Für die Familie
Die heiligen Aufgaben von Vater und Mutter


Lektion 11

Die heiligen Aufgaben von Vater und Mutter

Teil 2: Die Aufgaben der Mutter

Ziel

Den Teilnehmern bewusst machen, wie die Mutter ihre heiligen Aufgaben erfüllen kann und wie Mutter und Vater einander als gleichberechtigte Partner unterstützen können.

Vorzubereiten

  1. Lesen Sie noch einmal die Grundsätze in dem Abschnitt „Ihre Aufgaben als Lehrer“ (Seiten IX–XI in diesem Leitfaden). Überlegen Sie, wie Sie diese Grundsätze bei Ihrer Unterrichtsvorbereitung anwenden können.

  2. Lesen Sie die fettgedruckten Überschriften in der Lektion, die die Lehren und Grundsätze dieser Lektion vermitteln. Als Bestandteil Ihrer Vorbereitung sollten Sie während der Woche über diese Lehren und Grundsätze nachdenken und auf Weisung des Geistes entscheiden, worauf Sie besonderen Nachdruck legen wollen, um auf die Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen.

  3. Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass sie ihren Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Studenten mitbringen sollen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Mütter haben Anteil am Werk Gottes.

Lesen Sie mit den Teilnehmern als Einstimmung auf den Unterricht den folgenden Auszug aus einer Ansprache von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel (Seite 44 in dem Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Teilnehmer):

„Kürzlich schrieb mir eine junge Mutter, dass es dreierlei gab, was Ängste in ihr auslöste. Zum einen weinte sie oft, wenn sie Ansprachen darüber hörte, was von einer Mutter in der Kirche erwartet wird, weil sie das Gefühl hatte, den Anforderungen nicht zu entsprechen oder dieser Aufgabe niemals gerecht werden zu können. Zweitens hatte sie das Gefühl, die Welt erwarte von ihr, dass sie ihren Kindern lesen, schreiben, Innenarchitektur, Latein, höhere Analysis und alles über das Internet beibringt, noch ehe das Baby ein ganz gewöhnliches Wort wie ,DaDa‘ sagen konnte. Drittens fühlte sie sich von anderen oft herablassend behandelt, wenn das auch meist nicht beabsichtigt war, weil der Rat und sogar die Komplimente, die sie erhielt, in keinster Weise zu berücksichtigen schienen, wie viele Gedanken sie investierte, wie groß ihre geistige und seelische Anstrengung war, wie sehr sie von den langen Nächten und den langen Tagen bis an ihre Grenzen beansprucht wurde, von all den Anforderungen, die manchmal notwendig sind, wenn man sich bemüht und sich auch wünscht, eine Mutter zu sein, wie Gott es sich erhofft.

Doch eines, sagte sie, hilft ihr, weiterzumachen. ,Bei allen Höhen und Tiefen und trotz gelegentlicher Tränen weiß ich tief in meinem Innern, dass ich Gottes Werk tue. Ich weiß, dass ich als Mutter in einer ewigen Partnerschaft mit ihm verbunden bin. Es bewegt mich zutiefst, dass Gott letztlich seinen Zweck und seinen Sinn darin sieht, Vater zu sein, selbst wenn ihn manche seiner Kinder zum Weinen bringen.

Diese Erkenntnis‘, so schließt sie, ,versuche ich mir ins Gedächtnis zu rufen, wenn an den unvermeidlichen schwierigen Tagen alles so überwältigend zu sein scheint. Vielleicht ist es gerade unsere Unfähigkeit und unsere Besorgnis, die uns dazu drängen, uns an ihn zu wenden und ihm damit die Möglichkeit zu geben, auf uns einzuwirken. Vielleicht hofft er im stillen darauf, dass wir besorgt sind und demütig um seine Hilfe bitten. Dann, so glaube ich, kann er diese Kinder direkt durch uns unterweisen, ohne dass wir uns ihm widersetzen. Dieser Gedanke gefällt mir; er macht mir Hoffnung. Wenn ich vor meinem Vater im Himmel recht handle, kann seine Führung vielleicht ungehindert zu unseren Kindern gelangen. Vielleicht ist es dann im eigentlichen Sinn sein Werk und seine Herrlichkeit‘.“ (Der Stern, Juli 1997, Seite 34 f.)

Bitten Sie die Teilnehmer, sich dazu zu äußern, inwiefern eine Mutter am Werk Gottes beteiligt ist.

Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig.

