2022
Das Evangelium ist für die ganze Menschheit gedacht
September 2022


Botschaft von der Gebietsführerschaft

Das Evangelium ist für die ganze Menschheit gedacht

Dank der 195 Länder auf sieben Kontinenten, über 7000 verschiedenen Sprachen und einer Bevölkerung von 7,9 Milliarden Menschen leben wir in einer wunderbar prächtigen und vielfältigen Welt. Es gibt unzählige Traditionen und Kulturen – auf allen Ebenen, in jedem Land und sogar in jeder einzelnen Familie. Es ist wirklich ein Wunder. Wir sind reich an Vielfalt und das ist wunderbar!

Die gesellschaftlichen Normen entfernen sich immer mehr von den wesentlichen Grundsätzen des Evangeliums Jesu Christi, das wir dank seiner Wiederherstellung in diesen, den Letzten Tagen kennen und verstehen können. Ungeachtet dieser Entwicklung gibt es eine stets gleichbleibende, beständige, unwandelbare Wahrheit. Ganz gleich, ob sie nun als solche verstanden beziehungsweise erkannt wird oder nicht, es wird sich nie etwas an ihr ändern. Diese Wahrheit lautet: Jeder Mensch – ob Mann, Frau oder Kind –, der je auf dieser herrlichen und vielfältigen Erde gelebt hat oder noch leben wird, ist ein Kind Gottes, unseres Vaters im Himmel; wir sind hier auf dieser Erde, um zu einem göttlichen Zweck Erfahrungen zu sammeln, denn „Gott [sprach]: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! … Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (Genesis 1:26,27.) Wir sollen wie Gott selbst werden: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten.“ (Psalm 82:6.)

In der Proklamation zur Familie heißt es außerdem: „Alle Menschen – Mann und Frau – sind als Abbild Gottes erschaffen. Jeder Mensch ist ein geliebter Geistsohn oder eine geliebte Geisttochter himmlischer Eltern und hat dadurch ein göttliches Wesen und eine göttliche Bestimmung.“ Welch ein Vorzug ist es doch, diese grundlegende Wahrheit zu kennen und zu verstehen. Ich bin dankbar dafür. Ich halte es nicht für etwas Selbstverständliches. Als Junge hatte ich aufgrund damaliger Erfahrungen Fragen zum Wesen Gottes: Wer ist er? Wie sieht er aus? Ich besuchte Kirchen vor Ort und stellte den Geistlichen diese Fragen. Ich befragte sie zum Sinn des Lebens, fragte zum Beispiel, warum wir denn überhaupt hier sind, wenn wir doch Schmerz und Kummer erleiden müssen. Ich erhielt keine zufriedenstellende Antwort, keine, die sich richtig anfühlte.

Es gibt noch eine weitere göttliche und unveränderliche Wahrheit, nämlich dass Christus, unser Bruder und Erretter, für die Übertretungen aller Menschen gesühnt hat, für jeden Einzelnen, ungeachtet von dessen Heimatland, Hautfarbe oder Glauben. Auferstehung und Unsterblichkeit sind ein Geschenk an alle Kinder Gottes, das an keine Bedingungen geknüpft ist. Es gibt jedoch einen Preis, den wir zahlen müssen, um die göttliche Macht des Sühnopfers nutzen, wahre Umkehr üben und von der Last der Sünde befreit werden zu können. Der Erretter selbst hat dies bei seiner Ankunft im alten Amerika erklärt. „Und ihr sollt mir nicht länger Blutvergießen opfern; ja, eure Opfer und eure Brandopfer sollen abgeschafft sein, denn ich werde keines eurer Opfer und eurer Brandopfer annehmen. Und ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen.“ (3 Nephi 9:19,20.) Im Buch Alma heißt es weiter: „Darum, wer auch immer umkehrt und sein Herz nicht verhärtet, der wird durch meinen einziggezeugten Sohn Anspruch haben auf Barmherzigkeit zur Vergebung seiner Sünden; und solche werden in meine Ruhe eingehen.“ (Alma 12:34.) Und zum Glück erfahren wir durch Jakobs Worte, wie es um diejenigen bestellt ist, die nicht die Gelegenheit haben, unterwiesen zu werden, zu verstehen und ein Zeugnis von Christus zu erlangen: „Denn das Sühnopfer erfüllt die Forderungen seiner Gerechtigkeit für all jene, denen das Gesetz nicht gegeben ist, sodass sie befreit sind; … und sie sind dem Gott wiedergegeben, der ihnen Atem verliehen hat, nämlich dem Heiligen Israels.“ (2 Nephi 9:26.)

Wie schön ist doch dieses Geschenk für die ganze Menschheit! Ich bin dankbar dafür, denn ich erfahre regelmäßig die Freude, die man verspürt, wenn einem Sünde vergeben wurde, und ebenso die Freude, die man verspürt, wenn man geheilt wurde.

Ich möchte damit schließen, uns diese Aufforderung des Erretters selbst an einen jeden von uns in Erinnerung zu rufen: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11:28-30.)