Kapitel 25: Alma 8 bis 12
    Fußnoten

    Kapitel 25

    Alma 8 bis 12

    Einleitung

    Almas Missionsreise in die Stadt Ammoniha zeigt, wie Gott seinen Knechten beisteht, wenn sie ihm sogar in Zeiten großer Schwierigkeiten und unter persönlichen Opfern treu gehorchen (siehe 1 Nephi 1:20). Nach Almas erstem Versuch, in einer gottlosen Stadt zu predigen, erschien ihm ein Engel, der ihm versicherte, dass sein Stand vor Gott gut sei, und der ihn anwies, nach Ammoniha zurückzukehren. Dort war einem Mann namens Amulek von einem Engel geboten worden, Alma bei sich aufzunehmen. Später wurde den beiden Männern vom Geist des Herrn eingegeben, wie sie sich raffinierten Rechtsgelehrten gegenüber behaupten konnten, die darauf aus waren, Zwietracht zu säen, um daraus Profit zu schlagen. Was Alma und Amulek erlebten, können wir auch auf uns beziehen. Auch wenn wir noch Schwierigkeiten zu bewältigen haben, wird der himmlische Vater uns Frieden verleihen, uns inspirieren und uns beistehen, wenn wir bemüht sind, ihm zu gehorchen.

    Darüber hinaus lassen diese Kapitel erkennen, wie viel ein echtes, reines Zeugnis bewirken kann, wenn man es gegen diejenigen aufbietet, die sich dem Werk des Herrn entgegenstellen (siehe Alma 4:19). Beachten Sie, was die Lehren von der Auferstehung und dem Jüngsten Gericht in Zeezrom auslösten. Überlegen Sie, welche Auswirkungen diese Lehren auf Sie, auf Ihr Zeugnis sowie auf Ihre Mitmenschen haben können.

    Kommentar

    Alma 8:10. „Machtvolles Gebet“

    • Der Ausdruck „machtvolles Gebet“ steht für intensive Kommunikation mit Gott, die von Glauben getragen wird. Elder Joseph B. Wirthlin (1917–2008) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat einige Vorschläge gemacht, wie wir die Kraft unserer Gebete einschätzen und erhöhen können:

      „Haben Sie überlegt, was Ihre Gebete … bewirken? Wie nah fühlen Sie sich dem himmlischen Vater? Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Gebete erhört werden? Werden Sie, wenn Sie beten, bereichert und erbaut? Könnte es vielleicht besser sein?

      Es kann viele Gründe geben, warum unseren Gebeten die Kraft fehlt. Manchmal werden sie zur Routine. Unsere Gebete werden bedeutungslos, wenn wir die gleichen Worte im gleichen Zusammenhang immer wieder wiederholen, sodass das Gebet kein Gespräch mehr ist, sondern zu einem Vortrag verkommt. Das hat der Erretter mit ,viele Worte‘ gemeint (siehe Matthäus 6:7). Solche Gebete, so sagte er, werden nicht erhört. …

      Kommt es Ihnen so vor, als seien Ihre Gebete eins wie das andere? Haben Sie schon einmal ein Gebet so mechanisch vorgetragen, als würden Sie eine Schallplatte abspielen? Langweilen Sie sich manchmal, wenn Sie das Gebet sprechen?

      Verdient ein Gebet, bei dem Sie nicht sonderlich mitdenken, die Aufmerksamkeit des himmlischen Vaters? Wenn Sie merken, dass Ihre Gebete nur noch Routine sind, halten Sie ein und denken Sie darüber nach. Denken Sie eine Weile darüber nach, wofür Sie wirklich dankbar sind.“ („Gebete, die ihr Ziel erreichen“, Liahona, August 2004, Seite 16,18.)

    Alma 8:10-16. Der Herr wird uns helfen, wenn wir treu sind

    • Nachdem Alma in anderen Städten beachtlichen Erfolg beim Predigen des Evangeliums gehabt hatte, wurde er in Ammoniha geschmäht, angespien und aus der Stadt ausgestoßen. Danach versicherte der Engel Alma aber, dass seine Bemühungen vom Herrn angenommen worden seien und dass er zurückgehen und dem Volk erneut predigen solle (siehe Alma 8:15,16). Präsident Thomas S. Monson hat denjenigen seine Anerkennung ausgesprochen, die manchmal das Gefühl haben, ihre besten Bemühungen seien nicht genug gewesen oder sie hätten versagt:

      „,Tu deine Pflicht und tu sie gern, das Weitre überlass dem Herrn.‘ [‚The Legend Beautiful‘ von Henry Wadsworth Longfellow.]