Lassen Sie die Teilnehmer Seite IV in dem Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Teilnehmer aufschlagen. Weisen Sie sie auf die folgende Aussage im 7. Abschnitt der Proklamation zur Familie hin: „Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig.“

• Wie umsorgt eine Mutter ihre Kinder? (Bitten Sie die Teilnehmer von Erfahrungen zu berichten, wie der Einfluss der Mutter zum Guten gereicht hat. Lesen Sie dann die folgenden Aussagen.)

Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt: „Als Mutter, die sich vom Herrn leiten lässt, weben Sie in Ihren Kindern aus den Fäden der Wahrheit durch gründliche Unterweisung und Ihr würdiges Beispiel den Stoff des Charakters. Sie geben Ihren Kindern, die Ihnen ja vertrauen, Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Glauben an Gott, Pflichtbewusstsein, Achtung vor den Mitmenschen, Güte, Selbstvertrauen, den Wunsch, etwas zu leisten, zu lernen, zu geben, mit. Das kann keine Tagesstätte. Das ist Ihr heiliges Recht.“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 71 f.)

Elder Boyd K. Packer, der amtierende Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat erklärt: „Nichts ist mit so großem geistigen Lohn verbunden und trägt mehr zur Erhöhung bei, als wenn eine Mutter ihre Kinder unterweist.“ („Die Kinder unterweisen“, Liahona, Mai 2000, Seite 22.) Lassen Sie die Teilnehmer Seite 46 f. in dem Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Teilnehmer aufschlagen, um noch mehr Anregungen dazu zu finden, wie eine Mutter ihre Kinder umsorgen kann. Bitten Sie sie, die zehn Anregungen von Präsident Ezra Taft Benson dazu herauszusuchen, was eine Mutter tun kann, um die Zeit mit ihren Kindern gut zu nutzen. Wenn die Teilnehmer die Anregungen gefunden haben, schreiben Sie sie an die Tafel. Besprechen Sie, wie man von jedem dieser Vorschläge profitieren kann.

  1. Seien Sie immer da.

  2. Seien Sie eine echte Freundin. Schriften.

  3. Lesen Sie Ihren Kindern vor.

  4. Beten Sie mit Ihren Kindern.

  5. Führen Sie jede Woche den Familienabend durch.

  6. Essen Sie gemeinsam.

  7. Lesen Sie jeden Tag in den

  8. Unternehmen Sie etwas mit der Familie.

  9. Unterweisen Sie Ihre Kinder.

  10. Lieben Sie Ihre Kinder von ganzem Herzen.

Weisen Sie darauf hin, dass die neuzeitlichen Propheten immer wieder betonen, wie wichtig es ist, dass die Mutter bei ihren Kindern zu Hause bleibt und nicht arbeiten geht. Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Gordon B. Hinckley, dem fünfzehnten Präsidenten der Kirche:

„Es [gibt] einige Frauen – tatsächlich sind es inzwischen sehr viele geworden –, die arbeiten müssen, um für ihre Familie zu sorgen. Ihnen sage ich: Tun Sie Ihr Bestes. Wenn Sie ganztags arbeiten, dann tun Sie das hoffentlich, um grundlegende Bedürfnisse zu decken und nicht einfach nur, um sich ein besonders schönes Haus, ein teures Auto und anderen Luxus leisten zu können. Die größte Arbeit, die eine Mutter jemals tut, besteht darin, dass sie ihre Kinder umsorgt und unterweist,sie anspornt und ermutigt und sie in Rechtschaffenheit und Wahrheit erzieht. Darin kann sie niemand hinreichend ersetzen.“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 66.)

• Welche Opfer muss eine Familie eventuell bringen, um diesen Rat zu befolgen?

Am Ende dieses Teils der Lektion könnten Sie eins oder beide der folgenden Zitate lesen: Als Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft sagte Präsident Gordon B. Hinckley:

„Ich erinnere alle Mütter daran, dass ihre Berufung heilig ist. Niemand anderes kann Ihren Platz einnehmen. Keine Verantwortung ist größer, keine Obliegenheit bindet Sie mehr als die, dass Sie die Kinder, die Sie in die Welt gesetzt haben, in Liebe, Frieden und Aufrichtigkeit großziehen.“ (Der Stern, Januar 1994, Seite 57.)

