Generalkonferenz
    Warum sind wir Mitglied der einzig wahren Kirche?
    Fußnoten
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    Warum sind wir Mitglied der einzig wahren Kirche?

    Die wertvollste Macht, die wir besitzen können, ist der Schatz eines persönlichen Zeugnisses von unserem Herrn Jesus Christus.

    Warum sind wir Mitglied der einzig wahren Kirche? Auch wenn ich diese Frage nicht für alle 13 Millionen Mitglieder der Kirche beantworten kann, möchte ich einige Antworten geben, die aus tiefstem Herzen kommen und die sich wahrscheinlich mit Ihren eigenen Antworten decken.

    Die Reichtümer der Ewigkeit

    „Siehe, wer ewiges Leben hat, ist reich.“ (LuB 6:7.)

    Reichtümer waren nicht Teil meiner Kindheit. Wir waren eine fünfköpfige Familie: mein Vater und vier Kinder. Meine Mutter war gestorben, als ich fünf Jahre alt war. Vom mageren Einkommen meines Vaters kauften wir Lebensmittel; der Kauf von Kleidung wurde möglichst lange aufgeschoben.

    Eines Tages ging ich etwas ärgerlich zu meinem Vater und fragte: „Papa, warum kaufst du mir keine Schuhe? Schau sie dir an: Sie sind ausgetreten, und durch das Loch sieht man den großen Zeh!“

    „Wir bringen das in Ordnung“, antwortete er und gab meinen Schuhen mit etwas schwarzer Schuhcreme neuen Glanz. Später sagte er mir: „Sie sind wieder in Ordnung, Junge.“

    „Nein“, antwortete ich, „man kann meinen Zeh immer noch sehen.“

    „Auch das bringen wir in Ordnung“, erklärte er. Er nahm wieder die Schuhcreme, gab etwas davon auf meinen Zeh, und schon bald glänzte er genau wie die Schuhe. Auf diese Weise lernte ich früh im Leben, dass das Glücklichsein nicht vom Geld abhängt.

    Die Zeit verging, und dann erklärten uns Missionare die Reichtümer des wiederhergestellten Evangeliums – die Lehre vom Erlösungsplan und von der ewigen Familie. Wir ließen uns taufen. Als mein Vater als Distriktspräsident berufen wurde, war sein erstes Ziel, zum Tempel zu fahren und die Segnungen zu erlangen, die dieses Opfer auslösen würde. Die Fahrt dauerte 15 Tage und erstreckte sich über 8000 Kilometer, verbunden mit vielen Schwierigkeiten und Rückschlägen, miserablen Straßen und unbequemen Bussen. Wir kannten nicht einmal die Strecke, aber wir machten uns große Hoffnungen auf die heiligen Handlungen, die wir empfangen sollten.

    Als wir in Mesa in Arizona ankamen, fuhren wir eine Straße entlang, an deren Ende wir das Haus des Herrn sehen konnten, leuchtend und herrlich. Ich kann mich gut daran erinnern, welche Freude uns erfüllte. Wir alle brachen in Gesang und Jubel aus, und vielen Mitgliedern rannen Tränen über die Wangen.

    Später im Tempel knieten wir als Familie nieder, um die wunderbaren Verheißungen über eine ewige Familie zu hören, in der Gewissheit, dass unsere Mutter, wenngleich nicht anwesend, auf ewig unsere Mutter sein würde; und wir spürten den Frieden, der von dem Wissen herrührt, dass wir eine ewige Familie sind.

    Die Verheißung ewigen Lebens gab uns so die Reichtümer der Ewigkeit! „Siehe, wer ewiges Leben hat, ist reich.“ (LuB 6:7.)

    Das wiederhergestellte Priestertum

    Die Kirche Jesu Christi ist eine Kirche von Priestern, „eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm“ (1 Petrus 2:9).

    Die wiederhergestellte Kirche gibt jeder Familie einen Priestertumsträger, der die Macht Gottes hat zu segnen. Wie oft konnte ich zu Hause die leise, liebe Stimme eines Kindes hören, die sagte: „Papa, kannst du mir einen Segen geben?“ Dann legte ich ihm die Hände auf, um in einem schmerzlichen oder schwierigen Moment einen tröstenden oder heilenden Segen auszusprechen und zu erleben, wie die Macht des Priestertums ihren Einfluss geltend machte. Am nächsten Tag war dann wieder das schwache Stimmchen zu hören: „Danke, Papa, ich habe letzte Nacht gut geschlafen.“ Wir müssen uns nicht erst nach jemandem umsehen, der die Macht hat – sie ist in unserer Mitte! Was für ein Segen es ist, dass wir unseren Kindern diesen Grundsatz vermitteln können! Dies ist die einzige Kirche auf der Erde, die Familien eine solche Segnung bietet.

