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1. Die Familie und die Kirche im Plan Gottes
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1.

Die Familie und die Kirche im Plan Gottes

1.1

Der Plan Gottvaters für seine ewige Familie

1.1.1

Die Familie Gottes im vorirdischen Dasein

Die Familie ist von Gott eingerichtet. Sie ist die wichtigste Einheit zu dieser Zeit und in Ewigkeit. Noch ehe wir das Licht der Welt erblickten, gehörten wir bereits zu einer Familie. Jeder von uns „ist ein geliebter Geistsohn oder eine geliebte Geisttochter himmlischer Eltern“ und hat „ein göttliches Wesen und eine göttliche Bestimmung“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Mai 2017, Umschlaginnenseite hinten). Gott ist unser Vater im Himmel. Wir lebten in seiner Gegenwart und gehörten im vorirdischen Dasein zu seiner Familie. Dort erhielten wir unsere ersten Unterweisungen und wurden darauf vorbereitet, zur Erde zu kommen (siehe LuB 138:56).

1.1.2

Der Zweck des Erdenlebens

Weil Gott uns so sehr liebt, hat er einen Plan aufgestellt, in dem vorgesehen ist, dass wir zur Erde kommen. Wir sollten dort einen Körper empfangen und geprüft werden, um Fortschritt zu machen und ihm ähnlicher zu werden. Dieser Plan wird als „Plan der Errettung“ (Alma 24:14), „[der große] Plan des Glücklichseins“ (Alma 42:8) und „Plan der Erlösung“ (Alma 12:25; siehe auch Vers 26 bis 33) bezeichnet.

Gottes Plan dient dem Zweck, uns zum ewigen Leben zu führen. Gott hat verkündet: „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit – die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39.) Das ewige Leben ist die größte Gabe Gottes an seine Kinder (siehe LuB 14:7). Es bedeutet die Erhöhung im höchsten Grad des celestialen Reiches. Dank des Erlösungsplans können wir diese Segnung empfangen – in Gottes Gegenwart zurückzukehren und eine Fülle der Freude zu empfangen.

1.1.3

Das Sühnopfer Jesu Christi

Damit wir im Reich Gottes erhöht werden können, müssen wir im Erdendasein zwei Hindernisse überwinden: Tod und Sünde. Da wir diese Hindernisse nicht aus eigener Kraft überwinden können, hat uns der Vater im Himmel seinen Sohn Jesus Christus als Erretter und Erlöser gesandt. Das Sühnopfer des Erlösers ermöglicht es allen Kindern Gottes, den körperlichen Tod zu überwinden, aufzuerstehen und Unsterblichkeit zu erlangen. Das Sühnopfer ermöglicht es außerdem denjenigen, die umkehren und Christus nachfolgen, den geistigen Tod zu überwinden und in Gottes Gegenwart zurückzukehren, um bei ihm zu leben und das ewige Leben zu erlangen (siehe LuB 45:3-5).

1.1.4

Die Rolle der Familie im Plan Gottes

Zum Plan des himmlischen Vaters gehört auch, dass wir in eine Familie hineingeboren werden. Er hat die Familie erschaffen, damit wir Glück erleben, damit wir in einer liebevollen Umgebung leichter richtige Grundsätze lernen und damit wir uns auf das ewige Leben vorbereiten.

Eltern haben die wesentliche Aufgabe, ihre Kinder darauf vorzubereiten, zum Vater im Himmel zurückzukehren. Sie erfüllen diese Aufgabe, indem sie ihren Kindern beibringen, wie diese Jesus Christus nachfolgen können, und indem sie nach dem Evangelium leben.

1.1.5

Die Rolle der Kirche

Die Kirche bietet den organisatorischen Rahmen und die Mittel, allen Kindern Gottes das Evangelium Jesu Christi nahezubringen. In ihr gibt es die Priestertumsvollmacht, durch die die errettenden heiligen Handlungen und die Erhöhung allen zuteilwerden können, die ihrer würdig sind und die willens sind, sie anzunehmen.

1.2

Zum Vater zurückkehren

1.2.1

Das Evangelium Jesu Christi

Der Erlösungsplan ist die Fülle des Evangeliums. Er umfasst die Schöpfung, den Fall, das Sühnopfer Jesu Christi und alle Gesetze, Verordnungen und Lehren des Evangeliums. Wir können aufgrund des Plans im Erdendasein Freude verspüren (siehe 2 Nephi 2:25) und das ewige Leben erlangen.

