2002
Unser kleines Geschenk
Dezember 2002


Unser kleines Geschenk

Es war unser erstes Weihnachtsfest fort von zu Hause. Wir – das waren die Missionare Heemeyer, Bright, Kehoe, Schulze, Westover und ich – hatten uns in einer Wohnung getroffen, um gemeinsam den Weihnachtsabend zu verbringen. Wir hofften nämlich, dass es uns nicht ganz so schwer fallen würde, Weihnachten ohne unsere Familie zu feiern, wenn der Distrikt zusammen war.

Es war etwa halb sechs Uhr abends, und wir waren alle ein wenig niedergeschlagen. Irgendwie war es uns in letzter Zeit nicht so recht gelungen, Termine mit Interessenten zu bekommen und neue Menschen zu finden, die wir unterweisen konnten. Alle sagten: „Kommen Sie doch nach Weihnachten wieder.“

Nachdem wir uns ein paar Minuten unterhalten hatten, schlug Elder Schulze vor, wir sollten doch unsere Interessenten und auch ein paar Mitglieder besuchen und ihnen Weihnachtslieder vorsingen. Diese Idee fanden wir alle gut und stellten ein kurzes Programm zusammen. Wir wollten zuerst zwei Weihnachtslieder singen und dann einen geistigen Gedanken vortragen. Anschließend wollten wir noch ein Lied singen und zum Abschluss ein Gebet sprechen. Das ganze Programm dauerte zwar nur zwanzig Minuten, aber es gefiel uns allen sehr gut.

Ehe wir uns auf den Weg machten, knieten wir nieder, um ein Gebet zu sprechen. Dann brachen wir auf. Wir befanden uns auf der Südseite von Chicago in Illinois in den Vereinigten Staaten, und draußen war es bitterkalt.

Zuerst besuchten wir ein Mitglied, dessen Tochter und zwei Enkelkinder sich mit der Kirche beschäftigten. Wir sangen bestimmt nicht wie der Tabernakelchor, aber wenn man bedenkt, dass wir nur sechs Missionare waren, klang es doch ziemlich gut. Nachdem wir unser Programm vorgetragen hatten, sagten uns unsere Zuhörer, unser „Geschenk“ sei das schönste, das sie je erhalten hätten.

Bald darauf waren wir in einer anderen Wohnung und präsentierten unser Programm einer weiteren Familie. Mit jedem Besuch wurden unsere Begeisterung und unsere Freude größer. Und immer wieder sagten unsere Zuhörer das Gleiche: „Das ist das schönste Geschenk, das wir je bekommen haben. Sie haben uns wirklich den Geist der Weihnacht gebracht.“

An jenem Abend habe ich die wahre Bedeutung des Weihnachtsfestes besser verstanden – nämlich dass es beim Dienst für Jesus Christus darum geht, mit anderen zu teilen und ihnen zu dienen. Und als wir eifrig damit beschäftigt waren, unseren Mitmenschen und dem Erretter zu dienen, hatten wir auch gar nicht mehr das Gefühl, so weit von zu Hause entfernt zu sein.

Joshua DeMoux gehört zur Gemeinde Wandamere im Pfahl Salt Lake Süd.