2005
Wenn wir wahrhaft glücklich sein wollen, müssen wir uns bewusst dafür entscheiden
November 2005


Wenn wir wahrhaft glücklich sein wollen, müssen wir uns bewusst dafür entscheiden

Glücklich zu sein ist ein Zustand der Seele. Dieser freudevolle Zustand ist die Folge eines rechtschaffenen Lebens.

„Das Leben ist gut, wenn wir so leben, dass es gut wird.“ Das stand in einer inspirierenden Botschaft, die ich vor vielen Jahren gelesen habe. Was in dieser Botschaft als „gutes Leben“ bezeichnet wird, ergibt sich aus der Art und Weise, wie wir handeln, aus dem, was wir sagen, ja sogar aus den Gedanken, denen wir uns hingeben.

Niemand muss sich auf der Straße des Lebens allein fühlen, denn wir alle sind eingeladen, zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden. Glücklich zu sein, das ist der Zweck des Evangeliums und der Zweck des erlösenden Sühnopfers für alle Menschen.

Der Bericht im Buch Helaman bringt das recht prägnant zum Ausdruck: „So können wir sehen, dass der Herr zu all denen barmherzig ist, die in der Aufrichtigkeit ihres Herzens seinen heiligen Namen anrufen.

Ja, so sehen wir, dass das Tor des Himmels allen offen ist, nämlich denen, die an den Namen Jesu Christi glauben, der der Sohn Gottes ist.

Ja, wir sehen, dass ein jeder, der will, das Wort Gottes ergreifen kann, und dieses ist lebendig und machtvoll, und es … führt den Christenmenschen auf einer engen und schmalen Bahn … und bringt seine Seele, ja, seine unsterbliche Seele, zur rechten Hand Gottes ins Himmelreich.“1

Meine lieben Brüder und Schwestern, wir müssen erkennen, dass das Wollen der entscheidende Faktor ist, der uns dahin führt, dass wir das Wort Gottes ergreifen und glücklich werden. Wenn wir beharrlich richtige Entscheidungen treffen, dann führt das dazu, dass wir glücklich werden.

Glücklich werden wir als Folge unseres Gehorsams sowie unseres Mutes, selbst unter den schwierigsten Umständen stets den Willen Gottes zu tun. Als der Prophet Lehi die Bewohner Jerusalems warnte, verspotteten sie ihn und versuchten ihn zu töten, wie es auch mit anderen Propheten vor alters geschehen war. Ich zitiere den Propheten Nephi: „Ich … werde euch zeigen, dass die liebevolle, große Barmherzigkeit des Herrn über all denen waltet, die er ihres Glaubens wegen erwählt hat, um sie mächtig zu machen, ja, zur Kraft der Befreiung.“2

Als ich Missionar im Norden Mexikos war, erhielten wir wenige Tage nach dem Taufgottesdienst der Familie Valdez einen Anruf von Bruder Valdez; er bat uns um einen Besuch. Er wollte uns etwas Wichtiges fragen. Jetzt, da er den Willen des Herrn in Bezug auf das Wort der Weisheit kannte, fragte er sich, ob er trotz voraussichtlicher Schwierigkeiten, eine neue Stelle zu bekommen, weiterhin für die Zigarettenfirma arbeiten sollte, in der er seit vielen Jahren angestellt war. Wenige Tage später bat uns Bruder Valdez erneut, bei ihm vorbeizukommen. Er hatte sich zur Kündigung entschlossen, weil er nicht bereit war, gegen seine Überzeugung zu handeln. Und dann erzählte er uns lächelnd und mit bewegter Stimme, dass ihn an genau dem Tag, an dem er seine alte Stelle gekündigt hatte, eine andere Firma angerufen und ihm eine viel bessere Stelle angeboten hatte.

Ja, wir können selbst inmitten einer Glaubensprüfung glücklich sein. Der Herr tut sich uns in seiner liebevollen, großen Barmherzigkeit kund, die wir auf dem Weg zum Glücklichsein erleben. So erkennen wir immer deutlicher seine Hand in unserem Leben.

Glücklich zu sein ist ein Zustand der Seele. Dieser freudevolle Zustand ist die Folge eines rechtschaffenen Lebens.3

Als ich vor einigen Jahren Missionspräsident war, beobachtete meine Frau, Evelia, eine rührende Szene des Glücks, als sie eine glaubenstreue Familie ins Gemeindehaus kommen sah. Die Mutter und ihre beiden kleinen Kinder waren an jenem Tag in drückender Hitze von ihrem schlichten Zuhause zur Kirche gelaufen. Sie hätten nie gedacht, dass sie dort Elder Cruz treffen würden, den eifrigen Missionar, der ihnen im Vorjahr die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums gebracht hatte. Diese wunderbare Überraschung machte ihnen deutlich bewusst, welch große Freude ihnen das Evangelium gebracht hatte. Die Kinder rannten los und umarmten ihn, und während Elder Cruz Freudentränen über die Wangen liefen, nahm die Mutter seine Hände und dankte ihm bewegt für all das Gute, was er ihnen gebracht hatte. Gewiss hatten sie das Glück gefunden, das für die Heiligen bereitet und ihnen vorbehalten ist.4

Der Prophet Joseph Smith hat gesagt: „Glücklich zu sein ist der Zweck und die Absicht unseres Daseins, und dieses Ziel wird auch erreicht werden, wenn wir dem Pfad folgen, der dahin führt. Dieser Pfad heißt Tugend, Untadeligkeit, Glaubenstreue, Heiligkeit und dass man sämtliche Gebote Gottes befolgt.“5

Nach der schwierigen und langen Reise ins Land der Verheißung und nachdem sie dreißig Jahre glaubenstreu bestrebt gewesen waren, die Gebote Gottes zu halten,6 fasste der unermüdliche Prophet Nephi aus dem Buch Mormon die Geschichte seines Volkes folgendermaßen zusammen: „Und es begab sich: Wir lebten nach der Weise der Glückseligkeit.“7

Im Buch Mormon definiert der Prophet und König Benjamin das Glücklichsein als „den gesegneten und glücklichen Zustand derjenigen …, die die Gebote Gottes halten. Denn siehe, sie sind gesegnet in allem, sowohl zeitlich als auch geistig.“8

Ja, meine lieben Brüder und Schwestern, das Leben ist gut, wenn wir so leben, dass es gut wird. Das Rechte glauben, wünschen, entscheiden und wählen – das sind die einfachen Handlungen, die uns glücklicher machen und in uns eine Zuversicht wachsen lassen, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Bedenken wir, dass der Herr uns immer noch mit den Worten ruft: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“9 Ich weiß, dass er lebt und dass er immer wieder an unsere Tür klopft. Er hat seine Kirche und die Fülle des Evangeliums durch den Propheten Joseph Smith und durch das Hervorkommen des Buches Mormon wiederhergestellt. Heute leitet er seine Kirche und sein Reich durch unseren geliebten Propheten, Präsident Gordon B. Hinckley.

Ich versichere Sie meiner Liebe und gebe demütig Zeugnis im Namen Jesu Christi. Amen.

Anmerkungen

  1. Helaman 3:27-30; Hervorhebung hinzugefügt

  2. 1 Nephi 1:20; Hervorhebung hinzugefügt

  3. Siehe Schriftenführer, „Freude“, Seite 63

  4. Siehe 2 Nephi 9:43

  5. History of the Church, 5:134f.

  6. Siehe 2 Nephi 5:10

  7. 2 Nephi 5:27

  8. Mosia 2:41

  9. Matthäus 11:28