Liahona
    Das Besondere war der Heilige Geist
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    Segnungen der Eigenständigkeit

    Das Besondere war der Heilige Geist

    Dank eines Kurses für Eigenständigkeitsförderung und der Führung durch den Heiligen Geist fand Molly Kohrman den Mut, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

    woman working in her bakery

    Wie kommt jemand mit einem Abschluss in Freizeittherapie und zehn Jahren Erfahrung im Bereich Psychische Gesundheit dazu, eine Konditorei zu eröffnen und bunt verzierte Brownies, Vanilleküchlein und Eiskrem zu verkaufen?

    Molly Kohrman hat darauf eine einfache Antwort: 2017 hat sie an einem zwölfwöchigen Kurs für Eigenständigkeitsförderung teilgenommen, bei dem es darum ging, wie man ein Unternehmen gründet und ausbaut. Dieser Kurs gab ihr den Mut, ihren Traum wahrzumachen.

    „Ich war in Washington, D. C. auf einer Konditoreischule und später in Utah auf einer Kochschule“, erzählt sie. „Als man in meinem Pfahl ankündigte, es werde Kurse für Eigenständigkeitsförderung geben, dachte ich, ich solle mir das vielleicht mal anschauen. Ich wollte schon immer ein eigenes Unternehmen haben und hatte schon andere Kurse über Betriebswirtschaftslehre besucht. Es würde also nicht schaden, dazuzulernen.“

    Der Kurs war anders als alle BWL- und Konditoreikurse, die Schwester Kohrman bis dahin besucht hatte. Für sie war das Besondere daran der Heilige Geist und das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Teilnehmern.

    „Die Gespräche über Unternehmensführung waren gut und hilfreich“, berichtet sie, „aber dass in diesen Gesprächen eine geistige Komponente enthalten war, empfand ich als allerwichtigsten Unterschied.“

    Talente und innere Zerrissenheit

    „Ich war innerlich zerrissen“, erzählt Schwester Kohrman. „Ich fragte mich, ob ich meine Ressourcen wirklich am besten nutzen würde, wenn ich all meine Ersparnisse und meine ganze Zeit und Energie darauf verwendete, ein Unternehmen zu gründen, wo ich doch gerade in der Suizidprävention arbeitete.“

    Beim ersten Treffen sprachen Schwester Kohrman und die anderen Teilnehmer über den Wunsch des Herrn, dass die Heiligen erfolgreich sind und ihren Lebensunterhalt mit etwas verdienen, was ihnen Freude macht. Sie fragte die Gruppe: „Wir können unsere Talente ja einerseits für wirklich Wichtiges nutzen, andererseits können wir sie aber auch für etwas nutzen, worauf wir einfach Lust haben. Wie bringt ihr denn beides miteinander in Einklang?“

    Als ihre Frage in der Gruppe besprochen wurde, wurde Schwester Kohrman bewusst, dass sie nicht einfach nur Brownies verkaufen würde. Wenn ihr Unternehmen gut lief, könnte sie Mitarbeiter einstellen, finanzielle Überschüsse für gute Zwecke spenden, und wenn ihre Arbeitszeit sich wieder normalisierte, könnte sie sich ehrenamtlich auch wieder ihrer sozialen Arbeit widmen.

    „Erst durch dieses Gespräch ging mir ein Licht auf. Dieses Aha-Erlebnis kam erst, als ich mit Leuten zusammen war, die so dachten wie ich“, sagt sie. „Wir waren alle in einer anderen Phase beim Aufbau unserer Unternehmen und auch in verschiedenen Lebensphasen – aber der Geist war da und hat uns zweifellos in unseren Gesprächen geführt, und zwar bei jedem Treffen. Mir wurde klar, dass der Vater im Himmel mich unterstützen würde, wenn ich wirklich unbedingt ein eigenes Unternehmen haben wollte.“

    Brownies und Segnungen

    Etwa nach der Hälfte des Kurses begann Schwester Kohrman damit, Brownies zu backen, und ließ die zehn Mitglieder ihrer Gruppe für Eigenständigkeitsförderung davon kosten.

    „Sie hatten ganz und gar nichts dagegen, und einige haben mir sehr nützliches Feedback gegeben“, erzählt sie. „Ich begann, verschiedene Geschmacksrichtungen, Glasuren und Kombinationen auszuprobieren. Am Ende des Kurses hatte ich eine ziemlich gute Vorstellung davon, was ich machen wollte.“

    Schwester Kohrman sagt, dass es für sie sehr wichtig war, sich jede Woche mit ihrer Gruppe zu treffen. Die Teilnehmer unterstützten sich gegenseitig bei ihren wöchentlichen Zielen, lernten, wie und wen man um Hilfe bitten kann, und machten sich gegenseitig auf nützliche Hilfen aufmerksam.

    „Während des gesamten Kurses waren mir die Leute in meiner Gruppe ein großer Segen und eine große Stütze“, meint sie. „Der Kurs hat mir geholfen, mir all der Fragen bewusstzuwerden, die ich für mich klären musste.“

    Nachdem Molly Kohrman im Herbst 2018 ihre Konditorei eröffnet hatte, stellte sie bald fest, dass es wesentlich mehr Zeit kostet, ein Unternehmen zu führen, als sie es sich vorgestellt hatte. Doch ein Grundsatz, der ihr aus ihrem Kurs für Eigenständigkeitsförderung im Gedächtnis geblieben ist, ist ihr weiterhin ein Segen:

    „Wir haben darüber gesprochen, dass wir künftig sehr viel Zeit investieren müssen, dass es uns aber auch sehr viel bringen wird, wenn wir uns stets Zeit für den Geist nehmen“, berichtet sie. „Ich habe festgestellt, dass das stimmt! Wenn ich mich auf einmal überfordert und gestresst fühle, höre ich mir die heiligen Schriften oder eine Generalkonferenzansprache an, während ich morgens bei der Arbeit allein bin. Das entspannt mich und schenkt mir Frieden.“

    Dieses Gefühl des Friedens und ihre begeisterten, glücklichen und zufriedenen Kunden sind für Schwester Kohrman der Grund, weiterzumachen – trotz der langen Arbeitstage.

    „Ich hätte dieses Unternehmen nicht ohne die Hilfe des Vaters im Himmel gründen können“, sagt sie. „Auch ohne die Hilfe und Unterstützung vieler anderer Leute wäre es einfach nicht möglich gewesen. Das ist solch eine großartige Chance – etwas, was ich schon so lange machen wollte!“

    Und dank des Kurses für Eigenständigkeitsförderung „habe ich tatsächlich die Chance erhalten, es auszuprobieren“.

    Foto des Backzubehörs von Getty Images