      Sollte jemand meinen, er sei zu schwach, um die Richtung und den Abwärtstrend seines Lebens zu ändern, oder sollte jemand sich nicht entschließen können, sich zu bessern, weil er die größte aller Ängste hat, nämlich die Angst zu versagen, dann gibt es für ihn keine tröstlichere Zusicherung als das Wort des Herrn: ‚Meine Gnade ist ausreichend für alle Menschen, die sich vor mir demütigen; denn wenn sie sich vor mir demütigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches für sie stark werden lassen.‘ [Ether 12:27.]

      Überall kann man Wunder finden, wenn Priestertumsberufungen groß gemacht werden. Wenn Glaube an die Stelle des Zweifels tritt, wenn selbstloser Dienst das selbstsüchtige Streben auslöscht, dann bringt die Macht Gottes seine Absichten zustande.“ (Liahona, Januar 2000, Seite 59.)

    Alma 8:18. Alma kehrte schnell zurück

    • Nachdem Alma die Botschaft des Engels gehört hatte, „kehrte er schnell ins Land Ammoniha zurück“. Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft hat gesagt, dass unverzüglicher Gehorsam dem Herrn gegenüber für unser geistiges Wohlergehen unerlässlich ist:

      „Wie viel Glauben wir jetzt auch haben mögen, Gott zu gehorchen – wir müssen ihn ständig stärken und andauernd auffrischen. Wir können dies tun, indem wir uns schon jetzt vornehmen, schneller zu gehorchen und mit größerer Entschlossenheit auszuharren. Der Schlüssel zu geistiger Vorbereitung liegt darin, dass man lernt, frühzeitig anzufangen und standhaft zu sein. …

      Ein liebender himmlischer Vater und sein geliebter Sohn haben uns jede erdenkliche Hilfe gegeben, damit wir die Prüfungen des Lebens bestehen, die vor uns liegen. Aber wir müssen den Beschluss fassen zu gehorchen und zu handeln. Mit der Zeit und durch unsere täglichen Entscheidungen bauen wir den Glauben auf, durch den wir die Prüfungen unseres Gehorsams bestehen. Wir können schon jetzt beschließen, rasch umzusetzen, was auch immer Gott von uns verlangt.“ (Liahona, November 2005, Seite 38ff.)

    Alma 8:26. Das Fasten

    • Alma fastete, um sich geistig und seelisch darauf vorzubereiten, den Einwohnern von Ammoniha zu predigen. Wenn wir fasten, zeigen wir dem Herrn, wie ernst uns unser Anliegen ist. Präsident James E. Faust (1920–2007) von der Ersten Präsidentschaft hat dazu gesagt: „Beispielsweise ist manchmal das Fasten angemessen, um unsere Ernsthaftigkeit zu beweisen. … Wenn wir fasten, demütigen wir unsere Seele, was uns mehr mit Gott und seinen heiligen Absichten in Einklang bringt.“ (Liahona, Juli 2002, Seite 67.)

    • Elder Joseph B. Wirthlin hat einiges aufgezählt, womit wir gesegnet werden, wenn wir richtig fasten und das gebeterfüllt tun:

      „Das Fasten ist machtvoll, wenn es mit mächtigem Gebet gekoppelt ist. Es kann uns den Sinn mit den Offenbarungen des Geistes füllen. Es kann uns für Zeiten der Versuchung stärken.

      Das Fasten und Beten kann uns helfen, Mut und Vertrauen zu entwickeln. Es kann unseren Charakter festigen und uns zu Selbstbeherrschung und Disziplin verhelfen. Wenn wir fasten, haben unsere rechtschaffenen Gebete und unser Flehen oft größere Macht. Das Zeugnis wächst. Wir reifen in geistiger und seelischer Hinsicht und heiligen unsere Seele. Jedes Mal, wenn wir fasten, erlangen wir ein bisschen mehr Kontrolle über unsere Gelüste und Leidenschaften. …

      Wenn wir mit dem richtigen Geist und im Sinne des Herrn fasten, verleiht uns das in geistiger Hinsicht Energie, es stärkt unsere Selbstbeherrschung, erfüllt unser Zuhause mit Frieden, macht uns das Herz freudevoll und leicht, stärkt uns gegen Versuchung, macht uns für Zeiten der Prüfung bereit und öffnet die Fenster des Himmels.“ (Liahona, Juli 2001, Seite 88, 91.)

