen erst später ein, als er den Text für den Druck vorbereitete.11 Abgesehen von Satzzeichen, Formatierung, anderen Elementen des Schriftsetzens und kleineren Anpassungen, die erforderlichen waren, um bei der Niederschrift und Abschrift gemachte Fehler zu berichtigen, wurde das diktierte Manuskript zum Text der ersten Druckausgabe des Buches.12

    Die Übersetzungswerkzeuge

    Aus vielen Berichten in der Bibel geht hervor, dass Gott seinen Propheten auf unterschiedliche Art und Weise Offenbarungen zuteilwerden ließ. Elija erkannte, dass Gott zu ihm nicht durch Sturm oder Feuer oder Erdbeben sprach, sondern durch „ein sanftes, leises Säuseln“13. Paulus und andere Apostel in alter Zeit sprachen manchmal mit Engeln und es kam sogar vor, dass sie mit dem Herrn Jesus Christus redeten.14 Es gab auch Offenbarungen in Form von Träumen und Visionen, wie etwa bei Petrus, der in einer Offenbarung angewiesen wurde, das Evangelium den Anderen zu predigen, oder durch heilige Gegenstände wie den Urim und Tummim.15

    Joseph Smith hebt sich von den anderen Propheten Gottes ab, weil er dazu berufen war, in seiner eigenen Sprache eine vollständige Sammlung heiliger Schriften mit über 500 gedruckten Seiten hervorzubringen. Die darin enthaltene Lehre sollte das theologische Verständnis von Millionen Menschen vertiefen und erweitern. Für diese enorme Aufgabe hatte Gott zusätzliche nützliche Hilfen in Form von Werkzeugen bereitgestellt.

    Joseph Smith und seine Schreiber beschrieben zwei Hilfsmittel, die für die Übersetzung des Buches Mormon verwendet wurden. Einige Zeugen, die bei der Übersetzung zugegen waren, erzählten, dass die Worte der Schrift in englischer Sprache erschienen, wenn Joseph in die Werkzeuge blickte. Ein Instrument, das im Buch Mormon die „Übersetzer“ genannt wird, ist bei den Heiligen der Letzten Tage besser bekannt als „Urim und Tummim“. Joseph fand die Übersetzer zusammen mit den Platten im Hügel vergraben.16 Diejenigen, die die Übersetzer sahen, beschrieben sie als ein Paar klare Steine, die durch eine Metallfassung miteinander verbunden waren. Im Buch Mormon heißt es über dieses Hilfsmittel zusammen mit der dazugehörigen Brustplatte, es sei „durch die Hand des Herrn erhalten und bewahrt worden“ und „von Generation zu Generation weitergegeben [worden] zu dem Zweck, Sprachen zu übersetzen“17.

    Das andere Werkzeug, das Joseph Smith noch Jahre bevor er die goldenen Platten erhielt, im Boden entdeckte, war ein kleiner ovaler Stein, Seherstein genannt.18 Während der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts verwendete Joseph als junger Mann – genau wie viele andere seinerzeit auch – einen Seherstein, um damit nach verlorenen Gegenständen und vergrabenen Schätzen zu suchen.19 Als Joseph seine prophetische Berufung verstanden hatte, erfuhr er, dass er diesen Stein für einen höheren Zweck, nämlich das Übersetzen heiliger Schrift, verwenden konnte.20