Durch das Sühnopfer Jesu Christi können wir von Sünde gereinigt und geheiligt werden und uns darauf vorbereiten, in die Gegenwart des Ewigen Vaters zurückzukehren. Um diese Segnung empfangen zu können, müssen wir die Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums befolgen (siehe 3. Glaubensartikel). Wir müssen:

  1. Glauben an den Herrn Jesus Christus ausüben, den einziggezeugten Sohn Gottes

  2. uns Gott durch aufrichtige Umkehr zuwenden, einen Herzenswandel erfahren und unsere Sünden bekennen und von ihnen lassen

  3. die errettende heilige Handlung der Taufe zur Sündenvergebung empfangen

  4. als Mitglied der Kirche bestätigt werden und die Gabe des Heiligen Geistes durch Händeauflegen empfangen

  5. bis ans Ende ausharren und heilige Bündnisse einhalten

Diese Grundsätze werden seit den Tagen Adams gelehrt. Wenn wir diese Wahrheiten begreifen, an sie glauben und ein festes Zeugnis von Jesus Christus erlangen, möchten wir seine Gebote befolgen und unsere Familie und andere an unseren Segnungen teilhaben lassen (siehe 1 Nephi 8:9-37). Wer ein so sicheres Zeugnis als Grundlage hat, wird von ganz allein in anderen Bereichen der Kirche aktiv werden.

Wir wachsen in geistiger Hinsicht, wenn wir uns Gott durch Gebet, Schriftstudium, Nachsinnen und Gehorsam nahen. Nephi hat gesagt:

„Nachdem ihr auf diesen engen und schmalen Pfad gelangt seid, möchte ich fragen, ob alles getan ist? Siehe, ich sage euch: Nein; denn ihr seid nur durch das Wort von Christus, mit unerschütterlichem Glauben an ihn so weit gekommen und habt euch ganz auf die Verdienste dessen verlassen, der mächtig ist zu erretten.

Darum müsst ihr mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung und von Liebe zu Gott und zu allen Menschen. Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und euch am Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt, siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben.“ (2 Nephi 31:19,20.)

Jeder von uns ist Gott gegenüber verpflichtet, zu lernen und seine Gebote zu halten und nach dem Evangelium zu leben. Wir werden danach gerichtet werden, was wir getan haben, welche Herzenswünsche wir hatten und was für ein Mensch wir geworden sind. Wenn wir ein wahrer Nachfolger Jesu Christi werden, erfahren wir eine mächtige Wandlung im Herzen und haben „keine Neigung mehr …, Böses zu tun“ (Mosia 5:2; siehe auch Alma 5:12-15; Moroni 10:32,33). Wenn wir nach dem Evangelium Jesu Christi leben, wachsen wir Zeile um Zeile und werden dem Erlöser darin ähnlicher, wie wir unsere Mitmenschen lieben und ihnen dienen.

1.2.2

Die Rolle der Führungsbeamten und Lehrer

Die Führungs- und Lehrkräfte des Priestertums und der Hilfsorganisationen möchten anderen helfen, ein wahrer Nachfolger Jesu Christi zu werden (siehe Mosia 18:18-30). Sie unterstützen den Einzelnen und die Familie in diesem Bestreben wie folgt:

  1. Sie verkünden die reine Lehre des Evangeliums Jesu Christi und geben Zeugnis davon.

  2. Sie stärken den Einzelnen und die Familie in deren Bemühungen, ihre heiligen Bündnisse einzuhalten.

  3. Sie beraten und unterstützen und verschaffen einem Gelegenheiten, zu dienen.

Außerdem sind bestimmte Priestertumsführer ermächtigt, dafür zu sorgen, dass die errettenden heiligen Handlungen des Priestertums ordnungsgemäß durchgeführt werden.

1.3

Eine ewige Familie gründen

Die Familie steht in Gottes Plan im Mittelpunkt. Nach diesem Plan ist es möglich, familiäre Beziehungen über das Grab hinaus fortzusetzen. Wenn wir die Verordnungen und Bündnisse des Tempels getreulich einhalten, können wir in die Gegenwart Gottes zurückkehren und mit unserer Familie für immer vereint sein.

1.3.1

Mann und Frau

Nur diejenigen, die getreulich nach dem Evangelium Jesu Christi gelebt haben und als Partner für die Ewigkeit aneinander gesiegelt wurden, können im höchsten Grad des celestialen Reiches erhöht werden.