    Alma 9:14-23. Große Segnungen bringen große Verantwortung mit sich

    • Alma warnte die Bewohner von Ammoniha, dass der Herr den Lamaniten, obwohl diese damals ein schlechtes Volk waren, beim Jüngsten Gericht mehr Barmherzigkeit erweisen würde als ihnen (siehe Alma 9:14). Denn die Lamaniten folgten falschen Überlieferungen, während die Nephiten generell und insbesondere das Volk von Ammoniha ein „hoch begünstigtes Volk des Herrn“ waren, „vor allen anderen Nationen, Geschlechtern, Sprachen oder Völkern begünstigt“ (Alma 9:20). Große Segnungen bringen also große Verantwortung mit sich.

      Schwester Sheri L. Dew hat als Ratgeberin in der FHV-Präsidentschaft gesagt: „,Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert.‘ (LuB 82:3.) Manchmal wiegen die mit dem Jüngersein verbundenen Anforderungen schwer. Aber sollten wir nicht erwarten, dass die Reise zur ewigen Herrlichkeit uns viel abverlangt? Wir entschuldigen unsere Beschäftigung mit dieser Welt und unsere nachlässige Einstellung zu unserer geistigen Entwicklung manchmal damit, dass wir uns mit der Bemerkung trösten, das Leben nach dem Evangelium sollte uns nicht zu viel abverlangen. Aber der Verhaltensmaßstab des Herrn wird immer höher und anspruchsvoller sein als der Maßstab der Welt. Denn der Lohn des Herrn ist unendlich herrlicher – er schließt wahre Freude, inneren Frieden und Errettung ein.“ („Wir sind Frauen Gottes“, Liahona, Januar 2000, Seite 119.)

    Alma 10:2,3. Lehi – „ein Abkömmling Manasses“

    • Dass Lehi von Manasse abstammt, trägt zur Erfüllung einer Verheißung bei, die Josef vor alters gegeben wurde. Kurz vor seinem Tod sprach Josef von Ägypten über diese Verheißung, die er vom Herrn hinsichtlich seiner Nachkommen erhalten hatte:

      „Ich habe vom Herrn die Verheißung erhalten, dass … der Herr, Gott, einen rechtschaffenen Zweig aus meinen Lenden erwecken wird. …

      Und es wird sich begeben, dass sie wiederum zerstreut werden; und ein Zweig wird abgebrochen werden und wird in ein fernes Land geführt werden; doch soll ihrer in den Bündnissen des Herrn gedacht werden, wenn der Messias kommt. …

      So spricht der Herr, der Gott meiner Väter, zu mir: …

      Darum wird die Frucht deiner Lenden schreiben, und die Frucht der Lenden des Juda wird schreiben; und das, was von der Frucht deiner Lenden geschrieben werden wird, und auch das, was von der Frucht der Lenden des Juda geschrieben werden wird, das wird zusammenwachsen, damit falsche Lehren zuschanden werden und Streitigkeiten beigelegt werden und Friede aufgerichtet werde unter der Frucht deiner Lenden und sie in den Letzten Tagen zur Erkenntnis ihrer Väter und auch zur Erkenntnis meiner Bündnisse gebracht werden, spricht der Herr.“ (JSÜ, Genesis 50:24,25,27, 31; siehe auch 2 Nephi 3:5, 12.)