    Joseph übersetzte oft – vermutlich, weil es ihm zweckmäßiger schien – mit dem einzelnen Seherstein, anstatt mit den beiden miteinander verbundenen Steinen, die die Übersetzer bildeten. Diese beiden Werkzeuge – die Übersetzer und der Seherstein – konnten offensichtlich beliebig ausgetauscht werden und erfüllten auf vergleichbare Art und Weise dieselbe Funktion, sodass Joseph Smith und seine Begleiter später oft den Begriff „Urim und Tummim“ gebrauchten und damit sowohl auf den einzelnen Seherstein als auch auf die Übersetzer Bezug nahmen.21 In alter Zeit verwendeten die Priester in Israel den Urim und Tummim, um einfacher an göttliche Kundgebungen zu gelangen. Obgleich die Meinungen darüber auseinandergehen, was das Wesen dieses Werkzeugs betrifft, geht aus mehreren historischen Quellen hervor, dass es auch aus Steinen bestand, die aufleuchteten oder auf göttliche Art und Weise erleuchtet wurden.22 Die Mitglieder der Kirche verwendeten den Begriff „Urim und Tummim“ später ausschließlich für die Übersetzer. Joseph Smith und andere scheinen diesen Begriff allerdings eher als eine beschreibende Kategorie für Hilfsmittel aufgefasst zu haben, mit denen man göttliche Offenbarungen erhält, und nicht als Bezeichnung für ein bestimmtes Instrument.

    Einige haben sich zwar geweigert zu glauben, dass während des göttlichen Übersetzungsverfahrens bestimmte greifbare Hilfsmittel verwendet wurden, aber es gibt auch in den heiligen Schriften Berichte über solche Hilfen, mit denen die Macht Gottes und seine Inspiration kundgetan wurden. Neben dem Urim und Tummim werden in der Bibel noch andere Hilfsmittel erwähnt: der Stab Aarons, eine kupferne Schlange, Salböl, die Bundeslade und sogar etwas Erde, die mit Speichel vermischt wurde, um die Augen eines Blinden zu heilen.23

    Die Übersetzungsarbeit

    Im Vorwort der Buch-Mormon-Ausgabe von 1830 schrieb Joseph Smith: „Ich [möchte] Sie in Kenntnis setzen, dass ich [das Buch] durch die Gabe und Macht Gottes übersetzt habe.“ Als er dazu gedrängt wurde, Näheres über den Ablauf der Übersetzung zu erzählen, wiederholte Joseph des Öfteren, dass sie „durch die Gabe und Macht Gottes“ erfolgte.24 Einmal fügte er noch hinzu, dass es nicht vorgesehen sei, der Welt alle Einzelheiten über das Hervorkommen des Buches Mormon mitzuteilen.25

    Trotzdem hinterließen die Schreiber und andere, die beim Übersetzen dabeigewesen waren, zahlreiche Berichte, aus denen diesbezüglich Rückschlüsse gezogen werden können. Aus einigen Berichten geht hervor, dass sich Joseph eingehend mit den Schriftzeichen auf den Platten befasste. In den meisten Berichten heißt es, dass Joseph den Urim und Tummim (entweder die Übersetzer oder den Seherstein) verwendet habe; in anderen Berichten wird auch erwähnt, dass er einen einzelnen Seherstein benutzt hat. Diesen Berichten zufolge hat Joseph entweder die Übersetzer oder den Seherstein in einen Hut gelegt und sein Gesicht in diesen Hut gedrückt, um Lichteinfall zu verhindern, und dann die Wörter laut vorgelesen, die in diesem Hilfsmittel erschienen sind.26 Diese Beschreibung des Übersetzungsvorgangs erinnert an eine Passage aus dem Buch Mormon, in der es heißt, dass Gott „einen Stein bereiten [will], der in der Finsternis wie Licht leuchten wird“27.

