Neu für junge Erwachsene
Als unsere Neugeborenen auf der Intensivstation lagen, suchten wir Frieden bei Christus
Liahona, Dezember 2025


Aus Neu für junge Erwachsene

Als unsere Neugeborenen auf der Intensivstation lagen, suchten wir Frieden bei Christus

Der Verfasser lebt in Idaho.

Das beängstigendste Kapitel unseres Lebens hat uns die stille Macht des Friedens durch Jesus Christus vor Augen geführt

Der Verfasser, seine Frau und die Zwillingssöhne der beiden

Abdruck des Fotos mit freundlicher Genehmigung des Verfassers

Als meine Frau Heidi und ich unsere Zwillingssöhne von der Neugeborenen-Intensivstation mit nach Hause nehmen konnten, war dies das schönste Weihnachtsgeschenk unseres Lebens.

Heidi und ich lernten uns kennen, als wir noch studierten. Kurz nachdem wir im Rexburg-Idaho-Tempel geheiratet hatten, stellte sich heraus, dass wir Zwillinge erwarteten. Wir freuten uns riesig, doch nach wenigen Monaten nahm die Schwangerschaft eine unerwartete Wendung. Unsere Jungs wurden nach nur 27 Wochen geboren und jeder wog nur etwa ein Kilo. Sie wurden direkt auf die Neugeborenen-Intensivstation gebracht, wo sie die nächsten vier Monate um ihr Leben kämpften.

Voller Vertrauen durchs Tal der Tränen

Die erste Zeit war mit die schwierigste, die wir je erlebt haben. Wir erhielten von den Ärzten einen Anruf nach dem anderen. Man informierte uns über weitere Komplikationen oder darüber, dass erneut eine Operation anstand. Wir waren völlig erschöpft. Es gab viele schlaflose Nächte, in denen wir beteten, weinten und die völlige Ungewissheit uns zu schaffen machte.

Inmitten von all diesem Chaos trafen wir die bewusste Entscheidung, dem Vater im Himmel zu vertrauen. Das war nicht einfach. Wir wussten nicht, was die Zukunft bringen würde, aber wir stützten uns auf den Glauben, den wir im Laufe unseres Lebens aufgebaut hatten. Eine Schriftstelle, die uns viel Kraft gegeben hat, war Helaman 5:12, wo es heißt, dass wir unsere Grundlage auf dem Fels unseres Erlösers bauen sollen, nämlich Christus.

Dieser Vers führte uns vor Augen, dass wir nicht allein waren. Jesus Christus war bereits den Weg voller Schmerzen und Ungewissheit gegangen. Er verstand genau, was wir empfanden. Als wir ihn in den Mittelpunkt unseres Lebens stellten, wurden wir immer wieder still daran erinnert, dass Gott bei uns war.

An der Hoffnung festhalten

Wir gingen öfter in den Tempel und setzten uns dort gern in den celestialen Saal. Dies schenkte uns Augenblicke voller Frieden, die wir dringend brauchten. Wir wussten nicht, wie alles ausgehen würde, aber wir fühlten uns getröstet. Das bedeutete nicht, dass alles so ausgehen würde, wie wir es uns erhofften, aber es bedeutete, dass wir nicht alles alleine tragen mussten.

Ein Vers, der mir in dieser Zeit besonders im Gedächtnis blieb, ist Lehre und Bündnisse 121:7: „Friede sei deiner Seele; dein Ungemach und deine Bedrängnisse werden nur einen kleinen Augenblick dauern.“ Dieser Vers hat mir zu einem Perspektivwechsel verholfen. Unsere Prüfungen kamen uns damals riesig vor, aber aus ewiger Perspektive dauerten sie nur einen kleinen Augenblick.

Uns auf Jesus Christus zu konzentrieren, half uns, über den unmittelbaren Schmerz hinwegzusehen und stattdessen die Segnungen wahrzunehmen: Mit der Zeit wurden unsere Jungs kräftiger, die nervenaufreibenden Arztanrufe nahmen ab, und Angehörige und Freunde erwiesen uns unglaublich viel Liebe und beteten beständig für uns.

Eine ewige Perspektive bewahren

Endlich, am ersten Weihnachtsfeiertag, durften unsere Jungs mit uns nach Hause kommen. Wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich einfach so dankbar! Die beiden gedeihen, und obwohl ich niemandem solch schwierige Monate wünsche, würde ich doch das, was wir in dieser Zeit gelernt haben, gegen nichts eintauschen wollen. Wir haben verstanden, was es bedeutet, Gott zu vertrauen und an der Hoffnung auf Jesus Christus festzuhalten.

Nicht für jeden nimmt eine Geschichte ein so glückliches Ende. Doch selbst wenn es ganz anders ausgeht, bietet Jesus Christus uns den Frieden, den Trost und die Kraft, um alles durchzustehen. Wenn du gerade etwas Schweres durchmachst, denk bitte daran, dass dieses Leben ja nicht das Ende ist. Der Vater im Himmel hat dich lieb. Er hat einen Plan für dich. Und mit seiner Hilfe können selbst die schwierigsten Stunden Teil von etwas Schönem werden.

Elder Gerrit W. Gong vom Kollegium der Zwölf Apostel hat bezeugt: „Wenn wir Gott vertrauen und darauf, dass er uns liebt, kann sich selbst unser größter Kummer letztlich zu unserem Guten auswirken.“ Das habe ich selbst erlebt.

Wenn das Leben also gerade schwer ist, wenn dir der Weg vor dir unsicher erscheint, dann wende dich Christus zu. Lass ihn dir helfen, deine Lasten zu tragen. Mit ihm können wir weitermachen. Mit ihm können wir Hoffnung finden. Und aus einer ewigen Perspektive heraus können wir darauf vertrauen, dass das, was wir gerade durchmachen, nicht das Ende der Geschichte ist.