2000–2009
Hoffnung macht das Leben hell
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Hoffnung macht das Leben hell

Ihr könnt euch jeden Morgen auf neue Abenteuer freuen, denn die Hoffnung erhellt euch den Weg, weil ihr einen Erretter habt.

Kurz bevor unsere älteste Enkelin geboren wurde, überlegten die Eltern, ob es wohl ein Junge oder Mädchen war. Am nächsten Sonntag sangen sie in der Kirche ein Lied, in dem es darum ging, dass Hoffnung das Leben hell macht. Plötzlich wussten sie es, sahen einander an und sagten: „Es ist ein Mädchen!“ Nach der Geburt nannten sie das Baby Hope (Hoffnung).

Hope, die einen so treffenden Namen bekommen hat, ist jetzt fünf Jahre alt. Wenn sie am Morgen aufwacht, freut sie sich immer auf neue Abenteuer. Sie besucht die erste Klasse in der Schule, und sie möchte sehr viel lernen. Der Glanz der Hoffnung scheint in ihren Augen (siehe 2 Nephi 31:20).

In den vergangenen Wochen bin ich mit vielen Jungen Damen zusammengekommen. Wir haben uns über eure Talente, eure Schwierigkeiten und eure Zukunftsträume unterhalten. Vor meinem geistigen Auge sehe ich euch noch. Ich sehe das glückliche Gesicht des Mädchens, das sich erst vor sechs Monaten der Kirche angeschlossen hat. Ich sehe das einsame Gesicht des Mädchens, das als Einzige in der Familie der Kirche angehört und ganz allein mit dem Bus fahren muss. Ich sehe das besorgte Gesicht eines Mädchens, das sich fragt: „Kann ich jemals würdig sein, in den Tempel zu gehen?“ Und ich sehe die müden Gesichter der Jungen Damen, die ganz früh aufgestanden sind, um das Seminar zu besuchen. Einige von euch freuen sich ihres Lebens, und andere sind wegen der Herausforderungen und ihrer Zukunft besorgt. In den Gesprächen mit euch wollte ich herausfinden, ob ihr zum Himmel aufblickt und der Glanz der Hoffnung eure Augen erhellt.

Manchmal frage ich mich, ob ihr wohl daran denkt, dass ihr Töchter des himmlischen Vaters seid und dass er euch liebt. Durch die Taufe seid ihr dem Beispiel des Erretters gefolgt, und ihr habt den Weg zurück in eure himmlische Heimat angetreten. Nephi hat gesagt, dass ihr jetzt „auf diesem geraden und schmalen Pfad [seid], der zum ewigen Leben führt“ (2 Nephi 31:18). Da ihr bereits auf diesem Pfad seid, müsst ihr darauf weitergehen, und damit ihr darauf bleiben könnt, müsst ihr Hoffnung haben, strahlende Hoffnung, die euch den Weg erleichtert und erhellt.

Mormon fragt: „Was ist es, was ihr erhofft?“ In seiner Antwort nennt er uns dreierlei, worauf wir hoffen können: „Durch die Sühne Christi und die Macht seiner Auferstehung werdet ihr Hoffnung haben, zu ewigem Leben erhoben zu werden.“ (Moroni 7:41.)

Durch die Taufe könnt ihr an der ersten großen Hoffnung teilhaben, nämlich am Sühnopfer Christi. Immer, wenn ihr das Abendmahl würdig nehmt, habt ihr die Möglichkeit, von neuem zu beginnen und es ein wenig besser zu machen. Es ist so, als würdet ihr den unwürdigen Teil von euch begraben und ein neues Leben anfangen.

Ich habe mit zwei Mädchen gesprochen, die buchstäblich ihre alte Lebensweise begraben haben. Sie besaßen Kleidungsstücke, die nicht dem entsprachen, was eine Tochter, die mit Gott im Bund steht, tragen sollte. Daher gruben sie ein tiefes Loch in die Erde, legten alle unpassenden Kleidungsstücke hinein und begruben sie!

Eure Hoffnung und euer Glaube an den Erretter werden wachsen, wenn ihr umkehrt und euch so ändert, als würdet ihr eure Sünden begraben. Vielleicht wollt ihr auch, dass eure Eltern und der Bischof euch helfen, besser zu werden. Wenn ihr umkehrt und würdig das Abendmahl nehmt, könnt ihr „als neue Menschen leben“ (Römer 6:4). Dank dem Sühnopfer Christi blickt ihr zum Himmel auf und Hoffnung erhellt euch den Weg. Ihr seid getauft, deshalb befindet ihr euch schon auf dem Weg zum ewigen Leben. Bleibt einfach auf diesem Weg!

Die zweite große Hoffnung ist die Auferstehung. Euch allen ist verheißen worden, dass ihr dank dem Sühnopfer Jesu Christi auferstehen werdet, und ihr wisst, dass es nach diesem Leben noch viel mehr Zeit zum leben gibt.