Die Siegelung von Mann und Frau für Zeit und Ewigkeit durch die Vollmacht des Priestertums (man spricht auch von Tempelehe) stellt einen heiligen Vorzug und eine heilige Verpflichtung dar, um die wir uns alle bemühen sollten. Sie bildet die Grundlage einer ewigen Familie.

Der männliche und der weibliche Geist sind so beschaffen, dass sie einander ergänzen. Mann und Frau sollen gemeinsam auf die Erhöhung hinarbeiten.

Der Herr hat Mann und Frau geboten, aneinander festzuhalten (siehe LuB 42:22; siehe auch Genesis 2:24). Das Wort festhalten in diesem Gebot bedeutet, jemandem vollständig zugetan und treu zu sein. Ein Ehepaar hält an Gott und aneinander fest, indem der eine dem anderen dient und ihn liebt und indem man seine Bündnisse voreinander und vor Gott in völliger Treue einhält (siehe LuB 25:13).

Ein Paar soll darin eins werden, dass es seine Familie zur Grundlage eines rechtschaffenen Lebens macht. In der Kirche Jesu Christi geben Männer und Frauen ihr Leben als Alleinstehender auf und machen ihre Ehe zur obersten Priorität. Sie lassen nicht zu, dass ein anderer Mensch oder ein sonstiger Anreiz in ihrem Leben einen höheren Rang einnimmt als das Ziel, die Bündnisse einzuhalten, die sie mit Gott und miteinander eingegangen sind. Doch auch wenn ein Ehepaar sich vor allem auf die eigene Familie konzentriert, wird es weiterhin für die Eltern und Geschwister da sein und sie unterstützen. Gleichermaßen erkennen weise Eltern ihre Verpflichtung, ihre Kinder das ganze Leben lang zu lieben und zu unterstützen.

Einigkeit in der Ehe erfordert eine umfassende Partnerschaft. Adam und Eva beispielsweise arbeiteten, beteten und verehrten Gott gemeinsam, brachten gemeinsam Opfer dar, lehrten ihre Kinder gemeinsam das Evangelium und trauerten gemeinsam über ungeratene Kinder (siehe Mose 5:1,4,12,27). Sie waren miteinander und mit Gott vereint.

1.3.2

Eltern und Kinder

„Das erste Gebot, das Gott Adam und Eva gab, bezog sich darauf, dass sie als Ehemann und Ehefrau Eltern werden konnten. … Gottes Gebot für seine Kinder, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern, [ist] noch immer in Kraft.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“.) Gott hat es so vorgesehen, dass beide, Mann und Frau, gebraucht werden, um Kindern ein Leben auf Erden zu ermöglichen und die besten Voraussetzungen für ihre Erziehung und Versorgung zu schaffen.

Vollständige sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe und bedingungslose Treue in der Ehe bewahren die Heiligkeit dieser Verpflichtung. Eltern sowie Führungsbeamte des Priestertums und der Hilfsorganisationen sollen tun, was sie können, um dieser Lehre Nachdruck zu verschaffen.

Zur Rolle von Vater und Mutter haben die Führer der Kirche gesagt: „Der Vater [präsidiert] in Liebe und Rechtschaffenheit über die Familie [und hat] die Pflicht …, dafür zu sorgen, dass die Familie alles hat, was sie zum Leben und für ihren Schutz braucht. Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig. Vater und Mutter müssen einander in diesen heiligen Aufgaben als gleichwertige Partner zur Seite stehen.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“.) Falls es keinen Vater in der Familie gibt, präsidiert die Mutter über die Familie.

Den Eltern wurde von Gott die Pflicht auferlegt, „ihre Kinder in Liebe und Rechtschaffenheit zu erziehen, sich ihrer physischen und geistigen Bedürfnisse anzunehmen und sie zu lehren, dass sie einander lieben und einander dienen, die Gebote Gottes befolgen und gesetzestreue Bürger sein sollen, wo immer sie leben.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“; siehe auch Mosia 4:14,15.)

Weise Eltern bringen ihren Kindern bei, wie die heilende, versöhnende und stärkende Macht des Sühnopfers in der Familie Anwendung finden kann. So wie Sünde, irdische Schwächen, seelischer Schmerz und Zorn dazu führen, dass Gottes Kinder von ihm getrennt werden, kann auch eine Familie dadurch getrennt werden. Jedes Mitglied einer Familie ist verpflichtet, sich um Einigkeit in der Familie zu bemühen. Kinder, die gelernt haben, sich in der Familie um Einigkeit zu bemühen, werden dies auch außerhalb der Familie leichter schaffen.