    Die Schreiber, die bei der Übersetzung halfen, waren fest davon überzeugt, dass Joseph durch die Macht Gottes übersetzte. Josephs Frau Emma erklärte, dass sie „oft einen Tag nach dem anderen schrieb“; dabei saß sie an einem kleinen Tisch in ihrem gemeinsamen Haus in Harmony in Pennsylvania. Über Joseph sagte sie: „Er hatte sein Gesicht im Hut vergraben, worin der Stein lag, und diktierte mir stundenlang, ohne dass sich etwas zwischen uns befand.“28 Laut Emma lagen die Platten „oft offen auf dem Tisch. Sie waren in ein kleines Tischtuch aus Leinen gewickelt“. Danach gefragt, ob Joseph etwas aus der Bibel oder aus einem zuvor angefertigten Manuskript diktiert habe, verneinte Emma geradewegs: „Er hatte weder ein Manuskript noch ein Buch, aus dem er hätte ablesen können.“ Emma sagte ihrem Sohn Joseph Smith III.: „Das Buch Mormon stammt von Gott; ich habe nicht den geringsten Zweifel daran. Ich weiß genau, dass kein Mensch die Manuskripte hätte diktieren können, wenn er nicht inspiriert gewesen wäre, denn als ich deinem Vater als Schreiberin diente, diktierte er Stunde um Stunde, und wenn er nach Mahlzeiten oder Unterbrechungen wieder an die Arbeit ging, machte er unverzüglich genau dort weiter, wo er aufgehört hatte, ohne das Manuskript gesehen zu haben oder sich die letzten Sätze vorlesen zu lassen.“29

    Ein weiterer Schreiber, Martin Harris, saß Joseph gegenüber und schrieb auf, was dieser diktierte. Harris berichtete später, dass Joseph bei der Übersetzung die Sätze auf dem Seherstein erschienen. Joseph las diese Sätze laut vor und nachdem Harris sie niedergeschrieben hatte, sagte dieser: „Aufgeschrieben.“ Harris erzählte einem Bekannten während eines Interviews, dass Joseph „einen Seherstein besaß, mit dessen Hilfe er – genau wie mit dem Urim und Tummim – übersetzen konnte. Weil es zweckdienlicher war, verwendete er später den Seherstein.“30

    Der Hauptschreiber, Oliver Cowdery, sagte im Jahr 1831 unter Eid aus, dass Joseph Smith „zusammen mit den Platten, die er für sein Buch übersetzte, zwei glasähnliche, durchsichtige Steine fand, die in einen Silberbogen gefasst waren. Indem er durch diese Steine blickte, konnte er die auf den Platten eingravierten Zeichen in reformiertem Ägyptisch auf Englisch lesen.“31 1830 sprach Cowdery bei einem Besuch in Union Village in Ohio über die Übersetzung des Buches Mormon. Bald darauf berichtete ein Dorfbewohner, dass für die Übersetzung „zwei durchsichtige Steine in Form einer Brille [verwendet wurden], durch die sich der Übersetzer die Eingravierungen angesehen hat“32.

    Fazit

    Joseph Smith bezeugte immer wieder, dass er das Buch Mormon durch die „Gabe und Macht Gottes“ übersetzt hat. Seine Schreiber bestätigten dieses Zeugnis. Der Engel, der Joseph die Nachricht über einen alten Bericht auf Metallplatten überbrachte, die in einem Berghang vergraben waren, sowie auch die für die Übersetzung gedachten und von Gott speziell für Joseph Smith bereiteten Werkzeuge – all dies gehörte für Joseph und seine Schreiber zum Wunder der Übersetzung. Als er sich 1832 das erste Mal an die Arbeit machte, um seine Geschichte aufzuschreiben, versprach er, auch einen „Bericht über seine wunderbaren Erlebnisse“33 anzufertigen. Die Übersetzung des Buches Mormon war wirklich etwas Wunderbares.

    Auch heutzutage kann man die Wahrheit des Buches Mormon und seinen göttlichen Ursprung erkennen. Gott lädt alle ein, dieses Buch zu lesen, der Barmherzigkeit des Herrn zu gedenken, in ihrem Herzen darüber nachzusinnen und dann ihn, „Gott, den Ewigen Vater, im Namen Christi [zu fragen], ob es wahr ist“. Er verheißt uns: „Wenn ihr mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz fragt und Glauben an Christus habt, [werde ich] euch durch die Macht des Heiligen Geistes kundtun, dass es wahr ist.“34

