Neu für junge Erwachsene
Was macht dein Algorithmus mit deiner geistigen Gesinnung?
Neu für junge Erwachsene, September 2026


„Was macht dein Algorithmus mit deiner geistigen Gesinnung?“, Liahona, September 2026

Aus Neu für junge Erwachsene

Was macht dein Algorithmus mit deiner geistigen Gesinnung?

Bist du achtsam bei dem, was du online anhörst oder anschaust?

Nahaufnahme von Händen, die ein Mobiltelefon benutzen

Vor nicht allzu langer Zeit dachte ich darüber nach, wie ich eine bessere Nachfolgerin Christi sein kann. Ich wollte Änderungen vornehmen, um mich mit dem Geist mehr in Einklang zu fühlen.

Die Weisung, nach der ich gesucht hatte, kam – wie könnte es anders sein? – von einem Apostel, nämlich von Elder Ronald A. Rasband vom Kollegium der Zwölf Apostel, der hier in Lima in Peru eine Andacht für die jungen Erwachsenen abhielt.

Er ließ uns wissen, dass er vor kurzem mit dem Propheten (damals Präsident Russell M. Nelson [1924–2025]) gesprochen habe, und dieser lasse den jungen Erwachsenen ausrichten, wie dankbar er sei, dass wir einen rechtschaffenen Lebenswandel wählen.

Elder Rasband zählte konkret etliches auf, was Jünger Jesu Christi tun. Während ich ihm so zuhörte, hatte ich das Gefühl, ich mache meine Sache als Jüngerin gar nicht so schlecht! Doch dann erwähnte er: „Und danke, dass ihr darauf achtet, was für Filme und Fernsehserien ihr euch anschaut.“

Sofort beschlich mich Unbehagen. Am Abend dachte ich ernsthaft darüber nach und fragte mich: „Achte ich wirklich darauf, was ich mir anschaue – und zwar in sämtlichen Medien?“

Meine Antwort musste ehrlicherweise Nein lauten.

Alles, was wir uns anschauen, zählt

Wir gehören einer Generation an, die unbegrenzt Zugang zu Medien hat und der ohne jedwede Einschränkung jede Art (und Menge) von Inhalten zur Verfügung steht.

Ich persönlich gehe zwar zweideutigen Aufführungen und Filmen möglichst aus dem Weg, in denen etwa Gewalt- oder Sexszenen und dergleichen vorkommen, doch mir wurde bewusst, dass sich Elder Rasbands Äußerung nicht allein auf den Fernsehkonsum beschränkt. Sie erstreckte sich auf alles, was ich las, anschaute oder anhörte.

Mir kamen die sozialen Medien in den Sinn – mit all den Kurzfilmen, Memes und Bildern, die ich dort like und weiterposte. In vielen kommen die gleichen Schimpfwörter, schlüpfrigen Aussagen und geschmacklosen Witze vor, die ich unter anderen Umständen meide.

Becky Craven, ehemals Zweite Ratgeberin in der Präsidentschaft der Jungen Damen der Kirche, hat einmal darüber gesprochen, was es bedeutet, „im grauen Bereich“ zu sein, wo unser Verhalten vielleicht aus einer Mischung von Gutem und weniger Gutem besteht. Sie stellte solche Fragen: „Entscheiden wir sorgsam oder sorglos, was wir lesen und was wir im Fernsehen und auf unseren Mobilgeräten anschauen? Wählen wir unsere Ausdrucksweise sorgsam? Oder lassen wir sorglos derbe und vulgäre Ausdrücke einfließen?“

Ich war da definitiv zu sorglos.

Änderung beim Algorithmus

Also beschloss ich, meine Gewohnheiten beim Medienkonsum auf sozialen Netzen zu „säubern“ und meinen Algorithmus zurückzusetzen. Ich folge bestimmten Konten nicht länger und habe Filter und Einstellungen geändert. Das hilft mir, Komsumentscheidungen mit mehr Achtsamkeit zu treffen.

Mir wurde zudem bewusst, dass selbst geringer, scheinbar harmloser Kontakt mit unangemessenen Medien mit der Zeit die Verbindung zu Jesus Christus beeinträchtigen kann.

Achte bei der Verwendung digitaler Medien jedes Mal auf die Absicht, die dahintersteckt. Du allein legst fest, was du anschaust, was du anhörst, wem du folgst und was du teilst.

Elder Ulisses Soares vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesprochen, wie man Mäßigung entwickelt – was auch heißt, dass man geistig voller Weisheit vorgeht. „Mäßigung zu pflegen“, sagte er, sei „eine sinnvolle Weise, wie wir unsere Seele vor der unterschwelligen, aber stetigen geistigen Erosion durch weltliche Einflüsse schützen, die unser Fundament in Jesus Christus schwächen können.“

Meinem Empfinden nach geht ein Großteil dieser geistigen Erosion von den Medien aus, mit denen wir uns beschäftigen.

Der Herr erwartet von uns nicht, dass wir von jetzt auf gleich vollkommen sind, aber wenn wir uns bemühen, unsere Mediennutzung bewusst zu gestalten, lassen sich nicht nur unsere Algorithmen bei den sozialen Medien, sondern auch unsere geistigen Algorithmen zurücksetzen. Durch die Wahl von Medien, die auf zuträgliche Weise erbauen, informieren oder unterhalten, laden wir den Geist ein und verspüren ihn regelmäßiger.

Die Verfasserin lebt in Callao in Peru.