2008
    Alles wird gut
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    Alles wird gut

    Letzte Nachricht: Die letzte Untersuchung von Schwester Coston, acht Jahre nach der Diagnose, zeigte keine Anzeichen von Krebs.

    Ich hatte Tränen in den Augen, als ich zum Krankenhaus fuhr, um mich weiteren Tests zu unterziehen. Nach der Geburt meiner Tochter, vor zwei Jahren, hatte man bei mir Krebs festgestellt. Ich hatte mich einer Operation unterzogen und Behandlungen erhalten. Nun war ich unterwegs, um herauszufinden, ob die Behandlung angeschlagen hatte. „Vater im Himmel, ich habe eine Menge aus dieser Erfahrung gelernt. Bitte nimm dieses Leid von mir. Ich möchte meine Tochter großziehen und eines Tages mit meinem Mann auf Mission gehen. Bitte heile mich.“

    Die Tränen liefen mir über das Gesicht. Plötzlich sprach ich im Gebet die Worte des Liedes „Gebet eines Kindes“1. Etwas drängte mich, die Worte auszusprechen:

    Bete zu ihm!

    Sprich, denn er hört dich.

    Du bist sein Kind.

    Er liebt und er führt dich.

    Er hört dir zu.

    Ich verspürte eine überwältigende Liebe in mir. Ich fühlte, dass der Vater im Himmel mich kannte, sich um mich sorgte und mir zuhörte. Ich hatte das Gefühl, dass alles gut werden würde.

    Am nächsten Tag erhielt ich die Ergebnisse. Die Tests zeigten keine Anzeichen von Krebs. Ich spürte, wie mir eine große Last genommen wurde. Am folgenden Tag rief mich jedoch mein Arzt an und erklärte mir, dass die vorherigen Tests zwar in Ordnung waren, die Bluttests aber zeigten, dass der Krebs noch immer sehr aktiv sei. „Wie kann das sein?“, fragte ich. Wenn es tatsächlich so war, warum hatte ich dann das Gefühl gehabt, dass der Vater im Himmel mein Gebet erhört hatte?

    Ich versuchte, meine Zweifel beiseitezuschieben, und unterzog mich weiteren Tests. Die Ergebnisse zeigten nicht nur, dass ich immer noch Krebs hatte, sondern auch, dass der Krebs sich ausgebreitet hatte. Ich fragte mich, was mein Erlebnis im Auto zu bedeuten hatte. Ich konnte zwar nicht leugnen, was ich gefühlt hatte, aber nun zweifelte ich daran, ob ich es richtig interpretiert hatte.

    Die neue Sachlage war beunruhigend und veranlasste mich zu ernsthaftem Nachdenken. Ich hatte das Gefühl, dass ich aus dieser Prüfung noch immer etwas lernen musste. Als ich darüber nachdachte, erkannte ich, dass ich zwar alles tat, was von einem aktiven Mitglied erwartet wurde, dass es aber oft aus Gewohnheit geschah und nicht aus Überzeugung. Ich war nicht auf der geistigen Ebene, auf der ich sein wollte. Ich musste mich auf das Wesentliche besinnen. Deshalb konzentrierte ich mich von da an auf das, was mich Jesus Christus näher brachte. Ich brauchte seine Stärke, um meine Prüfungen durchzustehen.

    Als ich mich um mehr Geistigkeit bemühte, wuchs mein Glaube an Jesus Christus und an seinen Plan für mich. Ich erkannte, dass mein Erlebnis auf dem Weg ins Krankenhaus tatsächlich eine Antwort auf mein Gebet war. Weil ich nun diese Antwort (dass alles gut wird) anerkenne und akzeptiere, erkenne ich, dass der Vater im Himmel nicht immer genau sagt, wann alles in Ordnung sein wird. Vielleicht werde ich niemals vollständig geheilt werden, aber ich lerne, Gottes Willen anzuerkennen. Mein Leben liegt wirklich in seinen Händen.

    Sieben Jahre sind vergangen, seit bei mir Krebs festgestellt wurde. Ich hatte seitdem viele Operationen und Behandlungen, doch ich habe noch immer Krebs. Aber das Leben geht weiter, und ich bin dankbar dafür. Zusammen mit meinen Prüfungen kamen auch Segnungen, sogar eine zweite Tochter. Das Wichtigste aber ist, dass die Antwort des Herrn, dass alles gut werden wird, mich noch immer tröstet.