    • Vor ihrer Flucht in die Wildnis lebten Lehi und Ischmael, die beide Nachkommen Josefs waren, mit ihren Familien in Jerusalem, das zum Königreich Juda gehörte. Ein Autor hat etwas darüber geschrieben, warum Lehis Vorfahren, die von Joseph abstammten, in Jerusalem lebten, das zum größten Teil von den Nachkommen Judas bewohnt wurde: „Manch einer, der sich mit dem Buch Mormon befasst hat, hat sich schon gefragt, warum im Jahr 600  v. Chr. noch immer Nachkommen Josefs in Jerusalem lebten, wo doch die meisten Stammesmitglieder von Efraim und Manasse um 721  v. Chr. von den Assyrern in Gefangenschaft geführt worden waren. Eine Schriftstelle in 2 Chronik könnte einen Hinweis dazu bieten. Dort steht nämlich geschrieben, dass um 941  v. Chr. Asa, der König des Landes, in Jerusalem ganz Juda und Benjamin versammelte sowie ‚die Leute von Efraim [und] Manasse …, die sich bei ihnen aufhielten‘ (2 Chronik 15:9). Unter diesen Menschen aus den Stämmen Efraim und Manasse, die um 941  v. Chr. in Jerusalem versammelt wurden, befanden sich möglicherweise die Vorväter Lehis und Ischmaels.“ (Daniel H. Ludlow, A Companion to Your Study of the Book of Mormon, 1976, Seite 199.)

    Alma 10:22,23. „Die Gebete der Rechtschaffenen“

    • Beachten Sie, welchen Einfluss die Gebete der Rechtschaffenen auf ein ganzes Land hatten. Die Gebete der Rechtschaffenen bewirkten auch, dass die Nephiten später, zur Zeit von Hauptmann Moroni und von Samuel dem Lamaniten, nicht vernichtet wurden (siehe Alma 62:40; Helaman 13:12-14).

      Präsident Spencer W. Kimball (1895–1985) hat über die Gebete, die heutzutage gesprochen werden, gesagt: „Es gibt viele aufrechte und gläubige Menschen, die die Gebote halten und deren Leben und deren Gebete die Welt vor der Zerstörung bewahren.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1971.) Als die Rechtschaffenen getötet oder aus Ammoniha ausgestoßen worden waren, wurde die Stadt nicht mehr durch ihre Gebete geschützt und „jede lebende Seele der Ammonihaiten [wurde] vernichtet“ (Alma 16:9).

    Alma 11:22. „Sechs Onti Silber“

    • Ein Onti war das wertvollste Zahlungsmittel der Nephiten. Eine mögliche Erklärung dafür, warum das nephitische Münzsystem in Alma 11 aufgelistet wurde, ist, dass veranschaulicht werden sollte, wie hoch die Bestechungssumme war, die Zeezrom Amulek anbot, damit dieser „das Dasein eines allerhöchsten Wesens [leugnet]“ (Alma 11:22). Offenbar entsprachen diese sechs Onti Silber dem Lohn für 42 Arbeitstage eines Richters unter dem Volk Ammoniha (siehe Alma 11:3,11-13).

    Alma 11:40. Für wen alles wurde das Sühnopfer vollbracht?

    • Alma 11:40 wird oft missverstanden: Einige sind der Meinung, Amulek habe gelehrt, dass Christus nur für diejenigen litt, die an ihn glauben und Umkehr üben. Das ist nicht richtig. In den heiligen Schriften steht, dass der Erretter „die Schmerzen aller Menschen, ja, die Schmerzen jeden lebenden Geschöpfes, sowohl der Männer als auch der Frauen und Kinder [erleidet]“ (2 Nephi 9:21; siehe auch Mosia 4:7). Der Heiland weist jedoch darauf hin, dass sein Blut die Menschen nicht säubern werde, wenn sie keine Umkehr üben (siehe LuB 29:17). Was Amulek also ausdrücken wollte, ist eindeutig die Tatsache, dass das Sühnopfer nicht voll zur Geltung kommen kann, wenn die Schlechten nicht umkehren wollen, und nicht etwa, dass der Erretter nur für diejenigen gelitten hat, die umkehren.

    Alma 11:41-45. Die Auferstehung

      The risen Christ
    • Im Schriftenführer wird die Auferstehung so definiert: „Die Wiedervereinigung des Geistkörpers mit dem physischen Körper aus Fleisch und Knochen nach dem Tod. Nach der Auferstehung werden Geist und Körper nie mehr getrennt werden.“ („Auferstehung“, Schriftenführer, Seite 14f.) Durch das Wissen um die Auferstehung erhält das Erdendasein eine tiefere Bedeutung.

      Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel hat die „lebendige Hoffnung“ beschrieben, die denjenigen zuteil wird, die Glauben haben und dieser heiligen Wahrheit vertrauen, und wie sich diese auf unser tägliches Leben auswirken kann:

      „Die ‚lebendige Hoffnung‘, die wir durch die Auferstehung erhalten, ist unsere Überzeugung, dass der Tod nicht das Ende unserer Persönlichkeit ist, sondern nur ein notwendiger Schritt im Übergang von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Diese Hoffnung ändert unsere Sicht von der Sterblichkeit. …

      Die Zusicherung der Auferstehung gibt uns die Kraft und die Perspektive, um den irdischen Herausforderungen zu begegnen, die vor uns und denen, die wir lieben, liegen, zum Beispiel körperliche, geistige oder emotionale Behinderungen, die wir von Geburt an mitbringen oder während des Lebens bekommen. Aufgrund der Auferstehung wissen wir, dass diese sterblichen Unzulänglichkeiten nur vorübergehend sind.

      Die Zusicherung der Auferstehung gibt uns auch einen starken Anreiz, während unseres Erdenlebens die Gebote Gottes zu befolgen. …

      Darüber hinaus werden wir, wenn unsere irdischen Sünden nicht durch Umkehr und Vergebung gesäubert und ausgelöscht worden sind (siehe Alma 5:21; 2 Nephi 9:45,46; LuB 58:42), mit einer klaren Erinnerung (siehe Alma 11:43) und einer vollkommenen Kenntnis all unserer Schuld und unserer Unreinheit auferstehen (siehe 2 Nephi 9:14; siehe auch Alma 5:18). Wie schwerwiegend das ist, wird in vielen Schriftstellen betont, die andeuten, dass unmittelbar nach der Auferstehung der Tag des Gerichts folgt (siehe 2 Nephi 9:15, 22; Mosia 26:25; Alma 11:43,44; 42:23; Mormon 7:6; 9:13,14). Gewiss, ,dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen‘ (Alma 34:32). …

      Unser sicheres Wissen von einer Auferstehung zur Unsterblichkeit gibt uns auch den Mut, unserem eigenen Tod entgegenzublicken – selbst einem Tod, den wir vorzeitig nennen. …

      Die Zusicherung der Unsterblichkeit hilft uns auch, die irdische Trennung durch den Tod unserer Lieben zu ertragen. … Wir alle sollten Gott loben, weil er uns die Zusicherung der Auferstehung gegeben hat, die unsere Trennung auf der Erde zeitlich begrenzt und uns die Hoffnung und die Kraft gibt, weiterzumachen.“ (Liahona, Juli 2000, Seite 18f.)

    • Als Elder Sterling W. Sill (1903–1994) Mitglied der Siebziger war, sagte er über die Segnungen der Auferstehung: Ein auferstandener Körper „ist unvorstellbar schön, mit wachen Sinnen, einem erweiterten Wahrnehmungsvermögen und einer weit größeren Fähigkeit zu lieben, Verständnis zu haben und Glück zu empfinden“ (Herbst-Generalkonferenz 1976).

    • Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) hat ebenfalls erklärt, was die Auferstehung für unseren sterblichen Körper bedeutet: „Niemand braucht sich darum zu sorgen, wie ein auferstandenes Wesen aussieht. Der Tod ist ein Reinigungsprozess, was den Körper anbelangt. Wir haben Grund zu glauben, dass Alterserscheinungen verschwinden und der Körper zur vollen Leistungsfähigkeit eines Mannes oder einer Frau wiederhergestellt werden wird. Kinder werden als Kinder auferstehen, denn im Grab gibt es kein Wachstum. Kinder werden heranwachsen, bis sie völlig die Gestalt ihres Geistes angenommen haben.“ (Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 4:185.)

    Alma 12:9. Was ist unter den „Geheimnissen Gottes“ zu verstehen?

      President Joseph Fielding Smith
    • Präsident Joseph Fielding Smith hat erläutert, dass man unter den Geheimnissen Gottes ganz einfach diejenigen göttlichen Grundsätze des Evangeliums versteht, die für unsere Errettung notwendig sind, die aber von der Welt nicht verstanden werden: „Der Herr hat verheißen, seine Geheimnisse denen zu offenbaren, die ihm glaubenstreu dienen. … Das Evangelium ist sehr einfach, sodass selbst Kinder, die das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben, es verstehen können. Ohne Frage gibt es Grundsätze, die wir in diesem Leben noch nicht erfassen können. Doch wenn alles offenbar werden wird, werden wir sehen, dass alles klar und vernünftig und für uns verständlich ist. Die ‚einfachen‘ Grundsätze des Evangeliums wie die Taufe und das Sühnopfer sind für diejenigen ein Geheimnis, die nicht vom Geist des Herrn geführt werden.“ (Church History and Modern Revelation, 2 Bände, 1953, 1:43.)