1.3.3

Unverheiratete Mitglieder der Kirche

Alle Mitglieder, selbst diejenigen, die nie geheiratet haben oder keine Angehörigen in der Kirche haben, sollen das Ideal einer ewigen Familie verfolgen. Das bedeutet, dass sie sich darauf vorbereiten, ein würdiger Ehepartner und ein liebevoller Vater, eine liebevolle Mutter zu werden. In manchen Fällen werden diese Segnungen erst im nächsten Leben erfüllt, aber das höchste Ziel ist für alle gleich.

Treue Mitglieder, deren Lage es nicht zulässt, dass sie in diesem Leben eine ewige Ehe eingehen und Eltern werden, empfangen alle verheißenen Segnungen in der Ewigkeit, wenn sie die Bündnisse einhalten, die sie mit Gott eingegangen sind.

1.4

Familie und Kirche

Nach den Lehren und Bräuchen des wiederhergestellten Evangeliums helfen und stärken Familie und Kirche einander. Die Familie muss in der Lehre unterwiesen werden und die heiligen Handlungen des Priestertums empfangen, die nur durch die Kirche zu haben sind, um des ewigen Lebens würdig zu werden. Um als Organisation stark und lebendig zu sein, braucht die Kirche rechtschaffene Familien.

Gott hat ein Schema offenbart, wie der Einzelne und die Familie durch heilige Handlungen, Unterricht, Programme und Aktivitäten, bei denen die Familie im Mittelpunkt steht und die von der Kirche unterstützt werden, geistig Fortschritt machen können. Die Organisationen und Programme der Kirche sollen für den Einzelnen und die Familie ein Segen sein und dienen keinem Selbstzweck. Die Führungsbeamten und Lehrkräfte des Priestertums und der Hilfsorganisationen wollen den Eltern helfen und sie nicht verdrängen oder ersetzen.

Den Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen muss es ein Anliegen sein, die Heiligkeit des häuslichen Lebens zu stärken, indem sie darauf achten, dass alle Aktivitäten der Kirche dem Wohl des Einzelnen und der Familie dienen. Die Führer der Kirche müssen sich hüten, einer Familie zu viele Aufgaben in der Kirche zu übertragen. Eltern und Führer der Kirche arbeiten gemeinsam daran, dass der Einzelne und die Familie Jesus Christus nachfolgen und dadurch zum Vater im Himmel zurückkehren können.

1.4.1

Das Zuhause stärken

Nachfolger Christi sind aufgefordert, sich zu „sammeln“, „an heiligen Stätten zu stehen“ und „nicht zu wanken“ (siehe LuB 45:32; 87:8; 101:22; siehe auch 2 Chronik 35:5; Matthäus 24:15). Zu diesen heiligen Stätten gehören der Tempel, das eigene Zuhause und das Gemeindehaus. Diese Gebäude werden zu einer „heiligen Stätte“, wenn der Geist dort zugegen ist und die Menschen, die darin verweilen, sich entsprechend verhalten.

Die Mitglieder der Kirche sollen, wo auch immer sie wohnen mögen, ein Zuhause errichten, wo der Geist zugegen sein kann. Alle Mitglieder der Kirche können dafür sorgen, dass ihr Zuhause ein Zufluchtsort vor der Welt ist. Ob das Zuhause von Mitgliedern nun klein oder groß ist – es kann ein „Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus des Lernens, ein Haus der Herrlichkeit, ein Haus der Ordnung, ein Haus Gottes“ sein (LuB 88:119). Die Mitglieder der Kirche können den Geist mit einfachen Mitteln zu sich nach Hause einladen, beispielsweise durch aufbauende Unterhaltung, gute Musik und inspirierte Kunst (etwa ein Gemälde, auf dem der Erlöser oder ein Tempel zu sehen ist).

Ein Zuhause mit liebevollen und treuen Eltern ist für Kinder der Ort, wo ihre geistigen und körperlichen Bedürfnisse am besten gestillt werden. Wenn Christus zuhause im Mittelpunkt steht, haben Erwachsene und Kinder einen Ort, wo sie sich vor Sünde schützen, Zuflucht vor der Welt finden, ihre seelischen und sonstigen Schmerzen heilen lassen und aufrichtige, wahre Liebe finden können.

