Aus Neu für junge Erwachsene
Der Weg aus der Einsamkeit
Ich fühlte mich einsam und wusste nicht, wie ich Kontakte knüpfen sollte – doch eigentlich war die Lösung zum Greifen nahe
Ich wuchs in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf und fühlte mich als Jugendlicher immer einsam.
An meiner Schule war ich eines der wenigen Mitglieder der Kirche, was mir das Gefühl gab, ausgestoßen zu sein. Die meisten kannten die Kirche noch nicht einmal, was mir den Eindruck vermittelte, mit niemandem über meinen Glauben sprechen zu können. Aus Angst vor Zurückweisung und noch stärkerer Isolation wollte ich es oft gar nicht erst versuchen.
Ich begann, das Evangelium negativ zu sehen. Meine Schulfreunde schienen viel glücklicher zu sein als ich.
Sie wirkten, als sei ihr Leben eine einzige Party. Ich fühlte mich ausgeschlossen. Einladungen lehnte ich grundsätzlich ab, hatte dabei jedoch immer das Gefühl, zugleich Freundschaftsangebote und jegliche Freude abzulehnen.
Also nahm ich eines Tages eine Einladung an.
Über das Ziel hinausschauen
Ich verbrachte mehr und mehr Zeit mit meinen Schulfreunden. Endlich sah ich mich als Teil einer Gemeinschaft. Schließlich hörte ich auf, zur Kirche zu gehen.
Trotzdem fühlte ich mich nach einer Weile ausgebrannt – und einsamer denn je. Ich spürte, dass ich nikotinabhängig wurde und die Kontrolle über mein Leben verlor.
Doch worin bestand mein Problem? Jetzt hatte ich endlich Freunde und Anschluss, genau wie ich es mir gewünscht hatte. Warum war ich dann nicht einfach genauso glücklich wie die anderen?
Zu dieser Zeit verlor einer meiner Freunde einen Angehörigen. Ich versuchte, ihn zu unterstützen, und sprach mit ihm. Dabei sprudelte plötzlich all mein Wissen über den Erlösungsplan aus mir heraus, und ich erklärte meinem Freund, dass er seinen Angehörigen eines Tages wiedersehen könne.
Was war denn das?
Ich konnte nicht fassen, was ich da erzählte! Schon seit Jahren hatte ich keinen Gedanken mehr an das Evangelium verschwendet.
Hoffnung keimte in mir auf, als ich diese Wahrheiten, von denen ich wusste, aussprach. Mir wurde klar, dass mein Glaube noch nicht ganz erloschen war.
Ich dachte über den Funken meines Glaubens nach, der noch glomm. Ich erinnerte mich daran, dass die Kirche mir ja immer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten geboten hatte – mit Menschen, die alle bestrebt sind, Jesus Christus nachzufolgen, anderen zu dienen und die Freude und die Verheißungen des Evangeliums zu erleben.
Elder Dale G. Renlund vom Kollegium der Zwölf Apostel hat einmal gesagt, dass wir „dazu neigen, über das Ziel hinauszuschauen. Vor dieser Neigung müssen wir uns hüten, damit wir Jesus Christus und die vielen Segnungen, die er uns anbietet, nicht übersehen. Wir brauchen ihn.“
Ich begriff, dass ich am falschen Ort nach Glück gesucht hatte.
Du bist nicht allein
Nach diesem Erlebnis begann ich, mich mit den Missionaren zu treffen, um Jesus Christus neu kennenzulernen. Sie halfen mir, mich mehr mit dem Evangelium zu beschäftigen. Ich fing an, mehr zu beten und mich darauf zu konzentrieren, meine göttliche Identität wiederzuentdecken. Ich hörte sogar mit dem Rauchen auf. Während ich mich bemühte, mein Leben zu ändern, wusste ich, dass Gott bei mir war.
Mit der Zeit erkannte ich die Verbindung, die ich zu anderen Jüngern Christi in meiner Gemeinde hatte. Ich sprach sogar mit meinen Freunden über meinen Glauben und beantwortete ihre Fragen – und das machte mich glücklich!
Ein Großteil meiner früheren Einsamkeit kam von meinem mangelnden Selbstvertrauen. Aber als ich nicht mehr versuchte dazuzugehören, sondern mich stattdessen darauf konzentrierte, ich selbst zu sein – ein Sohn Gottes – und meinen Glauben weiterzugeben, fand ich Freude und Zugehörigkeit, indem ich voll und ganz nach dem Evangelium lebte.
Elder Dieter F. Uchtdorf vom Kollegium der Zwölf Apostel hat verheißen:
„Gott [hat] noch mehr zu bieten … Eine höhere und tiefergehende Freude – eine Freude, die alles übersteigt, was diese Welt zu bieten hat. Die Freude, die Herzschmerz erträgt, Kummer durchdringt und Einsamkeit verringert.
Weltliches Glück hingegen ist nicht von Dauer. Es kann auch gar nicht von Dauer sein. Es liegt in der Natur alles Irdischen, zu altern, zu verfallen, sich abzunutzen oder schal zu werden. Aber göttliche Freude ist ewig, denn Gott ist ewig.“
Ich fühle mich als Mitglied der Kirche nicht mehr einsam. Durch die Ausrichtung auf Jesus Christus wurde mir eine Last von den Schultern genommen und ich konnte wieder frei atmen. Wenn ich ihm nachfolge, spüre ich, dass ich wahrhaftig nicht allein bin. Dank der Segnungen der Bündnisse, der Gabe des Heiligen Geistes und all der Verheißungen Christi weiß ich, dass er bei mir ist.
Keine der flüchtigen Vergnügungen, in denen ich zuvor mein Glück ohne Gott gesucht hatte, ist größer als die dauerhafte Freude, die diese Wahrheit in mein Leben bringt.