Meine Nichte Katie war eine hoffnungsvolle Studentin von 20 Jahren. Sie hatte viele Talente und Zukunftspläne. Vor vier Jahren starb Katie bei einem Autounfall. Unsere Familie vermisst sie immer noch sehr, aber wir wissen, dass wir wieder mit ihr zusammen sein werden und uns um sie keine Sorgen machen müssen. In Katies Geldbörse lag ihr Tempelschein, den sie vom Bischof bekommen hatte, damit sie sich für ihre verstorbenen Vorfahren taufen lassen konnte. Katie war würdig gewesen. Kurz vor ihrem Tod hatte Katie geschrieben: „Wenn dies mein letzter Tag auf der Erde wäre, würde ich Folgendes hinterlassen: Lebe so, dass jeder Tag seinen Sinn hat. … Bleib dem Herrn nahe. Erlange über die heiligen Schriften, das Evangelium, die Schöpfung des Herrn so viel Wissen, wie du kannst. … Gib etwas von dir … und denk immer an das Beispiel Christi und an sein Sühnopfer und bemüh dich täglich, so wie er zu werden.“ (Katie Bangerter.) Katie hat den Pfad, der zum ewigen Leben führt, betreten und ihn nicht verlassen.

Dank Christus ist euer Weg hell und ihr müsst euch keine großen Sorgen machen, wenn euch Krankheit, Tod, Armut oder sonst ein Unglück heimsuchen. Der Herr wird für euch sorgen. Ihr müsst nur die Gebote halten, euch an den Worten Christi laben und auf dem Weg bleiben, der euch in eure himmlische Heimat führt.

Neben dem Sühnopfer und der Auferstehung habt ihr eine dritte große Hoffnung, nämlich die Hoffnung auf ewiges Leben. Weil ihr einen Erretter habt, könnt ihr eine Zukunft planen, die über dieses Leben hinausgeht. Wenn ihr die Gebote haltet, ist euch ewiges Leben verheißen. Ihr könnt euch auch bereitmachen, indem ihr studiert und lernt und „mit allen guten Büchern und mit Sprachen … und Völkern“ bekannt werdet (LuB 90:15). Ihr wisst, dass „jeglicher Grundzug der Intelligenz, den wir uns in diesem Leben zu Eigen machen, mit uns in der Auferstehung hervorkommen [wird]“ (LuB 130:18).

Glücklicherweise habe ich eine Mutter, die sich ihr ganzes Leben darauf vorbereitet hat, Gott zu begegnen. Der Grundsatz, in diesem Leben neues zu schaffen, zu lernen und zu dienen, ist ihr vertraut. Ihr Motto war stets: „Freu dich über die Aufgabe, die dich dazu bringt, über deinen Schatten zu springen. Daran wirst du wachsen.“ Ich möchte einige herausragende Erlebnisse aus ihrem abenteuerlichen Leben erzählen. Als sie jung war, wohnte sie in den unberührten Uinta-Bergen, weil ihr Vater dort arbeitete. Sie lernte, wie man hohe Bäume fällt, wie man fischt und im Freien campiert. Im Winter ging sie in der Stadt zur Schule, spielte in einer Basketballmannschaft und lernte, Trompete zu spielen. Sie besuchte die Universität und wurde Krankenschwester. Nach ihrer Heirat ging sie mit ihrem Mann nach Brasilien auf Mission und lernte Portugiesisch. Sie reiste in viele Länder und lehrte Tausende das Evangelium. Sie studiert täglich die heiligen Schriften, hat mehrere Bücher zum Thema Genealogie geschrieben, kümmert sich um 62 Enkelkinder und kann an einem Vormittag 600 Doughnuts backen!

Meine Mutter ist mit unerschütterlichem Glauben an den Erretter ihr Leben lang auf seinem Pfad geblieben (siehe 2 Nephi 31:19). Wenn sie am Morgen aufwacht, freut sie sich immer auf neue Abenteuer. Sie findet das Leben sehr interessant, und sie will noch viel lernen.

Weil ihr den Erretter habt, glaubt auch ihr an ein glückliches ewiges Leben, wo ihr erschaffen, dienen und lernen werdet. Ihr befindet euch schon auf dem engen und schmalen Pfad, und die Hoffnung macht euer Leben hell.

Vor ein paar Jahren war ich bei meiner wundervollen siebenundneunzig Jahre alten Großmutter. Sie saß zusammengekrümmt in ihrem Rollstuhl, schwach und fast blind, und erzählte leise aus ihrem Leben. Ich sagte: „Die Welt ist so schlecht. Es gibt so viele Versuchungen und Herausforderungen. Kann man würdig bleiben und zum himmlischen Vater zurückkehren?“ Langsam streckte sie sich, richtete sich auf und sagte in befehlendem Ton: „Jawohl! Du musst es! Deswegen bist du ja hier!“ Danke, Großmutter, dass du mich Hoffnung gelehrt hast.

So wie Katie, meine Mutter und die fünfjährige Hope könnt auch ihr euch jeden Morgen auf neue Abenteuer freuen, denn die Hoffnung erhellt euch den Weg, weil ihr einen Erretter habt. Ihr seid Mitglied seiner Kirche, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Ihr müsst nur in ihr verbleiben und immer mit dem Glanz der Hoffnung eurer himmlischen Heimat entgegenstreben. Im Namen Jesu Christi. Amen.