2008
    FREUNDE
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    FREUNDE

    Das hätte auch ich sein können

    Sucht euch Freunde, die die gleichen hohen Maßstäbe haben wie ihr. Behandelt jedermann freundlich und respektvoll. Ladet Freunde, die anderen Religionsgemeinschaften angehören, zu Aktivitäten der Kirche ein. Bemüht euch um Neubekehrte und Mitglieder, die weniger aktiv sind.

    Als ich sieben Jahre alt war, zog ein Mädchen in meine Nachbarschaft, und wir wurden Freundinnen. Wir hatten die gleichen Interessen, und wir hatten einen guten Einfluss aufeinander. Wir trafen richtige Entscheidungen, denn unsere Eltern hatten uns gelehrt, das Rechte zu wählen.

    Aber als wir in die sechste Klasse kamen, trafen wir falsche Entscheidungen, um uns unseren Freunden anzupassen, die nicht so hohe Grundsätze hatten wie wir. Im nächsten Jahr wurde mir bewusst, dass ich mir andere Freunde suchen musste, damit ich wieder richtige Entscheidungen traf, indem ich nach höheren Grundsätzen lebte. Das einzige Problem dabei war, dass meine Freundin und ich noch immer befreundet waren und ich auch weiterhin etwas mit ihr unternehmen wollte.

    Es fiel mir schwer, das zu tun, was ich tun musste. Mein ganzes Leben lang hatte ich gehört, dass ich mir gute Freunde suchen und nach hohen Grundsätzen leben sollte. Aber ich hatte kein Zeugnis davon, warum es wichtig war, und so musste ich darauf vertrauen, dass es richtig war. Während des Sommers und in der achten Klasse trafen wir uns nicht mehr so oft, und wir gingen unsere eigenen Wege.

    Später in diesem Jahr zeigte sich, wie segensreich diese Entscheidung war. Meine früheren Freunde brachten Alkohol mit in die Schule. Sie überredeten noch andere Mädchen, davon zu trinken, und sie gerieten alle in Schwierigkeiten. Ich erkannte, dass auch ich eines dieser Mädchen hätte sein können. Ich bin nicht sicher, ob ich die Kraft gehabt hätte, für meinen Glauben einzustehen, wenn ich mich weiter mit ihnen getroffen hätte.

    Wenn ich an die Folgen denke, die daraus für mich entstanden wären, bin ich entsetzt. Ich wäre vielleicht süchtig geworden, wäre mit dem Gesetz in Konflikt geraten, hätte das Vertrauen meiner Eltern verloren, aber, was am schwersten wiegt, ich hätte vielleicht das Vertrauen, das der Vater im Himmel in mich setzt, enttäuscht.

    Ich weiß, dass der Rat des Propheten, nach hohen Grundsätzen zu leben, zu unserem eigenen Schutz ist. Auch wenn wir diesen Rat unbequem finden mögen, hilft er uns geistig, körperlich, mental und vielleicht auch auf eine Weise, die uns nicht einmal bewusst ist.