Elder Jeffrey R. Holland hat zum Thema Mutter Folgendes gesagt:

„Sie setzen die bedeutende Tradition von Eva fort, der Mutter der gesamten Menschheit, die darum wusste, dass sie und Adam fallen mussten, ,damit Menschen sein können‘ [2 Nephi 2:25] und damit es Freude geben würde. Sie setzen die bedeutende Tradition von Sara, Rebekka und Rahel fort, ohne die es die patriarchalischen Verheißungen an Abraham, Isaak und Jakob nicht gegeben hätte, die für uns alle ein Segen sind. Sie setzen die bedeutende Tradition der Loïs und Eunike [siehe 2 Timotheus 1:5] und der Mütter der zweitausend jungen Krieger fort. Sie setzen die bedeutende Tradition Marias fort, die, noch ehe die Welt war, auserwählt und vorherordiniert wurde, den Sohn Gottes zu empfangen, auszutragen und zur Welt zu bringen. Wir danken Ihnen allen, auch unseren Müttern, und sagen Ihnen, dass es auf dieser Welt nichts Wichtigeres gibt, als so direkt am Werk und der Herrlichkeit Gottes beteiligt zu sein, indem Sie die Sterblichkeit und das irdische Leben seiner Töchter und Söhne zustande bringen, damit die Unsterblichkeit und das ewige Leben im celestialen Reich im Himmel zustande kommen können.“ (Der Stern, Januar 1997, Seite 36; siehe auch Seite 45 in dem Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Teilnehmer.)

Vater und Mutter sollen einander als gleichwertige Partner unterstützen.

Anmerkung: Wenn Sie nur diese Lektion durchnehmen und die 10. Lektion nicht selbst durchgenommen haben, könnten Sie diesen Abschnitt der Lektion mit dem Zitat von Präsident Boyd K. Packer einleiten, das Sie auf Seite 49 in diesem Leitfaden finden. Weisen Sie die Teilnehmer auf die folgende Aussage in der Proklamation zur Familie hin: „Vater und Mutter müssen einander in [ihren] heiligen Aufgaben als gleichwertige Partner zur Seite stehen.“

• Was bedeutet es für Mann und Frau, bei ihren Aufgaben gleichwertige Partner zu sein?

Betonen Sie, dass Mann und Frau, die als gleichwertige Partner zusammenarbeiten, in ihrem Wirken einig sind. Sie unterstützen einander und machen Gebrauch von den Stärken und Talenten des anderen. Jedes Ehepaar kann die Führung des Herrn dafür erlangen, wie sie einander bei ihren Aufgaben unterstützen können. Sie können auf der Grundlage der von Gott offenbarten Grundsätze und ihrer einzigartigen Stärken und Fähigkeiten Entscheidungen treffen

• Was kann ein Mann tun, um seine Frau bei ihrer Aufgabe, die Kinder zu umsorgen, zu unterstützen?

• Was kann eine Frau tun, um ihren Mann bei seiner Aufgabe zu unterstützen, zu präsidieren und die Familie zu unterhalten?

• Welche Beispiele kennen Sie, wo Mann und Frau einander gut dabei unterstützt haben, ihre Kinder zu umsorgen und sie zu unterweisen?

Zum Abschluss

Lesen Sie gemeinsam mit den Teilnehmern LuB 64:33,34.

• Wie lässt sich diese Schriftstelle auf die Aufgaben des Vaters und der Mutter anwenden?

Betonen Sie, dass Mutter und Vater tatsächlich „den Grund für ein großes Werk“ legen. Die täglichen Aufgaben bei der Erziehung der Kinder scheinen manchmal klein und unbedeutend, doch „aus etwas Kleinem geht das Große hervor“. Wenn Vater und Mutter gemeinsam ihre heiligen Aufgaben erfüllen, wird ihre Familie vom Herrn reich gesegnet. Sprechen Sie darüber, was Ihnen die in der Lektion vermittelten Lehren bedeuten, so wie der Geist es Ihnen eingibt. Verweisen Sie auf Seite 43–47 in dem Leitfaden Ehe und Familie – Leitfaden für den Teilnehmer. Fordern Sie die Teilnehmer auf, die Lehren und Grundsätze in dieser Lektion zu wiederholen, indem sie (1) wenigstens eine Aufgabe aus den „Anwendungsvorschlägen“ erfüllen und (2) die Artikel „Weil sie eine Mutter ist“ von Elder Jeffrey R. Holland und „An die Mütter in Israel“ von Präsident Ezra Taft Benson lesen. Weisen Sie darauf hin, dass ein Ehepaar sehr davon profitieren kann, wenn es die Artikel in dem Leitfaden gemeinsam liest und miteinander darüber spricht.