      Die Geheimnisse Gottes dürfen nicht verwechselt werden mit dem unguten Streben nach „Geheimnisvollem“, also nach dem, was Gott noch nicht offenbart hat. Elder Bruce R. McConkie (1915–1985) vom Kollegium der Zwölf Apostel hat über den Begriff geheimnisvoll gesagt: „Der Begriff geheimnisvollwird nur selten und eher in der Umgangssprache als in der heiligen Schrift verwendet. Er steht für Lehren, die eher spekulativer Natur sind und zu dem gehören, worüber der Herr bisher noch nichts Eindeutiges offenbart hat. So etwas ist gemeint, wenn die Ältesten ermahnt werden, sich nicht mit Geheimnisvollem zu befassen.“ (Mormon Doctrine, 2. Auflage, 1966, Seite 524.)

    Alma 12:10-12. Wir erhalten „das kleinere Maß des Wortes“, wenn wir unser Herz verhärten

    • Elder Dallin H. Oaks hat gesagt, dass wir unsere Lernfähigkeit beschränken, wenn wir uns gegen Offenbarung durch den Heiligen Geist sperren: „Wir lehren und lernen die Geheimnisse Gottes durch Offenbarung, und zwar vom Heiligen Geist. Wenn wir aber unser Herz gegen Offenbarung verhärten und unser Verständnis auf das begrenzen, was wir durch Studium und Vernunft fassen können, beschränken wir uns auf das, was Alma als ‚das kleinere Maß des Wortes‘ bezeichnet hat.“ (Liahona, August 2001, Seite 15.)

    Alma 12:12-14. Gemäß unseren Worten, Werken und Gedanken gerichtet

    • Elder Dallin H. Oaks hat gesagt, dass am Tag des Gerichts nicht nur überprüft wird, was wir während unseres irdischen Lebens getan haben, sondern dass dann bewertet wird, wer oder was wir infolge unserer Taten geworden sind:

      „Der Prophet Nephi beschreibt das letzte Gericht im Hinblick auf das, was wir geworden sind: ‚Und wenn ihre Werke Schmutz wären, müssten sie notwendigerweise schmutzig sein; und wenn sie schmutzig seien, würden sie notwendigerweise nicht im Reich Gottes wohnen können.‘ (1 Nephi 15:33; Hervorhebungen hinzugefügt.) Moroni verkündet: ‚Jemand, der schmutzig ist, [wird] auch dann noch schmutzig sein; und wer rechtschaffen ist, wird auch dann noch rechtschaffen sein.‘ (Mormon 9:14; Hervorhebungen hinzugefügt; siehe auch Offenbarung 22:11,12; 2 Nephi 9:16; LuB 88:35.) Das Gleiche gilt auch für jemanden, der ‚egoistisch‘ oder ‚ungehorsam‘ ist oder sonst eine Eigenschaft besitzt, die mit Gottes Anforderungen unvereinbar ist. Alma spricht vom ‚Zustand‘ der Schlechten beim letzten Gericht und erklärt, dass wir nicht ‚unbefleckt befunden werden‘, wenn unsere Worte, unsere Werke und unsere Gedanken uns schuldig sprechen, ‚und in diesem furchtbaren Zustand werden wir nicht wagen, zu unserem Gott aufzuschauen‘ (Alma 12:14).

      Aus solchen Lehren schließen wir, dass das letzte Gericht nicht nur eine Bewertung all unserer guten und bösen Taten – all dessen was wir getan haben – ist. Sondern das Endresultat unserer Taten und Gedanken – was wir geworden sind – wird anerkannt. Es genügt nicht, alles nur pro forma zu tun. Die Gebote, Verordnungen und Bündnisse des Evangeliums sind keine Liste von Beträgen, die in irgendein himmlisches Konto eingezahlt werden müssen. Das Evangelium Jesu Christi ist ein Plan, der uns zeigt, wie wir das werden können, was der himmlische Vater für uns vorgesehen hat.“ (Liahona, Januar 2001, Seite 40.)