    Durch diese Macht konnte ich jeden meiner Söhne zum Priestertum ordinieren und ihm so die Macht Gottes geben, seine heiligen Handlungen zu vollziehen.

    Dies ist also ein weiterer Grund, warum ich Mitglied dieser Kirche bin: Weil die Macht des Priestertums wieder auf der Erde ist und sogar bis in unsere Familien reicht.

    Das eigene Zeugnis

    Die wertvollste Macht, die wir besitzen können, ist der Schatz eines eigenen Zeugnisses von unserem Herrn Jesus Christus und von seinem Sühnopfer.

    Wir erhalten ein Zeugnis, wenn wir würdig leben und im Gebet danach trachten. „Und der Geist wird euch durch das Gebet des Glaubens gegeben“ (LuB 42:14), erklärte der Herr durch den Propheten Joseph Smith.

    Als mein Sohn Daniel sechs Jahre alt war, sah er, wie besorgt ich war, weil ich eine Pfahlkonferenz besuchen sollte und nicht wusste, was ich den Heiligen sagen sollte. Er kam zu mir und sagte: „Papa, das ist wirklich einfach“, – so wie Kinder eben alles sehen.

    „Da bin ich aber gespannt“, meinte ich, „wenn es so einfach ist, dann sag mir, worüber ich zu ihnen sprechen soll.“

    „Sprich zu ihnen über das Gebet“, sagte er mir.

    „Das ist ein gutes Thema“, antwortete ich ihm, „aber sie haben schon so viel über das Gebet gehört, was könnte ich ihnen noch Neues sagen?“

    „Das ist auch ganz einfach, Papa. Sag ihnen zuerst: Bevor ihr mit dem himmlischen Vater sprecht, denkt darüber nach, was ihr ihm sagen wollt.“

    „Das klingt nach einer großartigen Idee“, antwortete ich, „und was dann?“

    „Na ja, wenn ihr darüber nachgedacht habt, sagt es ihm! Wenn ihr damit fertig seid, wartet und schaut, ob er euch etwas zu sagen hat.“

    Durch unsere Gebete spricht der Geist zu unserem Geist und bezeugt, dass es unseren Erlöser wirklich gibt.

    Ich kann nur staunen, wie viel Liebe mein Erlöser Jesus Christus zeigte, als er aus der himmlischen Wohnstatt herabstieg und in eine Welt kam, in der die meisten seine Botschaft ablehnten und ihn zum Tode verurteilten, auch wenn sie nicht die Macht hatten, ihm das Leben zu nehmen. Christus hat für meine Sünden, meine Beschwerden, meine Bedrängnisse und meinen Kummer bezahlt. Seine Schmerzen waren unbeschreiblich; Lukas erwähnt nur, dass „sein Schweiß … wie Blut“ herabtropfte (Lukas 22:44).

    Dies ist vor allem anderen der Grund, weshalb ich Mitglied der Kirche bin: Der Heilige Geist hat mein Herz durchdrungen und mir offenbart, dass Christus lebt, dass er mein Erretter ist, dass er für meine Sünden gezahlt und den Weg bereitet hat, damit ich, wenn ich nach seinen Weisungen lebe, alle anderen verheißenen Segnungen empfangen kann.

    Vor einigen Wochen ist auch mein Vater verstorben, und ich bin heute meinem Gott dankbarer als je zuvor für den Reichtum und die Schönheit seiner Lehre.

    Weil Familien auch über die Schwelle des Todes hinaus fortbestehen. Weil das königliche Priestertum auf der Erde wiederhergestellt worden ist. Und weil der Geist zu meinem Geist gesprochen und mir bezeugt hat, dass mein Erretter, Jesus Christus, lebt und dass ich durch seine Fürsprache und gemäß meiner Glaubenstreue einmal bei ihm leben kann. Aus diesen Gründen und vielen weiteren bin ich ein Mitglied der einzig wahren Kirche auf der Erde, und ich werde ewig dankbar dafür sein. Im Namen Jesu Christi. Amen.