    1. Tagebuch von Wilford Woodruff, 28. November 1841, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

    2. Zur Identität des Engels siehe Karen Lynn Davidson, David J. Whittaker, Mark Ashurst-McGee und Richard L. Jenson, Hg., Histories Volume 1: Joseph Smith Histories, 1832–1844, Band 1 der Geschichtsberichtsreihe The Joseph Smith Papers, Dean C. Jessee, Ronald K. Esplin und Richard Lyman Bushman, Hg., Church Historianʼs Press, Salt Lake City 2012, Seite 223–256

    3. Davidson et al., Joseph Smith Histories, Seite 223; Joseph Smith, „Church History“, Times and Seasons 3, 1. März 1842, Seite 706f. Siehe auch Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:33,34

    4. Mormon 9:32; siehe auch 1 Nephi 1:2

    5. „Last Testimony of Sister Emma“, Saintsʼ Herald 26, 1. Oktober 1879, Seite 290; Hervorhebung im Original

    6. Joseph Smith History, 1838 bis ca. 1841, Seite 8–11 (2. Entwurf), in: Karen Lynn Davidson, David J. Whittaker, Mark Ashurst-McGee und Richard L. Jenson, Hg., Histories Volume 1: Joseph Smith Histories, 1832–1844, Band 1 der Geschichtsberichtsreihe The Joseph Smith Papers, Hg. Dean C. Jessee, Ronald K. Esplin und Richard Lyman Bushman, Church Historianʼs Press, Salt Lake City 2012, Seite 252f.; verfügbar unter josephsmithpapers.org; Lehre und Bündnisse 3:5-15

    7. Joseph Smith History, Sommer 1832, in: Joseph Smith Histories, Seite 16; Oliver Cowdery an William W. Phelps, 7. September 1834, in: Messenger and Advocate 1, Oktober 1834, Seite 14; Hervorhebung im Original

    8. Das Manuskript wurde in den Eckstein des Nauvoo-Hauses in Nauvoo in Illinois gelegt. Zwischen 1841 und 1882 löste es sich infolge von Wasserschäden auf oder wurde auf andere Weise unleserlich. Die meisten erhaltenen Seiten wurden später im Büro des Geschichtsschreibers der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Salt Lake City archiviert. Veröffentlicht wurde das erhaltene Originalmanuskript in: The Original Manuscript of the Book of Mormon: Typographical Facsimile of the Extant Text, Hg. Royal Skousen, „Foundation for Ancient Research and Mormon Studies“, Provo/Utah 2001. In der Zeit zwischen August 1829 und Anfang 1830 wurde von Oliver Cowdery und zwei anderen unbekannten Schreibern eine vollständige Abschrift, bekannt als Druckermanuskript, dieses Originals angefertigt. Es wurde in Palmyra für die meisten Druckerzeugnisse als Vorlage verwendet. Veröffentlicht wurde das Druckermanuskript in: The Printerʼs Manuscript of the Book of Mormon: Typological Facsimile of the Entire Text in Two Parts, Hg. Royal Skousen, „Foundation for Ancient Research and Mormon Studies“, Provo, Utah, 2001. Sowohl das Druckermanuskript als auch das Originalmanuskript sollen noch in zukünftigen Bänden der Reihe The Joseph Smith Papers veröffentlicht werden. (Dean C. Jessee, „The Original Book of Mormon Manuscript“, BYU Studies 10, Nr. 3, Frühling 1970, Seite 261–272; Royal Skousen, „Piecing Together the Original Manuscript“, BYU Today 46, Nr. 3 Mai 1992, Seite 18–24.)

    9. Als Joseph den Text übersetzte, der heute in 1 Nephi 13:29 zu finden ist, schrieb der Schreiber an einer Stelle beispielsweise ein „&“ und nicht „an.“; in 1 Nephi 17:48 schrieb er „weed“ und nicht „reed“. (Siehe Royal Skousen, „Translating the Book of Mormon: Evidence from the Original Manuscript“, in: Noel B. Reynolds, Hg., Book of Mormon Authorship Revisited: The Evidence for Ancient Origins, „Foundation for Ancient Research and Mormon Studies“, Provo/Utah 1997, Seite 67; siehe auch Grant Hardy, „Introduction“, in: The Book of Mormon: The Earliest Text, Hg. Royal Skousen, New Haven, Yale University Press, 2009, XV–XIX.)