    Alma 12:15-18. „Ein zweiter Tod, der ein geistiger Tod ist“

    Alma 12:21. Kerubim

    Alma 12:24. „Bewährungszeit“

    • Der Ausdruck Bewährungszustand oder Bewährungszeit wird im Buch Mormon ausschließlich von Alma verwendet (siehe Alma 42:4,10, 13). Elder L. Tom Perry vom Kollegium der Zwölf Apostel hat dazu gesagt: „Der Hauptzweck des Erdenlebens besteht darin, dass der Geist, der bereits vor der Welt bestand, während des Erdenlebens mit unserem Körper vereint wird. Nur durch diese Vereinigung von Körper und Geist können wir wachsen, uns entwickeln und reifer werden. Mit unserem Körper durchlaufen wir eine Reihe von Prüfungen in dem Zeitraum unseres Daseins, den man den Zustand der Bewährung nennt. Dies ist eine Zeit des Lernens und der Prüfung, in der wir uns als würdig erweisen, ewige Segnungen zu erhalten. All dies gehört zum göttlichen Plan des Vaters für seine Kinder.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1989.)

    Alma 12:32. Gebote, nachdem der Plan kundgetan wurde

    • Präsident Boyd K. Packer, Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, hat gesagt, dass man Antworten auf schwierige Fragen finden kann, wenn man Gottes Plan kennt. Darüber sprach er zu den Lehrern Jugendlicher:

      „Junge Menschen fragen sich oft ‚Warum?‘ – Warum wird uns geboten, manches zu tun, und warum wird uns geboten, anderes nichtzu tun? Wenn wir den Plan des Glücklichseins kennen, wenn auch nur in groben Zügen, kann uns das eine Ahnung von der Antwort geben. …

      Die meisten der schwierigen Fragen, mit denen wir in der Kirche zur Zeit zu tun haben – wir können sie aufzählen: Abtreibung und alles Sonstige, all die Fragen dazu, wer das Priestertum trägt und wer nicht –, können nicht beantwortet werden, ohne dass man als Grundlage wenigstens ein bisschen über den Plan weiß.

      Alma sagte (und ich denke, dass das zurzeit meine Lieblingsschriftstelle ist, obwohl sich das hin und wieder ändert): ‚Darum gab Gott ihnen Gebote, nachdem er ihnen den Plan der Erlösung kundgetan hatte.‘ (Alma 12:32; Hervorhebung hinzugefügt.) …

      Wenn Sie [den Schülern] eine Antwort geben wollen, gehen Sie nach diesem Schema vor: ‚Gott gab ihnen Gebote, nachdem er ihnen den Plan der Erlösung kundgetan hatte.‘“ („The Great Plan of Happiness“, CES-Symposium zum Buch Lehre und Bündnisse, 10. August 1993, Seite 3; siehe LDS.org unter gospel library/additional addresses/CES addresses.)

    Zum Nachdenken

    • In Alma 8:18 wird berichtet, dass Alma schnell ins Land Ammoniha zurückkehrte. In Genesis 22:3 steht, dass Abraham „frühmorgens“ aufstand, um mit Isaak in die Berge zu gehen. Wie können Sie diese Verse auf sich beziehen, wenn Gott Ihnen etwas eingibt?

    • Lesen Sie Alma 10:6. Was meinte Amulek wohl damit, als er sagte, dass er „oft gerufen“ wurde, aber „nicht hören [wollte]“?

    Vorschläge für Aufgaben

    • Aus Alma 9:8-14 geht hervor, wie wichtig es ist, sich zu erinnern. Schreiben Sie auf, welche besonderen geistigen Erlebnisse Sie schon hatten. Sie könnten auch mit Ihren Eltern und Großeltern sprechen und bemerkenswerte geistige Erlebnisse aus deren Leben aufschreiben. Wie könnten Sie davon profitieren, wenn Sie regelmäßig diese Listen durchgehen und weitere Erlebnisse hinzufügen?

    • In Alma 11 und 12 stehen sehr viele Details über die Auferstehung. Fassen Sie aus diesen Kapiteln die wichtigsten Grundsätze über die Auferstehung zusammen und halten Sie fest, wie dieses Wissen über die Auferstehung und den Tag des Gerichts Ihr bisheriges Leben beeinflusst hat.