Eltern wurde schon immer geboten, ihre Kinder „in der Zucht und Weisung des Herrn“ (Epheser 6:4; Enos 1:1) und „in Licht und Wahrheit“ (LuB 93:40) zu erziehen. Die Erste Präsidentschaft hat verkündet:

„Wir rufen die Eltern auf, sich nach besten Kräften zu bemühen, ihre Kinder in den Evangeliumsgrundsätzen zu unterweisen und zu erziehen; dadurch werden die Kinder der Kirche nahe bleiben. Die Familie ist die Grundlage eines rechtschaffenen Lebens, und keine andere Institution kann ihren Platz einnehmen oder ihre wesentlichen Aufgaben erfüllen und dieser von Gott gegebenen Verantwortung gerecht werden.

Wir raten den Eltern und Kindern, räumen Sie dem Familiengebet, dem Familienabend, dem Evangeliumsstudium und der Unterweisung im Evangelium sowie sinnvollen Familienaktivitäten höchste Priorität ein. So sinnvoll und angemessen andere Anforderungen und Aktivitäten auch sein mögen, sie dürfen die von Gott übertragenen Aufgaben, die nur die Eltern und die Familie erfüllen können, nicht verdrängen.“ (Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 11. Februar 1999.)

In erster Linie ist es die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern zu helfen, den Vater im Himmel und seinen Sohn Jesus Christus zu erkennen (siehe Johannes 17:3). Den Vätern und Müttern in der Kirche ist geboten worden, ihren Kindern die Grundsätze des Evangeliums und die heiligen Handlungen und Bündnisse nahezubringen und ihnen zu zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt (siehe LuB 68:25-28). Kinder, die auf diese Weise erzogen und belehrt werden, sind besser darauf vorbereitet, im entsprechenden Alter die heiligen Handlungen des Priestertums zu empfangen und Bündnisse mit Gott einzugehen und zu halten.

Bei den inspirierten Programmen der Kirche wie dem Heimlehren (siehe LuB 20:47,51), dem Besuchslehren und dem Familienabend geht es vor allem darum, die Familie zu stärken. Wie bei allem anderen hat Jesus uns darin ein Beispiel gegeben, wie man andere besucht, um ihnen zu dienen, sie zu lehren und sie zu segnen (siehe Matthäus 8:14,15; 9:10-13; 26:6; Markus 5:35-43; Lukas 10:38-42; 19:1-9).

1.4.2

Der Familienabend

Die Propheten der Letzten Tage haben den Eltern ans Herz gelegt, einmal in der Woche einen Familienabend abzuhalten, um ihre Kinder das Evangelium zu lehren, Zeugnis von dessen Wahrheit abzulegen und die Einigkeit der Familie zu stärken. Die Führungsbeamten in Pfahl und Gemeinde sind angehalten, den Montagabend von sämtlichen Versammlungen, Sitzungen und Aktivitäten der Kirche freizuhalten, damit der Familienabend stattfinden kann.

Zum Familienabend können Familiengebet, Evangeliumsunterricht, Zeugnisse, Lieder aus dem Gesangbuch oder PV-Lieder sowie sinnvolle andere Unternehmungen gehören (Näheres über Musik in der Familie finden Sie unter 14.8). Eltern können als Programmpunkt des Familienabends oder unabhängig davon von Zeit zu Zeit auch einen Familienrat einberufen, um Ziele zu setzen, Probleme zu lösen, Termine abzustimmen und die Familie zu unterstützen und zu stärken.

Der Familienabend ist eine heilige, der Familie vorbehaltene Zeit, in der die Eltern die Leitung haben. Die Priestertumsführer geben einer Familie keine Anweisungen, was sie beim Familienabend zu machen haben.

1.4.3

Einzelne stärken

Die Führer der Kirche sollen sich besonders um Mitglieder kümmern, die derzeit keinen Rückhalt von einer Familie bekommen, die aus starken Mitgliedern der Kirche besteht. Dazu können Kinder und Jugendliche gehören, deren Eltern nicht Mitglied der Kirche sind, aber auch Angehörige von Familien, die nur zum Teil Mitglied sind, oder Alleinstehende aller Altersgruppen. Auch sie sind ein Bündnis mit Gottes ewiger Familie eingegangen, und er liebt sie sehr. Diese Mitglieder sollen Gelegenheiten erhalten, in der Kirche zu dienen. Die Kirche kann diesen Mitgliedern einen gesellschaftlichen Umgang bieten, der ihnen förderlich ist, und sie in einer Weise aufnehmen wie niemand sonst.

Jedes Mitglied der Kirche ist gleichermaßen wertvoll. In Gottes ewigem Plan ist vorgesehen, dass alle seine treuen Kinder das ewige Leben erlangen und als Familie für immer erhöht werden.