    10. John A. Tvedtnes, „Hebraisms in the Book of Mormon“ und „Names of People: Book of Mormon“, in: Geoffrey Kahn, Hg., Encyclopedia of Hebrew Language and Linguistics, Brill Online, 2013; M. Deloy Pack, „Hebraisms“, in: Book of Mormon Reference Companion, Hg. Dennis L. Largey, Deseret Book, Salt Lake City 2003, Seite 321–325; John A. Tvedtnes, „The Hebrew Background of the Book of Mormon“, in: John L. Sorenson und Melvin J. Thorne, Hg., Rediscovering the Book of Mormon, Deseret Book and Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, Salt Lake City und Provo/Utah 1991, Seite 77–91; Donald W. Parry, „Hebraisms and Other Ancient Peculiarities in the Book of Mormon“, in: Donald W. Parry und andere, Hg., Echoes and Evidences of the Book of Mormon, Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, Provo/Utah 2002, Seite 155–189

    11. Zur Rolle des Schriftsetzers John Gilbert siehe Royal Skousen, „John Gilbertʼs 1892 Account of the 1830 Printing of the Book of Mormon“, in: Stephen D. Ricks et al., Hg., The Disciple as Witness: Essays on Latter-day Saint History and Doctrine in Honor of Richard Lloyd Anderson, Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, Provo/Utah 2000, Seite 383–405

    12. Einige grammatikalische Konstruktionen, die für Englischsprachige merkwürdig klingen, wurden von Joseph Smith und anderen in späteren Ausgaben des Buches Mormon überarbeitet, um die Übersetzung mehr dem aktuellen Sprachgebrauch im Englischen anzupassen. Siehe Richard E. Turley Jr. und William W. Slaughter, How We Got the Book of Mormon, Deseret Book, Salt Lake City 2011, Seite 44f. Ungefähr fünf Sechstel des Drucksatzes der ersten Ausgabe des Buches Mormon von 1830 stammte aus dem Druckermanuskript. Das restliche Sechstel stammte aus dem Originalmanuskript. (Royal Skousen, „Editorʼs Preface“, in: The Book of Mormon: The Earliest Text, Seite XXX.)

    13. 1 Könige 19:11,12

    14. Apostelgeschichte 9:1-8; 12:7-9

    15. Apostelgeschichte 11:4-17; 16:9,10; Exodus 28:30; Levitikus 8:8; Numeri 21:9

    16. Michael Hubbard MacKay, Gerrit J. Dirkmaat, Grant Underwood, Robert J. Woodford und William G. Hartley, Hg., Documents, Volume 1: July 1828 – June 1831, Band 1 der Reihe „Documents“ der Joseph Smith Papers, Hg. Dean C. Jessee, Ronald K. Esplin, Richard Lyman Bushman und Matthew J. Grow, Church Historianʼs Press, Salt Lake City 2013, Seite XXIX

    17. Mosia 28:14,15,20; siehe auch Mosia 8:13,19 und Ether 4:5. In den Anfangsjahren der Kirche scheint Joseph Smith die Wörter „Übersetzer“ und „Brille“ synonym verwendet zu haben. Nancy Towle, eine methodistische Wanderpredigerin, berichtete, dass Joseph Smith ihr etwas über „ein Paar ‚Übersetzer‘ (so nannte er sie) [erzählte], die einer Brille ähnelten. Sah er in sie hinein, so war er in der Lage, Schriften zu lesen, die auf Platten eingraviert waren, obwohl ihm die Sprache unbekannt war“. (Nancy Towle, Vicissitudes Illustrated in the Experience of Nancy Towle, in Europe and America, James L. Burges, Charleston 1832, Seite 138f.) In Josephs Geschichte von 1832 steht der Begriff „Brille“. (Joseph Smith History, Sommer 1832, in: Joseph Smith Histories, Seite 16.) Im Januar 1833 wurden die Begriffe „Brille“ und „Übersetzer“ in The Evening and the Morning Star, der von William W. Phelps herausgegebenen Zeitung für die Heiligen der Letzten Tage, mit dem Begriff „Urim und Tummim“ gleichgesetzt: Das Buch Mormon „wurde durch die Gabe und Macht Gottes von einem ungebildeten Mann übersetzt, der dazu ein Paar Übersetzer oder eine Brille (in alten Tagen vielleicht auch als Teraphim oder Urim und Tummim bekannt) verwendete“. („The Book of Mormon“, The Evening and the Morning Star, Januar 1833, Seite 2.) Bis 1835 verwendete Joseph Smith hauptsächlich den Begriff „Urim und Tummim“, wenn er über die Übersetzung sprach, und kaum noch die Wörter „Übersetzer“ oder „Brille“. (Joseph Smith, Journal, 9. bis 11. November 1835, in: Journals: Volume 1: 1832–1839, Seite 89; Joseph Smith, History, 1834–1836, in: Davidson et al., Histories, Volume 1, Seite 116; John W. Welch, „The Miraculous Translation of the Book of Mormon“, in: John W. Welch, Hg., und Erick B. Carlson, Opening the Heavens: Accounts of Divine Manifestations, 1829–1844, Brigham Young University Press und Deseret Book, Provo/Utah und Salt Lake City 2005, Seite 123–128.)

    18. Wahrscheinlich besaß Joseph Smith mehr als nur einen Seherstein. Einen der Steine scheint er beim Graben eines Brunnen im Jahr 1822 gefunden zu haben. (Richard L. Bushman, Joseph Smith and the Beginnings of Mormonism, University of Chicago Press, Urbana 1984, Seite 69f.)

    19. Laut Martin Harris wurde Joseph Smith von einem Engel geboten, solche Aktivitäten zu unterlassen, was er dann bis 1826 auch tat. (Siehe Bushman, Joseph Smith and the Beginnings of Mormonism, Seite 64–76 und Richard Lloyd Anderson, „The Mature Joseph Smith and Treasure Searching“, BYU Studies 24, Nr. 4, Herbst 1984, Seite 489–560.) Joseph hat die wohlbekannte Tatsache, dass er schon früh mit der Schatzsuche begann, nicht geheimgehalten. 1838 veröffentlichte er Antworten auf Fragen, die häufig über ihn gestellt wurden. Eine Frage lautete: „War Jo Smith nicht ein Schatzgräber?“ „Ja“, antwortete Joseph, „aber es war nie ein profitables Geschäft für [mich], da [ich] pro Monat nur 14 Dollar damit machte.“ (Auszüge aus Eldersʼ Journal, Juli 1838, Seite 43; verfügbar unter josephsmithpapers.org.) Für den größeren kulturellen Zusammenhang siehe Alan Taylor, „The Early Republic’s Supernatural Economy: Treasure Seeking in the American Northeast, 1780–1830“, American Quarterly 38, Nr. 1, Herbst 1986, Seite 6–33

    20. Mark Ashurst-McGee, „A Pathway to Prophethood: Joseph Smith Junior as Rodsman, Village Seer, and Judeo-Christian Prophet“, Masterarbeit, Utah State University 2000

    21. Als Joseph Smith beispielsweise Ende 1841 Wilford Woodruf einen Seherstein zeigt, schreibt dieser in sein Tagebuch: „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich den URIM UND TUMMIM gesehen.“ (Tagebuch von Wilford Woodruff, 27. Dezember 1841, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City.) Siehe auch Lehre und Bündnisse 130:10

    22. Cornelius Van Dam, The Urim and Thummim: A Means of Revelation in Ancient Israel, Eisenbrauns, Winona Lake/Indiana 1997, Seite 9–26

    23. Exodus 7:9-12; 30:25; 40:9; Levitikus 8:10-12; Numeri 21:9; Josua 3:6-8; Johannes 9:6

    24. Vorwort der Ausgabe des Buches Mormon von 1830

    25. Protokoll, Konferenz der Kirche, Orange in Ohio, 25. und 26. Oktober 1831, in: Minute Book 2, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; verfügbar unter josephsmithpapers.org; Welch, „Miraculous Translation“, Seite 121–129

    26. Nahezu sämtliche Berichte über den Ablauf der Übersetzung sind in „Miraculous Translation“ von Welch enthalten. Zwei Berichte über den Ablauf der Übersetzung, darunter auch über die Verwendung eines Sehersteins, wurden von Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf Apostel geschrieben und in Zeitschriften der Kirche veröffentlicht. Auch in Veröffentlichungen der Kirche, darunter der Ensign und The Joseph Smith Papers, haben Historiker verschiedene Artikel über den Seherstein verfasst. (Siehe Neal A. Maxwell, „‚By the Gift and Power of God‘“, Ensign, Januar 1997, Seite 36–41; Russell M. Nelson, „A Treasured Testament“, Ensign, Juli 1993, Seite 61ff.; Richard Lloyd Anderson, „‚By the Gift and Power of God‘“, Ensign, September 1977, Seite 78–85; und Documents, Volume 1: July 1828–June 1831, Seite XXIX–XXXII.)

    27. Alma 37:23,24

    28. „Last Testimony of Sister Emma“, Saintsʼ Herald 26, 1. Oktober 1879, Seite 289f. In anderen Berichten heißt es, dass die Brille während des Übersetzens in den Hut gelegt wurde. Im August 1829 wurde in einer in Palmyra herausgegebenen Zeitung der erste bekannte Artikel über die Übersetzung veröffentlicht. Jonathan Hadley, ein Drucker aus Palmyra, der möglicherweise mit Joseph Smith gesprochen hatte, erklärte, dass zusammen mit den Platten eine „große Brille“ gefunden wurde. „Indem [Smith] die Brille in einen Hut legte und hineinsah, konnte er (zumindest sagte er das) die Schriftzeichen übersetzen.“ („Golden Bible“, Palmyra Freeman, 11. August 1829, Seite 2.) Im Winter 1831 sprach ein Shaker in Union Village in Ohio von „zwei durchsichtigen Steinen in Form einer Brille“, durch die der Übersetzer „auf die Gravierungen blickte; anschließend hielt er sein Gesicht in einen Hut und die Übersetzung ergoss sich in seinen Sinn“. (Christian Goodwillie, „Shaker Richard McNemar: The Earliest Book of Mormon Reviewer“, Journal of Mormon History 37, Nr. 2, Frühling 2011, Seite 143.)

    29. „Last Testimony of Sister Emma“, Seite 289f.

    30. „One of the Three Witnesses“, Deseret Evening News, 13. Dezember 1881, Seite 4. Hier verwendet Martin Harris den Begriff „Urim und Tummim“, um auf die Übersetzer Bezug zu nehmen, die zusammen mit den Platten gefunden wurden.

    31. A. W. B., „Mormonites“, Evangelical Magazine and Gospel Advocate 2, 19. April 1831, Seite 120

    32. Goodwillie, „Shaker Richard McNemar“, Seite 143. Hinsichtlich der Übersetzung stehen weitere Berichte, die von einem der drei Zeugen gegeben wurden, zur Verfügung in: David Whitmer Interviews: A Restoration Witness, Hg. Lyndon W. Cook, Grandin Book, Orem/Utah 1991.

    33. Joseph Smith History, Sommer 1832, 1, in: Histories, Volume 1, 1832–1844, Seite 10; verfügbar unter josephsmithpapers.org

    34. Moroni 10:3-5